[Corandir] Die Greifenreiter von Corandir

  • Verzerrt kamen die Worte der Katze bei ihm an, doch trafen sie ihn hart. Der Wind erfasste ihn und trieb ihn ein Stück zurück. Er hatte gar nichts davon geplant. Aber das erste was sie tat, war ihm vorzuwerfen, dass er einen Hintergedanken gehabt hätte, als er sagte,d ass er fliegen wollte. Vielleicht hätte er es besser für sich behalten, was er gesehen hatte. Dabei hatte er angenommen, dass Rhynn darauf brannte, so etwas zu entdecken. Doch nun überflutete ihn Enttäuschung und langsam drehte er ab.

    *Nein hab ich nicht!* gab er der Grauen patzig zur Antwort, sie glaubte dass doch wohl nicht auch. Und dabei konnte er seine Enttäuschung darüber nicht ganz verbergen. Er wollte einfach nur fliegen und es wäre ihm durchaus lieber gewesen, wenn er diesen Ort nicht gesehen hätte. Alleine die Erinnerung ließ ihn erschaudern.

    Selphet versuchte ihn wieder zu beruhigen. Natürlich war auch ihm aufgefallen, dass er viel zu viel Abstand zwischen sich und die Greifen hatte kommen lassen. *Doch genau so hat sie es gemeint* entgegnete er ihm *es tut mir leid, dass ich mich habe forttragen lassen, aber ich habe sicherlich nicht geplant alleine die Hexe zu suchen!*

    Rhynns nächste Frage ließ ihn noch einmal zurückblicken. „Vermutlich schon“ antwortete er in der Tiersprache mit einem lauten Rufen. Dann drehte er bei und folgte den anderen zurück zur Lichtung. Kräfteschonend verzichtete er nun darauf wilde Flugmanöver zu machen. Die Lust darauf war ihm auch gehörig vergangen. Dennoch blickte er sehnsüchtig einem vorbeifliegendem Schwarm Segler hinterher. Für sie sah die Welt ganz anders aus.

    Bald schon kam die Lichtung wieder in Sicht und die Gestalten, die dort im Gras saßen stellten sich als Karrun und Paranoel heraus. Die anderen der Schwadron waren anscheinend wieder zurück zur Kaserne gekehrt oder unwahrscheinlicher Weise alle in einem der beiden Zelte.

    Owatu landete im für ihn jetzt hohen Gras und war noch unschlüssig, ob er sich wieder zurückverwandeln sollte, denn das bedeutete, dass er erst morgen wieder fliegen gehen konnte und auch wenn er erschöpft war, würde er so nach ein bisschen Ruhe, wieder starten können. Und, was er sich selbst nicht eingestehen wollte, war. Er hatte Angst, dass Rhynn ihm in seiner Tua’Gestsalt ansehen konnte, wie sehr ihn ihre Reaktion getroffen hatte.

    Bis zu dem Zeitpunkt, als sich Paranoel, der wie Karrun aufgesprungen war, als die Vier landeten, zu Ihm herunterbeugte und schon Anstalten machte ihn aufheben zu wollen.

    „Was ist mit dir Kumpel?“ fragte er der Elf und augenblicklich beschloss Owatu, dass er sich doch besser wieder zurück verwandelte.

    „Nichts, es geht mir gut.“ Beteuerte der Tua’Tanai, als die schwarzen Schwingen wieder zu Armen geworden und sein Haut nicht länger von Federn geschmückt war.

  • Wörter in Sorge gesprochen, bewirken häufig das Gegenteil, von dem was man sich erhofft, Jägerin.

    Die Worte des Luchses hallten durch ihren Kopf. Ihr anfänglicher Wille zu protestieren, ‚ Sie habe sich garkeine Sorgen gemacht‘ wurde nur zu schnell von dem Wissen im Keim erstickt, dass sie vor Lonahe nichts verbergen konnte. Wieder fühlte sie Schuld, ob es ihre eigene war? Vermutlich vermischte sie sich einfach nur mit seinem sehr alten Schmerz. Rhynn ließ ihren Blick über die Lichtung schweifen und begann verdrießlich die Lippen aufeinanderzupressen. Ausgerechnet jetzt mussten die alle verschwinden? Sie waren garnicht solange weggewesen. Kaum, dass Selphet auf der Wiese aufkam, landete die Katze leichtfüßig im Gras und sah verstohlen zu ihrem Flügelmann der irgendwie verloren im Gras hockte. Ob Lonahe und sie sich umsonst sorgen machte? Für die greifenreiterin war der Gedanke immernoch so drückend.... Vor der ganzen Sache, hatten sie sich dauernd gestritten. Sie beide hatten ausgeteilt und auch eingesteckt. Er hatte immer gewirkt als könnte ihn nichts erschüttern und jetzt war alles nders. Das Gefühlihn zu ruppig angefahren zu haben nistete sich in ihr ein und auch als er sich bereits verwandelt hatte. Versuchte sie seinen Blick zu deuten, doch eine Berührung am Arm ließ ihre inneren Alarmglocken schrillen. Gerade so schaffte sie es nicht zusammenzuzucken.

    „Kein langer Ausflug, ich dachte du wärst froh drum mal was anderes außer die Lichtung zu sehen..“ stellte der Schwadronsführer fest und Falten bildeten sich auf seiner Stirn. „ Was ist passiert? Wir haben extra niemanden zu euch geschickt.“ gab er sowohl besorgt als auch verbissen zu. Offensichtlich hatten er an einer unangenehmen Nachricht zu kauen und Rhynn sah Karrun iritiert an. „ Owatu hat etwas entdeckt.“ verkündete sie. „ Wir sollten uns das mit Verstärkung anseh-. Was wieso wolltet ihr uns holen lassen?“ fragte Rhynn schnell als ihr das ausmaß der Worte bewusst wurde.

    „ Was hast du entdeckt?!“ fragte der Mensch schnell und schob den Elfen zur Seite.

    „ Was ist passiert Karrun?!“ zupfte die Katze nun an der Tunika in Karruns Rücken.

    „ Man hat nach Seran geschickt...“

  • Er musste sich einegstehn, dass er keine Anhung ahtte, wie lange sie fort gewesen waren. Sicherlich zu kurz. Aber tatsächlich hatten ihn die Bilder von der Toten Lichtung wieder zurück getrieben. Und nun saß er im Gras und wäre doch viel lieber wieder oben am Himmel. Paranoel hockte immer noch vor ihm, aber zu Glück hatte er den Elfen davon abgebracht ihn anfassen zu wollen. Noch während Owatu darüber nachdachte, was Karrun mit, ‚extra nicht hinterhergeschickt‘ meinte. Erzählte Rhynn von dem, was der Mauersegler gesehen hatte. Jetzt klang ihre Stimme weit weniger anklagend. Dabei hatte er fest mit einem ironischen Unterton gerechnet. Vielleicht glaubte sie ihm ja doch, dass er sie nicht extra zurückgelassen hatte.

    Der Blick des Tua’Tanai huschte kurz zur Katze und wurde dann aber vehement von Karrun eingefordert. Das der Mensch ihn nicht schüttelte war fast auch schon alles. Der Schwadrohnsführer schien unglaublich angespannt zu sein und irgendwas bereitete ihm Sorgen.

    „Ich…“ begann Owatu, wie sollte er das den mit Worten beschreiben? Hilfesuchnd wandt er sich zu Tameqa um. *Zeigs ihnen bitte.*

    „Wo ist das?!“ fragte Karrun gleich, nachdem er sich beim empfangen der Bilder erst einmal gänzlich hingesetzt hatte.

    „Richtung Berge.“ Antwortete Owatu.

    „Das ist nicht gut.“ Begann der Mensch und holte tief Luft.

    „Die erste ist heute früh wiedergekommen, sie haben einen Ähnlichen Ort gefunden, allerdings im Norden. Salik ist vergiftet worden, denn der ganze Platz war mit Fallen gespickt. Aber dort gab es auch so mit Blut verschmierte Knochen, die in einem Muster lagen. Nur von einem Altar war nicht die Rede.“ Langsam erhob sich der Mensch und blickte dann Rhynn an.

    „Der General hat uns alle in Alarmbereitschaft versetzt. Außer Markun, Jankris, Paranoel und Owatu natürlich, weil da Meister Serran momentan das letzte Wort hat.“

    Nun Blickte er wieder zu dem Tua’Tanai und dann wieder zu Rhynn.

    „Könntet ihr, du uns dort hinführen?“ fragte er doch mehr an die Cath’Shyrr gerichtet, als an den Mauersegler.

  • „ Salik hats erwischt?“ fragte Rhynn getroffen und Paranoels Kopf zuckte nervös und sollte wohl ein Nicken darstellen. Mit dieser knappen Erklärung von Karrun wurde vieles klarer. Irgendetwas braute sich da zusammen.... und wenn das alles von der Hexe kam, war es ihr offensichtlich egal, dass sie solch offensichtliche Spuren hinterließ oder wer ihr in die Quere kam. Salik hatte eigentlich immer sehr vorsichtig gewirkt und der Halbelf war nicht sonderlich dafür bekannt allzu risikofreudig zu sein und dennoch hatte ihn die Falle erwischt. Hoffentlich konnte Seran helfen. Die Greifenreiterin nickte ernst, als ihr Anführer verkündete, dass man sie alle vermutlich innerhalb der nächsten Minuten in der Kaserne erwartete. Doch dass er Owatu direkt ausschloss versetzte ihr einen Stich und ungeduldig friemelte sie an dem Lederband um das Amulett zu lösen. Er fragte ihn nichteinmal....Sie musste die Rüstung anlegen und Selphet satteln...Doch das wahre problem tat sich wie ein Abgrund vor ihr auf. Sie wusste nicht wo genau dieser Ort gewesen war... sie hatte Owatu alleine gelassen unter diesen Umständen... Rhynn klappte der Mund auf und der blick des mannes war so durchdringend.... Vielleicht hätte sie sich das ganze vonOwatu erklären lassen kkönnen, doch ws wenn sie einen Fehler machte? Nur langsam rang sie sich zu einem Kopfschütteln durch.

    „ Warum schüttelst du den Kopf?! Keine Zeit jetzt, Kylan hol deine Sachen, dann fliegen wir. Wenn da Fallen sind, kennst du dich aus der Schwadron Momentan wohl am besten aus.“ meinte Karrun ungeduldig und wollte sie schon weiter winken, als die Katzenfrau mit dünner Stimme widersprach.

    „ Ich kann dich nicht hinführen Karrun. Ich war nicht dort-„ Rhynn klappte schlagartig den Mund zu als sich der Schwadronsführer langsam zu ihr umdrehte. Dieses Zucken in seinen beiden Augenwinkeln verhieß absolut nichts gutes und die Frau versuchte mit militärischer Haltung dem nunmehr bedrohlich wirkendem Mann die Stirn zu bieten. Es war ihr Fehler und sie würde nun dafür gerade stehen müssen. Sie hätte ihn einfach nicht us den Augen lassen dürfen...

    „ Was?!“ erklang seine Stimme ungewohnt schneidend. Der dunkelhaarige Mensch war so entsetzt von der Nachricht, dass es für einen Moment so aussah, als wollte er mit beiden Händen nach den Oberarmen der Katze greifen, doch schwebten die geballten Fäuste rechts und links neben ihr in der Luft. Wie erstarrt kämpfte Rhynn mit dem Drang vor ihm zurückzuweichen, doch Karrun kam immer näher. Sie konnte ihn schnaufen hören und er kämpfte bei den folgenden Worten sichtlich mit der Fassung.

    „Was verdammt nochmal!!?! Hat dich davon abgehalten, deinem Flügelmann - für den du dir bis Gestern noch alle Gliedmaßen ausgerissen hättest- den Rücken zu decken, Kylan!?“ knurrte er und nur wiederwillig ließ er die Arme sinken, die Paranoel wegdrückte.

    „ Was war so scheiss wichtig, dass er alleine an soeinem gefährlichen Ort fliegen kann, wo ich glaubte dass du verstanden hast, dass wir keine Alleingänge mehr unternehmen sollten?!!“

    „ Ich bin Manöver geflogen, Schwadronsführer und habe den Schwarm aus den Augen verloren. Ich übernehme die volle Verantwortung.“ gab sie kleinlaut und unterwürfig zu, während sie einfach starr durch ihn hindurchschaute.

    „Ja, wenn den Göttern sei Dank nichts passiert ist, kannst du die volle Verantwortung übernehmen. Komm schon Kylan!“ blaffte er sie an und ließ sich nun doch ein Stückvom Elfen von Rhynn wegziehen.

    „ Ich hätte die Befehle nicht missachten dürfen und habe meine höchste Pflicht vernachlässigt. Hiermit entschuldige ich mich aufrichtg bei Euch D’Ragor und bei Owatu, meinem Flügelmann. Ich habe dein Vertrauen missbraucht und hätte dir Rückendeckung geben müssen, statt zu üben und dich danach zu unrecht für etwas anzugehen, das war nicht rechtens.“ erst mit den letzten Worten, kam wieder Gefühl in ihre Tonlage und tatsächlich schaffte sie es zu dem Tua‘Tanai zu sehen. Es war eine militärische Floskel und dennoch... Alles in ihr schien sie zu zerreissen, was würde Karrun nur mit ihr machen? Sie als unzurechnungsfähig einstufen lassen? Ihr verbieten mitzukommen? Die schlimmsten szenrien entstanden in ihrem Kopf und langsam zog sie Owatus Amulett aus und reichte esdem Mauersegler ohne ihren kopf zu heben. Besser man zog den Kopf ein, bevor er einem abgebissen wurde.

  • Rhynn sprach aus, was auch Owatu dachte. Der Halbelf war immer einer der wenigen aus den anderen Schwadronen gewesen, der sich nicht an den Hämungen der anderen beteiligt hatte. Gerade Rhynn gegenüber hatte er sich immer so verhalten, als machte es für ihn absolut keinen Unterschied, dass sie eine Frau war. Er ertappte sich dabei, wie er von Salik dachte, als wäre er schon tot. Erst die nächsten Worte des Anführers brachten ihn wieder von dem Gedanken ab, denn mit einem Mal fühlte er sich nicht mehr zugehörig. Wenn die Schwadron losflog musste er am Boden bleiben. Das hieß das doch, oder. Karrun fragte auch sogleich eher Rhynn als ihn, wo das war. Aber sie wusste das doch gar nicht.

    Doch als die Katze, vor dem Menschen versuchte zu erklären, dass sie es nicht wusste. Fuhr dieser Rhynn so dermaßen an, dass Owtu erschreckend zusammenzuckte und anstatt ihrer immer kleiner wurde.

    „Es tut mir leid… ich… der drang mit dem Schwarm zu fliegen war stärker.“ Murmelte er so leise vor sich hin, dass die anderen es wohl nicht hörten.

    Und als sich Rhynn so militärisch vor Karrun entschuldigte, schüttelte Owatu nur mit dem Kopf: „Aber ich bin doch weggeflogen.“ Er hatte zwar laut angefangen, wurde aber immer leiser, weil er den Zorn von Karrun eigentlich nicht auf sich ziehen wollte. Nur Rhynn hatte ihn auch nicht verdient und erst als das Amulett direkt vor seinem Gesicht baumelte schaute der Tua’Tanai wieder auf und nahm den Anhänger entgegen.

    Tameqa war bei der Auseinandersetzung und als sie merkte, dass sich ihr Freund sichtlich unwohl in dieser Situation fühlte, noch ein Stückchen näher gekommen.

    „Na gut.“ Meinte Karrun plötzlich, knirschte aber sichtlich mit den Zähnen, setze aber ein milderes Lächeln gegenüber Rhnn auf. Nur irgendwie wirkte es erzwungen.

    *Ich habs ihm gezeigt. Rhynn hätte dir ja unmöglich folgen können* erklärte die Greifin ohne jeglichen Vorwurf.

    *Nein das hätte sie nicht.* antwortete Owatu betrübt.

    „Ich hätte das einfach nicht zulassen dürfen.“ Ballte Karrun die Hände zu Fäusten und trat ein wenig von den beiden Greifenreitern weg.

    „Gegen den Instink des Achaks zu handeln ist schwer. Und welcher Schwarmvogel kann schon der Gesellschaft der Artgenossen wiederstehen? Der Sicherheit und der Gemeinsamkeit?“ Qatea war unbemerkt an die kleine Gruppe herangetreten. Der Aufruhr hatte sie wohl aus dem Zelt gelockt.

    Nun verschränkte der Mensch die Arme vor der Brust. Eine Typische ‚Ja das habt ihr euch ja toll ausgedacht‘ Karrun-Haltung – die allerdings sonst eher gegen Befehle gingen, die er für absolut konstruiert hielt.

    „Gut… wenn das Kind jetzt schonmal in den Brunnen gefallen ist…“ begann er wieder, nachdem er einmal tief Luft geholt hatte – die beschwichtigende Geste Paranoels tat sicherlich einiges dazu - ,“kannst du uns beschreiben, wo das war?“

    Owatu spürte den fragenden Blick des Anführers nun auf sich ruhen.

    Nachdenklich verzog er den Mund. Er wusste wo das war, aber beschreiben? „Richtung Berge, wo die Hügel schon langsam anfangen steiler zu werden und..die vielen kleinen Bäche zusammen kommen… Da gibt es eine Flanke, die nur mit Birken bewachsen ist und auf der anderen Seite ragen ein paar Eichen hervor.. und.. ähm..“ aus dem Gedächtnis war das schwer zu beschreiben. Für ihn funktionierte Orientierung nicht so. er musste die Stelle sehen und wusste dann, wo er hergekommen war.

    Als Owatu sah, wie schmal die Lippen des Menschen geworden waren, brach er ab.

    „Dann wir die Information, dass es noch so einen Ort gibt reichen müssen.“ Meinte der Mensch und gab ein Zeichen, dass er aufbrechen wollte.

    „Ich kann euch hinführen.“ Sagte Owatu, wieder sehr leise und war sich im selben Moment ziemlich unsicher darin, ob er das auch wollte.

  • Wollte Owatu unbedingt, dass sie beide Ärger bekamen? Nur weil er selbst immer leiser wurde, zischte sie ihm nicht zu. Warum klang sein ‚ Na gut‘ nur so als ob garnichts gut wäre? Rhynn wagte es noch nicht recht sich zu rühren und die darauffolgenden Worte ließen sie befürchten, dass dies alles nicht ohne Folgen bleiben würde. Da konnte auch Qatea mit ihrer ruhigen Aura nichts ausrichten. Außer dass Rhynn noch mehr Schuldgefühle bekam, weil die Schamanin ihr klar machte, dass Owatu wirklich keine Schuld hatte. Und sie sich nur noch unfähiger fühlte. Sie versuchte sich die Beschreibung von Owatu einzuprägen, aber sie bezweifelte, dass Karrun sie überhaupt noch mitnehmen würde. Die Handbewegung war eindeutig, er winkte paranoel nicht ihr. Oder doch? Die Greifenreiterin machte einen Schritt vorwärts und stoppte schlagartig, als Owatu vorschlug sie hinzuführen.

    „ Karrun.“ machte sie den Menschen auf ihren Flügelmann aufmerksam und der Anführer blieb erneut stehen.

    „ Owatu... würde dir zeigen wo diese Stelle ist.“

    Doch es war der blonde Elf der sich einschaltete.

    „ Dann, müssen wir vorher zu Seran.“ nickte Paranoel streitschlichtend und klopfte dem Menschen auf die Schulter.

    „Deine Sachen sind in im Zelt, Owatu. Ich hab Rhynn noch nie Kleidung so sauber falten sehen.“ schüttelte er belustigt den Kopf und führte Karrun von der Lichtung. Lieber schnell alles in die Wege leiten bevor das Donnerwetter weiter aufbauschte.

    „ Was ist Kylan?! Rüstung anlegen und Greifen satteln!“ trieb der Schwadronsheiler die Frau an und redete leise auf Karrun ein. Und erst jetzt wachte die Katze wieder auf und wechselte einen kurzen Blick mit Owatu.

    „Du musst das nicht machen...“ meinte sie besorgt und schnürte das Band am Hals wieder zu. Irgendwie fürchtete sie, dass sich der Tua‘Tanai übernahm. Langsam setzte sie einen Fuß vor den anderen nur um dann als sich Owatu auch in Bewegung setzte immer schneller auf das kleine Lager zuzuhalten.

    „ Ich hab deine Sachen herbringen lassen.. Tameqas Sattelzeug auch.. ich hoffe das war in Ordnung.“

  • War er wirklich so leise gewesen, dass Karrun ihn nicht gehört hatte und Rhynn es wiederholen musste? Oder wollte er ihn nicht gehört haben. Irritiert wechselte der Tua'tanai einem Blick zwischen dem Menschen und dem Elfen. Warum mussten sie denn zu Seran? Aber im gleichen Moment war das auch schon fast wieder egal, denn Paranoel forderte rhynn auf zu satteln.

    “aber es weiß ja sonst keiner, wo das ist.“ stellte der Greifenreiter fest. Und wenn salik wirklich an einem ähnlichen Ort zu schaden gekommen war, dann war das wichtig, oder? Die außsicht dort wieder hinfliegen zu müssen bereitete ihm unbehagen und das all das jetzt von ihm abhing noch mehr.
    Owatu nickte, als die Katze meinte sie habe seine Sachen hier her gebracht. Warum sollte das nicht in Ordnung sein? So vieles wirklich persönliches besaß er gar nicht, bei dem es ihm nicht recht war, wenn jemand es irgendwo anders hinbrachte. Aber hier handelte es sich ja nur um Kleidung, die er dazu noch von der Garde bekommen hatte. Tunika und Hose lagen wirklich äußerst sorgfältig zusammen gelegt auf einer Kiste. Der Stoff der Hose fühlte sich irgendwie äußerst ungewohnt auf der Haut an und sogleich, als er die langen Ärmel der Tunika heruntergezogen hatte war ihm schon viel zu warm. Anschließend nahm er den Sattel und legte diesen der Gefiederten auf den Rücken.
    Alles in allem brauchten sie noch eine halbe Stunde, bis sie abflugbereit waren und sich von Qatea verabschiedet hatten.


    Was ist mit dem mi'heneo? Forderte lohane zu wissen und wollte die Cath'shyrr wohl so daran erinnern, dass sie etwas wichtiges vergessen hatte. Das sie noch eine Pflicht zu erfüllen hatte und das es dem Luchs nicht ausreichte, sich nur zu verabschieden und zu bedanken.


    Als sie gelandet waren, blieb Owatu noch einige Zeit im Sattel sitzen. Den Boden der Kaserne mit den eigenen Füßen zu berühren fühlte sich irgendwie so an, wie wieder in die Gefangenschaft zurückzukehren. Die hohen Gebäude der Kaserne hatten was bedrückendes, ja fast sogar drohendes. Wenn du mich betrittst, dann kommst du nie wieder heraus. Erst als Paranoel sich umdrehte und ihn direkt anschaute ließ er sich aus dem Sattel gleiten und folgte mit schweren Beinen und einer unbekannten Furcht im Herzen in das Steingebäude.

  • Rhynn senkte ehrfurchtsvoll den Kopf vor der Schamanin, als Lonahe ihr einen Stich versetzte. Sie hatte nicht vorgehabt die Dankesgabe zu vergessen wie es sein Tonfall nur zu deutlich verriet, hatte er genau das von ihr geglaubt, doch gerade jetzt war keine Zeit dafür.

    „ Ich werde den Geistern gerecht, sobald ich kann. Achak‘zee‘Naneyqa.“ versicherte sie und deutete knapp auf das Lager während sie sich weiter runter beugte.

    „ Was unseres ist, ist auch euers. Sieht es als Vorrausgabe, bis ich mich angemessen bedanken kann. Die Kisten sind voller Nahrung und im Zelt hängen Kräuter zum trocknen.“ versuchte sie einen Kompromiss zu finden und war selbst nicht ganz glücklich damit. Ihr Magen zog sich zusammen als würde sie die alte Frau betrügen. Das waren nur Teilweise Geistergefällige Dinge. Die Rationen waren es beispielsweise nicht, die Kräuter und Wurzeln hingegen schon, aber viel zu wenig für das was Qatea für sie getan hatte.

    Eine kleine schrumpelige Hand zog ihre Faust vom Körper weg, die sie ehrfurchtsvoll zur ehrerbietung auf das Brustbein gelegt hatte.

    „ Natürlich wirst du das. Carors Nichte.“ meinte sie mit einem milden Lächeln und tätschelte fürsorglich die Hand. „ Ich hab Zeit..... Ein bisschen.“ Beinahe glaubte die Greifenreiterin bei ihrem Gegenüber ein freches Grinsen zu sehen.

    -Die Geister werden ungehalten, wenn jemand die Bräuche vernachlässigt...- bohrte der Luchs weiter nach. Hatte sie Qatea nicht eben versichert, dass sie das auf jedenfall machen würde?? Aber es war ohnehin eine Feststellung, dass es eine Drohung war, lag auch im Bereich des Möglichen...


    Als sie einen Blick hinunter auf das Gebäude warf, überkam die Greifenreiterin ein seltsames Gefühl, als wäre sie Monate lang weggewesen, doch es waren ja nur ein paar Tage oder? Irgendwie hatte sie das Zeitgefühl verloren zwischen Training, Jagen, Ausrüstung pflegen und sich grübelnd Sorgen um ihren Flügelmann zu machen.

    Doch jetzt war er hier... er landete neben ihr auf dem Platz und Rhynn konnte für einen Moment die Augen nicht von ihm abwenden. Es sollte alles wieder wie früher sein, doch das war es nicht. Es war eine Kleinigkeit, doch die fehlenden Linien auf seiner Haut, ließen alles so surreal wirken. Wie ein seltsamer Traum. Sein fast eingeschüchterter Blick ließ sie geknickt die Lippen aufeinanderpressen als sie von Selphets Rücken stieg.

    *Bleib in der Nähe..* bat sie den Braunen und tätschelte über den Hals.

    *Es war vielleicjt doch zu früh* mutmaßte das Männchen und schielte zu dem Tua‘Tanai der nicht aus dem Sattel steigen zu wollen schien.

    *Er müsste es nicht tun... aber das will er nicht hören.* erwiederte die Katze, schließlich steckte doch noch immer der alte Owatu da drinn. Der stolze der sich nichts sagen lassen wollte und der sich verpflichtet fühlte

    Mit kurzen Schnellen Schritten wollte sie Paranoel folgen, doch als der Elf sich umdrehte, blieb sie stehen. Wartete auf ihren Flügelmann und ging

    Halb neben ihm her und wollte den dunkelhaarigen zuerst durch die Tür treten lassen. Bildete sie sich das ein, oder zögerte er?

    *Ich pass auf dich auf.* sandte sie ihm im Geiste und legte ihm vorsichtig die Hand aufs Schulterblatt. Natürlich war es albern.. Owatu konnte sie so garnicht hören und vermutlixh war das auch gut so. Das letzte Mal als sie das laut ausgesprochen hatte, war vor dem Eingriff an den Rippen gewesen und das Endergebnis davon war, dass er beinahe gestorben wäre.

    -Du kannst nicht immer auf ihn aufpassen.- setzte Lonahe dem ganzen noch die bittere Krone auf. Sein Fokus lag eindeutig auf dem Wort ‚immer‘ und dennoch fühlte sie sich wieder klein, schwächlich und unfähig. Töricht, dass sie sich einbildete, sie könnte ihn beschützen. Wieder blitzte das Bild vor ihrem Auge auf wie die Schneeeule im flockenumwirbelten Himmel verschwand.

    Schlagartig wurde sie aus diesen Trübsinnigen Gedanken gerissen, von einem Geruch der ihr im Inneren des lazarettes in die Nase stieg und sorgten für anderes Unbehagen.

    Süßlich und unangenehm, wie altes totes Fleisch.

    Die Betten waren größtenteils unbelegt, direkt neben den Regalen sorgte ein großzügig abgetrennter Bereich für Diskretion und leise schluchzte jemand hinter den Laken und ein gelegentliches röcheln ließ der Katze eine Gänsehaut den Rücken hinabkriechen.

    Karrun durchmas den langen Flur zwischen den Betten und räusperte sich leise, als er vor dem Bereich angekommen war.

    „ Hättet ihr kurz Zeit, Meister Seran?“ dem Menschen war das sichtlich unangenehm und Rhynn schloss langsam und unsicher auf, als fürchtete sie zum ersten Mal, einen Verletzten zu sehen.

    Salik lag auf dem Bett, den Kopf überstreckt und nur ein Leinentuch bedeckte seine Blöße. Seine Haut schien durchsichtig und dunkle fast schwarze Linien zogen sich wie ein Adergeflecht vom Oberschenkel und einem tiefen Schnitt aus über seinen Körper griffen förmlich nach seinem Herzen. Er rang schwer nach atem und kämpfte mit den Schmerzen, aber es pfeifte bei jedem Atemzug und eine junge Frau hielt seine Hand.

    Rhynns Eingeweide zogen sich zusammen. Der Mann war immer nett zu ihr gewesen... und nun leidete er diese Qualen. Aus der Wunde troff stetig eine eitrig grüne Flüssigkeit... und es schmerzte der Gedanke, dass sie ihn vermutlich nur weiter quälten und er es wohl deutlich leichter hätte wenn sie ihm die Qualen ersparen würden. Natürlich gab es Chancen und noch schien er Kräftig, aber gift war hinterhältig und unberechenbar.

  • Seine Schritte waren immer langsamer geworden und die Tür zu passieren ließ ihn schützend die Arme um den Oberkörper schlingen. Er war sich gerade nicht sicher, ob es der Geruch, war, der in dem Raum lag, oder der Raum selbst, der ihm Übelkeit bescherte. Der Anblick der Betten, auch wenn nicht viele Patienten im Raum waren, die meisten der Greifenreiterprüflinge hatte Seran wohl schon wieder entlassen, erinnerte ihn nur zu gut an die Bänder, die um seine Handgelenke gelegen hatten und an den Schmerz. Über den Arm kratzend versuchte er gegen das flaue Gefühl im Magen anzukämpfen und ließ die anderen weiter in den Raum treten, blieb aber selbst direkt hinter der Tür stehen.

    Er wollte nicht wissen, wer hinter dem Vorhang lag, alleine das gelegentliche Stöhnen bescherte ihm eine Gänsehaut. Karrun war als erstes hinter dem Sichtschutz verschwunden und Rhynn und Paranoel waren dem Mann gefolgt.

    Niemand beachtete mehr Owatu, eine Erkenntnis, die ihn tatsächlich ein wenig aus der Anspannung riss.

    Vielleicht konnte er doch ein wenig näher treten um zu hören, was die anderen Männer besprachen.

    Doch auf halben Weg blieb er abrupt stehen, denn Karrun trat, gefolgt von dem gehörnten Kopf Serans hinter dem Vorhang hervor.

    „Also bei Paranoel kann ich dir die körperliche Gesundheit bestätigen, bei Markun, auf gar keinen Fall und Jankris wollte ich mir später noch einmal anschauen. Er machte gestern einen guten Eidnruck. Aber, ich denke, dass es für alle eigentlich noch…“

    „Ich weiß.“ Unterbrach Karrun den Heiler mitten im Satz und blickte seinem Kameraden entgegen, der ziemlich verloren und angespannt mitten im Gang stand.

    „Ich möchte dich auch gar nicht versuchen zu überreden, wenn du nein sagst, dann muss ich mir eine andere Lösung einfallen lassen, das wird auch schon irgendwie gehen, aber mit Owatu wäre es deutlich leichter.“ Erklärte der Mensch und war erst bei den letzten Worten wieder lauter geworden Trotzdem hatte der Tua’Tanai jedes Wort verstanden.

    Tu so, als ginge es dir gut. Irgendwie gab ihm der Gedanke, dass er gebraucht wurde ein wenig Kraft. Er kam sich dadurch nicht mehr ganz so verloren und unfähig vor.

    Wieder setze sich Owatu in Bewegung und ging auf die beiden Männer zu, ein Teil von ihm, wollte allerdings viel lieber, so schnell es ging den Raum verlassen und als er auf gleicher Höhe mit dem Schwadrohnsführer war, wurde auch der Blick hinter den Sichtschutz frei.

    Saliks Anblick drehte ihm fast den Magen um.

    „Du schaffst das, Kumpel. Wir haben vielleicht noch einen Ort gefunden, wie den, den ihre entdeckt habt wir sind der Hexe ganz dicht auf den Versen und wenn der Alchemist kein Gegenmittel findet, so werden wir das aus diesem Miststück herauspressen, hörst du? Du musst nur durchhalten.“ Hörte Owatu leise Paranoel auf den Halbelfen einreden, während er sich zu ihm heruntergekniet und die schlanke Hand gegriffen hatte.

    Dafür müsst ihr aber genau wissen, wo dieser Ort ist, dachte Owatu und schwer senkte sich die Erkenntnis, dass das nun an ihm hängen würde. Seine Eingeweide versuchten sich offenbar zu verknoten, bei dem Gedanken.

    Salik versuchte sich an einem krampfhaften Lächeln und wurde dann wohl wieder von einem Schmerzensschub gequält, der seinen ganzen Körper durchfuhr. Die Frau auf der anderen Seite des Bettes schluchzte auf und wollte offenbar am liebsten ihre Arme um den Mann schlingen, traute sich aber nicht, weil sie befürchten musste es so noch viel schlimmer zu machen.

  • Rhynns blick ruhte zuerst auf der jungen Frau und dann wieder auf dem kämpfenden Mann. Das Gespräch bekam sie nur wie durch einen dumpfen Sog mit. Es war doch garnicht so lang her, da hatte die ganze Schwadron einen Präsentkorb vorbeigebracht, weil Salik und seine Frau einen kleinen Schmuckladen am Rande der Stadt eröffnet hatte und nun ertappte sie sich bei dem deprimierenden Gedanken, dass die Frau mit den aschblonden Locken bald Witwe sein könnte.

    „ Von der Körperlichen Verfassung jedenfalls, spricht nichts dagegen.“ schloss der Satyr nickend und strich sich die klebrige Strähne von der schweissnssen Stirn und musterte den Tua‘Tanai. „ Seinen psychischen Zustand kann ich nicht beurteilen. Aber, wenn du dir das schon zutraust, Owatu, habt ihr meine Zustimmung.“ Der Satyr ging zu den Regalen, als sei das Gespräch damit beendet und kramte zwischen den Gläsern während Karrun Owatu zu sich winkend wieder ein Stück von dem Tumult wegging. Sichtlich rang der Anführer mit den Worten und verschränkte aus Unsicherheit die Arme vor dem Bauch.

    „ Ich wollte vorhin nicht...“ begann er und schüttelte dann den Kopf. Das brachte doch jetzt alles nichts.. Sie mussten schnellstmöglich aufbrechen und Owatu war der einzige der sie dorthin bringen konnte.

    „ Fühlst du dich fit genug, uns da hinzuführen?“ fragte er und hob die Augenbrauen. „ Du kannst auch direkt wieder umdrehen, wenn du noch nicht bereit bist. Ich muss es nur wissen...“ versicherte ihm der Mensch soviel ruhiger als noch zuvor, was aber vermutlich daran lag, dass er schon alle Flügelmannpaar konstellationen durchging. Eins jedenfalls war sicher. Er würde Kerio mitnehmen, selbst wenn Owatu dabei sein wollte.

    „ Oder du kannst es auch spontan entscheiden, ich ordere noch jemanden dazu.“ nickte er und sah zur Tür. Laut und in schneller Abfolge trommelten kleine Füße über den Steinboden und ein rotblonder Gnom rannte durch das Lazarett, die Arme voller gläser und Phiolen.

    „ Meister Seran!!“ rief Neref und leerte seine Arme am fußende des Bettes aus. Schnell zogen seine kleinen finger ein Pergamentblatt aus seiner Hose.

    „ Hier mein Onkel meinte, ihr sollt das ausprobieren und wenn das nicht geht. Das da!“

    Und erst jetzt da er die Hände frei hatte salutierte der kleine Mann vor Karrun.

    „Ich soll Euch ausrichten, dass Nara‘tee Kerio bescheid gegeben hat.. und dass Leander euch sehen will. Und er wird am Nordtor auf Euch warten... Also der Magister nicht der Hauptmann.“ wild fuchtelnd versuchte der Frischling dem Anführer seine Worte mit Gesten zu verdeutlichen. Der Hauptmann wartet eeeeh... draußen!“

    Karrun brauchte einen Moment bis er das gebrabbel auseinandersortiert hatte und klopfte dann Owatu sacht auf den Oberarm.

    „ In zehn Minuten, draußen auf dem Platz, wenn du uns führen kannst. Rhynn?! In zehn Minuten Abflug!“ rief er im hinausrennen und verschwand in der Tür.

    Erst da sah der Frischling zu der Katze die gerade Saliks Frau über den Rücken rieb.

    „ Du bist ... Owatu oder?“ fragte der Gnom neugierig aber ohne anklagenden Ton. Natürlich wusste der Frischling, von der Gefangennahme und inzwischen auch, dass diese Männer unschuldig waren. Ein Vorteil war das schon gelegentlixh, dass die Leute ihn unterschätzten. So konnte er Informationen zusammentragen, wie kaum einer.

    „ Macht mich ungemein stolz, bei Euch allen sein zu dürfen.“ grinste der Gnom ein ehrliches bewunderndes Lächeln und streckte die Hand zum Gruß nach oben. „ Wenn Ihr.. du was braucht. Ich bin nie weit.“ lachte er und stopfte sich das Hemd zurück in die Hose.

  • Seine Anspannung stieg, je näher der Heiler ihm kam. Ja alles in ihm wollte zurückweichen, aber das konnte er nicht. Denn dann würde Seran merken, dass es ihm gerade gar nicht gut ging, obwohl seine Rippen wieder heil waren. Doch zu seiner Erleichterung meinte der Heiler, dass von seiner Seite aus nichts dagegen sprechen würde.

    Owatu nickte. Es war gelogen, er traute sich das gerade ganz und gar nicht zu. Aber es war der Weg hier heraus und wenn er das gerade richtig mitbekommen hatte, vielleicht auch die einzige Überlebenschance für Salik.

    Der Tua’Tanai schluckte, als er sich umdrehte.

    „Ihr findet es ja sonst nicht.“ Stellte der Mann fest, ohne dabei darauf einzugehen, ob er sich nun dazu bereit fühlte, oder nicht.

    Langsam kehrte der Stolz in den Tua’Tanai zurück. Tu so, als ginge es dir gut. Sagte er noch einmal zu sich selbst, denn eine Last wollte er auch keinesfalls sein.

    Erst jetzt bemerkte er das der Gnom, der so wild auf Karrun einredete ihr neustes Schwadronsmitglied war, wieder nickte Owatu nach den Worten des Menschen, als dieser schnell den Raum verließ. Er hatte zehn Minuten um sich der Tragweite seiner zusage klar zu werden und die Rüstung anzulegen. Aber besser war sicherlich, wenn er nicht näher darüber nachdachte.

    Gerade als er dem Schwadrohnsführer flogen wollte um endlich dieses drückende Gebäude zu verlassen, sprach der kleine Mann ihn direkt an.

    Unsicher nickte Owatu. Er wusste diese Frage nicht zu deuten, ihm kamen nur die Anklagenden Blicke der Leute in den Sinn, die glaubten, dass er in voller Absicht diese Dinge auf der Bühne getan hätte. Eilig machte er einen Schritt zur Seite und wollte dieser Anklage entfliehen. Die hauchdünne Mauer, die er gerade um sich errichtet hatte, würde augenblicklich fallen, wenn Neref aussprach, was alle über ihn dachten.

    Doch, die weitern Worte trafen nicht so hart. Nein ganz und gar nicht. Irritiert suchte er nach dem Spott, fand aber nur ein ehrliches Lächeln. Zaghaft schlug er in die Hand ein und nickte Schüchtern.

    „Ich muss los.“ Erklärte er kurz, weil ihm absolut nichts einfallen wollte, was er zu dem Jungreiter sagen sollte. Was sagte man darauf, wenn einem Bewunderung entgegen gebracht wurde? Ich freue mich auch, dass du bei uns bist? Er kannte ihn doch gar nicht. Und vielleicht war es das schlechteste was dem frisch gebackenen Greifenreiter passieren konnte. Aber das sollte er wohl erst recht nicht sagen.

    Die Hand wieder zurückzeihend wendete er sich ab und hoffte, dass der Gnom nicht noch irgendwas sagte.

    Was er auch zum Glück nicht konnte, denn Seran forderte die Aufmerksamkeit des jungen Mannes.

    „Von dem Deliin hatte dein Onkel nicht mehr?“ Fragte der Heiler ebsorgt und Owatu verließ schnellen Schrittes den Raum nur um draußen eine Tameqa vorzufinden, die einen tobenden Junggreifen auf dem Rücken hatte und damit offenbar ziemlich zufrieden wirkte. Spielerisch versuchte die Graue nach dem ziemlich kleinen Greifen zu schnappen und gekonnt mit den kurzen Flügeln schlagend, wisch das Greifenkind aus.

    *Ich muss mir meine Rüstung anlegen* erklärte Owatu im Vorbeigehen, sie brauchte gar nicht aufhören zu spielen.

  • „ Nein leider...“ schüttelte Neref bedauernd den Kopf und fügte im lautstarken meckerndem Ton an, so dass die Familienähnlichkeit zwischen ihm und Meister Genarmo nur zu deutlich wurde.

    „ Immer hat man Scherereien mit den blöden Händlern. 16 Silber für eine Unze Schleierwurz, wenn man es überhaupt bekommt! Frisch gibts das sowieso nie!“ der Frischling zuckte mit den Schultern und sah dann entschuldigend zu Rhynn die sich bei dem Gespräch herumgedreht hatte.

    „ Seine Worte nicht meine.. Je frischer das Schleierwurz umso stärker wird das Deliin, aber er weigert sich den Preis zu zahlen.“ verteidigte er sich schnell doch Rhynns Blick huschte zu dem Satyrn.

    „ Meine Familie hat eine kleine Schleier im Garten.“ platze es aus ihr heraus und sie ließ die junge Frau zurück.

    „ Erhöht das Deliin seine Chancen?“ fragte sie schnell den Heiler der nur mit „ Es könnte das Gift aus der Wunde ziehen.. und es verschafft ihm vielleicht Zeit.“ antwortete.

    „ Vom Südtor aus, an der Silbereiche rechts vorbei....“ ging sie neben dem Gnom in die Knie und zeichnete die wegbeschreibung mit dem Finger in den Staubigen Boden. Da ist ein Haus mit einem Garten.. sieht alles ein bisschen wild aus... ‚Kylan’ steht auf dem Pfosten bei der Tür. Sag meinem Vater er soll meinen blöden Strauch ausgraben und dann bringst du Meister Genarmo das Ding.“ die Katze wartete auf ein Nicken, doch stattdessen wiederholte Neref die Beschreibung knapp wärend sein Körper bereits Richtung Tür drängte.

    „ Südtor, Eiche, Kylan blöder Busch ausgraben! Jawohl!“ eilig flitzte er davon und wär beinahe über seine eigenen Füße gestolpert. Vater wollte den blöden Strauch ohnehin immer loswerden weil er in einem guten 2 Meter radius alles eingehen ließ und vielleicht konnte er so noch von nutzen sein.

    Nach einem letzten Blick auf den Greifenreiter, hielt sie es hier drinnen nichtmehr aus. Sie wusste auch nicht, was sie seiner Frau wünschen sollte, also verließ sie kurz nach dem Gnom das Lazarett.

    * Warum scheucht ihr Neref immer so durch die Gegend... das kleine hätte ruhig noch ein wenig bleiben können* murrte die Graue und sah sehnsüchtig zu dem Tor.

    * Tut mir leid...“ entschuldigte sich die Katze und ging Weiter auf die Geeifen zu.* Aber wenn es Salik hilft und wir wieder zurück sind, darfst du bestimmt auf den Welpen aufpassen.

    Wo ist Owatu?* fragte sie und fürchtete gleichzeitig die Antwort. Sie konnte garnixht sagen, was sie mehr fürchtete, dass er Mitkam, oder dass er es eben nicht tat.

    * Er geht die Rüstung anziehen... hat er gesagt.*

    Also kam er mit oder? Rhynn nickte nur zur antwort und sah hinüber zu Leander und Karrun. Die zwei schienen die Köpfe zusammenzustecken und nickten gelegentlich und schließlich schlugen die beiden Anführer ein. Es wirkte für einen Moment so, als würde Leander Karrun viel Glück wünschen.

    * Du passt auf, dass er sich nicht übernimmt, oder?* fragte die Katze das Weibchen und strich ihr andächtig über die weichen Federn am Hals.

    Karrun kam zurück zu den Greifen und sah sich schnell um. Die zehn Minuten waren noch lange nicht um, aber er schien deutlich aufgeregter, Ja vielleicht sogar abenteuerlustig und als wäre irgendein Plan aufgegangen.

    „ So.... warum bist du nicht fertig?!“ fragte er ungeduldig und Rhynn schüttelte den Kopf.

    „ Deine zehn Minuten sind noch lange nicht rum.. und die Garde sollte dringend ihre Vorräte aufstocken, wenn ich schon meine Schleier für Genarmo opfern muss.“ schimpfte sie im Rückwertslaufen und setzte dann zum Spurt auf die Rüstkammer an. Wie oft wurden sie getrimmt möglichst schnell ihre Rüstung ab oder anzulegen? Dies war das erste Mal, dass sie wirklich ernsthaft diese Übung durchführen musste. Rhynn schlitterte über das abgetretene Holz und im Laufschritt vorbei an Owatu und auf ihre Nische zu und griff sich das erste Teil.

  • Der Brustharnisch fühlte sich seltsam ungewohnt und drückend an. Schon als der die erste Schnalle schloss kam er sich eingeengt vor und das Gefühl keine Luft zu bekommen stieg mit jeder weiteren Schnalle. Gerade als er die letzte Schließe einfädelte schoss Rhynn an ihm vorbei und erschrocken machte Owatu einen Satz zurück und die Rüstung erfüllte schon mal ihren Zweck, indem sie den Tua’Tanai vor dem nächsten blauen Fleck bewahrte, als er mit dem Rücken gegen die viel zu nahe Wand stieß. Die Armschiene, nach der er gerade gegriffen hatte, segelte mit einem dumpfen Knall zu Boden. Schnell bückte sich der Greifenreiter und nutzte so diese Ablenkung um seinen Schrecken zu überspielen. Er durfte nicht so schreckhaft sein. Wie sollte er das schaffen, wenn ihn alles so Überrumpelte?

    Und nachher hing alles von ihm ab. Ein Gedanke, der ihm wirklich Angst bereitete.

    „Wen nimmt Karrun den noch mit?“ fragte der Tua’Tanai, als er sich wieder aufrichtete und die Armschiene über die Hand streifte. Er musste einfach irgendwas sagen um sich abzulenken. Von den Gedanken, was kommen mochte und von den bedrückenden Gedanken an das Lazarett.

    Schon komisch, schoss es ihm durch den Kopf. Gestern hatte er überhaupt keine Ahnung, wie er überhaupt ein Wort hervorbringen sollte, wozu er überhaupt was sagen sollte und heute plapperte er irgendwas Belangloses dahin.

    Die Schnürung festerziehend, hielt er plötzlich inne und schaute seine Flügelmann an.

    Hatte er ihr eigentlich schon dafür gedankt, das sie ihn daraus geholt hatte?

    Jetzt wurde sein Mund doch irgendwie trocken, das hatte er nämlich nicht.

    „Danke, Rhynn…“ begann er recht leise, „das du dass alles für mich getan hast.“

  • Hektisch hob sie den Harnisch von der Halterung und legte ihn sich um. Mühsam war die noch immer steife Lasche vom neuen Riemen, dass sie genervt erst mal nur die nötigste schloss und sich die Beinschiene griff.

    So wirklich Zeit zu ihrem Flügelmann zu blicken hatte sie garnicht, aber bei seiner Frage verzog sie nachdenklich das Gesicht. Sie hatte garnicht mitbekommen, dass Karrun noch jemanden mitnehmen wollte, aber wenn Markun und vielleicht auch Jankris nicht mitfliegen durften und Owatu sie nur führte... musste Karrun zwangsläufig jemanden mitnehmen.

    „ Ähm..“ begann sie und legte sich die Schiene ans Bein nachdem sie sich schnell auf den Hocker gesetzt hatte. „ Ich weiss nicht. Vielleicht jemanden aus einer anderen Schwadron... sie - Leander und Karrun haben vorhin auf dem Platz geredet und eingeschlagen... vielleicht auch Leander selbst und mit Theel hätten wir einen guten Fallenentschärfer.“ mutmaßte sie und griff über die Schulter nach der zweiten Beinschiene um sie anden zweiten Fuß zu legen.

    Doch gerade als sie die Lasche durch sie Öse schieben wollte, kamen seine Murmelnden Worte in ihrem Bewusstsein an. Ihr Herz machte einen enormen Satz und um dem ganzen nicht nachzugeben, hielt sie einen Moment inne, richtete sich auf und sah zu ihrem Flügelmann. Ihr Blick spiegelte überraschung wieder und langsam zog sie das Rüstteil wieder auf die Knie, gab einen Moment vor die Riemen zu ordnen, nur um sie dann wieder anzulegen. Warum bedankte er sich und wie kam er gerade jetzt darauf? Sie hatte absolut keine Bedankung erwartet, das alles war so selbstverständlich für sie gewesen und gezögert hatte sie nicht eine Sekunde. Dafür waren Flügelmänner doch da.

    „Du musst dich doch dafür nicht bedanken...“ versuchte sie ihm halbherzig zu widersprechen und zurrte den Riemen fest. Er musste es nicht, aber es tat so unglaublich gut, es zu hören.

    „ Ich meine...“ sie lachte leise aus und ihr Blick schwang zurück in die Vergangenheit, als sie nach einer Ausflucht suchte.

    „ Ich riskiere Strafen, weil ich nen alten Wachhund freilasse .. obwohl wir in der Übung sind und fang mir mit Freuden fast eine von Ranglos ein, weil ich nen Vogel rette.“

    Rhynn strich sich das Hemd glatt und griff sich die Armschiene.

    „Da stellt sich doch die Frage garnicht, was ich für meinen Flü- für dich -alles opfern würde. Und wenn ich mit dir den Platz hätte tauschen können um dir den Schmerz zu ersparen.. hätt ichs getan.“ sie wollte es scherzend sagen und doch wurde ihre Stimme immer fester und langsam hob sie den Kopf um ihn anzusehen und erhob sich langsam, ihre Hand strich unsicher über den Saum an den Ärmeln und schließlich zuckte sie mit den Schultern und lächelte milde

    „ Dafür bin ich doch da.“

  • „Mhh“ machte Owatu auf Rhynns Vermutungen hin, wer denn wohl noch mitkommen würde. Theel wäre wirklich gut, wenn sie vorhatten diesen Ort zu betreten. Ihm graute es jetzt schon davor. Hindurch zufliegen hatte ihm eigentlich vollkommen gereicht.

    Er hatte wohl zu leise gesprochen, ging es ihm durch den Kopf, als Rhynn weiter an ihren Nesteln friemelte. Doch dann schaute sie auf und war wohl ein wenig irritiert von seinen Worten. Und der Tua’Tanai empfand es nicht als selbstverständlich. Also schüttelte er mit dem Kopf, als sie versuchte ihre Tat hinunterzuspielen.

    „Du hast an mich und mir geglaubt.“ Stellte er klar, dass das sicherlich nicht jeder getan hätte.

    Und dann erwähnte sie fast wie eine Nebensächlichkeit, die Geschichte mit Ranglos.

    Betroffen blickte Owatu zu Boden.

    „Das war ich.“ Murmelte er leise vor sich hin. Ja er hätte das einfach übergehen können. Aber irgendwie fühlte er sich schuldiger, wenn er das tat. Nach allem, was sie für ihn getan hatte. Hatte sie ein Recht darauf, auch das zu wissen.

    „Ich hab mich nicht verzählt.“ Versuchte er etwas lockerer hinzuzufügen, aber gleich überkam ihn die Angst, die er auch damals gehabt hatte, und weshalb er es ihr nicht erzählt hatte. Nämlich, dass sie es ihm übel nahm, das sie glaubte, er ihr gefolgt, hätte ihr hinterher spioniert oder ähnliches. Und das er ihr viel zu nahe gewesen war, weil sie nicht wusste, wer der Vogel war.

    Nun firemelte er selbst an einer der Armschienen herum, das sich das Leder so eng um seine Handgelenke schloss fühlte sich ganz und gar nicht gut an. Viel zu sehr war das hier mit den Riemen von dem Bett verwandt.

    Konnte er sie einfach weglassen? Wieder zog er das Dicke Leder über die Hand, was sich gleich viel besser anfühlte und während er das Rüstungsteil so hielt sprach er weiter: „Wir hatten uns gestritten und ich wollte nur noch fliegen, aber ich bin nicht weit gekommen, weil…“ er deutete auf die Seite, die von dem Kampf mit Karrun arg in Mitleidenschaft gezogen worden war und hoffte, dass die Katze verstand, „ Deshalb bin ich gelandet. Im Stall auf einem der Balken…“ er traute sich gar nicht recht Rhynn anzuschauen. Denn iregdnwie hatte es ihn ja auch ausgerechnet dorthin gezogen.. er hätte ja auch wo ganz anders landen können.

    „Und dann war Rangolf wieder Rangolf…“ mehr musste er doch wohl hoffentlich nicht sagen.

  • Die Katze zog die Tunika glatt und ließ sich nocheinmal seine Worte durch den Kopf gehen.

    ‚Ich wollte einfach nicht glauben, dass du soetwas mit Absicht tun könntest.‘ gab sie vor sich selbst zu und strich sich über die Armschiene mit der Kerbe im steifen Leder nur um den Arm möglichst unauffällig hinterm Rücken zu verstecken. Sie wollte ihn nicht auch noch daran erinnern. Betreten hatte sie die Augen niedergeschlagen. Ja sie hatte ihm geglaubt, war aber Zeitweise so verzweifelt, dass sie einfach nur viel Angst und Hilflosigkeit empfunden hatte. Ohne Karrun, Leander und Seran wäre es bei weitem schlimmer verlaufen.

    „Ich hatt-„ begann Rhynn leise und stoppte schlagartig völlig aus ihren Gedanken gerissen. Er war was? Zunächst wusste sie nicht worauf er hinauswollte und ihre Nackenhaare stellten sich mit jedem Wort mehr auf Je deutlicher wurde was er sagen wollte. Er war der Mauersegler gewesen! Den Vogel von dem sie geglaubt hatte, er wäre davon geflogen... den Vogel den sie an sich gedrückt hatte um ihn aufzuwärmen. Ihre Hand schloss sich krampfhaft um die Verschnürung an ihrem Halsauschnitt und ließ den Stoff falten werfen. Schweissperlen sammelten sich von der Hitze auf ihrer Stirn.

    „ Das... Du...“ ihre Freie Hand hatte den Riemen losgelassen und legte sich über ihren Mund. Mit großen Augen sah sie zu ihrem Flügelmann und knickte ein wenig mehr mit dem Rücken ein bis sie auf den Hocker plumste. Sie hatte ihn gestreichelt und fühlte noch immer das weiche Gefieder und ihn zum aufwärmen DA hin gesetzt. Er hasste das! Sie hatte ihn zu Nähe gezwungen und die Erkenntnis ließ sie gerade alles andere vergessen.

    „ Das.. warum hast du nichts... das t-t-tut mir leid.“ ihre Stimme nahm einen lauten wenn sehr bereuenden Ton an und nervös strich ihre Hand über ihren Nacken. „Ich hab geglaubt das ist irgendein Vogel. Ich hab mir nichts dabei gedacht... ich hätte dich streicheln dürfen und das andere.“

    Und plötzlich kam das schlechte Gewissen, weil sie nichteinmal einen Fremden Mauersegler von Owatu unterscheiden konnte.

    „ Entschuldige Ich hab dich in so eine unangenehme Situation gebracht.“ kurz legten sich beschämt beide Hände über ihre Augen, hatte sie nicht mit ihm Versucht zu sprechen? Plötzlich war sie sich nichtmehr sicher....

    „ Kein Wunder, dass du nichts erzählt hast..“ irgendwie drängte sich nur dieser Gedanke in den Vordergrund, dass es für ihn zurecht unangenehm gewesen war und dass Rangolf ihn fast umgebracht hätte, kam erst später genauso wie der Gedanke, dass er ihr gefolgt war und er sich wegen ihr in solche Gefahr begeben hatte. Ruckartig sprang sie wieder auf, weil immer mehr Greifen auf dem Platz landeten.

    Mit zitternden Händen versuchte sie die Restlichen Verschlüsse an ihrem Harnisch zu schließen und griff sich den Helm. Plötzlich traute sie sich nichtmehr den Mann anzusehen.

  • Als er aus den Augenwinkeln die Gestalt der Katze in sich zusammenfallen sah und, wie sie sich auf den Stuhl plumpsen ließ, wurde er innerlich noch ein wenig kleiner. Vielleicht hätte er doch besser nichts gesagt. Das veränderte sicherlich wieder alles zwischen ihnen. Owtu rechnete mit allem Möglichen. Wut, Enttäuschung, Unverständnis, Anklage… doch nicht damit, dass es ihr leid tat und dass sie sich entschuldigte.

    Vollkommen irritiert von ihrer Reaktion blickte er nun doch auf und erkannte, wie ernst sie ihre Worte meinte. Sie wirkte verlegen und nicht ein bisschen wütend über diese Offenbarung.

    Der Tua’Tanai schüttelte den Kopf. Nein das war falsch sie konnte sich doch nicht Vorwürfe machen, dafür, dass sie ihn gerettet hatte und vor Rangolf bewahrt und diese seltsame Kälte vertrieben hatte.

    „Du.. nein…“ begann er stammelnd, weil er nicht wusste, wie er ihr das sagen sollte. „Du kannst,… du hast doch alles richtig gemacht. Ohne dich hätte Rangolf mich eiskalt erwischt.“

    Wie treffend diese Worte waren, bemerkte er erst hinterher, auch wenn er nicht glaubte, dass die Kälte, von Randolf ausging, sondern vielmehr von der Erschöpfung.

    „Ich bin..“ begann er weiterzusprechen, doch dann öffnete sich mit einem Knarzen die Tür.

    „IHR SEID Ja immernoch nicht fertig. Klyan, jetzt sind deine 10 Minuten aber um!“ polterte Karrun herein und setze nach dieser Ansprache, aber ein breites Grinsen auf.

    „Hast du ein Glück, das Kerio meinte, er könnte seine Robe tragen. Ich hab…“ plötzlich wurde das Gesicht des Anführers doch wieder ernst.

    „Macht es dir was aus, wenn der bei dir mitfliegt? Du bist die leichteste und Selphet würde euch beide gut tragen können. Wenn ich ihn auf Marak mitnehme, dann strengt ihn das bei uns beiden schweren Brocken, viel zu viel an. Und..“ verlegen legte er eine Hand in den Nacken und wurde etwas leiser. „und Paranoel ist zwar auch leicht, aber vielleicht ist es noch nicht so gut, wenn.. du weißt schon.“ Erklärte der Mann und schielte kurz einmal zu Owatu herüber.

    Ja ihnen war nicht so 100% zu trauen, schoß es dem Tua’Tanai bei dieser Aussage durch den Kopf.

  • " Aber ich hätte nicht so mit dir umgehen dürfen...das streicheln war nicht richtig und..." schüttelte sie nun den Kopf, während sie ihren Helm in den Fingern drehte und im Anschluss die Lippen aufeinander presste. " das ich du mir so.. ausgeliefert warst. das ist es was mir leid tut."

    Gerade , kamen ihr all die Worte Qateas in den Sinn. Dass Owatu seine Freiheit brauchte und sie ihn zu nichts zwingen sollten. Ihr Blick ruhte auf den Armschienen, die er wieder abgestriffen hatte. Ja sie hatte ihn gerettet, aber wäre sie nur um einen winzigen Moment zu langsam gewesen, Rangolf hätte ihn zerquetscht einfach so! Und dazu kam, dass sie ihn gedreht und gewendet hatte, mit den Fingern fixiert um ihn zu untersuchen.... genau das Gegenteil, von dem was Freiheit war auch wenn es vor dem ganzen passiertwar. Auf einmal bildete sich ein Kloß im Hals, den sie mühsam schlucken musste. Rhynn sah erschrocken zu der Tür, als Karrun hereinkam, dafür, dass sie die Zeit überschritten hatten wirkte er fast zu fröhlich.

    Schnell griff sie sich die übrigen Sachen und lud sie sich auf den Arm, als der Anführer zu reden begann. Was Kerio? Wieso Kerio? war das erste, was sie sich fragte und was wohl mit seinen Roben war... Bis ziemlich klar wurde was hier los war.

    " Der Magister kommt mit?" fragte sie überrascht, nur um dann bei seiner Feststellung die er als Frage formulierte zu stocken. Einen Moment huschte ihr Blick zu Owatu und die Angst kam. Und es graute ihr vor der Vorstellung, wie nah der Feuermagier bei ihr sein musste. Ihr Mund öffnete sich und innerlich beschwor sie sich schnell zu antworten. Stark zu sein. Du bist ein Klotz am Bein, wenn du das nicht zulassen kannst... Es geht hier um effektivität und nicht um deine Gefühle.

    " Sag doch nicht Magister zu ihm.." warf Karrun vollter unverständnis ein.

    " Nein, macht mir nichts aus." brachte sie, gedrängt vom Stolz hervor und gab sich Mühe, es möglichst zuversichtlich zu wirken, doch die unwohl angelegten Ohren, versuchte sie schnell durch das aufsetzen des Helmes zu überspielen.

    " Selphet ist stark.. er schafft das." nickte sie diesmal ehrlicher." Ich geh den Sattel vorbereiten."

    Einen kleinen Schritt vorwärts machend, suchte sie wieder den Blick ihres Flügelmanns, während Karrun in einem Nahegelegenen Regal nach Hosen, Hemden und leichter Rüstung suchte und sie auf einem Hocker stapelte

    " Wir reden später, in Ordnung?" versicherte sie dem Tua`Tanai im Rückwertslaufen. " Lass die doch einfach weg..." schüttelte sie nun den Kopf und deutete auf seine Armschienen, und wäre beinahe Rückwerts in Nara`tee hineingelaufen, der den Magier in die Rüstkammer führte. Rhynn drückte sich gegen den Holzpfosten um den beiden Platz zu machen.

    "Ihr solltet, wissen, dass ihr damit nicht durch den Wald kommt..." brummte die Hyäne und deutete auf die dunklen Roben, doch Kerio schien die Greifenreiterin begrüßen zu wollen, indem er höflich gebeugt die Hand erhoben hatte, fast als erwartete er dass sie die ihre da hinein legen sollte.

    " Schön zu sehen, dass ihr wohl auf seid." lächelte er sympathisch und dennoch drängte Rhynn seitlich weiter und hob entschuldigend die Arme um ihm zu deuten, dass sie seiner Begrüßung nicht auf die Weise nachkommen konnte, wie er sich wohl erhofft hatte, weil der Helm, Schulterrüstung und eine Gürteltasche darin lagen .

    " Eh.. ja ebenfalls.. Ich muss noch den Sattel ehm... vorbereiten." nuschelte sie und schlüpfte durch die Tür hinaus.

    Kaum dass Rhynn hinaus gegangen war, begann Karrun zu grinsen und schüttelte leicht den Kopf. " Ich hab dir ja gesagt, dass würde nicht leicht werden."

  • Owatu nickte, vor Karrun und Kerio wollte er mit Rhynn über dieses Thema nicht weiter reden. Dabei lg sie völlig falsch, In diesem Moment waren ihre Hände, die sich fest um ihn geschlossen hatten so viel besser gewesen, als in Rangolfs Hände zu geraten. Warum sah sie das nicht? Egal, wie sehr es geschmerzt hatte, als sie ihm den Flügel auseinander gezogen hatte, oder er hilflos zwischen ihren Fingern lag.

    Warum kam den Kerio mit? Owatu erinnerte sich an den Magier, der nun auch den Raum betrat nur, von dem Greifenrodeo und für ihn ergab das gerade absolut keinen Sinn, dass sie einen Menschen mitnahmen, der so vollkommen unerfahren darin war auf einem Greifen zu fliegen. Aber Karrun war nunmal derjenige, der die Entscheidungen fällte und der Mann hatte sicherlich seine Gründe. Dafür schien der Anführer aber nicht so ganz mitzubekommen, wie unwohl sich Rhynn bei dem Gedanken fühlte, dass sie den Magier mitnehmen musste. Dem Tua’Tanai war ihr kurzer Blick zu ihm nicht entgagen. Aber was sollte er dazu sagen? Karrun hatte valide Argumente, warum der beste Platz hinter Rhynn war.

    In dem Moment, wo der Robenträger sich galant zu Rhynn hin verbeugte und wohl einen Handkuss platzieren wollte, schwoll in dem Mauersegler die Abneigung gegen den Mann an.

    Er fühlte sich schon als Hilflos und gerade mal so fähig den anderen den Weg zu weisen. Aber dieser Mann war doch nur noch eine zusätzliche Last. Nara’tee schien irgendwie das gleiche zu denken, so sprach zumindest der Gesichtsausdruck des kräftigen Mannes.

    „Hier, das ist besser.“ Meinte Karrun und deutete auf den Stapel mit der Greifenreiterausrüstung. „Oder willst du im Damensitzt mitfliegen?“ zog er seinen Vetter auf und deutete noch einmal auf die bodenlange Robe.

    „Das hier ist durchaus ein Reisegewandt.“ Protestierte Kerio kurz, griff aber zeitgleich nach den dargebotenen Sachen.

    Für einen Moment drehte Owatu die dunkle Lederarmschniene in der Hand. Rhynns Vorschlag war nur allzu verlockend. Der Harnisch war schon so drückend, dass er ihn kaum ertrug. Doch Karrun würde ihn sicherlich darauf ansprechen, wenn er nicht die vollständige Rüstung trug. Und dann müsste er das erklären und dann würde Karrun für ihn entscheiden, dass er hier blieb. Oder das er einen Aufpasser bekam. Und der würde nicht Rhynn sein, weil die ja nun auf diesen Kerio aufpassen musste.

    Mit der einen Hand griff er sich beide Armschienen und den Helm – vielleicht ging es ja draußen besser – und mit der anderen die Schwertlanze. Die Waffe wog schwer in seiner Hand und unheilvoll. Auch wenn es nicht die Waffe gewesen war, mit der er seine eigenen Leute angegriffen hatte, so war es eine Waffe. Angst überkam ihn, dass er das trotz der Schutzrune jederzeit wieder tun könnte.

    Trotz diesem mulmigen Gefühls im Bauch und dass ihm das jetzt doch alles irgendwie viel zu schnell ging, drängte er sich an den anderen Männern vorbei hinaus auf den Hauptplatz.

    Schwadron 3 war fast vollständig versammelt, es fehlte eigentlich nur Markun.

    Sogar ihre zwei Neuzugänge standen mit bei der Truppe, wobei klar war, dass diese beiden natürlich nicht mitkommen würden. Aber sie wollten offenbar dabei sein, wenn die Schwadron ausrückte. Sehr zur Freuden von Tameqa und Naraniwen, die es sich nicht nehmen ließen mit den beiden Jungfederkneulen zu spielen.

    „Habt ihr schon einen Namen gefunden?“ fragte Paranoel dem Windvölklermichling zugewandt.

    Doch der druckste nur etwas herum und zuckte dann mit den Schultern „Dhoawae hat ihr nicht gefallen.“

    „Viellicht ist es ihr zu sanft? Nur weil sie ein Mädchen ist, bedeutet das ja nicht, dass sie wie eine Blume heißen möchte.“ Lächelte der Elf und kurz huschte sein Blick hinüber zu Rhynn.

  • `Reiss dich zusammen` mahnte sie sich immer wieder um ihren Puls unter Kontrolle zu bekommen und Selphet der diese Unruhe spürte, löste sich von dem Welpentrubel in der Mitte des Platzes um langsam auf seine Reiterin zuzutrotten. Neben dem großteil ihrer Schwadron standen auch Theel und Leander am Platz und diskutierten um abwechselnd auf einzelne Reiter zu deuten. Gerne wäre sie jetzt zu den Welpen gegangen ... so unbeschwert wirkten die Weibchen beim Toben mit den Junggreifen....

    *Alles in Ordnung?Ist was mit Owatu?* fragte er besorgt und sah über ihren Kopf hinweg hinüber zur Rüstkammer.

    * Ja...Nein... aber.. ich hab gerade erfahren, dass Owatu der verletzte Mauersegler aus dem Stall war....* begann sie verbissen und atmete tief aus als sie dem Braunen ihre Gefühle sandte

    *Und das wühlt dich so auf ?* fragte der Braune und stellte belustigt fest.* Ich mag das wenn du mich kraulst...*

    * Du bist auch nicht Owatu.* meinte sie und lockerte die Seitliche Satteltasche auf seinem Rücken. Das Greifenmännchen wandte erschrocken den Kopf und stellte die Federn auf.

    *Was tust du denn da? Ich muss den aber nicht schon wieder mitnehmen oder?* befürchtete er und begann unruhig zu tänzeln denn er hatte den komischen Kerl mit der lebendigen Flamme vorhin hier ankommen sehen. *Der Wackelt so... *

    *Doch müssen wir... machs mir nicht noch schwerer...* bat sie ihren Freund und streichelte über seinen Bauch. Selphet sah sie traurig an und schüttelte sich kurz.

    *Desswegen hast du Angst.* stellte er fest und stubste sie Seitlich mit dem Schnabel an. *Kann niemand anderes den mitnehmen??*

    *Selphet hör bitte auf...* flehte sie stumm und stellte die Tasche auf die Richtige Höhe ein und umkreiste dann einmal den Greifen um auf der anderen Seite genauso zu verfahren und die Sattelverlängerung zu bilden. Das mächtige Wesen schnaubte und stellte die Ohren auf als Owatu aus der Rüstkammer kam. Man könnte doch ganz beiläufig.... Owatu würde das verstehen dass Rhynn das Angst machte.. Er würde doch bestimmt ein Wort bei dem Anführer einlegen können.

    *Untersteh dich. Kein Wort hörst du.. Die nehmen uns nicht mit, wenn ich das nicht machen kann!* Ihre Hand hatte nach seinem Schnabel gegriffen um seine volle Aufmerksamkeit zu bekommen und für einen langen Moment starrten sich Reiter und Greif an. Beleidigt schnaubte der Gefiederte und entzog sich der Cath`Shyrr. Augenscheinlich gab er nach..

    Die Katze hatte nun endlich alle Laschen an ihrer Rüstung geschlossen und verstohlen sah sie an Selphets Hals vorbei zu ihrem Flügelmann und zog sich schließlich in den Sattel. Und jetzt erstreckte sich erst das ganze Ausmaß dieser Passagiernahme. Wohin mit den Waffen... Der Köcher war kein Problem.. aber der Bogen.. und ..

    Karrun war neben ihr aufgetaucht und hielt ihr den Knauf einer Waffe entgegen. Es war das kleinere Übungskhopesh wie sie an der Lederscheide erkannte.

    "Ich habs schärfen lassen.. und es ist vielleicht besser, wenn dir niemand so nahe kommt.. wies bei deinen Krallen der Fall wäre." meinte er und Rhynn nickte und band sich die Leihgabe an den Gürtel.

    " So.. Aufsteigen.." klopfte der Anführer seinem Vetter auf die gerüstete Schulter und ging hinüber zu Leander.

    Der Magier war nun, von der Kleidung her kaum mehr von einem der anderen hier zu unterscheiden, Einzig die kleine Flamme die um ihn herumschwirrte und ein Schulterabzeichen, verdeutlichte seinen Stand. Rhynn band ihren Bogen mit einem schnell zu lösenden Knoten an eine der Laschen und wartete darauf, dass der Greif in die Knie ging um Kerio aufsteigen zu lassen.

    *Leg dich hin, bitte.* meinte die Katze zu Selphet doch der rührte sich nicht. "Selphet." nahm ihre Stimme einen Befehlston an und stupste mit dem Fuß in seine Seite. Grummelnd ließ sich der Braune auf den Boden sinken. Was seine Gefährtin da fühlte gefiel ihm ganz und garnicht.

    *Warum? Kann er etwa nicht da raufklettern?* murrte er frech und Knurrte leise als Kerio eine Hand an den Sattel legte.

    Der Magier sah eingeschüchtert zu Rhynn hinauf, doch die Katze rutschte nur ein Stück weiter nach vorne und wartete auf das unaufhaltsame. Der Magier zog sich hinter ihr in den Sattel und obwohl er seine Berührung mit einem " Verzeiht" ankündigte, schnellte ihr Puls schlagartig in die Höhe als der Mann seine Arme um sie legte. Zeitgleich mit der Panik und dem Rauschen in den Ohren, übertrug sich ihr Fluchtgefühl auf Selphet. Sie wollte gerade nur weg... Der Greif quietschte panisch auf bockte mit einem Sprung nach vorne, eine viel zu schnelle Bewegung die die Katze dazu zwang ihre Hand nach hinten zu führen und sich zu versichern, dass der Magister noch an seinem Platz saß.

    "Rhynn?!!" rief Karrun erschrocken und kam angestürmt.

    " Ich hab ihm ausversehen ne Feder ausgerissen!! " log die Katze und versuchte sich zeitgleich selbst und den Braunen zu beruhigen.

    " Entschuldigung.." versicherte sie ihrem Anführer und Kerio. Doch dieses Gefühl legte sich nicht.