Carnels Allerlei Nützliches & Skurriles

  • "Solange es nur Euer Herz höher schlagen lässt, schöne Zendaya!" zwinkerte Crispin unverfroren und wischte andere Damenherzen mit einer lässigen Handbewegung beiseite. Als die junge Dheoran den unsichtbaren kleinen Schmetterling wieder in ihr Herz führte, nickte er lächelnd. Sie unterschied sich schon sehr von den Frauen, auf die er sonst so traf.

    Etwas Mühe bereiteten ihm Zendayas nächste Worte und er war sich nicht sicher, ob er deren Sinn richtig erfasst hatte. "Keine Sorge, wir brechen auf sobald wir den Tee ausgetrunken haben. Einverstanden?" versuchte er es aufs Geradewohl. Gedankenverloren rührte er mit dem Stäbchen in seinem Tee herum, während er der Route der Dheoran lauschte. Es faszinierte ihn, wie leicht ihr die Namen der Städte von den Lippen gingen und schüttelte mit leisem Bedauern den Kopf. "Nein. Leider bin ich in meinem bisherigen Leben nur innerhalb dieser Stadtmauern herum gereist. Nicht sonderlich aufregend." Was zumindest die halbe Wahrheit war. "Ihr sagtet vorhin etwas..... "aus dem Feuer des Nelio", erinnerte Crispin die Worte und blickte die junge Frau neugierig an. "Ist das so etwas wie Euer Familienname?"

    Die Alchemie ist die Wissenschaft von der Beschaffenheit der
    Materie, der Energie und der Umwandlung von dem einen in das
    andere.

    Jede hinreichend entwickelte Technik
    ist von Magie kaum noch zu unterscheiden.

    Edited once, last by Crispin (April 11, 2026 at 4:45 PM).

  • Nun hatte Crispin es geschafft und die Wangen von Zendaya wurden ein wenig warm. Natürlich nahm sie seine Worte nicht für ernst, dass es ihm reichen würde, wenn ihr Herz allein höher schlagen würde, denn immerhin konnte dieser findige, charmante junge Mann zahlreiche Herzen im Sturm erobern, wenn er nur wollte, so glaubte sie zumindest. “Charmeur“, raunte sie daher und lächelte ihn, vielleicht sogar ein wenig verlegen, an.

    „Oh, ich wollte nicht zur Eile drängen. Ich gehe nicht davon aus, dass die anderen jetzt schon zurück sind und so ist mein Abhandenkommen noch gar nicht aufgefallen. Ich bin dennoch sehr froh, dass Ihr mich begleiten werdet.“ Sie sah ihn mit einem kleinen und aufrichtigen Lächeln an. Dann war sie es, die den Kopf schüttelte. „Das glaube ich Euch nicht. Dass diese Stadt nicht aufregend sein kann. Ich habe es zuvor ja selbst erlebt. Und bestimmt hat sie noch viele andere Aufregungen, vielleicht auch schönere, zu bieten“, sagte sie und meinte es auch so. Welche große Stadt hatte nicht etwas zu bieten, was aufregend war? Dennoch wollte sie das Reisen nicht missen. Nun nickte sie. „So ist es. Wobei der Name des Feuers auch wechseln kann. Unser Chronist, mein Großvater heißt Nelio und es ist sein Feuer, um das wir uns versammeln… seine… unsere Familie.“ Sie lachte leise, da es mit dem Namen der Familien etwas anders war, als bei anderen. „Und der Eure Crispin? Wie heißt eigentlich Euer Laden, in den ich einfach so herein gestolpert bin?“

  • Crispin stütze einen Arm auf die Ablage, wo ihre Teebecher standen, legte den Kopf auf die Seite und blickte der jungen Frau prüfend ins Gesicht. War da nicht etwas Rot in diese weiche glatte Haut ihrer Wangen gestiegen? Charmeur nannte sie ihn. Er schmunzelte und zwinkerte der jungen Dheoran zu. "In der Liebe und im Krieg sind alle Mittel erlaubt, sagt man."

    Ein Blick durch die Fenster verriet ihm, dass der Abend inzwischen herein gebrochen war und zwar schon seit einer Weile. "Ich verlasse mich da ganz auf Euch, ab wann es noch als Rettung gilt, wenn ich Euch begleite und ab wann als Unverschämtheit, wegen der man mich in Schimpf und Schande davon jagen wird." Er grinste erheitert ob dieser Vorstellung und griff nach seinem Teebecher, um es mit einem vorsichtigen kleinen Schluck zu versuchen.

    "Nun...." begann er dann stirnrunzelnd. ".... ich nehme an, dass unsere Stadt für den Adel und die reichen Kaufleute tatsächlich so einiges an Kurzweil und Aufregung zu bieten hat. Für die allermeisten Leute hier ist der tägliche Kampf ums Dasein allerdings schon aufregend genug, fürchte ich." Crispin lächelte. "Aber natürlich gibt hier und da auch Festlichkeiten für alle."

    Er war nicht wenig erstaunt. "Alle, die in Eurer Gruppe mitreisen, sind mit Euch verwandt?" Das waren manchmal nicht wenige, dass wusste Crispin. "Und Euer Großvater ist dann das Familienoberhaupt?" Der Blick des jungen Mannes sank zu Boden, nachdem er noch einen weiteren kleinen Schluck Tee zu sich genommen hatte. "Carnels Allerlei Nützliches und Skurriles." antwortete er. "Das Haus und der Laden gehörten zuvor meinem Onkel und zum Andenken hab ich den Namen gelassen."

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  • „Soso“, meinte Zendaya und ihre Wangen waren noch immer warm. „Sagt man das?“ Er war wirklich unverbesserlich. Charmant, edel und unverbesserlich. Sie hielt ihre Nase über den Dampf des Tees, atmete diesen ein und pustete dann leicht, einfach, um sich von der Aussage etwas abzulenken, denn diese warf Fragen auf. Fragen, die sie nicht stellen wollte.

    Sie musste leise lachen. „Es wird immer eine Rettung bleiben und keiner wird Euch mit Schimpf und Schande davonjagen. Rechnet lieber mit dem Gegenteil, Meisterritter Crispin.“ Sie lächelte und nahm dann einen kleinen Schluck des Tees.

    „Na gut, wenn ihr es so sagt, dann stimmt es wohl“, stimmte sie, was die Kurzweil, Reich und Arm betraf zu. „Geht Ihr gern zu den Festen, die für jedermann geboten werden?“

    „Großvater ist das Oberhaupt ja. Chronist und Führer der Familie. Und oft sind wir miteinander verwandt, ja, aber nicht immer. Oft schließen sich auch gern Reisende unserer Gruppe an, damit sie in unserem Schutz reisen können. Das ist gar nicht unüblich. Aber der Großteil von uns ist miteinander verwandt. In den verschiedensten Verwandheitsgraden.“ Sie schmunzelte leicht, doch als es um Crispins Onkel ging, wurde ihr Ausdruck ernster und mitfühlend. „Mein Beileid, wegen Eures Onkels. Und was für ein schönes Andenken Ihr ihm gegeben habt. Carnels Allerlei Nützliches und Skurriles.“ Sie wiederholte den Namen, damit sie ihn ja nicht vergaß, denn auch wenn sie sich zuvor so ungenau ausgedrückt hatte, hatte sie tatsächlich vor, Crispin erneut aufzusuchen und sich vielleicht die Gerätschaft erklären lassen. Ob sie den jungen Mann nach seiner anderen Familie fragen sollte? Sie war sich nicht sicher und wollte nicht in Wunden bohren, die sie nicht absehen konnte. „Ist Euer Name dann Crispin Carnel?“

  • Das klang spannend in Crispins Ohren. Das Gegenteil. "Was mag wohl das Gegenteil sein von davon gejagt werden?" fragte er amüsiert. Lob und Preis und Ehr? Bei der Vorstellung lachte er leise auf.

    "Natürlich." bestätigte der junge Mann die Frage nach Festbesuchen. "Was kann es Schöneres geben als feucht-fröhliche Abende mit Musik, Tanz, bierbeseelten Geschichten und Liedern?" Die niemals zu enden schienen, weil irgendeiner immer noch einen einzigen letzten trinken wollte, bevor..... Crispin schüttelte sacht den Kopf bei der Erinnerung und grinste.

    "Klingt kompliziert." gestand er der jungen Dheoran offenherzig. "Ich hoffe nur, es gilt bei Eurer Familie nicht als Unhöflichkeit, wenn man öfter hören muss, wer mit wem wie verwandt ist, um es zu behalten. Wie ist das so, wenn man so viel Familie immerzu um sich hat?" Das fragte Crispin sich wirklich. Wobei.... wenn sie dort alle so umgänglich und liebreizend waren, wie die junge Frau, die hier vor ihm stand, dann war die Vorstellung schon weit weniger schwierig.

    Zu Zendayas Beileidsbekundung nickte Crispin knapp, wenn auch nicht undankbar. "Nairod." nannte er den Namen und stellte den Teebecher für den Moment ab, um sich die Hand auf die Brust zu legen und seine tiefste Verbeugung vor der Dheoran zu machen. "Crispin Nairod, Verehrteste - zu Euren treuen Diensten." lachte er schon wieder. "Er war der Bruder meiner Mutter."

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  • „Das werde ich Euch nicht verraten. Das werdet Ihr herausfinden müssen und werdet es bald schon sehen“, meinte Zendaya mit einem fröhlich-wissenden Lächeln. Da sie Crispin als sehr gesellig einschätzte und als jemanden der die Feste durchaus auch feierte wie sie fielen hatte sie keine Bedenken ihn mitten in den Rund ihrer Familie zu nehmen und ihn als ihren Retter vorzustellen.

    Zendaya stellte den Becher zurück auf den Tresen, als der junge Mann von den Festen in der Stadt sprach, die allen offen standen. Sie hob die Arme etwas und machte zu einer Melodie, die oft auf Festen gespielt wurde, ein paar Tanzbewegungen und Drehungen. „Kaum etwas Schöneres", stimmte sie ihm dann zu und lächelte ihren Gastgeber sonnig an.

    Den Kopf schüttelte sie, als es um den Verwandtschaftsgrad in ihrer Familie ging. „Daraus wird Euch keiner einen Strick drehen. Manchmal ist es selbst für uns nicht mehr leicht.“ Sie lachte leise und hoffte, ihm diese Sorge nehmen zu können. „Ich finde es wundervoll und manchmal nervend zugleich“, gestand Zendaya ihm ein, als er danach fragte, wie es war, so viel Familie um sich herum zu haben. „Man ist selten bis nie allein, die Aufgaben werden aufgeteilt und man findet immer jemanden, der ein offenes Ohr für einen hat. Aber wie das mit Familie so ist, gerät man hier und da auch mal aneinander und das Temperament von einigen von uns ist heiß und wild, da geht es dann schon mal hoch her. Nicht jeder ist dafür gemacht, aber ich liebe es. Die Großen achten auf die Kleinen, jeder kann von jedem lernen.“ Sie hob etwas unschlüssig die Schultern. Es war ihr Leben und sie hatte es sich nie anders gewünscht.

    „Es ist mir eine Ehre, Crispin Nairod. Eine besondere sogar.“ Sie knickste leicht und sah ihn dann noch immer mitfühlend an. Sein Onkel schien ihm etwas bedeutet zu haben, auch wenn sie noch nicht abschätzen konnte, wie viel. Aber einiges gewiss. „Habt Ihr noch Famile?“, fragte sie dann doch, da sie gern wissen wollte, ob Crispin allein war, oder ob er noch Rückhalt hatte.

  • "Hui...." Crispin schürzte die Lippen und riss die Augen weit auf. "Jetzt werd ich doch tatsächlich nervös." behauptete er, obwohl er es angesichts des fröhlichen Lächelns auf dem aparten Gesicht vor ihm natürlich nicht war. Fasziniert sah er der jungen Frau bei ihren leichtfüßigen Bewegungen zu und lauschte der melodiösen Stimme, während er ihr Lied amüsiert schmunzelnd aufgriff, in die Hände klatschte und sich sanft im Takt hin und her wiegte. "Wenn Ihr so weiter macht, Teuerste, werde ich heute Abend noch zu Euren wundervollen Füßchen hinabsinken und Euch ewige Liebe und Treue schwören." warnte er die anmutige Dheoran grinsend und mit schalkhaftem Funkeln in den Augen, als Zendaya ihre kleine Vorführung beendete.

    Er würde sich nicht sofort alle verwandtschaftlichen Beziehungen merken müssen. "Das klingt gut!" flötete er erleichtert und neigte etwas den Kopf, während er Zendayas Worten aufmerksam lauschte. Er nickte dazu und lächelte. "Das klingt sehr schön." bekannte er am Ende freimütig.

    Nun waren sie einander auch offiziell vorgestellt, beschloss Crispin für sich. "Die Ehre ist ganz meinerseits." Eine erneute Verneigung. Wie bei hohen Damen und Herren lachte es in seinem Inneren bevor er augenrollend die Stirn runzelte. "Da ist noch mein Vater." sagte er achselzuckend. "Aber glaubt mir: über den wollt Ihr nix wissen. Ich hasse den so, wie der mich." Mit schiefem Grinsen hob er die Achseln und griff nach seinem Teebecher. Er prostete der jungen Dheoran augenzwinkernd zu. "Erzählt lieber noch etwas mehr von Eurer Familie. Sind auch Schauspieler darunter? Oder Kunsthandwerker?"

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  • Die Dunkelhaarige strahlte sonnig ob der Worte des jungen Mannes. Er hatte, so wie es schien, auch ein Gespür für Takt und Musik, was die junge Fahrende sehr freute. „Ihr übertreibt“, gab sie leise belustigt zurück. „Aber, ich werde Euch nicht davon abhalten“, meinte sie keck und lächelte freundlich.

    Als es um Crispins Familie ging, wurde Zendaya rasch ernst, als er ihr von dem Hass zwischen Vater und Sohn berichtete. Das war traurig, sehr sogar. Wobei sie sich mehr als sicher war, dass Crispin allen Grund dazu hatte, so wie er dies formulierte. Daher wollte sie dort tatsächlich nicht weiter bohren und hatte nur sacht genickt. Sie nahm daher den Wunsch ihres Gastgebers auf, trank einen Schluck und wandte sich dann dem Thema ihrer Familie zu. „Schauspieler tatsächlich nein. Das, was dem am nächsten kommt, ist wohl meine Tante mit ihrem Handpuppentheater. Aber wir haben auch Musikanten, Sänger, Tänzer, Akrobaten und Kunsthandwerker in unseren Reihen. Das Handpuppentheater müsst Ihr Euch unbedingt ansehen. Es gefällt mir noch immer sehr, auch wenn ich die Stücke schon oft gesehen habe. Wobei ich sagen muss, dass mir die glücklichen Gesichter der Kinder bei den Vorstellungen besonders gut gefallen. Ich werde Euch abholen, wenn es so weit ist, einverstanden? Also nur… wenn ihr wollt?“

  • "Das glaube ich Euch wohl." Crispin lachte. Verehrer konnte man wohl nie genug haben. "An welcher Stelle werde ich mich einsortieren müssen? Platz fünfzig? Oder noch weiter hinten?" Wie viele Städte gab es noch mal auf Beleriar?

    Dem jungen Mann entging der kurze Stimmungswechsel nicht, welcher sich in den ausdrucksvollen Zügen seines schönen Gastes widerspiegelte. Er bedauerte das, nur gab es im Verhältnis zu seinem Erzeuger leider nichts zu beschönigen und ganz sicher war es kein Thema für ein unbeschwertes erstes Kennenlernen. Vielleicht an einem anderen Ort, an einem anderen Tag...

    Zendayas Familie war dafür offensichtlich wesentlich besser geeignet. "Ein Handpuppentheater." wiederholte Crispin fragend. Er konnte sich darunter nichts vorstellen aber... "Das klingt spannend. Was genau ist es?" Theater sagte ihm natürlich etwas. Für Kinder? Er grinste ein wenig boshaft... "Und werdet Ihr mich dann auch schön an die Hand nehmen, damit ich brav bin?" ... und zwinkerte der jungen Frau zu, dass es nur ein Spaß sei. Obwohl.....

    "Auf die Akrobaten bin ich gespannt." Das war er wirklich. "Ihr werdet Leben in die Stadt bringen, dass wird die Leute sehr freuen." Er lächelte bei der Vorstellung. Strich sich dann durch die Haare. "Ich habe oben etwas von den Dheoran." Eigentlich sein Onkel, aber wie die Dinge nun einmal standen..... "Möchtet Ihr es sehen? Dann hol ich es runter."

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  • Die Dunkelhaarige musste leise lachen, ob der Annahme die Crispin in den Raum stellte. Als hätte sie bereits fünfzig Männer, die ihr zu Füßen lagen. Ihre Tante hatte dies vielleicht, denn sie faszinierte die Männer gewaltig und war auch ein paar Jahre älter als sie. „So schätzt Ihr mich ein?“, stellte sie dann eine Gegenfrage, noch immer belustigt und absolut nicht gekränkt. Immerhin kannte sie den Ruf, den sich der ein oder andere vom Fahrenden Volk hart erarbeitet hatte. Ihr Onkel zum Beispiel.

    Das Thema des Handpuppentheaters kam ihr nicht ungelegen, und so berichtete sie mit reichlichen Gesten unterstrichen: „Meine Tante hat einen umgebauten Wagen und Puppen für die Hände. Der Wagen dient als Bühne für die Puppen, hat eigene Bühnenbilder und einen Vorhang. Einfache Stücke kann sie alleine spielen und für andere befinden sich weitere im Hintergrund. Man sieht nur die Puppen und es gibt auch immer jemanden, der die Geschichte erzählt und mit etwas Musik unterstreicht. Die Puppen werden von den Puppenspielern im Hintergrund gesprochen. Es sind leicht verständliche Stücke für die ganz Kleinen und etwas kompliziertere für die etwas Älteren.“ Sie sah in Crispins blitzende Augen, nickte aber unbekümmert. „Sicher, und Euch den besten Platz zwischen den Kindern aussuchen“, neckte sie ihn zurück. „Nicht nur Kinder sehen sich dies an. Aber für sie ist es gemacht, da für sie oft sehr wenig getan wird.“ Zumindest sah ihre Tante es so.

    “Nun, dann hoffe ich, Ihr werdet nicht enttäuscht“, meinte sie, glaubte aber, dass ihre Familie durchaus zu überzeugen verstand. Und behielt hierzu für sich, was für Akrobatik angeboten wurde. „Das wäre sehr schön und wünschenswert.“ Wenn die Leute sich freuten, würden sich sicherlich auch gute Geschäfte machen lassen. Und viele Bekanntschaften schließen, oder vielleicht sogar etwas mehr als das? Zendaya hatte ihren Blick auf Crispin gerichtet und dann blitzte Neugier in ihnen auf. „Ihr habt etwas von den Dheoran?“, wiederholte sie. „Sicher, wenn es Euch keine Umstände macht?“ Da war sie gespannt, was das sein mochte.

  • "Dass Euch fünfzig und mehr Männer zu Füßen liegen könnten?" Crispin nickte mit schelmischem Grinsen. "Na und ob. Ich hab schließlich Augen im Kopf." Und dass die junge Dheoran schön und bezaubernd zugleich war, ließ sich nicht abstreiten.

    Zendayas Beschreibung des Handpuppentheaters machte ihn neugierig. Puppen mit Texten und Musik klang nach einem faszinierenden Erlebnis - nicht mal nur für Kinder. "Ich freue mich darauf." lächelte er aufrichtig, konnte den Spaßvogel in ihm aber nicht ausblenden, der sich mit sehnsuchtsvoller Miene die Hand aufs Herz legte. "Ach Teuerste - Ihr und ich und ein Stall voll Kinder. Da wird mir das Herze warm und die Knie ganz weich." Crispin grinste von einem Ohr bis zum anderen. Ein Körnchen Wahrheit lag drin, denn Kinder kannte er einige und da würde er mit seiner aufregenden Bekanntschaft ganz schön Pluspunkte sammeln können.

    An Enttäuschung glaubte Crispin keinesfalls, .... "Papperlapapp!" .... deshalb wischte er diese Worte mit lockerer Handbewegung beiseite. Er nickte eifrig, als Zendaya seine Worte als Frage wiederholte und schüttelte den Kopf zu den Umständen. "Entschuldigt mich nur kurz." bat er und eilte die Treppe auf der anderen Seite des Raumes hinauf, stieß an der Decke eine Falltür auf und verschwand für kurze Zeit. Ein leises Keckern war zu hören. Als Crispin die Treppe wieder hinunter sauste, war das Keckern lauter zu hören. Der junge Mann hob mahnend den Finger zu etwas, das aussah wie ein brusthoher Blätterhaufen in der hinteren Ecke des Raumes. "Ruhe!" schimpfte er ohne hinzusehen. "Wer jetzt stört, fliegt raus!"

    Wieder bei der jungen Dheoran angekommen war Crispin ein wenig ausser Atem als er ihr das Mitbringsel überreichte. Zwei etwa fingerdicke und vielleicht zwei Hände lange glatte Holzstäbe mit jeweils einer Kugel an den Enden und dazwischen eng aufgezogene verschiedenfarbige Lederriemen, die teils verflochten, teils verknotet waren oder durch Holzperlchen in unterschiedlichen Farben und Größen zusammen geführt wurden - wie ein kleines Bild aus Schnüren, Knoten und Perlen. "Mein Onkel meinte, Dheoran könnten es ...... lesen?"

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  • Nun stieg der jungen Frau erneut die Wärme etwas in die Wangen, ob des überaus charmanten Kompliments, das Crispin ihr gemacht hatte. “Danke”, meinte sie etwas verlegen, “aber noch ist es nicht so weit und wer braucht schon fünfzig? Mir wäre der eine lieber.” War Zendaya romantisch veranlagt? Ja, das war sie. Natürlich fand sie Gefallen an den Geschichten von ihrer Tante oder ihrem Onkel. Wobei letzterer öfter schon in Not geraten ist, weil er sich nicht gut genug informiert hatte. Aber sie liebte vor allem jene Geschichten, die mit einem und wenn sie nicht gestorben sind, endeten.

    Sie musste wieder lachen, als sie das überaus breite Lächeln des jungen Mannes sah. Er war ein kleiner oder vielleicht auch großer Schelm und sie hatte ihre Freude daran. “An einem Stall voll Kindern hat man solange freude, solange man sie wieder abgeben kann”, gab sie erheitert zurück. Aber ja, irgendwann wollte auch sie Kinder.

    “Sicherlich”, versicherte die Dunkelhaarige ihrem Gastgeber, als er sich kurz entschuldigte. Sie sah ihm nach und dabei zu, wie er eine Treppe erklomm, über eine Falltüre in der Decke verschwand und wieder auftauchte. Fragend hatten sich ihre Augenbrauen zusammengezogen, als er mit jemandem oder etwas schimpfte. Was auch immer es war, es verstummte. “Wer oder was war das?”, konnte sie sich die Frage nicht verkneifen. “Ein Haustierchen?”, fragte sie, während Crispin zu ihr herüber kam und aufgrund seiner Eile noch etwas nach Luft rang. “Ich hatte nicht vor, Euch wegzulaufen”, neckte sie ihn dann und nahm etwas entgegen, das sie schon lange nicht mehr zu Gesicht bekommen hatte. Eine verspielte und detaillierte Variante der Knüpfschrift. Wenn es mal mehr sein sollte als seine simple Nachricht, oder sogar gesehen werden sollte, warum auch immer. Zendayas Finger glitten über das Flecht- und Knotwerk. Ihr Bruder war darin ein wenig geschickter als sie. “Euer Onkel hat sich nicht geirrt. Es ist, wie er gesagt hat. Aber woher wusste er dies?” Ob sein Onkel ein weit gereister Mann war? Oder ob er einfach nur ein Sammler von Wissen war? Ihr Blick war auf das kleine Kunstwerk gerichtet und noch ein paar weitere Male fuhren ihre Finger die Flechten und Knoten ab, betrachtete die Farben, die nicht zufällig gewählt waren. “Ich muss gestehen, dass ich etwas aus der Übung bin”, schickte sie voraus. “Auch die schwärzeste aller Nachte… aller Nächte endet mit dem schi… swi.. nein… mit dem Schimmer der Dämmerung … eines neuen Morgens, …guter Freund.” Sie ließ ihre Hände sinken und sah zu Crispin hinüber. “Eine interessante Botschaft”, wie Zendaya fand. Ob sie dem Onkel von Crispin einst Mut zusprechen sollte, oder ob er dies nur so irgendwo gefunden hatte?

  • "Der Glückliche!" bekannte Crispin frei und zog dann eine Augenbraue empor. "Das gibt aber viele Tränen bei den anderen neunundvierzig, das wisst Ihr."Es war halb Frage, halb Feststellung - so oder so begleitet von einem Lachen. Und auch mit Kindern kannte die junge Dheoran sich aus. "Genau meine Meinung."

    Crispin warf einen weiteren Blick zu dem Blätterhaufen in der Ecke hinüber, nachdem er Zendaya das Bild ausgehändigt hatte und wieder bei Atem war. "Ein Haustierchen?" fragte er mit gespieltem Entsetzen. "Nur über meine Leiche." Er blinzelte verschwörerisch. "Ungebetene Gäste trifft es eher." Ein wenig atemlos tätschelte seine Brust und räusperte sich. "Ich wollts lieber nicht drauf ankommen lassen." schmunzelte er dazu, dass sie nicht weglaufen wollte, denn einen so anregenden Abend hatte er in der Tat schon lange nicht mehr erlebt.

    Gebannt sah er zu, wie Zendayas feingliedrige schlanke Finger über die Knoten und Holzperlen glitten und spitzte neugierig lächelnd die Ohren zu ihren Worten. Als Zendaya ihn wieder ansah, war sein Lächeln einem Stirnrunzeln gewichen. Bedächtig nickte er zu ihrer Einschätzung der ..... nun, man konnte es wohl Botschaft nennen. Oder Zuspruch? Er lächelte die schöne junge Frau an und sagte nachdenklich. "Er hat mir nie gesagt, was es bedeutet. Nur, dass es von den Dheoran sei und dass Eure Leute es lesen könnten."

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  • „Oh bitte, sagt das nicht. Ich wüsste nicht, wie ich mit all den Männertränen umgehen sollte“, gab sie amüsiert zurück und lachte dann leise, als Crispin ihr ob dem Stall der Kinder zustimmte. Sie mochte sein Lachen. Es war so frei, ehrlich und ungezwungen.

    „Ungebetene Gäste?“ Die keckerten und in einem Laubhaufen wohnten? Was das wohl in einer Stadt wie dieser sein mochte? „Ihr helft also nicht nur Jungfrauen in Nöten, sondern nehmt auch noch besondere Gäste auf, die sonst auf der Straße sitzen würden? Der Begriff edel reicht für Euch nun bald aber nicht mehr aus, Ritter Crispin Nairod.“ Sie lächelte ihn sonnig an und fühlte sich ob seiner Worte etwas geschmeichelt. Aber auch für sie hatte sich dieser Ausflug längst bezahlt gemacht.

    „Also wisst Ihr auch gar nicht, ob es eine Botschaft an Euren Onkel war, oder ob er sie nicht nur per Zufall in die Hände bekommen hat?“, fragte sie und blickte erneut darauf. „Euer Onkel war mit Sicherheit eine sehr interessante Persönlichkeit… Was werdet Ihr damit nun tun? Wieder einen Stock weiter oben aufbewahren?“

  • "Nun... ja." Crispin lächelte, offensichtlich ein wenig überfordert. "Ich denke, ja. Es hing über seinem Bett..." Welches inzwischen sein eigenes Bett war, was sich hier und da noch immer seltsam anfühlte... "Ich denke, ja." wiederholte er etwas resoluter. "Es war von Eurem Volk und ich denke, es war ihm wichtig.... es hat einen Ehrenplatz verdient." Sein Blick suchte den von Zendaya. "Mein Onkel ist lange Jahre kreuz und quer über diese Insel gereist. Er hat mir viel davon erzählt. Offenbar nicht alles.... Mit Eurem Volk verband ihn wohl viel Gutes..." Es waren zu viele Gedanken, die gerade über ihn hinweg schäumten, gleichsam den Schaumkronen der Wellen des Meeres in dem ewigen Spiel von Ebbe und Flut.

    Wie viel leichter und angenehmer war es da, das andere Thema aufzugreifen? Jungfrauen in Not.... Crispin versuchte vergeblich, das Lachen zu unterdrücken, welches sich in seinem Bauch aufbaute und energisch gegen seinen Brustkorb klopfte. "Und wie auf der Straße sitzen!" nickte er verschwörerisch. "Nicht wahr?" rief er etwas lauter und es keckerte erneut.

    Es war eine willkommene Unterbrechung in einem Moment, den Crispin gar nicht mal vor der süßen jungen Dheoran geheim halten wollte - von dem er nur selbst gerade gar nicht wusste, wie er damit umgehen sollte. "Wollt Ihr sie sehen?"

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  • Die Dunkelhaarige legte für einen Augenblick ihre Hand über die Hand des jungen Mannes, die auf dem Tresen ruhte, als sie dessen leichte Überforderung bemerkte. „Es wird seinen Platz finden, wenn die Zeit dafür gekommen ist“, meinte sie aufrichtig. Es war für Crispins Onkel wichtig gewesen, aber nicht für den jetzigen Inhaber dieses Ladens. Er musste es nicht in Ehren halten. Ihrer Meinung nach zumindest. „Ich glaube, dass er vielleicht sogar einen guten Freund in unserem Volk gefunden hatte und dieser ihm für eine schwere Zeit beistehen wollte.“ Sie drückte die arme Hand kurz und ließ dann wieder von ihm ab und versuchte mehr Leichtigkeit herbeizufürhen. „Wie sollte es auch anders sein? Mit unserem Volk kann man ja nur Gutes verbinden“, meinte sie vorsichtig scherzend und hoffte, dass Crispin nicht so bald erleben würde, wie heftig die Streits bei ihnen aufgrund ihres Temperaments ausfallen konnten. Aber das waren keine Gedanken für jetzt.

    Was auch immer sich dort in der Ecke verbarg, es schien sich tatsächlich von dem jungen Mann immer zum richtigen Moment angesprochen zu fühlen. Was Zendaya leise lachen ließ. Außerdem wusste sie, dass ihr Gastgeber niemanden so einfach vor die Tür setzte. Zumindest nicht, wenn Gefahr in Verzug war. „Was möchte ich sehen?“, fragte sie dann nach, da sie dem Braunhaarigen nun nicht ganz folgen konnte. „Aber da Ihr jetzt meine Neugier erneut geschürt habt, muss die Antwort ganz gleich, was Ihr nun sagt, ja, heißen.“

  • Zendayas Hand auf seiner eigenen war weich und warm - so beruhigend und so aufregend zugleich. Crispin sah darauf hinab und lächelte unwillkürlich. "Das glaube ich auch. Immerhin hat er es all die Jahre sorgsam bewahrt." Für ihn stand außer Frage, dass auch er es in Ehren halten würde. Da war so viel, was er diesem Mann zu verdanken hatte.... Und ja... scheinbar hatte er unter Zendayas Leuten Freunde gefunden. "Das kann ich jedenfalls bestätigen." schmunzelte der junge Mann dazu, dass man mit den Dheoran nur Gutes verbinden könnte. Er beschloss, später noch einmal über all das nach zu denken.

    "Na die ungebetenen Gäste dort in der Ecke." lachte Crispin. "Ihr müsst mir nur versprechen, vorsichtig zu sein. Fritzchen ist recht zahm. Aber das dicke Graue ...... nicht." Und es hatte scharfe Krallen und lange Zähne. Und überhaupt kein gutes Benehmen. Crispin holte Luft, atmete dann aber nur ergeben aus. "Nehmt den Beutel dort mit." Er deutete auf ein Säckchen im Regal. "Die mögen sie gern."

    Crispin ging an Zendaya vorbei zu der Ecke mit dem dubiosen Blätterhaufen und winkte der Dheoran, ihm zu folgen.

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  • Sie lächelte Crispin an ob seiner Worte, dass auch er selbst bestätigte, dass man mit ihrem Volk nur Gutes verbinden konnte. Nun, sie konnte von dem jungen Ladeninhaber bislang auch nichts Schlechtes sagen. Er hatte ihr mit seiner Idee den Schlüssel herumzudrehen geholfen und nicht nur allein mit dieser. Immerhin hatte er sie nicht gleich wieder aus dem Laden gejagt, sondern ihr sogar direkt, einem perfekten Gastgeber gleich, etwas zu trinken angeboten. Und das Gespräch, das sie bislang geführt hatten, was angenehm und abwechslungsreich. Er war jemand besonderes in dieser rauen Welt, in der man manchmal sein Gegenüber viel zu sehr hinterfragen musste.

    Ihre Lippen formten ein stummes OH, als der junge Mann ihr erklärte, was er ihr zeigen wollte. Sie sah sich natürlich sogleich nach dem Beutel um und nahm in an sich. Aber natürlich nicht, ohne vorher einen Blick hineinzuwerfen, da es sich nach etwas Runden und Harten anfühlte und sie nicht mit Murmeln rechnete. Haselnüsse… Doch Haustierchen, dachte sie sich und schmunzelte leicht. Dieser Mann hatte einfach ein gutes Herz. Sie folgte ihm. „Also gut, ich verspreche vorsichtig zu sein.“ Sie stellte sich neben Crispin und sah zu ihm auf und hob eine der Nüsse. „Und damit kann ich vielleicht also das Herz von Fritzchen etwas höher schlagen lassen?“ Fritzchen, was für ein niedlicher Name! „Es wird doch nicht so ein niedliches kleines Wesen sein, das sich an Nüssen erfreut und es liebt Bäume hinauf und hinunter zu klettern?“, versuchte sie sich erneut im Raten und ließ Crispin an ihren Überlegungen teilhaben.

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