[Fest des Erwachens] Der Silberquell-Pavillon

  • Im Schatten der großen Bäume, nur wenige Schritte von der Tanzfläche entfernt, war der Silberquell-Pavillon hergerichtet worden.

    Das Licht wurde hier sanft gebrochen von in den Ästen hängenden Glaskristallen, die im sanften Wind leise funkelten. Lange Tische, mit schwerem Leinen gedeckt, bogen sich unter kristallenen Karaffen. Herber Blütenwein stand neben kühlem Quellwasser mit Minze, dazu kleine Köstlichkeiten, die nach Honig und fernen Gewürzen dufteten.

    An den Stehtischen fanden jene Erfrischung, die dem Tanz für einen Augenblick entfliehen wollten, ohne das Geschehen aus den Augen zu verlieren.

    Es war ein Ort des Innehaltens – und doch kein Rückzug. Hier wurden die ersten Eindrücke des Abends ausgetauscht, Blicke nachgetragen, und jene Paare gemustert, die noch immer im Takt der Musik über das Parkett glitten.

    Ein Platz des Sehens und Gesehenwerdens, an dem ein geflüstertes Wort zwischen zwei Schlucken Wein oft mehr Gewicht hatte als ein ganzer Tanz.

  • Lelia verließ den hellen Schein der Fackeln und trat in den kühlen Schatten der großen Bäume. Das Klackern ihrer Hufe passte sich den Begebenheiten des Bodens an, wurde nach und nach dumpfer, als sie sich den Silberquell-Pavillon näherte. Ein sanfter Wind stieß durch das Blätterdach, die Glaskristalle antworteten.

    Sie steuerte auf einen der langen Tische zu. Mit einer fast andächtigen Vorsicht stellte sie ihre Lyra neben einer der kristallenen Karaffen ab und goss einen Kelch des herben Blütenweins ein, ehe sie einen tiefen Schluck nahm. Die kühle des Weins und der Duft wilden Honigs vertrieben die Hitze aus ihrem Inneren, während ihre Finger kribbelten im Angesicht der unverschämten Begegnung von vorhin. Nichts desto trotz hatte sie die wilde Satyrin in Zaum gehalten. Doch die Bardin in ihr verlangte nach metaphorischen Blut aus Rhythmus und reinen Spott.

    So lehnte sie sich an einem hölzernen Pfeiler, den Kelch locker in ihrer Hand und blickte hinaus auf das Parkett, wo die Paare sich allmählich auflösten. Nach außen hin wirkte sie vollkommen ruhig. Sie nahm neugierige Blicke wahr, derer die den Vorfall am Rande der Tanzfläche aus der Ferne beobachtet hatte und erhob das Glas, während sie flüsternd ihre Köpfe zusammen steckten. Im Geiste strich sie bereits ihren Bogen, während sich die ersten Zeilen in ihrem Kopf formten. Der Charme eines nassen Schafsfells... ein Hirte mit Schaf im Kopf … ein Lächeln stahl sich auf ihren Lippen. Sie brauchte eine Melodie, hüpfend wie ein junges Lamm und beißend wie ein Wintersturm.

    „Hinter jeder Note liegt ein Schweigen, das tiefer ist als das Meer; dort, wo die Schatten ihre wahren Namen flüstern.“

  • Mordecai sah sich um nach einem Ausschank oder ähnlichem. Nicht weit von der Bühne weg erblickte er einen Pavillon auf dem er langsam zuging. Während sie in den Schatten der großen Bäume traten, schien die laute wirbelnde Energie der Tanzfläche einer fast greifbaren, eleganten Ruhe zu weichen. Das Funkeln und Klirren der Glaskristalle in den Ästen kurz über ihnen, ließ seine Augen kurz aufblitzen. Es war die Corvae-Natur, die sich getriggert fühlte von allem, was funkelte und glänzte. Ein Instinkt, der viele seiner Artgenossen bereits in Verruf gebracht hatte sich diese Dinge anzueignen bei denen es sich zumeist um fremdes Eigentum handelte.

    Er schlug die Augen nieder und zwang sich zu einem beherrschten Lächeln, ehe er auf die Glaskaraffen und Süßigkeiten deutete die auf den Stehtischen herum standen. „Ich schlage vor. Sehen wir einmal nach, was hier so im Angebot bereit steht.“

    Mordecai Belasquín

    „Man kann die Feder brechen, aber nicht den Strich, den sie zog.“

  • RE: [Fest des Erwachens] Der erste Tanz -->

    Tasha folgte der Führung ihres ihr zugedachten Tanzpartners hinüber zu dem aufgebauten Pavillon. Staunend und erfreut hob die Dheoran den Blick in die Kronen der Bäume und betrachtete die Kristalle, wie sie in allen Facetten der Farben das Licht reflektierten. Sie muss in einem anderen wohl mal eine Elster gewesen sein, denn ihr gefielen glitzernde und funkelnde Dinge schon sehr. Aber vielleicht war das auch eine Eigenheit von Frauen, denn sie kannte noch ein paar andere Geschlechtsgenossinnen, denen es sehr ähnlich erging.

    “Gern”, entgegnete sie. “Mir wäre es nach etwas Leichtem und Euch? Was bevorzugt Ihr? Ganz gleich ob Getränk oder Essen”, frage sie nach, da sie auf ihre vorherige Frage keine Antwort erhalten hatte.

  • Mordecai schmunzelte leicht, als er bemerkte, dass auch seine Begleiterin so wirkte, als hätten es ihr die Kristalle angetan. Gut möglich, dass sich heute noch die Gelegenheit ergab einen von ihnen herunter zu holen oder er würde die Idee wieder verwerfen, weil etwas anderes sein Interesse auf sich zog. So lange das jedoch nicht zur Sprache kam, würde er sich davon nichts anmerken lassen.

    „Nach etwas leichtem? Nun … ein leerer Becher hat auch seine Vorteile. Denn er macht es einem unmöglich etwas zu verschütten.“ Mit einer gespielten Unschuld in seinem Blick sah er zu ihr hinüber, ehe er sich den Karaffen näherte. „Ich denke, ich habe bereits erwähnt, dass mir nach etwas Wein zumute ist“, fuhr er dann mit etwas mehr Ernst fort. „Hier steht eine Karaffe voll mit herben Blütenwein und eine mit frischem Minzquellwasser. Wenn ihr mir kurz sagen könntet, wonach euch gerade der Sinn steht, schenke ich euch gerne ein. Ansonsten … steht es euch auch frei euch selbst zu bedienen.“

    Fragend sah er sie an. Je nachdem was sie antworten würde, würde er tun, was er angekündigt hatte, ehe er sich selbst einen Becher einschenken und ihr den ihrigen überreichen würde.

    Mordecai Belasquín

    „Man kann die Feder brechen, aber nicht den Strich, den sie zog.“

  • Mit sicherem Schritt manövrierte Brennan Elaya durch eine kleine Traube schwatzender Festteilnehmer. Am Pavillon angekommen, griff er nach zwei Gläsern mit hellem, kühlem Wein und reichte ihr eines davon.

    Als sie ihn dann so frech nach seiner Verbindung zu der Barden-Priesterin fragte, veränderte sich für den Bruchteil einer Sekunde etwas in seinem Blick – ein Schatten, kaum wahrnehmbar, der sofort wieder verschwand. Brennan nahm einen Schluck, ehe er antwortete.

    „Was mich zu Amelie führte?“ wiederholte er und sah sie über den Rand seines Glases hinweg an. Ein schmales, beinahe selbstironisches Lächeln zog über seine Lippen. Er hielt kurz inne, als würde er abwägen, wie viel er Elaya wirklich erzählen wollte „Sagen wir,.. ich war als junger Mann in einer eher… zweifelhaften Taverne gestrandet und begegnete dieser bemerkenswerten Bardin mit der Fähigkeit, einem das Herz zu stehlen, wenn man nicht aufpasst.“

    Sein Blick glitt kurz zur Menge, dann wieder zurück zu Elaya. „Damals gehörte mein eigenes allerdings noch ziemlich fest einer Göttin.“

    Ein leises Lachen entwich ihm, bevor er den Kopf schüttelte, ganz so, als würde er die Erinnerung abschütteln wollen.

    Dann verzog er kurz das Gesicht und musste erneut unterdrückt niesen.

    „Entschuldigt…“

    Brennan hob erneut sein Glas und nahm einen weiteren Schluck Wein, fing sich dann wieder und sah die Cath'Shyrr direkt an.

    „Sagt mir… glaubt ihr an etwas? Eine Gottheit, ein Prinzip, irgendetwas, das euch leitet?“

    Edited once, last by Brennan (May 27, 2026 at 6:32 PM).

  • Eine Weile hing die Satyrin noch ihren Gedanken nach und ließ ihre Hufe mehrmals über den Boden klackern um einen geeigneten Rhythmus für ihr Lied zu finden, das sich nach und nach in ihren Kopf bildete, während sich der Pavillon sich allmählich füllte mit interessanten Paaren, die scheinbar nicht genug voneinander bekommen wollten.

    Beneidenswert stellte sie im Stillen fest und ein kleiner bittersüßer Stich versetzte ihren Herzen einen Dämpfer. Ja, sie war den schmierigen Hirten los geworden und das war auch gut so. Aber eigentlich … hatte sie sich auf diesen Abend gefreut. Sie hatte sich danach gesehnt mit jemanden zu tanzen. Mit jemanden der den Stolz in ihren Augen verstand und sie zu schätzen wusste.

    So warf sie einen Blick zu den Rabenmann, der einen interessanten Kontrast zu ihr gegeben hätte und bestimmt nicht darauf aus war sie plump zu beleidigen, aber auch einer der anderen Männer hatte seinen Weg zu den Silberquell-Pavillon gefunden. Jemand, den sie bereits kannte. Lelia zögerte. Sollte sie sich Brennan und seiner hübschen Begleiterin nähern? Würde sie stören? Sie strich über das glatte Holz ihrer Lyra, ehe ein stolzes Lächeln wieder zu ihren Lippen zurück kehrte. Aber nein, dachte sie und hob das Kinn. Ich bin eine Bardin. Bardinnen stören nicht. Sie bereichern!

    Mit einer fließenden, eleganten Bewegung stieß sie sich vom Pfeiler ab und trat aus den Schatten der großen Bäume direkt auf Brennan und seiner blonden Begleiterin zu, die sich gerade über Glauben zu unterhalten schienen.

    „Ich hoffe, ich platze hier nicht in ein heiliges Gebet“, mischte sie sich in die Unterhaltung ein, und in ihrer Stimme schwang ein trockener, fast freundschaftlicher Spott mit, „Aber ich brauchte dringend einen Ort, an dem die Männer nicht nach nassem Schafsfell riechen und den Unterschied zwischen einer Bardin und einem Nutztier kennen.“ Leicht entschuldigend blickte sie die beiden abwechselnd an.

    „Hinter jeder Note liegt ein Schweigen, das tiefer ist als das Meer; dort, wo die Schatten ihre wahren Namen flüstern.“

  • Innerlich verdrehte Atashkada die Augen. Verstand einer diesen Corvae. Sie teilte den Humor, wenn man diese “Wortspiele” und “Schlagabtausch” so bezeichnen mochte, nicht. Mit etwas Leichtem meinte sie eben keinen schweren roten Wein - aber auch keinen leeren Becher. Sondern gewässerten Wein, oder einen leichten Weißen. Sicherlich würde es heute Abend nicht nur bei einem Becher bleiben, daher würde sie mit nichts schwerem beginnen wollen. Sie fragte nun auch nicht weiter nach, welchen Wein der Corvae bevorzugte, denn scheinbar wollte er diese Information nicht mit ihr teilen, außer, dass er Wein wollte.

    “Bitte macht Euch keine Umstände, ich sehe mich selbst um, was die Stände zu bieten haben”, meinte sie und lächelte aufrichtig. Sie hatte noch nie einen Mann gebraucht, um sich zu versorgen, weder einen Gentleman noch jemanden, der versuchte, einer zu sein. “Treffen wir uns doch einfach wieder hier, wenn jeder hat, was er möchte”, schlug die Schwarzhaarige vor und besah sich sogleich das Getränkeangebot der Buden. Hier waren auf Tafeln geschrieben, was sie feilboten und daneben in einer feinen Kreidezeichnung ein entsprechendes Bild für jene, die des Lesens nicht mächtig waren. Atashkada entschied sich für einen Beerenwein, den sie sich mit klarem Wasser aufgießen ließ, an dem einen Stand und an einem anderen, an dem sie einfach nicht hatte vorbeigehen können, für einen Spieß mit kandierten Früchten. Die Ware wechselte den Besitzer und im Gegenzug auch die Münzen, die die Dheoran gut zu hüten wusste. Mit ihrer Ausbeute aus dem kleinen Streifzug kehrte sie an dem Treffpunkt wieder ein. Ihre Augen voller Freude über ihre Errungenschaften. Mit einem Glitzern kindlichen Vergnügen in ihrem Blick biss die Fahrende in die erste Frucht ihres Spießes und sah sich nach dem schwarzen Schopf des Tanzpartners um, den die farbige Karte ihr für den ersten Tanz des Abends zugedacht hatte.

  • Mit ausgestreckter Hand an der Karaffe blieb Mordecai stehen, als die vom fahrenden Volk seine Geste abwies und nachdem sie vorgeschlagen hatte sich selbst umzusehen einfach davon zog. Er zog seine Hand wieder zurück, blinzelte und blickte ihr mit leicht betröppelten Gesichtsausdruck hinterher, während sie im Gedränge der Buden verschwand. Geistesabwesend, fast schon mechanisch schenkte er sich den herben Blütenwein ein und ließ das Glas hin und her schwenken, ehe er den Stock auf den Tisch ablegte, wie auch den Becher und ein Tuch hervor holte um sein Monokel zu reinigen. War das gerade tatsächlich passiert? So ganz wusste er nicht, was er von der Situation halten sollte. Hatte er sie mit seinen Worten verärgert? War sein Humor zu trocken gewesen? Ein seltsames Gefühl der Unsicherheit machte sich in ihm breit, etwas das er absolut nicht schätzte.

    Allzu lange sollte es nicht dauern, als sie mit einem eigenen Getränk und kandierten Fruchtspieß wieder zurück kehrte. Für einen Moment musterte er sie ungläubig. Das kindliche Glitzerin in ihren Augen, während sie in die Frucht biss passte so gar nicht zu der kühlen Abfuhr von vorhin. „Nun“, sprach er kurz nachdem er sich ein wenig geräuspert hatte. „Da habe ich mich wohl gründlich verkalkuliert. Eigentlich hatte ich vor den aufmerksamen Gentlemen zu mimen, aber wie es aussieht schlagt ihr euch wohl hervorragend alleine.“ Er hob seinen Becher ein wenig an und lächelte anerkennend. „Darf ich erfahren, was nun besser ist als herber Blütenwein … und wollen wir gleich darauf anstoßen?“

    Mordecai Belasquín

    „Man kann die Feder brechen, aber nicht den Strich, den sie zog.“

  • Er hatte tatsächlich fast an Ort und Stelle gewartet, stellte Tasha fest und schritt somit auf den Corvae zu. Leckte sich ein Stück der bröckeligen Karamellglasur von der Lippe. Sie lächelte den Schwarzhaarigen freundlich-fröhlich an, als er sprach. Nun, an dem Gentleman musste er vielleicht noch etwas arbeiten, aber: “Ich bin keine edle Dame und auch gewohnt, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen.” Sie lachte leise. “Ich hoffe, Ihr verzeiht mir, dass ich Euer Ansinnen dahingehend torpediert habe. Das war nicht meine Absicht. Aber ich muss sagen, der Weg hat sich gelohnt, das Angebot ist soooo vielfältig.” Ach ja, Tasha konnte sich für solcherlei immer begeistern. “Stoßen wir an, dann probiere ich und wenn es so gut ist, wie ich hoffe, verrate ich Euch, was ich erstanden habe.” Die Fahrende hob ihren Becher und ließ ihn gegen das Glas des Mannes des Rabenvolks klacken. “Cheers und auf einen schönen Abend.” Die Schwarzhaarige führte den Becher an ihre Lippen und kostete den etwas gestreckten Beerenwein. Er war erfrischend, fruchtig und dennoch nicht zu süß, aber süß genug, um nicht zu sauer zu sein. “Mmmmmmhhhhh”, meinte sie und ihre Augen funkelten vor Genuss. “Beerenwein mit etwas Wasser verdünnt. Ich kann es wirklich nur empfehlen. Ebenso aber auch die kandierten Früchte. Wollt Ihr probieren?”

  • Als sie bei dem Pavillon angekommen waren, löste sich Elaya von Brennans Arm, den er ihr zuvor angeboten hatte. Sie war keine vornehme Dame und diese Art von Geleit war alles andere als gewöhnlich für die Cath’shyrr. Aber genauso wenig schreckte sie vor Neuem zurück. Und irgendwie gefiel ihr Brennan und seine Art, den sie nach dem ersten Eindruck insgeheim anders eingeschätzt hatte. Mit dem Neigen des Kopfes und einem Schmunzeln nahm sie ihm eines der Gläser ab und prostete ihm zu, bevor ihre Neugier gewann und sie ihn frei heraus nach Amelie fragte. Sie trank den hellen Wein, ließ Brennan aber nicht aus den Augen, während er offenbar überlegte, wieviel er ihr erzählen wollte. Sie stellte ihr Glas zurück auf den Stehtisch und wartete geduldig. Bis er ihr von seiner Begegnung mit Amelie erzählte und ihrer Fähigkeit, das Herz zu stehlen, wenn man nicht aufpasste. “Und, habt Ihr aufgepasst?” Die grünen Augen beobachteten Brennan und Elaya lächelte freundlich, während sie leise nachfragte. Sie wollte ihn nicht bloßstellen, es war nur reine Neugierde. „Damals gehörte mein eigenes allerdings noch ziemlich fest einer Göttin.“ Die Überraschung über dieses unverhoffte Detail war ihr anzusehen. “Das klingt nach starker Konkurrenz.” Elaya grinste, dass er die spitzen Eckzähne sehen konnte und nahm einen weiteren Schluck von dem Wein. Dabei ließ sie den Blick über die Personen in ihrer Nähe wandern. Sie wollte Brennan gewiss nicht ausfragen und so überließ sie ihm, ob er zu dem Thema noch etwas sagen wollte. Sie war zwar neugierig, aber nicht unsensibel. Auch wenn sie gerne mehr gewusst hätte. Sein Niesen und die folgende Entschuldigung quittierte sie mit dem Zucken des Mundwinkels, ging aber nicht weiter darauf ein. Mit seiner Frage holte Brennan ihre Aufmerksamkeit wieder zurück zu sich und er konnte erkennen, dass seine Frage sie zum Nachdenken brachte. Elaya schwieg für ein paar Momente, um darüber nachzudenken. „Ich hoffe, ich platze hier nicht in ein heiliges Gebet“, hörte sie da neben sich. Elayas grüner Blick fiel auf die Satyrin, die sich unverhofft zu ihnen gesellte. Wie passend, wo sie doch gerade noch über Bardinnen geredet hatten. “Bei den Göttinnen.. nein”, erwiderte sie prompt und grinste die Blonde offen an. “Oder wolltet ihr gerade anfangen, zu predigen?”, fragte sie Brennan und sah ihn gespielt skeptisch an. Als die Satyrin auf die Männer zu sprechen kam, schwante Elaya, welchen sie genau mit ihren Worten meinte, und lachte amüsiert auf. “Die Farbe Grün scheint heute kein Glück zu bringen.” Sie schob Lelia eines der Gläser hinüber, die zuvor auf die Stehtische gestellt worden waren. “Dabei war eure Gesangseinlage wirklich unterhaltsam. Ich glaube aber, bei uns seid ihr in guter Gesellschaft.” Sie musterte die Bardin von Nahen und hatte ein wenig Mitleid, dass die Begegnung mit ihrem potentiellen Tanzpartner so ausgegangen war. “Ich bin Elaya”, stellte sie sich dann vor und wandte sich kurz darauf an Brennan, dem sie noch eine Antwort schuldete. “Um auf eure Frage zurückzukommen.. Ich glaube durchaus an die Göttin meines Volkes, aber ich würde nicht sagen, dass sie jeden Schritt meines Lebens bestimmt. Ich folge keinem großen Prinzip, schätze ich. Ich lasse mich treiben und schaue, wohin es mich führt. Andere würden wohl sagen, ich lebe im Moment.” Sie grinste kurz auf und musterte Brennan noch einen Moment, bevor sie einen weiteren Schluck vom Wein trank.

  • „Nun ja... zu meiner Verteidigung“, sprach er und streifte sich den Staub von seinem Gehrock, „Ich bin auch kein Herr von hohem Stand auch wenn meine Kleidung derzeit etwas anderes vermuten lässt.“ Ob er ihr erzählen sollte, dass er nicht mehr für den Rabenhorst und dessen Königin arbeitete? Und wenn schon … es würde nicht viel Unterschied machen. Jene, die vom Rabenhorst kamen hatten ohnehin nicht mehr den Glanz ihrer Vorfahren. Zwar versuchte die Königin dies immer wieder auszublenden und hielt weiter an der höfischen Etikette fest, doch der Verfall des vermutlich einst so prunkvollen Schlosses ließ sich nicht leugnen. Da Mordecai in diese Welt lediglich hinein geboren wurde und es nicht anders kannte, gab es für ihn auch kein großes Bedauern darüber, auch wenn er sich hin und wieder wünschte, dass so manche Wesen außerhalb des Horstes Seinesgleichen vorurteilsfreier begegnen könnten.

    „Lasst es uns gut sein, Atashkada“, erwiderte er mit gewohnt kratziger Stimme, „Auch wenn mein Stolz wohl eine Minute braucht um sich von diesem Rückschlag zu erholen. Aber ich denke, ich werde noch lernen, dass man euch nicht ungefragt bewirten darf.“ Seine Stimme klang nun ein wenig versöhnlicher. Das Klackern der Becher, die aneinander prallten brachten ihn dann endgültig in die Realität des Pavillons zurück und zu seiner von den Tanzkarten gewählten Begleiterin, die genüsslich an ihren Becher trank. „Oh … das klingt auch nicht so schlecht.“ Er hatte ohnehin vor ein wenig die Stände abzuklappern auf der Suche nach einem passenden Geschenk.

    Als die doch nicht so feine Dame ihm nun seinen Spieß hin hielt, der zum Probieren einlud warf er einen kurzen Blick zur glänzenden Karamellschicht und dann wieder zu ihr. Für gewöhnlich hätte er abgelehnt, denn es zierte sich nicht von den Früchten eines Anderen zu essen, andererseits … mit einer wohl dosierten Langsamkeit griff er mit zwei Fingern seiner behandschuhten Hand nach dem Ende des Stabes und zog den Spieß ein kurzes Stück näher an sich heran. Fixierte dabei die gewählte Frucht mit seinen dunklen Augen, ehe er wohl überlegt davon abbiss. Während er daran herum kaute, richtete sich der Corvae wieder auf und nickte anerkennend. „Tatsächlich...“, sprach er kurz nachdem er den Happen herunter geschluckt hatte. „Das ist wirklich überaus lecker“ Er schmunzelte leicht.

    Mordecai Belasquín

    „Man kann die Feder brechen, aber nicht den Strich, den sie zog.“

  • Eigentlich hatte Brennan den Weg zum Pavillon mit einer ganz bestimmten Absicht eingeschlagen. Er hatte Elaya zu Amelie führen wollen, um zu sehen, ob die Funken der Priesterin auch auf die Cath’shyrr überspringen würden. Doch der Abend schien andere Pläne zu haben und brachte Leila an ihren Tisch. Und Brennan hatte noch nie viel davon gehalten, sich an Pläne zu klammern, wenn sich gerade etwas Interessanteres anbot.

    Als Elaya ihn gespielt skeptisch fragte, ob er nun zu predigen beginnen wolle, hob er abwehrend die Hände. Ein ehrliches Lachen huschte über seine Lippen.

    "Bei allen Göttern, nein!" Kurz glitt sein Blick zwischen ihr und der neu hinzugekommenen Satyrin hin und her. "Ich überlasse das Predigen lieber Leuten, die dafür bezahlt werden oder zu viel Freude daran haben, sich selbst reden zu hören."

    Die dunklen Augen blitzten auf und wanderten zu Lelia.

    "Lelia." Er begrüßte sie mit einem leichten Nicken. Während die Satyrin nach dem angebotenen Glas griff, nahm er selbst einen Schluck seines Weines. Dann kehrte seine Aufmerksamkeit wieder zu Elaya und dem begonnenen Gespräch zurück.

    "Im Moment leben und sich treiben lassen." wiederholte er und drehte dabei das Glas langsam zwischen den Fingern. "Das klingt vernünftiger als vieles, was man in Tempeln hört. Ich glaube einfach, die meisten Wesen verwechseln Glauben mit Gehorsam." Er zuckte leicht mit den Schultern. "Eine Gottheit zu verehren heißt noch lange nicht, ihr jeden Schritt zu überlassen."

    Er lächelte und sein Blick blieb für einen Augenblick auf Elaya, bevor er sich auch wieder Lelia zuwandte.

    "Sonst wäre das Leben am Ende furchtbar vorhersehbar, nicht wahr?" Das vertraute, spitzbübische Funkeln in seinen Augen blitzte erneut auf. "Und wenn ich mir die Gesellschaft an diesem Tisch so ansehe, habe ich das Gefühl, dass Vorhersehbarkeit heute ohnehin keine große Rolle spielen wir.d"

    Schmunzelnd sah er die beiden Damen an. "Eine gute Bardin und eine talentierte Artistin … ihr lebt beide davon, dass die Menschen stehen bleiben, euch gebannt zuschauen, während ihr das tut, was sie selbst sich niemals trauen würden. Die eine mit Worten, die andere mit Bewegung."

    Er hob fragend sein Glas in die Richtung der beiden. "…oder wirkt das alles nur so .. einfach .. auf jemanden, der es vielleicht ein bisschen zu romantisch betrachtet?"

  • Erleichtert lächelte die Bardin, darüber dass ihre Ankunft so locker aufgenommen wurde. Brennans Begleiterin hatte interessante Augen, welche nur von jenem Volk stammen konnten, die auch hervorragend im Dunkeln sehen konnten. Ein wenig schade war schon, dass Brennan keine Predigt vorbereitet hatte. Das Thema Götter war besonders heikel, bevorzugte doch jedes Individuum jemand anderen von dem er sich seine Gunst erhoffte. Auch durfte man nicht außer Acht lassen, dass dieses Fest hier Lilliandre und Yanariel gewidmet war und dessen Priester überall ihre Augen und Ohren hatten, wenn nicht der eine oder andere Gott selbst hier in unauffälliger Gestalt auf dem Fest verweile.

    „Scheint wohl so als hätten sich die Götter einen Scherz mit mir erlaubt.“ Sie zuckte mit den Schultern, um auch etwas Sinnvolles zum Thema Götter beizutragen, „Doch zum Glück sind wir nicht dazu verpflichtet unseren angedachten Tanzpartner den ganzen Abend Gesellschaft zu leisten. Andernfalls … hätte wohl nicht viel gefehlt und er hätte auf allen Vieren seinen Heimweg antreten müssen.“ Sie verzog dabei unschuldig ihren Mund zu einer Schnute.

    Noch einmal grinste Lelia und hob stolz ihren Kopf im Angesicht des Kompliment das ihr das Lied eingebracht hatte und sie nickte freundlich bei Elayas Vorstellung. Noch ehe sie selbst ihren Namen nennen konnte. „Und mitten drin der Vogelliebhaber“, fügte sie noch hinzu, angesichts Brennans zugedachter Rolle über Bardin und Artistin, „Ich würde nicht sagen, dass meine Kunst ausschließlich aus Worten besteht. Viele meiner Lieder bedürfen keinerlei Text und leben alleine von Klang und Rhythmus. Davon abgesehen entsteht die schönste Musik dann, wenn niemand zuhört.“ Sie schmunzelte. Wie oft saß sie alleine im Wald am Rande des Spiegelsees und hatte sich einfach von der Musik treiben lassen.

    „Andererseits … hat der Bock der dachte er sei ein Hirte bestimmt viel Potential um ein Erfolg zu werden.“ Sie machte eine kurze Pause. „Wenn ihr denkt es wäre leicht, könnt ihr euch aber gerne auch einmal daran versuchen“, sprach sie und hob ihr Streichinstrument in die Höhe. Die Glöckchen, die am Bogen befestigt waren schellten dabei leicht, was so manch irritierten Blick aus der näheren Umgebung auslöste.

    „Hinter jeder Note liegt ein Schweigen, das tiefer ist als das Meer; dort, wo die Schatten ihre wahren Namen flüstern.“

  • "Den Göttern sei Dank", quittierte sie Brennans Erwiderung, dass er das Predigen lieber anderen überließ, und grinste vergnügt über den Schlagabtausch. Als er die Bardin mit ihrem Namen ansprach, wurde ihr klar, dass die beiden sich bereits kannten. "Sehr erfreut, Lelia", wandte sich Elaya an sie. Brennan schien auf diesem Fest einige der jungen und hübschen Frauen zu kennen. Elaya behielt den Gedanken für sich und grinste nur in sich hinein. Als er ihre Antwort vernünftiger nannte als so manche Worte der Priester, hob sie eine Augenbraue, weil sie offenbar ganz ähnliche Ansichten darüber hatten. "Wahre Worte", sagte sie schließlich und hob zustimmend ihr Glas. "Und wer möchte schon ein fremdbestimmtes Leben führen", sinnierte sie leise. Das war etwas, das die Cath'shyrr gewiss nicht wollte. Sie trank einen Schluck, während Brennan über Lelias und ihre Kunst philosophierte. Als die Bardin ihm antwortete, musterte Elaya sie und hörte ihr interessiert zu. Hier und dort nickte sie, erkannte sie doch einige Parallelen zwischen der Satyrin und sich, während diese über ihre Musik sinnierte. Schließlich schaute sie zu Brennan. "Der Trick liegt darin, es einfach aussehen zu lassen", erwiderte sie nun ihrerseits. "Die Leute zahlen nicht für Misserfolge. Sie wollen staunen und träumen." Sie lächelte versonnen und sah dann zu Lelia. "Der Bock der dachte er sei ein Hirte", wiederholte sie. "Ist das der Titel?", fragte sie nach und grinste breit. Lelia konnte erkennen, dass das ihren Humor traf. "Daraus müsst ihr unbedingt ein Lied ersinnen. Ich bin mir sicher, das würde nicht nur Madame Federkiel gefallen." Als Lelia anbot, dass Brennan selbst das Spielen auf ihrem Instrument versuchen konnte, huschte ihr Blick mit einem Grinsen zu dem Mensch in der Runde. Auffordernd hoben sich ihre Augenbrauen, während sie Brennan vielsagend anschaute. Sie war neugierig, ob er es versuchen würde.

  • Brennan legte den Kopf schief und betrachtete die Lyra einen Moment, als würde er ernsthaft darüber nachdenken. Dann schüttelte er bestimmt den Kopf. "Das wäre vermutlich ein recht kurzes Konzert." gab er lachend zu. "Und man würde noch Wochen darüber sprechen - wohl aber weniger wegen der schönen Melodie." Brennan kannte seine Grenzen - und Musikalität gehörte ganz bestimmt zu ihnen.

    Sein Blick glitt wieder zu Elaya. "Der Trick liegt darin, es einfach aussehen zu lassen." wiederholte ihre Worte nachdenklich. "Nun, das dürfte auf mehr Dinge zutreffen als nur auf Kunststücke und Musik." Aufmerksam sah er zwischen der Bardin und der Artistin hin und her. "Die meisten Menschen glauben, Talent erkenne man daran, wie spektakulär etwas aussieht. Dabei erkennt man wahres Können meist daran, dass niemand darüber nachdenkt." Brennan hob leicht die Schultern.

    "Wenn eine Artistin fällt, spricht man darüber. Wenn sie mühelos durch die Luft wirbelt, wirkt es selbstverständlich. Wenn ein Musiker einen Ton verfehlt, hört ihn jeder. Wenn alles perfekt klingt, achtet niemand mehr auf die Schwierigkeit dahinter."

    Erneut schmunzelte der Dunkelhaarige, während er kurz an seinem Wein nippte.

    "Und wir Händler leben davon, dass ihre Kunden am Ende überzeugt sind, eine Idee sei ihre eigene gewesen. Nehmt unsere kleine Gesellschaft hier. Ihr beide zieht Blicke, ohne es überhaupt zu versuchen." Sein Blick glitt kurz zu Elaya. Dann zu Lelia. "Und trotzdem steht ihr hier mit einem Händler, der nichts tut außer zuhören."

    Nun blitzte das vertraute, spitzbübische Funkeln wieder in seinen Augen auf, während Brennans Blick ganz bewusst ihre Aufmerksamkeit suchte.

    "Obwohl dort drüben ein Mann steht, der schon seit mindestens fünf Minuten versucht, Elayas Aufmerksamkeit zu bekommen." Er deutete leicht mit dem Kopf nach rechts. "Und ich bin mir sicher, der Herr mit dem roten Wams sucht noch den Mut, euch anzusprechen, Lelia." Sein Blick ging kurz nach links.

    Das Schmunzeln auf Brennans Lippen wurde breiter. Sein Blick wirkte fast schon herausfordernd, während er das Weinglas erneut ein Stück näher an seien Lippen hob.

    "Die Frage ist – werdet ihr euch ihre Angebote anhören? Oder hat euch dieser Händler schon genug überzeugt, dass es eure eigene Idee ist, den Abend mit ihm zu verbringen?"

  • Lelia nickte noch einmal freundlich im Angesicht der Begrüßung von Brennans Begleiterin. „Es freut mich ebenfalls Elaya“. Als dieser ihre Lyra ablehnte konnte sie sich ein schelmisches Grinsen nicht verkneifen. „Etwas mehr Mut würde euch gut stehen, Brennan. Der Mut zu scheitern... und es trotzdem zu versuchen. Niemand, der es nicht versucht hat war damit je erfolgreich.“ Das konnte sich zwar eine Bardin, wie sie leisten … bei einer Akrobatin sah die Sache wieder anders aus, „Vorausgesetzt man verletzt sich dabei nicht ernsthaft.“ Sie betonte diesen Unterschied noch einmal sorgfältig.

    Als es um das Lied der Satyrin ging nickte sie. „Es ist der Arbeitstitel … und noch ausbaufähig. Ihr könnt gerne lauschen und mir sagen, was ihr vom Anfang haltet“ Sie räusperte sich kurz und begann mit einer gängigen Melodie die ersten Zeilen zu singen.

    „Da vorn steht ein Kerl, der nach Misthaufen stinkt, der beim Anblick von Hörnern an „Dienste“ schon denkt. Sein Rock glänzt vor Fett, sein Verstand ist ein Loch, er führt mich zum Tanz wie ein Schlächter den Och'. Er fasst mich grob an und er schleift mich voran, als wär' er ein Hirte – und ich sein Gespann.

    Mäh, macht der Hirte, wenn er Frauen sieht, weil sein Gehirn wohl vor den Schafen flieht! Er hat den Verstand auf der Weide vergessen, wahrscheinlich hat ihn dort ein Hammel gefressen!“ Sie machte eine kurze Pause.

    „Weiter bin ich bisher noch nicht gekommen. Falls ihr noch Ideen habt … nur raus damit.“ Sie warf den am Tisch Anwesenden abwechselnd einen Blick zu.

    Etwas ungläubig blickte sie zu Brennan, der weiter ins philosophieren geraten war. Und von den Blicken sprach, die die beiden Blondinen offensichtlich auf sich zogen, während er von Männern in der näheren Umgebung sprach, die die beiden bereits ins Auge gefasst hatten. Ihre Augenbrauen schoben sich zusammen. Was wollte er ihnen nun damit sagen? Wollte er sich oder ihnen etwas beweisen? Konnte er den Abend nicht einfach genießen?

    „Ich … schätze darüber kann ich erst nachdenken, wenn die werten Herren gewillt sind mir ihre Angebote zu unterbreiten“, erwiderte sie schulterzuckend, „Davon abgesehen … wer sagt, dass es eure Gesellschaft ist, die mir den Abend versüßen wird.“ Sie schenkte Elaya einen gespielt koketten Blick zu, während sie an ihren Wein nippte.

    „Hinter jeder Note liegt ein Schweigen, das tiefer ist als das Meer; dort, wo die Schatten ihre wahren Namen flüstern.“

  • Sie musterte Brennan und war fast ein wenig enttäuscht, als er Lelias Angebot, die Lyra auszuprobieren, ausschlug. Die Bardin empfahl ihm mehr Mut, was sie grinsen ließ. Als sie auf etwaige Verletzungen in ihrem Beruf zu sprechen kam, winkte Elaya ab. "Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Man muss sich auch mal überwinden und etwas Neues ausprobieren", sagte sie, aber vielmehr in Lelias Richtung. Es lag nicht in ihrer Absicht, mit ihren Worten Brennan zu provozieren. Sie wollte nur deutlich machen, dass auch in der Artistik Rückschläge normal waren und man den ein oder anderen blauen Fleck in Kauf nehmen musste. Als die Bardin die ersten Strophen ihres Liedes anstimmte, spitzte Elaya die Ohren. Die Cath'shyrr bewegte den Kopf sacht im Takt der Musik und grinste breit bei den Worten der Bardin, bis sie dann beim letzten Satz amüsiert schnaubte. "Das gefällt mir außerordentlich gut. Und das in so kurzer Zeit." Ihr Erstaunen, was Lelia in der kurzen Zeit kreiert hatte, war echt. Dann dachte sie über das Verhalten ihres zugeteilten Tanzpartners und sein Gebaren nach und tippte sich überlegend ans Kinn. "Ihr könntet noch einbauen, dass er sich für den größten Charmeur hält, obwohl sein Auftreten das genaue Gegenteil ist", überlegte sie laut. "Das Dichten überlasse ich lieber euch. Aber ich höre mir gerne mehr an, wenn ihr soweit seid", bot sie an.

    Als Brennan in den Raum warf, dass sie Blicke auf sich zogen, hob Elaya fragend eine Augenbraue. Sie hatte nichts davon mitbekommen, da ihre gesamte Aufmerksamkeit ihm und Lelia galt. Elaya runzelte die Stirn und schaute demonstrativ nicht in die Richtung, in die er deutete. "Dann hat er die letzten Minuten aber nicht sehr effektiv genutzt", meinte sie trocken. "Wo wir doch gerade von Mut sprachen..", murmelte sie und es blitzte herausfordernd in Elayas Augen, mit denen sie Brennan betrachtete. Bei Lelias Antwort schnalzte sie mit der Zunge. "Jetzt setzt ihr Brennan aber unter Druck." Elaya kicherte und hob ihr Glas in Richtung der Bardin, um keine Antwort verlegen. "Ich bin mir sicher, dass man mit euch einen wunderbaren Abend haben kann." Sie trank ebenfalls von ihrem Wein, der langsam, aber sicher zu neige ging. Schließlich stellte sie ihr Glas auf der Tischplatte ab. "Ihr glaubt also wirklich, dass das eure Idee gewesen war", meinte sie dann gen Brennan. "Das spricht von einem gesunden Selbstbewusstsein. Ihr müsst ein guter Händler sein." Sie betrachtete Brennan amüsiert und fand immer mehr Spaß an ihrer derzeitigen Gesellschaft.

  • Brennan lauschte dem kurzen Spottlied der Satyrin, während er im Takt leise mit dem Finger an sein Weinglas tippte. Am Ende der Strophe sah man ihn zustimmend nicken.

    "Ein solider Anfang, der Rhythmus geht ins Ohr, Lelia", kommentierte er lächelnd. "Aber ich bin mir sicher, ihr könntet es auch weniger spöttisch. So viel Galle wird euch nicht gerecht.“

    Als die Bardin den Satz hinterherwarf, wer denn sage, dass seine Gesellschaft ihr den Abend versüßen würde, breitete sich auf Brennans Gesicht ein breites Grinsen aus. Kein verletzter Stolz war in den dunklen Augen des Händlers zu sehen – im Gegenteil, sein Blick wirkte äußerst amüsiert. Kumpelhaft berührte er Leila an der Schulter.

    "Ihr hättet doch etwas sagen können!" Lachte er und hob die Hände unschuldig in Richtung der Satyrin. "Es tut mir leid, ich möchte eurer… vielversprechenden Unterhaltung natürlich keineswegs im Weg stehen."

    Er wandte sich wieder der Artistin zu und das Funkeln in seinen dunklen Augen glomm wieder auf, als sie seine Händler-Theorie so treffend aufgriff. "Ein guter Händler muss nicht selbstbewußt, aber immer von der Qualität seines Angebotes überzeugt sein. Und er versucht nichts dem Zufall zu überlassen." Er zwinkerte ihr zu, die Stimme ruhig und mit diesem wissenden Unterton. "Aber ein guter Händler sollte auch erkennen, wann es Zeit ist, ein Angebot wirken zu lassen." Mit gespieltem Bestürzen sah Brennan in sein Weinglas - in dem nichts mehr als der Boden zu sehen war.

    "Die Damen, ich bitte mich für einen Moment zu entschuldigen - der Tanz hat mich doch durstiger gemacht, als erwartet. Darf ich euch noch ein Glas mitbringen?" Dann nahm er die leeren Gläser auf, flüsterte Lelia in verschwörerischen Tonfall "Nutzt die Zeit!" zu und drehte den beiden Frauen den Rücken zu um in Richtung des Ausschankes zu verschwinden.


    Er kam nicht weit, da sah man ihm mit einem Mann im roten Wams sprechen - doch um was es ging war an Mimik und Gestik nicht zu erahnen.

  • „Verteidigung? Wer hat denn gesagt, dass Ihr Euch verteidigen müsst?“, fragte die Schwarzhaarige und lächelte ein belustigtes Lächeln. „Es gibt weder etwas, für das Ihr eine Entschuldigung finden müsstest noch etwas, für das Ich Euch verteidigen müsstest.“ Sie verstand den Corvae in dieser Situation nicht, er hatte es ihr doch freigestellt, sich selbst zu versorgen und nun, wo sie dies getan hatte, hatte es an seinem Stolz gekratzt? Verstand einer die Männer. Ganz gleich welcher Rasse oder welchem Volk sie angehörten. Da sie von Mordecai nichts erwartete, würde es ihm auch nicht gelingen, sie zu enttäuschen. Aber vielleicht war das auch etwas, was nicht jeder verstand. Sie war sich nicht sicher, und wollte um dieses Thema nicht herumdiskutieren.

    Das klingt auch nicht so schlecht? Innerlich amüsierte sie sich über die nicht sonderlich positive Einstellung und Wortwahl des Corvae, sagte aber nichts dazu. Sie war mit ihrer Wahl des Getränks mehr als zufrieden.

    Gut gelaunt beobachtete sie die widerstreitenden Empfindungen, in des Corvaes Antlitzes. Doch hatte er sich dann dazu entschieden, ihrem Angebot zu folgen. Sie schob die von ihm gewählte und gekostete Frucht noch weiter zum Ende der Spitze des Spießes. „Der Rest gehört natürlich auch Euch“, meinte sie und wartete, bis ihr Begleiter den Rest der Frucht zu sich genommen hatte. Dann ließ sie sich die nächste davon schmecken und meinte, als ihr Mund wieder frei war: „Die Stände haben wirklich einiges zu bieten. Ich denke, dass fast jeder findet, was auch immer er sucht oder nicht sucht.“ Tasha lachte leise und nahm einen Schluck von ihrem Getränkt.

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