[Fest des Erwachens] Der Silberquell-Pavillon

  • Elaya grinste amüsiert über Lelias Worte, die sie ziemlich treffend wählte. Es war wirklich noch kein Meister vom Himmel gefallen. Allerdings nahm die Cath'shyrr es mit einer gewissen Leichtigkeit hin, dass sie der Lyra nicht die harmonische Melodie entlocken konnte, die sie im Sinn gehabt hatte. Das Keinhorn kommentierte sie mit einem amüsierten Auflachen. "Ich las einmal von einem Neinhorn", warf Elaya mit einem Grinsen ein und winkte ab. "Aber das ist eine andere Geschichte."

    Über Brennans Meinung darüber, was einem am besten stand, verzog Elaya zustimmend den Mund. "Das scheint mir eine anständige Ansicht zu sein", sagte sie mit einem Lächeln. Sein folgendes Kompliment überraschte sie dann sichtlich, weil es unerwartet kam. Sie hatte Brennan solch eine Offenheit nicht zugetraut. Elaya betrachtete den Händler für einen Moment. "In euch scheint ein Charmeur zu stecken", kommentierte sie und ihr Ton machte deutlich, dass es sie überraschte. Schließlich griff auch sie nach ihrem Glas. "Wenn die Gesellschaft stimmt, ist das mit der Leichtigkeit ganz einfach." Ihr Blick huschte an Brennan vorbei, wo etwas ihre Aufmerksamkeit erregte. Sie sah die Frau im nachtblauen Kleid, die sich samt Navaron und der rothaarigen Tanzpartnerin, deren Name sie nicht kannte, dem Pavillon näherte. Elaya runzelte kurz die Stirn, denn Amelie sah wenig begeistert aus, nachdem Brennans Bote sie aufgesucht hatte. Der grüne Blick mit den katzenhaften Pupillen kehrte zurück zu Brennan und sie hob ihr Glas ein Stück. "Auf die Leichtigkeit also. Und darauf, dass sie uns noch ein wenig erhalten bleibt." Mit einem frechen Schmunzeln deutete sie in Richtung Amelie. Dann sah sie mit einem Lächeln zu Lelia und prostete auch ihr zu.

    Während sie trank, ließ sie ihren Blick schweifen, wie sie es für gewöhnlich tat. So fiel der grüne Blick unbewusst auf den Corvae in ihrer Nähe - oder vielmehr auf das, was er in diesem Moment auf den Hocker neben sich hob. Elaya stutzte und hätte sich fast an dem Wein verschluckt. Sie unterdrückte gerade noch so einen Husten. Was bei Minaril war denn das? Die Artistin starrte den kindsgroßen Schimpansen mit seinen Flügeln für einige Sekunden lang an, bevor sie sich wieder fing. Gerade hatten sie noch über Einhörner geredet und nun das. Mit einem Räuspern, um dem Hustenreiz entgegenzuwirken, stellte sie ihr Glas ab. "Liegt das an dem Wein oder seht ihr, was ich sehe?", raunte sie Lelia und Brennan zu, falls letzterer nicht gerade von Amelies Näherkommen abgelenkt war, und deutete mit dem Kinn in Richtung des Corvae.

  • RE: [Fest des Erwachens] Der erste Tanz —>

    Die Stände waren gut besucht, aber die Anstehenden wurden auch rasch bedient. Amelieerhielt den gewünschten Kirschwein, von dem sich Navaranon ebenso einen Becher, aber gestreckt einschenken ließ und Daishaneewürde bekommen, was sie sich wünschte. Navaron ließ es sich nicht nehmen, für die Becher zu bezahlen. Dann hob der Braunhaarige leicht seinen Becher und meinte: „Ich möchte den bezaubernden Damen meinen Dank aussprechen, dass sie mir den wohl besondersten Tanz dieses Abends geschenkt haben. Ich hatte wahrhaftiges Glück, dass sich die Karten unserer Farben so sehr ähneln und Amelie so einfallsreich in der Lösungsfindung war. Auf einen noch weiterhin schönen Abend für jeden von uns.“ Er trank einen Schluck und ließ seinen Blick interessiert wandern, ehe er bei seiner Begleitung einkehrte: „Seid Ihr aus der Stadt? Oder zugezogen?“, fragte er dann, da er nichts, aber auch gar nichts über die anderen wusste.

  • Atashkada hatte nicht einmal den Hauch einer Idee gehabt, was in Mordecai gefahren war, und auch jetzt fragte sie sich, was das hier sollte. Er hatte einen Affen mit an ihren Stehtisch gebracht. Sie wusste wirklich nicht, was sie dazu sagen sollte. Denn, dass dies mehr als nur neugierige Blicke auf sich zog, konnte man nicht von der Hand weisen und auch, dass dies Mordecai nicht recht zu sein schien, da er den Affen mit seinem Gehrock zu schützen versuchte. Was natürlich nicht gelang. Wie auch?

    „Das kann ich mir vorstellen“, meinte sie, als er sagte, dass das nicht geplant war. „Wie habt Ihr das Treiben Eurer Prinzipalin entdeckt? Und wird sie nicht verärgert sein, wenn sie entdeckt, dass man gegen ihre Order handelt?“ Tasha verstand die Worte des Corvae nicht. Denn für einen Zirkus musste man Werbung machen und wenn ein solcher Tiere beherbergte, wurden diese hier und da auch benutzt. Nicht, dass sie das richtig fand, aber dass sich Mordecai nun gegen die Prinzipalin auflehnte und dies unterband? Ob das nicht Ärger nach sich zog? Und ob ein solches Fest ein besserer Ort für einen Affen war, wagte die Schwarzhaarige zu bezweifeln. Dennoch wollte sie von Mordecai wissen: „Was habt Ihr nun vor?“

  • Mordecais Mundwinkel zuckten leicht. Er verschränkte seine Arme vor der Brust. Die dunklen Federn, die an seinem Unterarm heraus wuchsen glänzten im Licht der Laternen. „Nicht halb so verärgert, wie ich es gerade bin“, antwortete er ehrlich und bestimmt. Er war weder der Prinzipalin, noch Atashkada Rechenschaft schuldig und im Grunde war auch nicht wirklich relevant wie er den Affen entdeckt hatte. „Ich … bin schon seit geraumer Zeit nicht gut auf sie zu sprechen. Das ist ihr sehr wohl bewusst.“, ließ er dann doch noch einen Hinweis fallen, nicht sicher ob er noch näher darauf eingehen sollte. Die pragmatische Haltung seiner Gegenüber und die Tatsache, dass Sölvi zusah und das alles mitbekam hatte ihn vorsichtig werden lassen. Wer wusste schon, ob sie nicht doch heimlich von Valeska bezahlt wurde um ihn zu … beschäftigen oder an Informationen heran zu kommen, die nicht für die Prinzipalin bestimmt waren.

    „Gute Frage...“, fing er an über der Schwarzhaarigen letzte Worte nachzudenken und sah dem Affen ins Gesicht, der ratlos seinen Blick zwischen den beiden hin und her wechselte, dann nach seinem Becher griff und verstohlen einen Schluck Wasser trank. „Was meinst du Sölvi? Sollen wir uns diesen Abend nun verderben lassen?“ Das angesprochene vermeintliche Tier setzte seinen Becher wieder ab und presste die Lippen aufeinander und blies durch, sodass ein lautloses „Prrr“, entstand während es mit den Kopf schüttelte. „Was meint ihr Atashkada? Habt ihr eine Idee, wie man sie auf dem Fest integrieren kann ohne der Lächerlichkeit preis zu geben?“ Er machte eine kurze Pause und sah die Vertreterin der Fahrenden noch einmal mit einer gewissen Ernsthaftigkeit an und fügte etwas leiser hinzu, „Ich könnte gut verstehen, wenn ihr nun mit all dem hier nichts zu tun haben wollt. Das hier ist keine leichte Kost … so viel ist sicher.“

    Mordecai Belasquín

    „Man kann die Feder brechen, aber nicht den Strich, den sie zog.“

    Edited 2 times, last by Mordecai (June 9, 2026 at 5:34 AM).

  • Mordecai sah ob Atashkadas Nachfragen noch verärgerter aus, als eh schon und sie fragte sich, was sie nun schon wieder falsch gemacht hatte? Scheinbar durfte sie kein Interesse an dem zeigen, was ihr ihr zugedachter Tanzpartner für den ersten Tanz tat oder dachte oder wollte. Wie gut, dass der Tanz bereits vorbei war und es ihr frei stand, sich nach anderer Gesellschaft umzusehen, denn noch länger würde sie das Fest so nicht verbringen wollen.

    Seine Worte verstand sie natürlich wieder nicht, den Inhalt schon, den Sachverhalt nein. Aber sie wagte es nicht, erneut nachzufragen, da sie jedes Mal eine etwas barsche Abfuhr erhielt oder ihre Fragen einfach ignoriert wurden. Sollte er seine Worte und Geschichten doch für sich behalten! Tasha verlor immer mehr das Interesse an ihrem Gesprächspartner, was aber nicht schlimm war, da man sich auch nicht mit jedem verstehen musste oder gar konnte. Außerdem ging sie das, was zwischen Mordecai und seiner Prinzipalin vorging, auch absolut nichts an.

    Als der Corvae den Namen des Affens sagte, fiel der Dheoran wieder ein, was Mordecai ihr beim Tanzen erzählt hatte. Seine Ziehtochter? ‘Sie trägt eine Maske, die sie nicht ablegen kann. Eine, die viel pelziger und unhandlicher ist, als es einem jungen Mädchen zusteht.’ Tasha war sich nicht sicher, was sie nun von all dem halten sollte. Ob das Mädchen wirklich einem Fluch unterlag? Oder ob das einfach nur eine Geschichte von Zirkusleuten war? Atashkada hatte nichts für große Affen übrig. Sie konnte nicht einmal sagen, warum. Aber so war das eben nunmal. Der eine mochte Katzen lieber, der andere Hunde, der nächste beides und dann gab es sogar Leute, die gar keine Tiere mochten. Gut, letzteren sollte man vielleicht mit Vorsicht begegnen. Dennoch gab es eben verschiedene Vorlieben, warum auch immer. Zehn oder elf Jahre, im Alter der Corvae, hatte Mordecai gesagt, soll Sölvi sein. Was nicht viel anders als das Alter eines Menschen war.

    “Nein”, war die ehrliche Antwort der Dheoran. “Das hat aber weniger mit der Lächerlichkeit zu tun, sondern eher damit, dass Sölvi jetzt schon die Neugier auf sich zieht und sie wird mit Sicherheit nicht weniger werden.” Denn wo waren die Bewohner von Dörfern und Städten eben. Neugierig und immer in Sorge, etwas zu verpassen. Tasha trat auf Sölvi zu, legte ihre Hand an die Wange, wie sie es auch bei einem echten Mädchen tun würde, in dem Alter, das ihr genannt worden war, und streichelte sanft darüber.
    “Wenn es Sölvi nicht stört, dass sie die Blicke auf sich ziehen wird und über sie gesprochen wird, dann solltet Ihr das Fest ganz normal verbringen, wie jeder andere auch.” Dann trat sie wieder zurück. “Gleiches gilt natürlich auch für Euch, Mordecai. Ich kann hier nicht sagen, was richtig oder falsch ist, gut oder schlecht.” Sie hob sacht die Schultern. “Aber nun könntet ihr gemeinsam das Geschenk aussuchen.”

    Das mit der keine leichte Kost, verstand die Schwarzhaarige wieder nicht. Denn ja, es war seltsam, auf einem solchen Fest einen Affen an seiner Seite zu haben. Aber wenn es die beiden nicht störte, wer wäre sie dazu etwas zu sagen? Nur hatte sie nicht vor, das dritte Rad am Wagen zu sein oder sich mit ihren neugierigen Fragen weitere Abfuhren einzuholen.

  • Etwas teilnahmslos sah Mordecai sie an. Er war sich nicht sicher, was sie nun dachte oder welche Schlüsse sie zog. Ob sie nun wirklich eine von Valeskas Spionen war oder einfach nur nicht wusste, wie sie mit der Situation umgehen sollte. Was er ihr jedoch hoch anrechnen konnte war, dass sie bis jetzt immer noch ruhig und gefasst war. Und … sie war immer noch hier und nicht längst geflüchtet, weil ihr das alles zu viel geworden war.

    „Ich weiß...“, sprach er leise aus, als sie davon sprach, dass Sölvi auch jetzt schon alle Blicke auf sich zog. Selbst ohne diese alberne Narrenkappe, die sich immer noch im Korb befand. Er spürte, wie sich ein Klos um seinen Hals legte und seine Augen wurden glasig, als Tasha näher an sie heran trat und über ihre Wange strich. Es rührte ihn... „Das ist wahrlich nicht das Leben … was ich mir für sie gewünscht habe“, sprach er mit belegter Stimme und griff nach seinen Hals, ehe er zu hüsteln begann.

    Er nickte vorsichtig auf die Worte der Fahrenden hin, das Fest trotzdem so zu feiern, wie es andere taten. Was hätte er denn für Alternativen? Dass er sich mit ihr auf den Weg nach Hause machen und die beiden den Abend wieder einmal zu zweit im Wohnwagen verbringen würden. Etwas, das später immer noch eine Option war, wenn es ihnen zu viel wurde oder etwas geschehen würde, das die Situation eskalieren ließ. Es wäre nicht das erste Mal, dass jemand sich über die Kleine lustig machte und er eingreifen musste.

    Er lächelte müde, als es um das Geschenk ging, während Sölvi neugierig zu ihm hinüber sah. Nicht dass es ihm nicht tatsächlich ein Anliegen war ihr etwas Schönes mitzubringen. Insgeheim hatte er auch gehofft, seine Begleiterin bei dieser Aktion etwas mehr aus der Reserve locken zu können. Schließlich war sie aus seiner Warte niemand der von sich aus viel erzählte und so konnte er zumindest gemeinsam etwas mehr über sie und ihren Interessen heraus zu finden. „Ihr seid immer noch herzlich eingeladen uns dabei zu unterstützen … oder mir nachher noch Gesellschaft zu leisten. Natürlich nur dann, wenn ihr noch Lust dazu habt.“ Er lächelte dabei aufrichtig freundlich. Vielleicht wollte sie aber auch jetzt lieber doch das Weite suchen oder gerade lieber etwas anderes tun. Der Corvae würde es ihr frei stellen. Sie war nicht seine Gefangene. Und er niemand, der jemanden fest halten würde, der nicht bei ihm sein wollte.

    Mordecai Belasquín

    „Man kann die Feder brechen, aber nicht den Strich, den sie zog.“

    Edited once, last by Mordecai (June 10, 2026 at 7:38 AM).

  • Brennans Blick folgte Elayas Andeutung zunächst nur flüchtig. Doch dann entdeckte auch er das seltsame Geschöpf auf dem Hocker des Corvae. Für einen kurzen Moment schwieg er.

    "Nun.." begann er dann ".. entweder sehe ich dasselbe wie ihr oder der Wein hier ist deutlich stärker, als erwartet." Schmunzelnd blickte er in sein Glas.

    "Wobei ich nach den bisherigen Ereignissen des Abends beinahe geneigt bin, dem Affen mit Flügeln weniger misstrauisch zu begegnen als manchem Festgast." In Anspielung an Lelias unschöne Begegnung zwinkerte er ihr zu. Dann hob er sein Glas, trank einen Schluß und ließ seinen Blick kurz über die Menge wandern. Dabei nahm er aus den Augenwinkeln die kleine Prozession um Amelie, herum wahr, die sich langsam dem Pavillon näherte.

    "So angenehm eure Gesellschaft auch ist.." sagte er schließlich und stellte seinen Becher ab. ".. ich fürchte, ich muss euch für eine Weile verlassen. Ein alter Bekannter hat mich grade leidvoll mehrfach daran erinnert, dass ich ihm noch einen Gefallen schulde. Und wenn ich weiterhin so erfolgreich vor dieser Verpflichtung davonlaufe, wird er vermutlich anfangen, nach mir zu suchen."

    Ein warmes Lächeln glitt über seine Züge.

    "Ich würde nur ungern riskieren, dass dieser ausgesprochen angenehme Abend durch geschäftliche Zwischenfälle verdorben wird..."

    Er verneigte leicht den Kopf.

    "Genießt den Wein. Und falls ihr später noch hier seid, hoffe ich, dass ich mich wieder zu euch gesellen darf."

    Mit einem letzten Nicken wandte sich der Händler ab und verschwand zwischen den Festgästen in Richtung der Blauregen-Lauben.

    Edited once, last by Brennan (June 11, 2026 at 10:07 AM).

  • Die Dhoran war sich natürlich nicht sicher, wie genau die Situation und Lage von Mordecai und die von Sölvi war. War Sölvi wirklich ein Mädchen? Vielleicht auch aus dem Volk der Corvae? Und hatte es ein Fluch ereilt? Oder ein missglücktes Experiment? Oder war der Affe vielleicht einfach nur ein Affe und Mordecai ein wenig verwirrt, was dies anbelangte? Sie wusste es nicht und ob es sie interessierte, wusste Atashkada auch nicht. Aber sie glaubte den Worten des Corvae, dass er sich etwas anders für Sölvi wünschte, als als aufmerksamkeitsheischende Attraktion Verwendung zu finden.

    “Ich… das ist sehr nett von Euch Mordecai. Aber ich denke, Eure Aufmerksamkeit sollte jetzt, wo Sölvi da ist, ihr gehören und nicht durch meine Anwesenheit abgelenkt werden.” Kinder, und so wollte Tasha Sölvi für Mordecai sehen, sollten die Aufmerksamkeit ihres Vaters oder Ziehvaters auf einem solchen Fest nicht teilen müssen. Vor allem, da dies für beide etwas Besonderes zu sein schien. Und sie, die Fahrende in ihren bunten Kleidern, war kein besonders gutes Schutzschild, um Blicke abzuhalten. Sicher wäre sie noch auf die ‘Schatzjagd’, für ein Geschenk für Sölvi mit ihm gegangen, aber nun, da sie hier war und vielleicht sogar selbst entscheiden konnte, wollte die Schwarzhaarige sich da nicht einmischen.

  • „Ein … Neinhorn?“, fragte die Satyrin noch einmal nach, denn diese Wortspielerei verstand sie gerade nicht. „Na wenn das so ist … dann ich ab jetzt ein Zweihorn“, sprach sie aus, was offensichtlich ist und tat so, als wäre das eine neue Errungenschaft, die noch nie jemand entdeckt haben möge. „Das ist wohl wahr...“, erwiderte sie auf der Cath'shyrr´s Aussage hin, wie viel leichter es um die Leichtigkeit stand, wenn man in guter Gesellschaft war. So trank sie einen Schluck von ihrem Getränk. „Oh … das ist gut, sehr gut sogar, danke Brennan...“

    Das Thema änderte sich rasch, als die Blonde zu hüsteln begann. Auf ihre Aufforderung blickte sie nun ebenfalls in die besagte Richtung. Da stand ein Corvae, wie er im Buche stand. Daneben war eine Chimäre die sie so noch nicht gesehen hatte. Plötzlich erinnerte sie sich an ein Plakat, das sie noch vor wenigen Tagen gesehen hatte, wie auch ein Gespräch zweier Damen, die sich über diesen Mann unterhielten. Noch ehe sie weiter darüber nachdenken konnte war es Brennan der über so manchen Festgast sprach und ihr zuzwinkerte. Irritiert blinzelte sie, nicht sicher, was er ihr damit sagen wollte. Es war schwierig für sie zu erkennen, was los ist wenn die meisten Leute es bevorzugten mit verdeckten Karten durch die Welt zu marschieren. Wie viel angenehmer wäre es, wenn die Leute einander einfach die Wahrheit sagen würden. Dann konnte sie wesentlich besser darauf reagieren und Stellung dazu nehmen.

    „Schade“, sprach sie, als Brennan sich wieder einmal verabschiedete. Er machte das sehr häufig. Bereits heute schon das dritte Mal und insgesamt noch ein 4. Mal in der Taverne während sie in ihr Spiel vertieft war. „Alles klar … dann macht es gut einstweilen“, murmelte sie und verzog kurz ihre Lippen. Vielleicht bot sich später noch die Gelegenheit ihn kurz zur Seite zu nehmen und sich über das zu unterhalten, was gerade zwischen den Zeilen im Verborgenen lag. Wenn nicht, würde sie vielleicht doch noch einen Besuch bei seinem Laden abhalten, beschloss sie für sich.

    „Und im Nu verschwindet er... auf bald das er wieder auftaucht...“, sprach sie etwas schmunzelnd zu seiner Begleiterin, die vorhin noch auf den Corvae aufmerksam gemacht hatte. „Meint ihr die Gerüchte stimmen, die man sich über ihn erzählt?“, fing sie an und näherte sich der Grünäugigen. „Vor ein paar Tagen hörte ich, wie sich ein paar Damen darüber unterhielten, er sei ein Nekromant und er habe diesem Tier Flügel angenäht um über den Verlust seiner Tochter hinweg zu kommen.“

    „Hinter jeder Note liegt ein Schweigen, das tiefer ist als das Meer; dort, wo die Schatten ihre wahren Namen flüstern.“

    Edited once, last by Lelia (June 14, 2026 at 7:20 AM).

  • Für einen Augenblick lang sah der Corvae Atashkada an und er nickte. Ein Teil von ihm war erleichtert. Nicht weil er sie jetzt los wäre. Doch jetzt wo Sölvi hier und Valeska bestimmt nicht weit entfernt war, so wäre es vermutlich nur eine Frage der Zeit gewesen, bis sie ihre metaphorischen Krallen nach ihr ausgestreckt hätte. Er wusste, welche Ausmaße ihr Handeln nach sich ziehen könnte. Der lebende Beweis für die Gefahr saß direkt neben ihm auf dem Hocker. Eine Kuriosität, welche die Neugier der Zuschauer anziehen sollte wie ein Magnet und dem war auch so.

    Wem kümmerte da schon die Wahrheit? Eine Wahrheit die sich sogar ganz gut verkaufte, ebenso wie die hartnäckigen Gerüchte, die über seine Wenigkeit im Umlauf waren. Es war wie ein Wespennest bei dem man gut beraten war, lieber nicht hinein zu stochern. “Wir bewegen uns weiter, öffnen neue Türen und tun neue Dinge, weil wir neugierig sind und die Neugier uns immer wieder auf neue Wege führt”, wiederholte er in Gedanken was die Fahrende ihm heute gesagt hatte und musste dabei schmunzeln.

    „Ihr habt recht. Sölvis Wohlergehen liegt mir sehr am Herzen, ebenso wie ihr weiteres Schicksal“, gab er zu. Ein Schicksal das er mit ihr teilte. Dem er nicht entkommen konnte, selbst wenn er es wollte, nicht einmal für einen Abend. Wie konnte er nur glauben, dass es anders wäre? Inständig hoffte er jedoch, dass es nicht für immer so sein würde. Doch welchen Preis würde er diesmal dafür zahlen müssen?

    „Eine weise Entscheidung“, sprach er, während er wieder einmal sein Monokel zurecht rückte und nach seinem Stock griff. Wer konnte es der Puppenspielerin vom fahrenden Volk verübeln? „Vielleicht kreuzen sich unsere Wege irgendwann erneut. Bis dahin, genießt die Annehmlichkeiten des Festes und ... passt gut auf Euch auf.“ Während er sprach sah er wie die geflügelte Schimpansin ihre Hand hob um ihr zum Abschied zu winken. Ein flüchtiger Moment der Leichtigkeit, der so gar nicht zu der Schwere aus seinem Inneren passen wollte.

    Mordecai Belasquín

    „Man kann die Feder brechen, aber nicht den Strich, den sie zog.“

    Edited once, last by Mordecai (June 13, 2026 at 8:46 AM).

  • Atashkada freute es, dass Mordecai auch der Ansicht war, dass seine Aufmerksamkeit nun seiner Ziehtochter gelten sollte. “Ich wünsche euch beiden auch einen wundervollen Abend. Auf dass er nur noch schönes für euch bereithalten mag und vielleicht die ein oder andere Süßigkeit.” Hier zwinkerte sie dem Affen zu, ob sie nun ein wahrhaftiges Kind war oder nicht, ihre Wünsche waren ernst gemeint und kamen von Herzen. “Passt auch gut auf euch auf und genießt den Abend.” Tasha sah den beiden nach. Ziehvater und Ziehtochter. Und auch wie winkte Sölvi zu. Wer wusste schon, was die Götter für ihre Wege vorgesehen hatten. Aber Mordecai hatte es ja auch durchaus selbst in der Hand, denn er wusste wo die Fahrenden lagerten. Als die beiden langsam von den anderen Gästen verschluckt wurden, machte sich Tasha auf daran selbst etwas umherzulaufen, noch hatte sie nicht alles gesehen.

  • So ganz konnte sie ihren Blick nicht von dem geflügelten Affen abwenden. Sie hatte noch nie so ein Geschöpf gesehen und war entsprechend fasziniert davon. Und laut Brennans Worten konnte sie ihren Augen noch trauen. Als sich der Händler so plötzlich von ihnen verabschiedete, erntete er einen überraschten Blick von der Cath'shyrr. "Dann drücke ich euch die Daumen für dieses wichtige Geschäft." Sie lächelte ihm zum Abschied zu und sah ihn für einige Augenblicke hinterher. Dann sah sie mit einem Schmunzeln zu Lelia. "Diesen Mann scheint so einiges umzutreiben", kommentierte sie belustigt die Worte der Satyrin. Diese kam dann auf das geflügelte Tier von vorhin zurück zu sprechen und unweigerlich huschten Elayas Augen erneut zu eben jenem, während Lelia die Gerüchte weiter trug, die sie über den Corvae gehört hatte. "Tatsächlich..", murmelte Elaya nachdenklich und betrachtete den Rabenmann. Sie kannte die Geschichten, die man sich über die Corvae erzählte. Sie hatte einiges über dieses Volk und manches über den Rabenmann aus Nir'alenar im Besonderen gehört, der, wie sie wusste, zu dem Zirkus gehörte, der seine Zelte hier aufgeschlagen hatte. Im Grunde wusste sie jedoch nichts genaues über ihn. "Ich habe auch so einiges über ihn gehört." Die Cath'shyrr zuckte mit den Schultern. "Aber ehrlich gesagt erzählt man sich solche Geschichten über jeden, der interessant genug ist. Vielleicht ist er wirklich ein Nekromant. Oder nur ein sonderbarer Mann mit einem sonderbaren Haustier." Sie grinste kurz auf und trank noch einen Schluck, während sie über den Corvae nachdachte. Dann kehrte ihre Aufmerksamkeit aber ganz und gar zurück zu der Bardin an ihrer Seite. "Genug von seltsamen Männern. Lebt ihr hier in Nir'alenar oder seid ihr nur wegen des Festes in der Stadt?", fragte sie dann frei heraus und musterte die Bardin, über die sie gerne mehr erfahren wollte.

  • „Es scheint wohl so...“, bestätigte die Bardin die Aussage der Cath'shyrr. So ganz schlau wollte sie immer noch nicht aus jenen werden der sich Brennan nannte. Irgendwie wirkte er auf sie sehr unnahbar und sie ahnte, dass er das eine oder andere Geheimnis hütete. Möglicherweise aber irrte sie auch und er hatte einfach eine etwas strengere Erziehung genossen. Abseits der Wildnis und des Waldes hatte sie nur eine leise Ahnung, wie so ein Leben aussehen könnte. Der Baron in den sie sich einst verliebt hatte führte ein derartiges Leben. Es war wie ein Gefängnis für sie gewesen.

    Noch mehr Gerüchte rankten jedoch um den Rabenmann und auch die Grünäugige hatte davon gehört. „Gut möglich, dass es auch Absicht ist um die ganzen Aufführungen interessanter zu gestalten“, fügte sie ihre eigenen Gedanken zu dem Thema hinzu und nahm nun ebenfalls einen Schluck. Eines musste man Brennan lassen. Er hatte einen guten Geschmack was Getränke anging. Während Brennans Tanzpartnerin die seltsamen Männer ansprach, machte sich der zuletzt ausgesprochene auch schon mit seine Haustier auf den Weg zu den Ständen und verschwand in der Menge während seine Tanzpartnerin eine andere Richtung einschlug. „Ich … habe erst seit kurzem eine Unterkunft im Hafenviertel. Sie ist … nicht besonders groß, aber die Aussicht ist wunderschön“, antwortete sie auf die Frage, die ihr soeben gestellt wurde, „Und … wie steht es um euch?“

    „Hinter jeder Note liegt ein Schweigen, das tiefer ist als das Meer; dort, wo die Schatten ihre wahren Namen flüstern.“

  • Mit einem zustimmenden Laut gab die Cath’shyrr Lelia noch Recht. Sie konnte sich sehr gut vorstellen, dass die Gerüchte über den Rabenmann das Interesse unter den Leuten weckte und den ein oder anderen in den Zirkus lockte. Schließlich wollte sie aber etwas persönlicheres über die Bardin wissen. Aufgrund der Antwort der Anderen nahm sie an, dass sie vorhatte, länger in der Stadt zu bleiben. “Dann habt ihr vermutlich noch einiges zu entdecken. Nir’alenar kann manchmal laut und hektisch sein, aber es bietet auch viele schöne und ruhigere Ecken. Besonders am Abend, wenn sich die Straßen leeren, wie ich finde.” Ein leichtes Lächeln schlich sich auf Elayas Lippen, als sie sich an die ein oder andere Situation erinnerte, in der sie das festgestellt hatte. “Ich lebe seit einigen Jahren hier. Die Stadt hat mich damals fasziniert und daher beschloss ich, hier zu bleiben. Und bis jetzt habe ich das nicht bereut”, antwortete sie der Bardin ehrlich. Nach einer kurzen Pause klatschte die Artistin in die Hände und sah Lelia erwartungsvoll an. “Ich denke, ich werde mir ein wenig die Beine vertreten, bevor mir noch der Alkohol zu Kopf steigt”, scherzte sie. Sie war einfach nicht dafür gemacht, lange auf einem Fleck zu verharren. Ihr Blick glitt für einen Moment neugierig über die Stände abseits des Pavillons, die nicht nur für das leibliche Wohl sorgten, sondern auch einiges an Handwerk und Schmuck feilboten, was Elaya besonders lockte. “Hier scheint es noch einiges zu entdecken zu geben.” Es funkelte in den grünen Augen der Cath’shyrr, mit denen sie schließlich wieder Lelia bedachte. “Was ist mit euch?”, fragte sie dann die Satyrin, um zu signalisieren, dass sie nichts gegen ihre Begleitung hätte.

  • „Nicht so hektisch wie das Haus eines Barons“, sprach Lelia. Denn allzu lange war es nicht her, als sie noch in seiner Residenz gewohnt hatte. Auf seidenen Laken gebettet. „Auch wenn ich das Leben im Wald sehr vermisse.“ Aber gut, sie war in ihrer Rolle als Bardin viel unterwegs. Hatte so einige schöne Abenteuer erlebt. Die Stadt kam ihr da auch gerade recht.

    Ein wenig verwundert über den Sinneswandel der Chath´shyrr sah die Gehörnte zu ihr hinüber. Dann schweifte ihr Blick ein wenig ab in die Menge … ob nicht doch noch er eine oder andere zu ihr hinüber sah. „Ich denke ein kleiner Bummel kann nicht schaden“, sprach sie während sie ihre Lyra sorgfältig zusammen packte und anschließend einen letzten Schluck aus ihrem Becher nahm.

    „Hinter jeder Note liegt ein Schweigen, das tiefer ist als das Meer; dort, wo die Schatten ihre wahren Namen flüstern.“

  • "Das Haus eines Barons? Das klingt geheimnisvoll", erwiderte Elaya das Erste, das ihr in den Sinn kam. Sie musterte Lelia mit schief gelegtem Kopf, als würde sie ergründen wollen, was genau sie damit andeuten wollte. Schließlich aber siegte die Ruhelosigkeit in der Cath'shyrr und sie wollte sich ein wenig auf dem Fest umschauen. "Schön." Elaya lächelte darüber, dass sich Lelia ihr anschließen wollte. Sie wartete, bis die Satyrin ihr Glas geleert hatte und übernahm dann die Initiative. Inzwischen war es hier am Pavillon recht voll geworden. Elaya warf einen Blick zur Tanzfläche hinüber und stellte fest, dass sich auch dort noch viele Tanzpaare tummelten. Das Fest war noch in vollem Gange.

    Elaya war neugierig darauf, was es noch zu entdecken gab, suchte sich einen Weg durch die Leute hindurch und schlängelte sich schließlich an einem Paar vorbei, das sich eine Erfrischung hier am Pavillon gönnte. Sie drehte den Kopf nach hinten, um zu sehen, ob Lelia ihr durch das Gedränge folgte, und erhaschte einen kurzen Blick auf die Satyrin, bevor sie unvermittelt gegen jemanden vor sich prallte. Im selben Moment trat sie der Person auch noch auf den Fuß. Elaya gab einen überraschten Laut von sich und machte instinktiv einen halben Schritt zurück. "Oh, das war eindeutig meine Schuld!" Immerhin fand sie nach einem kurzen Schwanken schnell zu ihrem Gleichgewicht zurück und machte sich nicht noch lächerlich. So viel zu ihrem Plan, sich die Beine zu vertreten, bevor ihr der Wein zu Kopf stieg. Ihr Blick fiel auf die Person vor sich und Erkennen spiegelte sich in den grünen Katzenaugen. "Navaron." Ein erleichtertes Lächeln huschte über ihre Lippen. Ihre Miene entspannte sich sichtlich, als sie ihn wiedererkannte und ihr Blick an seinen silbergrauen Augen hängen blieb. "Dass ich ausgerechnet euch über den Haufen renne. Tut mir leid. Ich hoffe, ich habe euch nicht verletzt?" Sie grinste, weil sie davon ausging, dass sie das nicht wirklich zu befürchten hatte, und für einen Moment waren ihre spitzen Eckzähne zu sehen.

  • Lange mussten sie nicht warten, bis Navaron die bestellten Getränke erhielt. Amelie nahm ihres mit freundlichem Lächeln entgegen. "Sehr freundlich von Euch", registrierte sie die Tatsache, dass er für sie bezahlt hatte.

    Dann hob auch sie ihren Becher. "Es war mir eine Ehre, mit Euch tanzen zu dürfen". Womit sie auch ganz eindeutig Daishanee ansprach, der sie lächelnd zunickte. "Ich bin mir sicher, es sollte genau so geschehen".

    Jemand hatte da ganz eindeutig die Fäden ganz fest in der Hand gehabt.

    Und bei diesem Gedanken ließ Amelie ihre leuchtenden Blicke in Richtung der Kuppel schweifen. Irgendwo, dort oben am Nachthimmel wachte Shirashai aufmerksam über sie.

    Was die Nymphe allerdings wieder an etwas erinnerte: Den Zettel, den sie noch vor wenigen Augenblicken so achtlos vernachlässigt hatte. Und an den Absender. Sollte sie ihn noch ein wenig warten lassen? Sie war schließlich keiner seiner Vögel, die zu ihm flatterten, kaum dass er nach ihnen pfiff.

    Doch andererseits ...

    Ich weiß, schickte sie ihren Gedanken zu ihrer Göttin hinauf.

    Immerhin war es ihre Entscheidung gewesen, Priesterin zu werden und damit einen ganz besonderen Weg einzuschlagen: Einen Weg der Verpflichtungen aber auch einen Weg voller Verantwortung. Und damit ging auch ein gewisser Zusammenhalt einher. Ein Zusammenhalt zwischen allen anderen, die Shirashai ebenso anbeteten. Und ganz sicher würde die Göttin der Nacht es nicht gerne sehen, wenn eine ihrer Priesterinnen einem solch treuen Anhänger feindselig gegenüber stehen würde.

    So trank Amelie aus ihrem Becher, der im Anschluss daran nur noch bis zur Hälfte gefüllt war. Nicht sehr damenhaft. Aber wen interessierte es?

    Ihr Blick fiel auf Navaron, dessen Stimme sie wieder von Brennan und Shirashai ablenkte. "Zugezogen", lautete ihre nicht sehr aussagekräftige Antwort auf seine Frage, die ihr gleich darauf leid tat, hatte sie dabei doch einen sehr schroffen Tonfall hervor gebracht.

    "Navaron", setzte sie daher gleich darauf an. "Es tut mir leid. Wenn Ihr mögt, werde ich euch später meine Geschichte erzählen. Aber vorerst habe ich etwas zu erledigen, was mich etwas ... nervös macht". Doch war es wirklich Nervosität, die sie verspürte? Amelie zwang sich zu einem Lächeln, das sie beiden schenkte. "Ich hoffe, es dauert nicht all zu lange und wir sehen uns später wieder. Ich hätte nichts gegen einen zweiten Tanz mit Euch einzuwenden. Doch nun entschuldigt mich bitte".

    Dann nickte sie beiden zu und ging davon in Richtung der RE: [Fest des Erwachens] Die Blauregen-Lauben

  • Beide seiner Tanzdamen wirkten mit ihren Gedanken anders zu verweilen, was ihn nicht sonderlich störte, denn solche Dinge nahm er eben wie sie kamen, so auch die etwas schroffe Antwort der Dunkelhaarigen. Er lächelte nur leicht und zeigte Verständnis, als sie sich ihm erklärte. Ob dies mit der Nachricht von zuvor zu tun hatte? Wer hatte auf einem solchen Fest nichts Besseres zu tun, als den Gästen den Abend etwas zu verderben? So wirkte es zumindest für den Moment, denn Amelie sah nicht besonders erfreut aus, über das was sie nun als nächstes erwarten sollte.

    Navaron lächelte leicht. „Natürlich. Gutes Gelingen für Eure Erledigung, Amelie. Vielleicht begegnet man sich wieder“, stimmte er ihr zu und ließ Amelie dann ohne jegliche Verärgerung oder gar Szene ziehen, denn in diesem Zuge verabschiedete er sich auch von der Rothaarigen, denn er wollte noch etwas umsehen, was Daishanee gerade nicht sonderlich gelegen kam. Er wünschte dem hübschen Feuerschopf einen schönen Abend und noch ehe er sich von seiner vorherigen Tanzpartnerin verabschieden konnte, prallte jemand gegen ihn.

    „Eindeutig, denn der untere Fuß war der meine“, entgegnete Navaron mit einem belustigten Lächeln und musste verhindern, dass ihm ein Lachen entkam. Seine Hand hatte er bereits erhoben, sollte die Person, die gegen ihn gerannt und ihm auf den Fuß gestiegen war, noch weiter ins Straucheln geraten. Doch sie fing sich selbst wieder und er grinste Elaya fröhlich belustigt an. „Das bezaubernde Fräulein von neben der Tanzfläche", meinte er. „Elaya.“ Er neigte den Kopf leicht und legte diesen dann schief. „Als könnte so ein zartes Persönchen mich über den Haufen rennen. Aber die Götter, sofern sie über uns wachen, scheinen es gut mit mir zu meinen, wenn sie Eure Aufmerksamkeit nun auf mich lenken. Vor allem dann, wenn Ihr mir nun sagt, dass Ihr Euch gern ein wenig die Beine vertreten wollt?“ Er bot ihr seinen Arm an, damit sie sich bei ihm unterhaken konnte, wenn sie dies wollte. „Wie war der Abend für Euch bislang so? Habt Ihr interessante Leute kennengelernt? Ist Euer Tanzpartner gut zu Euch gewesen?“, viele Fragen, aber er war eben neugierig und plauderte gern, doch dann merkte er auf. „Ich entreiße Euch doch nicht nun gerade der Aufmerksamkeit eines anderen Teilnehmers des Festes?“ Denn er wollte Elaya sicherlich nicht in eine Zwickmühle bringen, sodass sie sich zwischen ihm und jemand anderem entscheiden musste.

  • Glücklicherweise verärgerte sie Navaron nicht mit ihrer kurzen Unaufmerksamkeit. Er schien eher amüsiert darüber zu sein und als er ihr so nebenbei ein Kompliment machte, konnte sich Elaya kaum gegen das Grinsen wehren, das sich wie von selbst auf ihre Lippen schlich. Offenbar war er erfreut sie zu sehen und offenbar ließ er sich nicht so einfach über den Haufen rennen. “Ob dieser Zusammenstoß wirklich von jemanden gewollt war”, warf sie gespielt skeptisch ein, als müsste man befürchten, dass die Götter ihm etwas Schlechtes wollten, und strich sich eine helle Strähne hinter das Ohr. “Aber ich wollte mir gerade tatsächlich die Beine vertreten”, erwiderte sie und hob die Augenbrauen, als könnte er Gedanken lesen. “An was für eine Art von Beineverteten dachtet ihr?”, fragte sie neugierig nach. Allerdings griff sie nicht nach seinem Arm. Stattdessen fiel ihr Blick suchend hinter sich und huschte dann über die um sie herumstehenden Personen hinweg. Allerdings musste sie feststellen, dass sie Lelia aus den Augen verloren hatte. Navaron lenkte ihre Aufmerksamkeit mit seinen Fragen schließlich wieder auf sich. “Mein Abend läuft wunderbar. Ich kann wirklich nicht klagen, weder über meinen Tanzpartner noch über seine Tanzkünste.” Der erste Tanz hatte ihr nach erster Verunsicherung wirklich Spaß gemacht, das zeigte auch ihre Mimik bei der Erinnerung daran. Als Navaron die Befürchtung äußerte, sie der Aufmerksamkeit einer anderen Person zu entreißen, sah sich Elaya noch einmal kurz suchend um. “Also um ehrlich zu sein, sprach ich gerade mit Lelia. Die Bardin, die vorhin ein Lied sang, um ihren Tanzpartner zu finden. Wir wollten uns bei den Ständen umsehen, aber scheinbar haben sich unsere Wege vorzeitig getrennt. Daher muss ich das wohl vertagen”, erklärte sie und grinste schief. “Wie ist es euch ergangen? Offenbar wurde eure Geduld an der Tanzfläche vorhin gleich doppelt belohnt”, spielte sie auf seine beiden Tanzpartnerinnen an.

  • „Ob Zufall oder die Götter, wir müssen einfach das Beste aus der Situation machen, die sich uns bietet“, grinste Navaron die junge Frau mit den ungewöhnlichen Augen an. „Och, ich wollte mir mal ansehen, was es neben den vielen Trinkbuden noch so gibt. Über Kurz oder Lang könnte ich etwas zu essen vertragen, aber ich habe die Leute reden hören, dass es auch allerlei Handwerkskunst zu bestaunen gibt. Und Schlussendlich würde ich wohl noch den Tanz einlösen wollen, den ihr mir mehr oder weniger versprochen habt. Wonach steht Euch also der Sinn, werte Elaya?“ Er grinste sie belustigt und gut gelaunt an, sah sie dann aber auch neugierig an, als sie sich umdrehte und nach jemanden Ausschau hielt. Er hob fragend die Augenbrauen, bekam dann aber die Antwort auf seine Frage und es freute ihn sehr zu hören, dass Elayas Tanzpartner und sie so ein gutes Tanzpaar gebildet hatten. Wieder sah sich seine Gesprächspartnerin suchend um und nun, da sie erklärte, wonach sie Ausschau hielt, streckte auch er sich etwas und suchte nach dem blonden Schopf, der zuvor gesungen hatte, aber er sah sie nicht. Oder vielleicht doch? Nein, das war ein anderer Blondschopf. Ob ihrer Frage grinste Navaron. „Blendend. Die Damen, die sich nicht an den unterschiedlichen Nuancen unserer Farben haben stören lassen, irgendwie ist Lila dann doch immer Lila, waren sehr begabte Tänzerinnen. Es war etwas ungewohnt zu dritt, aber sie haben es so elegant gelöst, dass ich es jederzeit ein weiteres Mal wagen würde mit ihnen die Tanzfläche zu betreten. Aber wie ihr seht… die eine braucht eine kleine Pause und die andere ist mir aufgrund von einer Erledigung entschlüpft, die sehr dringlich zu sein schien.“ Er tat etwas theatralisch, doch seine belustigte Mine straften seine Art lügen. „Es war wirklich ein schöner erster Tanz. Wenn auch ungewöhnlich“, sagte er dann ernster und lächelte warm. „So genug aber von anderen Frauen. Sagt mir, was wollt Ihr nun tun? Auf Die Bardin warten? Oder?“

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