Elaya betrachtete Navaron, der noch einiges vorhatte, und er konnte erkennen, dass seine Vorschläge ihr Interesse weckten. “Ach ja, der versprochene Tanz”, murmelte sie, als würde sie sich erst jetzt durch seine Worte daran erinnern, ehe ein verschmitztes Grinsen über ihre Lippen huschte. Natürlich hatte sie es nicht vergessen. Zuerst hielt sie aber nach Lelia Ausschau, bevor sie ihr Unterfangen aufgab und ihre Aufmerksamkeit schließlich ganz Navaron galt. “Es sah auch sehr vergnüglich aus mit den beiden”, kommentierte sie noch seinen Tanz mit gleich zwei Frauen. Als er davon sprach, dass eine von ihnen etwas Dringendes zu erledigen hatte, zeigte sich erneut ein belustigtes Grinsen auf den Lippen der Cath’shyrr. “Das schien genauso dringlich gewesen zu sein wie das Vorhaben meines Tanzpartners”, bemerkte sie schmunzeln. Immerhin war Amelie in dieselbe Richtung wie Brennan zuvor verschwunden. Dann nickte sie aber zustimmend, da sie genug über andere geredet hatten. “Ich muss gestehen, dass ich ebenfalls langsam etwas zu essen vertragen könnte. Und danach löse ich selbstverständlich und sehr gerne mein Versprechen ein.“ Die grünen Augen funkelten kurz auf, bevor sie einen Schritt in Richtung der Marktstände machte, um zu sehen, was für Speisen angeboten wurden. “Nach dem süßen Wein steht mir ehrlich gesagt eher der Sinn nach etwas Herzhaftem”, ließ sie ihn dann mit einem amüsierten Lächeln wissen.
[Fest des Erwachens] Der Silberquell-Pavillon
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An der Nasenspitze konnte Navaron ansehen, dass sie Gefallen an seinen Vorhaben hatte und auch, dass sie den Tanz nicht vergessen hatte. Natürlich würde er auf nichts bestehen und alles offen halten, denn der Abend sollte für keinen in einen Zwang enden, sondern Spass und Freude bereiten, da das reguläre Leben schon hart genug war. Da durfte man hier und da auch mal ausbrechen. Zumindest in einem gewissen Rahmen. “Genau der”, zwinkerte Navaron belustigt, als sie auf den besagten Tanz antwortete und nickte, als es um die Vergnüglichkeit ging. War es auch gewesen. “Ohho”, meinte er dann. “Zwei Leute auf dem gleichen Fest, die etwas Dringliches zu erledigen haben? Da möchte man doch fast Mäuschen spielen und herausfinden, ob es tatsächlich Euer Tanzpartner war, der nach Amelie verlangte. Und wenn ja, worum es wohl geht?” Er schmunzelte. Denn er würde den Teufel tun und spionieren, selbst wenn die Neugier nun etwas drückte. “Das freut mich zu hören, also, dass ich auf den Tanz mit Euch nicht verzichten muss. Und was das Essen betrifft. Dann sollten wir uns mal etwas umsehen. Reichlich Süßspeisen habe ich bereits entdeckt. Aber es hat sicherlich auch etwas deftiges. Wonach steht Euch dabei denn der Sinn? Es gibt einen Stand, bei dem Eintopf im Brot ausgegeben wird. Oder lieber ein belegtes Fladenbrot?”
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Als Navaron sagte, er würde gern herausfinden, ob es tatsächlich Brennan war, der Amelie sprechen wollte, legte Elaya den Kopf schief. "Ich bin mir ziemlich sicher, dass er es war", ließ sie ihn wissen, "und es beruhigt mich, dass ich nicht die einzige Neugierige hier bin." Sie schmunzelte, denn auch sie hätte gerne erfahren, was sich genau zwischen den beiden abspielte. "Also gut, folgen wir den beiden?", schlug sie mit gespieltem Ernst vor, ehe sie im nächsten Moment auflachte und abwinkte. So gern sie Augen und Ohren aufhielt und sich so auch Informationen erschlich, die nicht für jedermann gedacht war, hatte sie für heute etwas anderes geplant. "Das Fest ist mir heute ehrlich gesagt lieber als fremde Geheimnisse und das Fladenbrot klingt gerade ausgesprochen verlockend. Ihr scheint euch hier schon besser auszukennen als ich." Elaya signalisierte, dass sie Navaron an seiner Seite folgen würde. Nachdem sie die Traube am Pavillon hinter sich gelassen hatten, warf sie ihm einen neugierigen Seitenblick zu. "Und sagt.. was macht ihr eigentlich, wenn in Nir'alenar gerade kein Fest gefeiert wird? Lebt ihr hier oder seid ihr nur auf der Durchreise?"
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“Da stimmen wir überein”, gestand Navaron dann ein, als Elaya verkündete, dass ihr das Fest wichtiger war, als Fremden nachzuspionieren. Ihm ging es genauso, aber er fand es dennoch als überaus angenehm, dass man mit seiner netten Gesprächspartnerin auch durchaus scherzen konnte. Das ging nicht mit jedem. “Lieber ein Fladenbrot im Bauch, als ein fremdes Geheimnis auf der Seele”, grinste er belustigt und sah sich kurz um, orientierte sich und deutete in die Richtung. “Dort entlang, werte Elaya.” Sie hielten auf eine kleine Bude zu, die bunt zusammengewürfelt aussah, da sie verschiedene Arten von Bretter verwendete. Aber sie war dem Anlass entsprechend mit Blumen und Blüten dekoriert. Auf einem Schild stand das Wort Fladenbrote, aber es gab auch eine Kreidezeichnung dazu, für jene, die nicht lesen konnten. Mit jedem Schritt roch es köstlicher nach Teig, der in einem Ofen zubereitet wurde. “Ich wohne etwas außerhalb der Stadt, auf einem noch eher kleinen Hof. Und biete Pferde aus eigener Zucht und aus einem Gut Alizars an. Das aber auch noch nicht sonderlich lang. Somit ist mein Alltag geprägt von Stallarbeiten und der Umgang mit den Tieren. Aber auch sind immer wieder Gespräche mit Interessenten und Käufern zu führen”, erzählte er seiner Begleitung. “Und Ihr? Was treibt Ihr, wenn der Alltag Euch wieder eingeholt hat?”
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Elaya grinste vergnügt, denn es gefiel ihr, welche Prioritäten Navaron setzte. Und im Moment verlangte ihr Körper ebenfalls eindeutig mehr nach Essen als nach Geheimnissen. Als er sie so höflich ansprach, hob sich eine Augenbraue der Cath'shyrr, allerdings erhob sie keine Widerworte, sondern grinste in sich hinein und folgte Navaron. Sie musterte die kleine Bude, aus der der köstliche Geruch von frischem Brot zu ihnen hinüber wehte. Allerdings galt ihre Aufmerksamkeit erst einmal vornehmlich Navaron, der ganz offen auf ihre neugierige Frage antwortete. Als er von der Pferdezucht erzählte, blieb sie kurz stehen. "Eine eigene Pferdezucht? Das klingt nach einer Menge Arbeit." Anerkennung blitzte in ihren Augen auf. Das war sicher eine große Verantwortung, auf die sie nicht unbedingt neidisch war. "Stammt ihr aus Alizar?", fragte sie dann, neugierig wie sie war, direkt hinterher, um zu ergründen, in welcher Verbindung er zu der Region stand, während sie ihn einmal mehr musterte, als könnte seine Erscheinung allein Aufschluss darüber geben. Dann aber antwortete sie auf seine Frage. "Mein Leben ist weniger beständig. Einen wirklichen Alltag habe ich wohl nicht." Sie zuckte mit den Schultern, es störte sie ganz offensichtlich nicht. Dann hob sie die Hände mit den Handflächen nach oben und breitete die Arme in einer theatralischen Geste aus. "Ich sorge eher dafür, dass der Alltag anderer ein wenig interessanter wird. Ein wenig fröhlicher vielleicht. Ich erfreue die Bewohner Nir'alenars mit meiner Artistik und.." Während sie sprach, trat sie ein kleines Stückchen näher an Navaron heran, als würde sie ihn in ein Geheimnis einweihen wollen. Sie lächelte verschmitzt und offenbarte ihm eine Münze, die sie plötzlich zwischen Daumen und Zeigefinger hielt. ".. kleinen Kunststücken", beendete sie raunend ihren Satz. Sie ließ die Münze kurz zwischen ihren Fingern der rechten Hand tanzen, bevor sie sie in ihrer Faust verschwinden ließ. Dann pustete sie einmal dagegen und als sie die Hand öffnete, war die Münze verschwunden. Einen Moment ließ sie die Überraschung wirken, bevor sie mit den Fingern der anderen Hand schnippte und die Münze dort wieder auftauchte. "Vielleicht bin ich auch manchmal wie diese Münze. Man weiß nie genau, wann oder wo ich wieder auftauche." Die grünen Katzenaugen funkelten amüsiert, als sie zu Navaron schaute.
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„Eine ganz ganz kleine“, meinte Navaron grinsend, als Elaya nach der Pferdezucht fragte. „Sie ist im Aufbau. Aber ja, an Arbeit mangelt es nicht, zumal ich noch dabei bin, den Hof etwas zu verbessern. Aber ich habe einen Stallburschen, den ich für ein paar Tage beschäftige, er ist fleißig und wissbegierig und eine großartige Unterstützung", erzähle der Braunhaarige frei von der Leber weg, dann nickte er und lächelte ob dem Schluss, den seine Begleitung zog. „Richtig. Dort geboren und aufgewachsen. Seid ihr schon einmal dort gewesen? Und nun kommt natürlich die Frage, mit der Ihr nicht gerechnet habt. Woher stammt Ihr, Elaya?“, fragte er dann zurück, da er es nicht sagen konnte. Im Anschluss lauschte er den Worten der Cath‘shyrr und wunderte sich nicht über das, was sie ihm erzählte. „Eine Artistin und Zauberin also?“ Er lächelte sie offen an. Natürlich hatte Navaron schon solche Tricks gesehen, dennoch faszinierte ihn diese Fingerfertigkeit, die Elaya an den Tag legte und die Illusion, die sie damit erschaffen konnte. Er war fasziniert und: „Beeindruckend, was so zarte Finger alles vermögen! Und ich bin mir sicher, dass mich Euer Auftritt sehr in den Bann schlagen würde", sagte er offen und ohne jegliche Anzüglichkeit. „Stammt Ihr aus einer Artistenfamilie?“, fragte er dann aus Interesse an seiner Gesprächspartnerin und besah sich im Anschluss das Angebot des Stands. „Was darf ich Euch bestellen? Also was hättet Ihr gern auf Euer Flammbrot drauf.“ Navanor lachte leise: „Fragen über Fragen, nicht wahr?“
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