Beiträge von Zisch

    "Ich war noch nie bei ner heissen Quelle." wiederholte sie nachdenklich ihre eigenen Worte und eine Falte bildete sich auf der Stirn, während sie mit dem Finger gegen die Unterlippe tippte. " Und ich würde noch etwas von der Stadt sehen..." Das Handtuch zwischen ihren Fingern war flauschig und strahlend weiss, dass sie befürchtete dass der Straßenstaub der an ihr haftete allein schon seine Spuren darauf hinterlassen würde. Das ganze machte ihr irgendwie Angst und war dennoch Aufregend zugleich. Auf den Fersen herumdrehend, wandte sie sich zur Tür.

    "Wuuaarch... Wachen..." machte sie ein angewiedertes Geräusch und zog die Nase ein bisschen kraus. "Lassen die da so nen Schattenschleicher wie dich überhaupt rein?Ich mein schau dich doch mal an... du vergraulst ihnen ja die ganze Kundschaft." grinste sie frech und streckte sich ein wenig um an die hohe Türklinke zu gelangen um noch während die letzte neckende Bemerkung über ihre Lippen kam aus dem Raum zu springen und die Tür wieder zuzuknallen. Schnell trommelten ihre Füße wieder die Treppe hinunter auf der Flucht vor dem Djirin.

    Verdutzt starrte sie auf die Hand die ihr Gelenk umklammert hielt, der Kuss der auf ihre Lippen traf war kurz und süß. Dann drückte sie sich von dem Mann mit gespielter Empörung weg. „ Das könnte dir so passen.“ lachte sie und wand sich aus seinem Griff um zu dem Abgelegten Rucksack zu huschen. Grübelnd wog sie ab, was sie wohl gefahrlos hier im Raum lassen konnte und was auf jedenfall in ihrer Reichweite bleiben sollte. Schnell stopfte sie den Geldbeutel in ihren Mantel dorthin wo auch der Brief der Phoeniax versteckt war, als sie von Nyx vor die Wal gestellt wurde.

    „ Hmm... wenn wir beides machen ... seh ich nichtsmehr von der Stadt.“ murrte sie in dem Tonfall, dass sie wohl gerne all das getan hätte, aber für das was sie alles erleben wollte garantiert nicht Genug Zeit war. Mit verkrampfter Haltung faltete sie den Mantel vor ihrem Körper und zog eine Stuhl kratzend die ganze Länge bis hin zu dem Regal wo feinsäuberlich dicke Leinentücher aufgestapelt im Regal lagen. Am Untersten ziehend, fiel neben der Gnomin der ganze Stapel heraus und landete auf dem teuren Teppich. Das übrige schwang sie sich auf die Schulter. „Ich war noch nie bei einer heissen Quelle...Ist das besser?“

    Eigentlich hätte sie darauf vorbereitet sein müssen, doch der sture Blick und die verkrampfte stoische Haltung behinderte die Gnomin, so, dass sie nichteinmal mehr zeit bekommen hatte die Arme zum abstützen zu verwenden, sondern Schwungvoll in die Daunen gedrückt wurde. Früher hätte sie sich nicht so leicht überwältigen lassen. Ob sich in ihrem Unterbewusstsein schon gefestigt hatte, dass Nyx keine Gefahr mehr für sie war? Darüber Nachdenken konnte sie nicht, all ihre Verärgerung war von seinem stürmischem und unerwarteten Kuss hinweggefegt worden. Die verträumten Augen nur leicht geöffnet, blickte sie nach oben in das Vertraute Gesicht als er sich von ihr löste. Vertraut und doch war sein aufrichtiges Lächeln immer etwas seltenes gewesen und noch vielmehr diese Art zu sprechen, die die Gnomin leicht lächeln ließ. Unter anderen umständen hätte sie diese Aussage, dass er sie beschützen wollte oder musste wohl in den falschen Hals bekommen, doch jetzt war das Wissen, dass sie nichtmehr auf sich selbst gestellt war, ein behütender Gedanke. Ein warmer Rückhalt. Leicht lehnte sie ihren Kopf gegen die Finger die über ihre Wange strichen. Gedankenversunken blickte sie irgendwo auf die Vertäfelung hinter Nyx, als träumte sie bereits von den Orten die sie Besuchen würden.

    „ Und wir klauen Dinge...“ fügte sie leise Hauchend an seine Erklärung mit an und hob den Kopf etwas an, um seinen Kuss zu erwiedern und danach seinen Blick zu suchen.

    „ Ganz ohne Risiko wäre es aber doch auch langweilig..“ grinste sie schelmisch auf sein Versprechen, dass ihnen keiner mehr Gefährlich werden konnte. Zischs Hände lagen dabei auf seinen Schlüsselbeinen und strichen zaghaft über den Verband. Ersteinmal muste er sich auskurieren und sie hatte selbst deutlich Nachgelassen was solch ein riskantes Leben brauchen würde, denn irgendwie sah sie sich und Nyx weniger gemütlich beisammen sitzen, sondern vielmehr sich in Häuser schleichen und in Menschenmassen um die beste Beute streiten. Über Mauer und Dächer klettern, eben so wie früher, nur dass sie es taten, weil sie es konnten und nichtmehr mussten.

    Ein schöner Gedanke, der das Lächeln noch immer bereit hielt. Zisch stemmte sich mit einem Arm von der Matratze hoch und hauchte ihm einen Kuss auf die Wange. Und biss dann zart hinein aber nachdrücklich ohne die Haut gleich wieder freizugeben.

    „Glaub ja nicht, du könntest jetzt jede Kabbelei auf diese Weise beenden.. Du weisst ich hatte Recht..“ knurrte sie neckend und lachte im Anschluss einen Arm um den Halbdjirin geschlungen zog sie sich geschäftig unter ihm heraus. Voller Vorfreude und ungeduldigkeit schlüpfte sie aus dem Mantel.

    „ Was meinst du wieviele Bahnen kann ich in dem Badezuber schwimmen?“

    Zisch zog den Kopf ein, als ahnte sie bereits was die Ersten Silben in dieser Tonlage bedeuten mochten. Doch nur für einen Moment hatte sie in böser Vorahnung die Augen zusammengekniffen und sich gänzlich versteift, jetzt blickte sie ihn mit Sturen Trotz entgegen. Er schimpfte. Zisch kannte diesen Blick und diesen nachdrücklichen Ton, dass sie klug genug war sich nicht aus dem Griff herauswinden zu wollen, auf dem nun ihr ganzes Gewicht lastete und sie in diese Unbequeme- ja gar schmerzhafte- Position zwang.

    Die Aussage der dummen Gedanken hallte noch eine ganze Weile nach. Sie hatte sich durchaus einiges dabei gedacht, und dumm war das sicher nicht! Die Gnomin holte bereits Luft. ‚ Früher fandest dus nicht so dumm, solche Empfindlichen Informationen für sich zu behalten!‘ wollte sie zurückschimpfen, doch es war Trotz der sie Schweigen ließ und nicht zuletzt auch seine Worte deren Bedeutung erst später in ihrem Bewusstsein ankamen.

    „ Ooh der güütige Nyx..Weisst du was andere für Unziemlich ha-!?“,brach es augenrollend aus ihr heraus und wurde Jäh von Nyxs Blick und einem kurzen Rüttler zum Schweigen gebracht. Dass es ihm Egal war, was die anderen Dachten, wusste sie schon irgendwie. Doch das hier war nun etwas gänzliches anderes. Als es nur darum ging wie man auf andere Wirkte und das das einem viel vermiesen konnte.

    Es prasselte Vorwürfe und soviele Erwiederungen lagen ihr auf der Zunge, aber Ausreden, geschweige denn auch nur ein Wort herauslassen durfte sie nicht. Immer wieder öffnete sie den Mund, atmete Angespannt schnaubend aus.

    Der Druck auf ihren Armen festigte sich immer mehr, jeder kurze Rüttler schmerzte, dass die Gnomin nurnoch mit zusammengekniffenem Mund auf das Ende der Schimpftyrade wartete. Aufgeben , es sich anmerken lassen oder gar jammern kam für die Sture Bastlerin nicht in Frage. Seine leicht glühenden Augen schüchterten sie nicht ein. Ihre Braunen Augen starrten stoisch zurück, ein Gesichtsausdruck der dem aus Waisenhaustagen nur zu ähnlich schien, wenn sie nicht zugeben wollte, etwas falsch getan zu haben, auf den Zügen, hielt sie krampfhaft die Körperspannung. Nur ein Fuß berührte noch stützend die Matratze.

    Nur weil er sie langsam wieder abließ, lockerte sie ihre Haltung nicht.

    „ Bist du jetzt Fertig?“ maulte sie ungeduldig und bekam nun beide Füße wieder in sicheren Stand, aber Sonst hatte sie sich nicht viel bewegt. „ Darf ich jetzt auch was sagen? Danke!... Erstens. Ich habe keine dummen Gedanken! Zweitens! Ich werfe nicht alle Dinge über Bord, die ich Jahrelang verinnerlicht habe und die DU mir eingetrichtert hast! “ die zurückgehaltenen Worte entluden sich ungewollt laut, während sich ihre Hände weiter zur Faust ballten. „ Zweitens es geht nicht darum was andere Denken, sondern wie ich dir deine Chancen verbauen kann, weil dich keiner mehr ernst nimmt.“ presste sie nun die Worte durch die Zähne. „ Und weil es uns Angreifbar macht! Und sag nicht immer ‚dein‘ Boreas in diesem Ton! was ich tue... mit Wem und Warum und für wen ich Gefühle habe, geht ihn einen Taubenscheissdreck an, dass er es ja nicht wagen soll darüber zu urteilen. Denn ich habe absolut nicht vor das vor ihm zu verheimlichen!“ Zisch warf den Kopf kurz in den Nacken und blickte dann zur Seite, die Stimme wurde für einen Moment tatsächlich ruhiger. „ Glaubst du ich weiss nicht, wie Gefährlich das ist? Aber ich tus für ihn, weil er und seine Familie mir auch geholfen haben, als ich Hilfe gebraucht habe! Wie ich es hunderte Male für dich tun würde. So!“ ihre Augen funkelten wütend als sie wieder den Halbdjirin fixierte. „Meine Prinzipien werfe ich nicht über den Haufen! Genauso wie ich dich davor bewahren will, dass dir jemand blöd kommt, nur weil ich ein Gnn..“ bei diesem Wort blockierte vollends ihre Zunge und wandelte das Wort in ein undefinierbares Geräusch. „ Nicht jeder ist so tolerant wie Selen und Asmira! Sie werden lachen... sie werden blöde Sprüche Klopfen! Und ich dachte du wolltest dir sowas nichtmehr gefallen lassen, wir wollten immer Raus da! Desswegen, dachte ich, es wäre für DICH besser, wenn die Leute das nicht gleich auf die Nase gebunden kriegen. Wo jeder schon eine gewöhnliche Vermischung belächelt.“

    Zisch saß nun auf seinem Bauch, die Schmerzenden Oberarme wollte sie sich nicht reiben dazu war der Stolz zu groß. „ Ich stehe zu meinen Gefühlen. „

    Zisch schloss kurz die Augen. Der Kuss auf die Stirn... sie hatte sich nicht daran erinnern können, dass ihr jemals solch eine respektvolle Geste von einem Ihresgleichen zu Teil wurde. Umarmen war schon etwas ungemein seltenes im Leben eines Straßenkindes gewesen. Abgesehen von der Zeit bei den Phoeniax natürlich. Vielleicht hatte sie die Wärme dieser Menschen deshalb immer wieder angezogen. Aber von Nyx hätte sie das früher nie erwartet. Umso schöner war es jetzt, sass er dieses Vertrauen und diese Fürsorge zeigte. Seine unsicheren Worte ließen sie nun doch wieder die Augen öffnen. Das ‚ Warum sollten wir das nicht können?‘ lag auf ihrer Zunge doch je mehr sie darüber nachdachte und ihn dabei in die dunklen Augen sah umso mehr wurde deutlich warum er das sagte.

    „ Du musst mich nicht wie ein rohes Ei behandeln. Ich versteh schon , dass du das nicht öffentlich Breittreten willst.“ murrte sie leise und zog das Kinn wieder an die Brust und brach dabei den Augenkontakt ab. Sie war ihm nicht böse dabei ganz im Gegenteil. Ihr eigenes Ansehen war ihr Egal. Doch wie sah es da mit seinem Aus? „ Warum glaubst du, habe ich gesagt dass wir Zwei getrennte Betten wollen?“ die Gnomin klemmte beide Hände unter ihre Achseln und zog sie Knie etwas an. Nur ein Gnom wollte einen Gnom... und Nyx sollte nicht unter so einer Beziehung - oder was immer das hier war- leiden. „ Das öffentlich zu zeigen bedeutet dich hinabzuwürdigen...Wenn nur das die Bedingung ist. Akzeptier ich es.“ nickte sie bestimmt und ihre Finger begannen wieder zärtlich über seine Vernarbte Haut zu fahren. Es war ihr egal, dass sie nicht verliebt fröhlich durch die Weltgeschichte Spazieren würden, wenn es nur diese Momente hier geben würde. Die Zeit bei Selen war da etwas anderes gewesen, sie wusste es schließlich schon von Anfang an. Da mussten sie nichts verstecken.

    „ Ich genieße das was mir vergönnt ist.“

    Die Gnomin nahm eine seiner Haarsträhnen mit zwei Fingern auf und zwirbelte sie ein bisschen während sie seinen Worten lauschte und dem angenehmen Kraulen nach fühlte. Nachdenklich und ruhig. Sein Tonfall ähnelte dem, wenn er in seltenen Momenten mal offen Aussprach was ihn zur Bandenzeit belastet hatte. Früher hatte sie dann einfach lange zugehört. Weil es nie sicher war, ob er überhaupt einen Rat oder Hilfe wollte oder einfach nur jemanden brauchte, der ihn nicht für irgendwas Verurteilte. Etwas wie Gefühle, Sorgen oder Schwäche die sie in ganz selten und manchmal auch alkoholbelasteten Momenten teilten. Nur bisher hatte er es bei seinen Offenbarungen vermieden, sie mit einzubringen. Ganz anders Jetzt, auch wenn es eine Kaum merkliche Andeutung war, ging er doch auf ihre Vorangegangene Frage ein. Vermeintlich Umschrieben und doch für einen aufmerksamen Zuhörer überdeutlich. Zisch hielt inne und hob langsam den Kopf. Gerade so, dass sie noch ein ironisches Lächeln sehen konnte. Etwas Vertrautes fühlte sich eben gut an, weil man wusste wie man in jeder Situation damit umgehen musste.

    „Veränderungen sind nicht zwangsläufig schlecht.“ ganz sacht schüttelte sie den Kopf und stützte dann eben diesen auf die Hand, während sie den Blick über seine Züge wandern ließ. „ Du hast dich auf jedenfall verändert, sonst wärst du wohl nie in der Nacht bei mir in die Werft eingestiegen.“

    Kaum merklich zuckte sie mit der Schulter und rutschte langsam von seinem Körper, dass sie in der Lücke zwischen Arm und Seite lag.

    „ Es gibt auch vieles, dass mir leid tut. Anderes wiederrum nicht. Und manchmal wird aus etwas so scheußlichen wie einem Kleid... etwas anderes.. etwas schönes.. das ist eine schöne Veränderung.“ die Bastlerin zuckte wieder mit den Schultern. „ Bis vor kurzen dachte ich nicht das...“ die Gnomin schwieg, sie wollte die Verbitterung nicht siegen lassen. Jetzt war es viel besser, auch wenn sie befürchtete, dass dieses Konstrukt einfach zu Zerbrechlich sein musste. Zisch hauchte ihm nun einen sehr vorsichtigen Kuss auf die Wange.

    „Auf jedenfall hast du den Kopf immer in den Wolken!“ konterte sie und versuchte sich durch den Griff hinauszudrücken, der sich um ihre Mitte geschlossen hatte. Der Fall ließ ihr Herz einen Moment aussetzen, schwungvoll landete sie auf ihm, ihre Beine traten nutzlos die weiche Matratze ohne es zu schaffen sich aus seiner Unarmung zu drücken oder näher an ihre Beute zu gelangen. Sein Atem kitzelte an ihrer Wange und seine Worte drangen an ihr Ohr. Jetzt wandte sie den Blick von dem Käsebällchen ab und sie wurde sich der Nähe bewusst, als sie ihm direkt in die Augen sah.

    „ Du könntest auch einfach eingestehn, dass du verloren hast. Und es hergeben.“ murmelte sie leise und ließ den Arm langsam sinken, so dass er auf seinem zum liegen kam. Seine Haut fühlte sich warm an unter ihren Fingerspitzen die letzten Tage hatten sie soviel nähe zugelassen und doch war alles noch so absurd fremd. Die Art wie er sie ansah und das schwache Leuchten seiner DjirinAugen. Als müsste man doch noch jede Berührung rechtfertigen oder vorsichtig erbitten. Doch das Offensichtliche, dass sich hier zum Tausch anbot, traute sie sich jetzt so vorgeführt nicht. Leise Räusperte sich die Bastlerin und ihre Versuche an seine Hand zu gelangen erstarben nun gänzlich Um ihren Kopf langsam auf seinem Schlüsselbein abzu legen.

    „ Behalt dein blödes Käseding.“ murrte sie noch gerinfügig verärgert und kuschelte sich mehr an ihn. „ Es ist noch irgendwie unwirklich... findest du nicht?“ fragte sie leise jetzt viel ruhiger und ihre Finger strichen über eine Narbe an seinem Hals.

    Provokant präsentierte der Schattenschleicher das Häppchen mit zwei Fingern und Zischs Augen verengten sich. Grundsätzlich war einfach das was ein anderer Besaß und an das man nichtmehr so leicht herankam soviel besser, als der Rest.

    „ Duuu unverschämter, langbeiniger, im Schatten rumdrückender..!“ mit einem Bein auf dem Stuhl abstützend schnellte ihre Hand nach vorne, sie erreichte zwar seine Finger nicht, weil er die ganze Hand im richtigen Moment um wenige Zentimeter nach oben zucken ließ, aber doch wenigstens den Arm den es nun festzuhalten galt, als drohte sie eine Klippe hinabzustürzen wenn sie losließe. Und versuchte mit der anderen das Käsebällchen zu erwischen. „ Bohnenstangenartiger.. überheblicher...Pfau! Ich zeig dir gleich wie nett ich sein kann! Gib das Ding her!“ Dass Nyx sich schon gezwungen sah die restlichen Leckereien beiseite zu stellen um dieses eine Käsebällchen vor der zappelnden Gnomin in Sicherheit zu bringen, die ihn gerade weiter auf ihre Höhe am Kragen hinabzog, war ihr egal. Da wären noch mindestens 10 Häppchen drinn gewesen aber Zisch wollte diese eine Beute die er mit Langem Arm von sich streckte. Hier ging es ja wohl ums Prinzip! Die Gnomin stellte sich mit einem Fuß auf die Stufe die Sein Oberschenkel nun bildete und zog sich an seinem Hals höher nur das sehend was sie erreichen wollte kicherte sie dabei, denn sie kam ihrem ziel , auch wenn sie an nyx dabei zog und kniff immer näher.

    Kaum war die Platte unbeobachtet, rutschte die Gnomin von dem Bett und hob die Abdeckung an. Das was die junge Frau da erzählte kümmerte sie im Grunde so garnicht, das Essen jedoch schon, noch dazu wo sie eher auf Einfachheit bei ihrer üblichen Nahrungsauswahl setzte. Kochen konnte sie im Grunde nicht und für Gasthäuser war sie meistens einfach nicht gewillt das mühsam gesparte Geld auszugeben. So einiges seltsames Zeug lag dort verteilt und fein säuberlich gestapelt auf dem edlen Geschirr und mit spitzen Fingern zog sie ein Stück Heraus, dass am ehesten wie ein gebratenes Dunkles Fleisch aussah. Würzig, war wohl das erste was man dazu sagen konnte, noch dazu war es mit Kräutern geradezu paniert. Eine rote Beere die als Garnierung diente landete gleich mit im Mund. Als würde ihr hier irgendwer was streitig machen klaute sie noch zwei Stücke Gemüse bevor sie von Nyx ertappt zusammenzuckte, aber keinesfalls Anstalten machte ihren Platz an der Quelle aufzugeben. Käse? Ihre Augen wurden größer als sie die Abdeckung nun weiter öffnete um mehr Einblick in das Angebot zu bekommen.

    „ Da sind keine Bällchen!“ verteidigte sie schnell die Käsewürfel und versuchte eben diese aus seiner Reichweite zu strecken, während sie ihn mit einem Fuß auf Abstand halten wollte und sich gegen sein Schienbein stemmte. „ Die Erbsen kannst du haben die sind Eklig und den Grünen Käse auch!“ die Gnomin drehte sich und versteckte die Beute unter dem Tisch. Der Schimmelkäse den sie herauszog landete wieder auf dem der Zwei Portionstellerchen. „ Da der gehört dir.“ grinste sie und biss in eine dicke Scheibe des dunklen Brotes.

    Seine Antwort überraschte zisch. Sie war hier nicht sie einzige die irgendwie „ zahm“ geworden war. Früher wäre ihm das egal gewesen ob sie sich Ärger einhandelten. Aber es stimmte schon, genau das gleiche war ihr durch den Kopf gegangen. Man sah ihr nicken kaum. Jetzt waren sie ja nichtmehr auf sowas angewiesen. Was sie jedoch dabei mehr beunruhigte war, wie sehr sich Nyx gewandelt hatte. Wie sehr hatte er sich verändert und in welchem Ausmaß?

    Aber irgendwie war er doch noch immer der Alte, ihre Gedanken schwiffen ein wenig zu den letzten Tagen ab. Stoff raschelte als er seine Kleidung ablegte. Ein Bad ... Es war das erste Mal dass sie wieder wirklich unter sich waren. Nein es hatte sich doch etwas gewaltiges Verändert, etwas dass neu und größten Teils unerforscht war, aber desswegen nicht schlecht war.

    Prüfend drückte die Rothaarige in die Matratze bevor sie sich auf das Bett zog und mit Baumelnden Füßen die Weichheit austestete. Der edle grüne Überwurf war Samtig und zarter Duft nach getrockneten Blumen stieg ihr nun in die Nase vermutlich lagen lauter Duftkissen zwischen den frischen Schneeweissen Laken.

    „ Hm ist vermutlich besser.“ stimmte sie ihm zu, dass das Bett irgendwie unnatürlich weich nachgab. Die Gnomin sah wieder auf und prüfend musterte sie den Kartenmagier. Er verstand warum sie zwei Getrennte Betten verlang hatte oder? Nicht dass sie in den Einzelbetten nicht auch zu Zweit Platz gehabt hätten, aber wie wirkte das denn, wenn so deutlich würde dass er sich mit ihr das Bett teilte? Er würdigte sich doch damit selbst herab.

    In dem Moment klopfte es auch schon unsicher an der Türe und ganz leise kündigte sich eine junge Frau mit dem Essenstablett an, bevor die Klinge heruntergedrückt wurde. Die junge Cath’Shyrr, pfleglich gekleidet in heller Seide und trug ein großes Tablett das mit einer schweren silbernen Abdeckhaube verschlossen war und griff sich mit der Freien Hand den Krug um ins Zimmer zu huschen, ohne den Blick zu heben stellte sie all das auf dem Tisch an der Wand ab. „Mit der Empfehlung aus der Küche. Ich bin ihr Zimmermädchen und jederzeit für die Herrschaften erreichbar. Handtücher, seidige Überwürfe und andere Dinge finden sie dort in diesem Schrank.“ eine geschmeidige zurückhaltende Bewegung deutete auf das Hochwertige Möbelstück. „ Ihre Wanne wird gerade befüllt, sie finden die Baderäumlichkeiten am Ende des Flurs in diese Richtung nach den Stufen. Wünschen sie sonst noch etwas?“

    Zischs Blick huschte zwischen der Summe auf dem Zettel und dem Schattenschleicher hin und her. Ihr Gesichtsausdruck sagte dabei deutlich, das hätte ich auch alleine hingekriegt. Auch wenn sie sich dabei selbst garnicht so sicher war.

    Aber auf eine Offene Rechnung hatte sie noch nie irgendwie eingelassen und sie hätte sich vorher auch mit Sicherheit nach dem Preis erkundet. Nur dass ihr das bei der Einschätzung nicht geholfen hätte, sie wusste einfach nicht welche Preise für ein Gasthaus angemessen waren und welche absolut übertrieben sein mochten. Aber das musste er ja nicht wissen. Würde der Preis jetzt nicht stimmen hätte Nyx schon nach dem ersten Blick auf den Zettel irgendetwas gesagt.

    Die Rothaarige zählte damit sechs Goldmünzen aus dem verzierten Beutel und streckte sich um sie gerade noch so über die Tischkante zu schieben.

    Mit einer geschmeidigen Bewegung ließ er das Zahlungsmittel über den Tisch in eine Schublade gleiten und nahm dann einen Schlüssel vom Haken an der Wand neben sich.

    „ Wenn Sie mir bitte folgen wollen, dann zeige ich Ihnen ihr Zimmer.“

    Zisch schulterte den Rucksack höher und folgte dem Mann der gerade den Fuß auf die erste Stufe setzte um sie in das obere Stockwerk zu führen.

    Oben angelangt blieb er schließlich an der dritten Türe stehen und öffnete die Türe, ließ aber seinen Gästen den Vortritt bevor er Nyx den Schlüssel entgegenhielt.

    „ Das Abendessen lasse ich gleich herauf bringen. Das Zimmer ist bis morgen Mittag für Sie reserviert. Sie können kommen und gehen wie es ihnen Beliebt. Zögern Sie nicht nach mir zu rufen, sollten sie etwas.. benötigen.“

    Zisch stellte unschlüssig ihren Rucksack ab und sah sich ein wenig eingeschüchtert von dem Mobiliar im Raum um. Wieviele Straßenkunder konnten wohl von dem Geld das diese Einrichtung gekostet hatte eine Woche lang satt werden? Der Katzenvölkler machte elegant auf dem Absatz kehrt und verschwand beinahe lautlos an der Treppe.

    Zisch strich einmal kurz über das glänzende dunkle Holz und schließlich über den seidigen Stoff einer Art Liegesessel.

    Tatsächlich gab es hier Zwei Betten, an den gegenüberliegenden Seiten des Raumes, und sogar so eingerichtet, dass sich ein Paravon dazwischen aufspannen ließe um jedem Bereich seine Privatsphäre zu gönnen.

    „Hoffentlich gibts nicht irgendwas ausgefallenes komisches zu essen.“ wich sie schnell dem Thema aus, vor dem sie irgendwie Angst hatte, nämlich das Nyx nun Antworten einforderte. Warum sie nun doch bezahlt hatte und wie lasch sie die Werft gemacht hatte und warum sie sich so entschieden hatte wie sie es letztendlich getan hatte. Zisch warf ihren Rucksack auf das Bett das näher am Fenster stand. „ Ja na los.. fang schon an.“ platzte es nun ungeduldig aus ihr heraus. Ich bin ein Feigling.“

    Zisch spürte Nyxs Blick auf sich. Vermutlich wartete er nur darauf das Sticheln anzufangen, weil sie nun doch zahlen wollte. Aber nach gründlicher Überlegung schien ihr das - ja tatsächlich - sicherer und sie hatte sich schon einige Antworten auf eventuelle Vorwürfe zurecht gelegt. Die Fragen die der Mann allerdings stellte, warfen noch mehr knifflige Überlegungen auf. Zwei Zimmer oder eines.. Das war recht leicht zu beantworten eines war günstiger als Zwei und daran war ja wohl nichts verwerfliches. An der nächsten jedoch Frage schon. Auf der Stirn der Gnomin bildeten sich Grübelfalten. Getrennte Betten ider ein Gemeinsames sah man ihnen die Vertrautheit etwa an, dass der Gasthausbesitzer das Anbot, oder wollte er niemandem vor den Kopf stoßen und Zeigte einfach alle Möglichkeiten auf? Ein Gemeinsames zu verlangen würde bedeuten, dass sie vor diesem Katzenmann zugab, dass sich zwischen ihnen beiden mehr abspielte als nur Freundschaft. Nicht dass es sie störte, aber Nyx vielleicht dahingehend, dass es wohl kein gutes Licht auf ihn warf. Die Verbindung zwischen normalgroßen und einer Gnomin, sie wusste wer in der Gesellschaft dafür wohl belächelt würde. Er.

    „ Ein Zimmer mit getrennten Betten.“ nickte sie schließlich und gab sich mühe das ohne Regung in Auftrag zu geben. Und eigentlich war bereits mit der nächsten Entscheidung beschäftigt. Die Einzigen wirklich warmen Bäder, hatte sie immer auf der Jadephönix aufgezwungen bekommen mit dem Sinn dahinter sich sauber zu machen. Nyx hatte am Tor soetwas angedeutet, dass er sich Waschen und umziehen sollte.. oder wollte?

    „ Sicher.“ zuckte die kleine Rothaarige mit den Schultern auch wenn es nicht ganz überzeugt klang, während der Gasthausbesitzer eilig einige Dinge notierte und das Lächeln immer breiter wurde. Und die Frage mit dem Abendessen hingegen war leicht. Er deutete dabei auf einen Gebogenen Durchgang der in den Gastraum führte, einige saßen dort bereits. Darauf konnte sie verzichten.

    „ Aufs Zimmer bitte.“ unschlüssig wog sie den Beutel in der Hand. Soviel konnte das ja nicht sein oder? Sie kannte sich mit derlei Preiskategorien überhaupt nicht aus, aber im Notfall hatte sie ja noch das Geld von Asara und ihre Ersparnisse

    Verdammt. Der Schlag war nicht hart oder nicht gut genug platziert gewesen. Das Viech war zäh und schüttelte den Schmerz mit dem Schrecken einfach ab, doch wenigstens Hatte er nun von seinem eigentlichen Ziel abgelassen und fixierte nun die Bastlerin. Um sich unzusehen wen der Hund eigentlich angegangen war, hatte sie keine Zeit. Der Hund kauerte sich Sprungbereit nieder, doch Zisch wollte ihm nicht die Zeit geben dass er sie anspringen konnte. Die Stange fegte durch die Luft, eigentlich sollte es den Hund an der Schnauze treffen, doch bezweckte sie nur, dass der Hund zurückweichen musste. Drohend fletschte das Tier weiterhin die Zähne und die Gnomin griff mit der Linken Hand in ihre Tasche und zündete mit dem Anzünder an ihrem Gürtel den kleinen Sprengkörper und warf ihn neben den Hund in einen großen Blecheimer. Der Lärm war Markerschütternd, als der große Knallfrosch explodierte und den Eimer mehrere Meter in die Luft beförderte. Nur langsam rutschte Zisch die Waffe aus der Hand, als der Hund wiederhektisch mit allen Vieren rudernd in dem Spalt der Mauer verschwand, jetzt war er nichtmehr so mutig. Die Gnomin stieß ihren Atem und damit ihre Anspannung langsam aus.

    Dann drehte sie sich zu dem Schatten herum

    Diese Stadt war so fremdartig und auch wenn es übertrieben prunkvoll und angeberisch war, konnte die Gnomin nicht umhin all das mit Kindlicher Faszination zu Bewundern. Ihre Finger tasteten gelegentlich prüfend über die Verzierungen an den Hausmauern, als hoffte sie beinahe einer der schönen einlegearbeiten aus Edelstein würde sich unter dem Druck ihrer Finger lösen. Die Künstlerisch angelegten Springbrunnen ja sogar für die Blumenbeete, obwohl sie sonst für das Grünzeug kaum etwas übrig hatte, wurden ausführlich in ihr Gedächtnis aufgesogen. Die Albernen Klamotten der reichen Pinkel und die ausgestellten Waren hinter den ebenso künstlerischen Fenstermosaiken, soetwas gab es selten und nur in ganz Bestimmten Bereichen in Ilassea. Hier aber schien das das mindestmaß zu bilden. Nachdenklich klopfte sie mit dem Finger gegen ihr Kinn, das war nun schon das Zehnte Gasthaus an dem sie vorbeikamen, aber keines davon würde sie auch nur als Bürgerlich einstufen, geschweige denn Schäbig genug, dass sie sie dort hinein lassen würden. Unwohl puhlte sie nun an einem Brandloch in ihrem Mantel. Ihr gingen dabei soviele Dinge durch den Kopf, dass sie tatsächlich alles Ausblendend für einige Augenblicke stehen geblieben war und mit leerem Blick durch Nyx hindurch sah. Der Umstände wegen, sollten sie wohl einfach hineingehen und für ein Zimmer und Essen Bezahlen. Aber wenn sie das vorschlug, würde Nyx recht behalten und ihr vorwerfen sie würde sich nicht trauen, verbotener Weise in eines der leeren Zimmer zu steigen. Würden sie sie überhaupt hineinlassen, so wie sie aussah, selbst wenn sie vorhatten ehrlich dafür zu bezahlen? Natürlich war es spannender, sich irgendwo reinzuschleichen. Aber es war ebenso dumm das zu tun, wenn man die Umgebung nicht kannte. An so einem Ort waren sie es die auffielen und wo man sich nicht mal eben unters Volk mischen konnte. Das war kein Ort für nostalgische Einbrüche. Die Gnomin schien ihren Entschluss gefasst zu haben und nahm das nächst beste Gasthaus, das Smaragdfarbene Lettern und Goldverzierung auf dem Holzschild hatte und drückte die schwere Tür aus Buntglas auf.

    „ Wir... nehmen.. dasda.“ presste sie hervor und hatte sichtliche Mühe die Türe aufzuhalten und einen Fuß im Inneren zu platzieren die Einrichtung bestand zum größten Teil aus polliertem dunklen Holz und glänzendem Messing. Ein schlanker Cath’Shyrr stand dort hinter einer hohen Theke und blätterte in einem Buch.

    „ Was kann ich für die Herrschaften tun?“ schnurrte der Mann melodisch und stützte sich auf die Arbeitsplatte nachdem er die Feder zurück ins Tintenglas gesteckt hatte. Vorrangig sah er dabei Nyx an, aber ließ es sich nicht nehmen die Gnomin kurz von oben bis unten zu mustern. Sein Gesichtsausdruck verriet dabei so verschlagen beinahe keine andere Regung, als Neugierde.

    „ Eine Unterkunft für die Nacht und ein Abendessen.“ meldete sich Zisch zu Wort und knetete dabei überdeutlich den Geldbeutel in ihren Händen, den sie den Banditen auf der Landstraße abgenommen hatten.

    „Dann war die Decke die du mir geschenkt hast purer Eigennutz!! Nach all den Jahren kommts doch raus! Er macht nie irgendwas ohne Hintergedanken!“ entgegnete sie mit überspitztem Tonfall und piekste ihm gegen den Unterarm. Ihre Gedanken wanderten zurück in die Vergangenheit, der der sich bei soetwas nicht durchsetzte hatte in der Nacht nunmal frieren müssen. Es kam oft genug vor, dass sich die anderen zu Dritt oder viert eine Decke teilen mussten, weil Nyx und sie selbst so unbestreitbar die Bessere Decke und die Wärmsten Plätze verteidigten. Das war wohl auch der Grund warum sie nun in der Werft ein regelrechtes Sammelsorium an Decken und Stoffetzen bunkerte. Seine Frage ließ sie ohne Verständnis für ersteres den Kopf schütteln. „ Nein! jetzt durfte ich mir schon nicht Yelindea in Ruhe anschauen! Da geh ich mich jetzt garantiert nicht in ein Zimmer verkriechen!“ meckerte sie und überholte den Schattenschleicher mit einigen schnellen Schritten. „ Ja! Essen!“ brach es aus ihr heraus und mit schwingenden Armen drehte sie sich wieder herum. „ Nur in dem Kaff hier gibts nichtmal gute Mülltonnen!“ grinste sie und deutete auf den Bereich der nicht von Schatten eingehüllt war und wieder auf die Hauptstraße führte bevor sie vorraus lief. „ Wooo gibts wohl was zu ...essen“ die Gnomin luhrte um die Hauswand herum und trieb Nyx mit einem „ Jetzt komm halt endlich du lahme Krücke!“ an

    Zisch musterte das noch immer schmerzverzerrte Gesicht vor sich und nur zögerlich lösten sich ihre Hände wieder von seinem Gesicht. Rothaarige Bestie? Sie lehnte sich etwas zurück. Sie hatte ihm ja beinahe die Vorlage dafür geliefert aber trotzdem-! Der flüchtige Kuss kam überraschend für sie und noch bevor sie zu einer Erwiderung ansetzen konnte. Dieser so kurze Moment zeigte ihr schlagartig auf, dass sie nichtmehr in der Vergangenheit lebten und wieviel sich inzwischen Verändert hatte. Das alles war noch so neu und ungewohnt, dass sie sich im ersten Moment total versteift hatte, bevor sie diese Nähe genießen konnte. Das einzige dass sie gerade wirklich zu Stande brachte war überrumpelt zu blinzeln und ein bisschen verträumt hinaufzustarren zu dem Mann der jetzt nichtmehr nur ihr unnahbarer Bandenanführer war.

    „ Dann krieg ich alle Münzen die wir hier erbeuten?“ hauchte sie nun leise, als hätte diese Geste von ihm sie gerade in tiefste Trance versetzt. „ Und das Kopfkissen...“ plapperte sie weiter. Denn um hochwertige frische Kopfkissen oder allgemein das Bett wurde sich in der Bande bei einem Einstieg in ein Gastzimmer immer gestritten.

    Zisch kniff die Augen zusammen und ihre Lippen waren nur ein dünner Strich, bei seinen Worten und ihre Finger spielten mit den dunklen Perlen. Kneteten sie krampfhaft, denn Irgendwo im Hinterkopf klopfte da die Vernunft an. Dass sie bloß keine Aufmerksamkeit erregen sollten, denn schließlich mussten sie Boreas eine Nachricht überbringen. Die Phoeniax verließen sich auf sie! Aber das war eindeutig eine Herausforderung und überhaupt hatten sie das früher sehr oft getan uns im Grunde mit der steigenden Übung nie erwischt worden. So kannte sie ihn wieder. Für einen Moment war es wieder wie früher und all die Vorsicht wurde abgeschüttelt.

    Ein energisch platzierter Schlag in den unteren Bauch war die Strafe für sein blödes Grinsen und den Vorwurf verweichlicht zu sein.

    „ Köder keine Bestie die du nicht bezwingen kannst, Bohnenstange!“ Lautete ihre provokante Einwilligung und hatte sich gerade herumgedreht um stolz davon zu spazieren, da blieb sie abrupt stehen. Nyx war leicht gekrümmt zusammengeschrumpft und presste die Luft durch die Zähne. Litt offensichtlich schmerzen, dass sie sich kurz grübelisch über die lockigen Haare strich.

    „ Du bist doch sonst nicht so wehlei-„und mit diesem Wort und der Bedeutung die in ihrem Bewusstsein ankam, kam der Schrecken und ein ungemein schlechtes Gewissen. Mit einem Satz war sie wieder bei ihrem Bandenanführer.

    „ E-entschuldigung!!“ stotterte sie hastig und vor allem von ihrer eigenen Unbedachtheit erschrocken. Ihre Finger fuhren schnell tastend über seinen Bauch, die Hände und schließlich seine Wange weil sie bei seiner Haltung sogar da heranreichte. „ Das war ein Reflex! Arrgh ich wollt dir nicht wirklich weh tun!!“ wollte sie ihm versichern und umfasste nun selbst jammernd mit beiden Händen sein Gesicht.

    „ Dafür darfst du die Beute allein behalten... hm?“ versuchte sie eine Entschädigung auszuhandeln.

    Zisch verzog das Gesicht. Seit wann sagte er so offen, dass ihm irgendwas ein Vergnügen war? Auch wenn es geheuchelt war, hatte er immer versucht sich möglichst undurchschaubar bei allem und jedem zu halten. Desswegen war sie immer ein klein wenig stolz gewesen, wenn sie ihn durchschaut hatte. Der Wachmann und Nyx dirigierten sie Wortlos durch das Tor. Der Mann an dem Tisch forderte sie mit ausgestreckter Hand dazu auf ihre Waffe auf den Tisch zu legen, was sie mit genervtem Blick und nach deutlichem Zögern tat. Dieses Ding hatte sie soviele Stunden Arbeits und Entwicklungszeit gekostet, dass sie argwöhnisch auf die Finger sah, die dort an ihrer Waffe herumhantierten. Fast so als drohte sie ihm innerlich, wenn er etwas kaput machte, musste er dafür bezahlen. Doch der Mann schien sein Handwerk zu verstehen und verschloss sogar die aufwendig konzipierte Pulverkammer wieder ordnungsgemäß und gab ihr die Waffe zurück.


    Noch einmal zurücksehend, folgte sie dem Halbdjirin in die angrenzende Gasse und wäre beinahe in ihn hineingelaufen. So nah an ihm stehend musste sie den Kopf in den Nacken legen um ihn anzusehen. Nyx entschludigte sich und die Gnomin winkte ab und blickte nun die Gasse entlang. Eigentlich nervte sie nichtmehr, dass er das getan hatte, sondern dass sie ihm bei solchen Dingen keine Hilfe sein konnte. Er hatte diesbezüglich einen Weg eingeschlagen auf dem sie ihm nicht folgen konnte.

    "Wie ein Gockel... "schnaubte sie leise und überprüfte den Sicherheitshebel an der Muskete bevor sie sich übertrieben verbeugte und dann kokett mit der Hand vor dem Gesicht herumfächerte. " Bei dem Gebimmel vor dem Kackbrunnen" äffte sie die langezogene Stimme der Frau nach, während er über die reichen Leute schimpfte. Als wüsste sie das nicht, wie die draufwaren. Zuerst hatte sie sich gefreut, diesen Ort zu sehen, doch hier waren selbst die kleinen dunklen Hausgassen ordentlich sauber ohne jeglichen Unrat. Das war ebenso befremdlich wie Nyx gehabe gewesen war.

    Die Gnomin schulterte die Waffe und lehnte sich dann mit der Seite gegen die schneeweiss getünchte Hausmauer. Ein beleidigter Gesichtsausdruck wandelte sich langsam wieder zur Verständnis, als sie nun doch zu dem Kartenmagier sah. Er hatte ja Recht. Ohne das wären sie nicht weit gekommen und auch über die Mauer hätten sie keine Chance gehabt.

    "Ich beneide dich um deine Selbstbeherrschung... Ich hätte ja beinahe schon gekotzt, bei dem Geschwafel." es war eine unterschwellige Anerkennung und der Versuch sich irgendwie wieder mit der Notwendigkeit seines Verhaltens und damit mit ihm gutzu stellen. Dann zupfte sie an ihrer Kleidung herum. Es war das Gewand dass ihr Asara gegeben hatte, und war wohl hochwertiger als alles was sie bisher besessen hatte und doch würde sie hier im Vergleich aussehen wie der Ärgste Bettler.

    " Die lassen uns so aber nicht in ein Gasthaus." murrte sie und musste dann Grinsen. " Wenn wir durch die Vordertür gehen natürlich."

    Der Reifrockrahmen drückte unten gegen ihre Füße und gaben oben so garkeinen Halt um sich daran abzustützen, dass sie mit den Rucksäcken nicht so leicht wieder in die Balance kommen konnte, wie sie wollte. Ihre Finger krallten sich in den dichten Tüll und fingen sich an einigen Perlen. Nyx Einschreiten hörte sie anfänglich nur dumpf, bis das Stoffgeraschel endlich aufhörte und die Frau Fächerwedelnd einen Schritt zurücktrat. Vor sich hin knurrend sortierte sich die Gnomin wieder etwas und strich sich schlussendlich die Locken aus dem Gesicht, drei dunkle Perlen fanden sich in ihrer geschlossenen Handfläche wieder.

    Zisch sah sich mit zusammengezogenen Augenbrauen das Schauspiel an. Der ‚ höfliche Zusammenstoß‘ war so ziemlich die erfolgreichste Methode an den Geldbeutel eines anderen zu kommen, aber war das Klug das vor sovielen Leuten zu tun? Und war Nyx garnicht bei der Sache? Ein Diebstahl brachte sie hier nicht weiter! Sie mussten durch das Tor.

    „ Ich bin nicht exzentrisch!“ platzte es verärgert und vollkommen ernst aus ihr heraus, ihr Fuß fegte dabei über den Boden und schoss ein paar Kiesel gegen das Hosenbein des Schattenschleichers. Ihr Verhalten bestärkte zwar unbewusst dieses Schauspiel, aber das tat war nicht der Grund warum sie so reagierte. Zisch war verärgert, dass sie jetzt vermutlich nicht in die Stadt kamen, wegen den reichen Pinkeln und ihrem blöden Geplapper. Um diese Stadt zu erkunden und das Wolkenschiff zu bekommen mussten sie an dieser Blechdose vorbei und das konnten sie sich jetzt wahrlich abschminken. Sie gab hier garnichts ab!

    „ Entschädigung!?“ platzte es aus ihr heraus und sah den großen Münzen hinterher, die den Besitzer wechselten. Dafür war noch nicht genug Zeit vergangen, dass ihr bei dieser Summe nicht das Herz blutete. Sie setzte gerade zu einem ‚Spinnst du?!‘ gegen Nyx an, da schloss sie den Mund wieder. Bestechung.. Nagut... Ihr Kopf funktionierte auch gerade etwas langsam. Nyx legte ein äußerst seltsames Verhalten an den Tag. Seine Bewegungen waren so untypisch für ihn, ebenso verhielt es sich mit seiner Sprache, dem Gesichtsausdruck, einfach alles. Er war wie ein Anderer. Angespannt presste sie die Lippen aufeinander. Das ganze Getue seinerseits war ja schon irgendwie lustig, da würde er schonnoch was zu hören kriegen, doch das schamvolle Schmunzeln, dass die Frau seinem gekünstelten, aber sehr überzeugendem Lächeln folgen ließ, ließ Zisch die Arme vor der Brust verschränken. Du Idiot was versprichst du denn da für einen Scheiss? Warf sie ihm Gedanklich vor, weil ihr noch nicht so recht aufging mit welchem Versprechen er es nun ehrlich meinte oder nicht. Und Heute?! Dann würde er das schön alleine machen können... sie verzichtete garantiert nicht darauf sich die Stadt anzusehen.


    Die Gnomin bemühte sich zwanghaft den Mund geschlossen zu halten, sie wusste ja nicht was er nun wirklich vor hatte.


    „ Das letzte Schiff legte bereits vor einer Stunde ab.“ bestätigte der Wachmann und ließ die Münzen in seine Tasche gleiten, bevor er den Weg freigab. „ Geben sie Hier bitte zur Überprüfung die Waffen ab.“ Die Wache deutete auf einen weisshaarigen Mann der auf einem Tisch gerade eine Einhandschusswaffe überprüfte und sie dem Besitzer zurückgab.

    „ Zum Glockenspiel am Wunschbrunnen?“ säuselte die junge Priviligierte den Halbdjirin an, unbestreitbar lockte sie nun diese raue Verwegenheit und das kleine Abenteuer.

    Zischs Blick huschte immer wieder zu dem ausladenden mit Federn geschmücktem Hut, einer Dame nur wenige Personen vor ihnen in der Reihe. Es wirkte albern, wie ein zerrupfter Papagei, dass ihr auch nach den langen Minuten in der Reihe immer wieder ein leises belustigtes Schnauben entkam. Die Kindliche Vorfreude über etwas Neues, wie diese Stadt Mischte sich mit dem Missfallen über dieses übertrieben protzige Getue. Dass sich diese Stadt so grundlegend von Ilassea unterschied hatte man schon aus der Ferne sehen können. Aber genau das war es auch, dass ihre Neugierde weckte und im Gegensatz zu Nyx wurde ihr Gesichtsausdruck nicht düsterer, sondern schien sich vielmehr aufzuhellen. Ungeduldig stellte sie sich immer wieder auf die Zehenspitzen und versuchte mehr von all dem in sich aufzunehmen. Die Frustration über die ganzen Leute die ihr die Sicht versperrten waren demnach zunächst ihr einziges Ärgerniss. Trotz der Dringlichkeit für ihre Reise, hatte sie ja schon immer etwas anderes als die Handelsstadt sehen wollen.

    Doch als die Leute vor ihr durchs Tor gewunken wurden, kam die Ernüchterung. Der Mann in der glänzenden Blechdose, sah sie kaum an und ratterte eine Litanei runter, bei der langsam eine Augenbraue nach oben wanderte und sie sich so nach vorne beugte, dass man meinen könnte die Gnomin wäre schwerhörig.

    Nur kurz sah sie mit einem Gesichtsausdruck zu dem Halbdjirin auf, der deutlich soetwas sagte wie ,Meint der das Ernst?‘ bevor ihr Kopf wieder herumschnellte und ihre Finger genervt auf den Holzschaft ihrer Waffe trommelten. Sie würde hier absolut garnichts abgeben.

    „ Was soll das bringen? Wir wollen nur auf ein Luftschiff.“ erklärte sie und tapste ungeduldig von einem Fuß aufs den nächsten. Dass sie endlich in die Stadt wollte ließ sie in Anbetracht dieser Verzögerung nur noch genervter Wirken. „ Und wieviele Münzen wir haben geht euch ja mal garnichts an!“ maulte die Bastlerin.

    „ In Anbetracht der Refusion behalten uns vor euch das Privileg der Einreise in die Stadt und ihre Vorzüge zu verweigern.“ antwortete der Soldat trocken und schien bereits den Nachfolgenden in der Schlange zu sich winken zu wollen.

    „ In Anbetracht der Was?!“ die Gnomin blinzelte ratlos. Konnte der nicht so sprechen, dass man auch verstand was er sagte? „ Hey!“ der Ausladende Tüllrock der Frau hinter ihr Drängte die Rothaarige zur Seite und mit aller Kraft stemmte sie sich gegen den Reifrock der drohte sie mit seinen Stoffmassen zu verschlucken.