Tara sah dem Fleck auf dem Boden nach, wo Daerid eben noch gestanden hatte und schüttelte nur den Kopf.
"Das Haus des Kaufmanns Canevele …" Ja, sicher. Sollte der feine Herr seinen Kram doch selbst erledigen. Sie war vieles, aber nicht dumm genug, sich für einen Fremden, der nicht einmal anständig Karten spielen konnte, in eine undurchsichtige Geschichte einspannen zu lassen. Und das alles nur für vage Versprechungen?
Ihr Blick wanderte hinab zu dem Gold, das verheißungsvoll in ihrer Handfläche lag. Sie ließ es einmal kurz hochschnellen, fing es mühelos wieder auf und ließ es gann geschickt in ihrem Beutel verschwinden.
Ein breites Grinsen breitete sich auf dem Gesicht der Piratin aus.
"Danke für das Gespräch, hübscher Kerl..", murmelte sie und tätschelte leicht den Lederbeutel. Das war der leichteste Verdienst seit Wochen. Keine gezinkten Karten, kein langes Feilschen – nur ein kurzes Geplänkel mit einem eitlen Pfau.
Tara verschwendete keinen weiteren Gedanken an Kaufmannshäuser, seltsame Aufträge oder Männer, die mehr Fragen stellten als Antworten gaben. Das war die Welt der Leute, die zu viel Zeit und zu wenig Gefallen an den einfach Freuden des Lebens hatten.
Mit beschwingtem Schritt trat Tara an den Tresen, legte eine der eben gewonnenen Münzen auf das fleckige Holz und deutete auf ihren leeren Humpen.
"He, ich nehme noch einen Rum. Und diesmal den guten aus dem oberen Regal! Das Glück hat heute nämlich rote Haare."
Als der Humpen vor ihr landete, hob sie ihn mit einem zufriedenen Lächeln an und nahm einen tiefen Schluck. Das wohlige Brennen breitete sich in ihrer Kehle aus, während ihr Blick über das laute, schmutzige Treiben der Schwarzen Katze wanderte.