Beiträge von Amelie

    Ui so ein Tanzbär wär ja auch mal was.

    :yeah:


    Nee aber zurück zum Thema:
    Also was die Zeit angeht, dürfte es daran ja eigentlich nicht scheitern. Wir sind ja hier kein Echtzeitboard, wodurch man sich da eigentlich nicht mit aktuellen Storys ins Gehege kommen kann. Also wenn nur die Zeit das Problem ist ... Darüber lässt sich ja reden.
    Bei mir spielt die Zeit ja keine Rolle, weil meine Charaktere ja lange nicht mehr aktiv waren und somit keine Story in dem Sinn besteht. Also ich wäre da flexibel. Mir gehts rein darum, auch wieder nach und nach meine Mädels ins Play zu bringen.

    Haha
    Das klingt schonmal gut.

    ^^


    Aber Ihr redet immer nur von Männern, die nicht kommen können. Spielt Ihr nicht auch Frauen? Die dürfen auch kommen.

    :P


    Und egal, ob es passt oder nicht. Da gibt es keinen Türsteher, der aussortiert wer rein darf und wer nicht. Das heißt, selbst wenn eigentlich einer nicht da hin passt, kann er/sie ja doch trotzdem aus Neugier mal rein schauen. Möglichkeiten könnten sich da ja schon ergeben. Amelie will ja damit auch Werbung für ihre Tanzschule machen.

    Hallo

    :)


    Ich möchte gerne Amelie einen Ball veranstalten lassen. Ziel von Amelie ist es nicht, weil sie so gerne Bälle veranstaltet sondern weil sie neue Shirashai-Anhänger bekehren will.

    ;)

    Am Liebsten wäre ihr hierbei natürlich, wenn sich da ein paar gut aussehende, gut betuchte Herren einfinden würden, die sie um den Finger wickeln könnte. *hust* Da aber das, was man will und das, was man bekommt, zwei Paar Schuhe sind, ist selbstverständlich von mir als Spielerin jeder Charakter dazu eingeladen. Wäre aber trotzdem toll, wenn jemand einen Mann zum Flirten bereit stellen würde. Daraus muss sich auch nichts Festes ergeben. Amelie ist es gewohnt, ihr Dasein allein zu fristen. XD Und ob sich was für Shirashai ergibt, könnten wir dann besprechen. Wäre natürlich schön, muss aber nicht.

    Auch auf Amelies Lippen zeigte sich ein sanftes Lächeln, als die Hohepriesterin sie als fleißige und einflussreiche Tochter Shiranais lobte und die Nymphe senkte diesbezüglich demütig ihren Kopf.
    "Das werde ich", versprach die Nymphe leise bezüglich des Beitrages, den sie leisten würde.
    Und sie würde Sharinoe hierbei ganz sicher nicht enttäuschen.


    In ihrem Kopf plante die Nymphe bereits, wie sie wohl vorgehen könne und ja ... Ein Fest wäre wirklich das Beste. Und dort würde sie den reichsten Adeligen auswählen, der auf diesem Fest ... einem Ball wohlbemerkt ... erscheinen würde.


    Die bevorstehende Andacht jedoch führten Amelie wieder zu Sharinoe zurück und sie nickte. "Sehr gerne". So folgte die Nymphe dem Klang der Glocken und ging zuruück ins Tempelinnere, wo sie sich einen Platz für die Andacht aussuchte, auf dem sie sich nieder ließ.

    Bezüglich der Erklärung zu diesen durchaus faszinierend anmutenden Pflanzen achtete Amelie aufmerksam den Worten der Stimme der Nacht mit einem Lächeln.
    Allerdings entfernte Amelie dann besage Blüte schnell wieder aus ihrem Gesicht, als Sharinoe erkärte, dass man vorsichtig sein müsse, wenn man ihr zu nahe käme.
    Das letzte was Amelie gebrauchen konnte war, wenn sie ihrer Sinne beraubt würde. Andererseits war dies dann doch eine recht nützliche Eigenschaft, welche sie sich durchaus zunutze machen könnte. Sich selbst und Shirashai selbstverständlich ebenfalls.
    Amelie schien verstanden zu haben und schenkte Sharinoe ein Lächeln.
    Das Wort 'Armee' war in diesem Fall wohl ein recht großes Wort, denn was die Priesterschaft dieses Tempels anging, konnte man wohl eher nicht von einer Armee sprechen.
    Dennoch nickte die Nymphe zustimmend.
    "Ich werde sehen, was sich machen lässt. In der nächsten Zeit habe ich vor, einen Ball in meiner Tanzschule zu veranstalten, zu der hoffentlich viele Bürger dieser Stadt erscheinen werden", ließ sie Sharinoe daher wissen.

    Sharinoe war also der Meinung, dass Amelie Einfluss hatte? Nun ja ... Da mochte sie womöglich recht haben. Aus diesem Grund erwiderte Amelie das Lächeln der Hohepriesterin und blickte sie an.
    Aus dem Lächeln wurde ein Grinsen, als die Nymphe dann die weiteren Worte Sharinoes vernahm.
    Oh ja ... Mit Sicherheit würde es ein Leichtes werden, den ein oder anderen Mann zu verführen und am Besten sogar noch in Shirashais Arme zu locken. Das wäre es, was die Anhängerschaft der dunklen Göttin dringend benötigen würde.
    In Gedanken versunken, wie sie wohl am Besten vorgehen konnte, folgte Amelie der Hohepriesterin bis in den Garten des Palastes hinein und blieb dort stehen um sich umzusehen. Der Duft der verschiedensten nachtblühenden Blumen stieg in Amelies Nase und für einen Augenblick schloss diese ihre Augen, um diesen Duft genießerisch durch die Nase einzuatmen.
    Nachdem die Nymphe ihre Augen wieder geöffnet hatte, blickte sie auf die blau leuchtende Blüte, welche Sharinoe ihr reichte und nahm diese entgegen.
    Langsam führte sie die Sternenlilie etwas höher, um daran zu riechen. "Sternenlilie?" Schon oft hatte Amelie die Blumen bewundert, welche in diesem Palast wuchsen aber deren Namen waren der Nymphe vollkommen unbekannt.

    Das Seufzen Sharinoes konnten Amelies Ohren durchaus vernehmen und die Nymphe konnte nur all zu gut nachvollziehen, was wohl in ihrem Gegenüber vor sich gehen mochte. Sie hörte deren Worten und nickte dann. An diesem Dilemma musste unbedingt etwas getan werden. Doch was das war, vermochte Amelie in diesem Augenblick nicht zu wissen.
    Von den weiteren Gedanken Sharinoes bezüglich der Schatzkammer und den restlichen Gedankengängen ahnte Amelie nichts. Dennoch erwiderte sie deren Lächeln und blickte den Gang entlang, zu dem ihr die Hohepriesterin wies. Anschließend nickte sie. "Gerne". Und während sie ging, huschten Amelies nachdenkliche Blicke immer wieder zu der Hohepriesterin herüber. "Was kann ich tun?" Die Nymphe konnte und wollte nicht einfach tatenlos bei diesem Dilemma zusehen. Sie fühlte sich in der Verantwortung, etwas zu unternehmen.

    Oh ja
    Es war wirklich ruhig geworden im Palast. Nicht, dass es hier nicht ohnehin stets ruhig war.
    Aber sonst, wenn Amelie hier her gekommen war, hatte sie immer den einen oder anderen Priester an ihr vorbeihuschen sehen, was an diesem Tag nicht der Fall war. Aber das machte ihr nichts aus.
    Vorerst sprach sie in Ruhe und immer noch mit geschlossenen Augen ihr Gebet zu Ende, voll und ganz darin vertieft, während sie wie aus weiter Ferne vernahm, wie sich etwas bewegte.
    Aus den dunklen Schatten heraus näherte sich jemand der Nymphe und blieb neben Shirashais Statue stehen, die Hände gefaltet, wie Amelie bemerkte, als sie ihre Augen öffnete und die unter den Shirashai-Priestern als Stimme der Nacht bekannte Leiterin dieses Palastes erkannte.
    Niemand Geringeres als Sharinoe Daranday hatte sich soeben zu Amelie gesellt und sie gegrüßt.
    Langsam, aber mit gesenktem Haupt erhob sich Amelie, die eigenen Hände noch immer gefaltet aber nun vor ihrem Körper hinab hängend lassend.
    "Ich grüße Euch".
    Amelies Stimme war kaum lauter als ein Flüstern, während sie zuerst Sharinoe ihre Aufmerksamkeit schenkte, bevor sie ihre Blicke über die leeren Schatten des Palastes huschen ließ.
    "Es ist ruhig geworden", stellte sie daraufhin fest, bevor sie Sharinoe mit einem weiteren, dieses Mal allerdings fragenden Blick bedachte.

    Vor den schwarzen marmornen Stufen des Palastes der Nacht stand eine zierlich anmutende Gestalt, gehüllt in einen schwarzen Umhang, dessen Kapuze einen Schatten über ihr Gesicht legte, sodass
    man dieses nicht sofort erkennen konnte. Darunter trug die Oreade ein dunkelblaues, samtenes,
    recht freizügiges Kleid, wovon man, dem Umhang sei dank, nicht viel erkennen konnte.
    Ihre dunkelbraunen Augen leuchteten auf, während sie den Palast für mehrere Augenblicke von
    außen bewunderte, nur um sogleich Stufe um Stufe des dunklen Marmors zu erklimmen, sodass
    sie kurz darauf den Palast der Nacht betreten konnte. Wie immer war Amelie auch in dessen
    Inneren mehr als angetan von dem Schauspiel, welches die vielen in die Wände eingelassenen, leuchtenden Edelsteine ihr boten, um die Nacht in all ihrer Pracht zu offenbaren.
    Viel zu lange war Amelie schon nicht mehr hier gewesen. So eilte sie mit leisen, kaum hörbaren Schritten auf die Statue ihrer Göttin zu und ging vor dieser in die Knie, um ein leises Gebet zu sprechen.
    Die Kapuze hatte sich die Oreade hierfür herunter gezogen und ihre langen, dunklen Locken fielen rechts und links an ihrem Gesicht herab, während sie mit geschlossenen Augen voll und ganz in ihr Gebet versank.

    Amelies Tanzschule


    Dies ist in geschwungenen Buchstaben auf ein weißes Schild geschrieben, welches über dem schmiedeeisernen Tor vor Amelies neuem Anwesen stolz den Passanten verkündet, wovon Amelie schon lange geträumt hatte. Lange musste die Nymphe sparen, hatte viele Tanz Auftritte zum Besten geben müssen, bis sie diesen Traum endlich Wirklichkeit werden lassen konnte. Jedem, der durch das Tor schreitet, welches den Blick auf eine strahlend weiße Villa frei gibt, bietet sich ein herrlich gepflegter Garten voller seltener und wohl duftender Blumen. Amelie selbst hatte diese Beete angelegt und die Liebe zum Detail bleibt keinem Auge verborgen.



    Diese Liebe zum Detail führt sich auch am Rest des Anwesens weiter. An der kunstvoll geschliffenen Haustür prangt ein goldener Türklopfer, der stets im Licht der Sonne glänzt. Befindet sich der Besucher erst im Inneren der Villa, so erblickt er als Erstes die breite, in Weiß gehaltene Holztreppe, die ein Stockwerk höher führt. Doch diese Treppe beschreiten wohl die wenigsten, denn sie führt zu Amelie`s Wohnräumen. Ausschlaggebend ist wohl in erster Linie der Korridor auf der linken Seite, der die Besucher unmittelbar zu zwei Flügeltüren leitet, die den Weg zu einem hell beleuchteten und recht großen Raum freigeben. Hier wird Amelie in Zukunft ihren Schülern die Kunst des Tanzens näher bringen.

    Es erleichterte die Nymphe ungemein, als Tári ihr bestätigte, dass der Yassalar fort war. Schwer atmend ließ sie sich auf der Bank nieder und lehnte sich nach hinten. Kurz schloss sie ihre Augen, nur um sie gleich darauf wieder zu öffnen. Tári sagte ihr, dass alles gut werden würde. Hoffentlich behielt sie recht. Amelies rechte Hand umfasste ihren Hals, an dem sie zuvor noch den groben Griff ihres Angreifers verspürt hatte. "Wie konnte ich nur so dumm sein?" Ein weiteres Mal in ihrem Leben verfluchte die Nymphe sich selbst, einem männlichen Wesen blind vertraut zu haben.


    Sie blickte zwischen ihren Begleitern hin und her und vernahm Táris Worte, die sich erkundigte, ob sie etwas zu trinken oder gar einen Heiler brauche. Ihr männlicher Begleiter schien bereit, ihr eins von beidem oder womöglich sogar beides beschaffen zu wollen. "Bitte etwas zu trinken", brachte Amelie mit heiserer Stimme hervor. Ein Heiler wäre wohl überflüssig. Schon bald würde Amelie den Palast der Nacht aufsuchen und zu ihrer Göttin beten, die ihr gewiss beistehen und wieder neue Kräfte verleihen würde.

    Tári sagte etwas, das sie nicht verstehen konnte und Tamrin antwortete ihr. Vorsichtig versuchte Amelie, sich aufzurichten. "Tári?", erklang ihre heisere Stimme. "Ist er weg?" Sie drehte den Kopf in Richtung der Weide, um nach dem Yassalar Ausschau zu halten. Doch weit und breit war nichts von ihm zu sehen. Und dennoch hatte die Nymphe das Gefühl, nicht schnell genug von diesem Ort fort zu kommen.


    So rutschte sie schließlich von Tamrins Armen, um selbst gehen zu können, hielt sich aber an ihm fest, da ihre Beine immer noch schwach waren.


    So humpelte sie langsam an Tamrins Seite zu der Bank, welche ganz in der Nähe stand, um sich darauf nieder zu lassen. "Ich danke Euch. Wenn Ihr nicht gekommen wärd ..." Doch an dieser Stelle brach Amelie ab. Darüber wollte sie nun wirklich nicht nachdenken.

    Stimmen drangen an ihre Ohren. Jemand schien sich um sie zu kümmern und sich zu sorgen. Mit geschlossenen Augen versuchte sie zu lauschen und erkannte darunter Táris Stimme. Und der Andere musste Tamrin sein. Langsam sickerten die Erinnerungen in Amelies Kopf zurück. Sie waren am Mondenteich. Der Yassalar - oder was auch immer er war - hatte sie angegriffen und ihrer Sinne beraubt.


    Und dann hob sie jemand auf seine Arme. Doch es waren nicht die des Schwarzen. Nein ... Langsam öffnete sie ihre Augen und erkannte das Blätterdach über sich. Jemand hatte es beiseite geschoben und Tamrin trat hindurch. Die Musik des Festes war wieder deutlicher zu vernehmen. Scheinbar wollte er sie dorthin zurück tragen.

    Des Fest im Park war nun schon ein paar Tage her doch die dortigen Geschehnisse steckten Amelie immer noch in den Gliedern. An ihrem Hals waren deutlich blaue Flecken zu erkennen, die der Yassalar ihr zufügte, als er sie gepackt hatte. Diese jedoch versuchte Amelie mit einem nachtblauen Seidentuch zu kaschieren.


    Soeben kam sie vom Palast der Nacht. Sie hatte gebetet. Am Liebsten wäre sie dort geblieben doch sie hatte ja schließlich noch ein Leben. Shirashai und ihren Rettern sei Dank.


    Mit schnellen Schritten bewegte sie sich durch die Straßen, ihre Blicke stets wachsam umher huschend. Jede Ecke, jeden Baum und jede schattige Ecke hielt sie genau im Blick. Man konnte nie vorsichtig genug sein. Das hatte sie nun gelernt. Auch ihren Dolch würde sie niemals mehr zu Hause vergessen. Allein das Wissen, das Gewicht dieser Waffe an ihrem Gürtel zu verspüren, gab ihr ein bisschen mehr Sicherheit.


    Dennoch beschleunigte Amelie ihre Schritte. Nur noch eine Gasse und sie konnte ihre Haustür aufschließen. Endlich! Doch etwas ließ die Nymphe aufhorchen. Ging da jemand hinter ihr? Sie wagte einen Schritt über ihre Schulter doch sah niemanden. War es nur Einbildung? Vermochte der Yassalar auch jetzt noch, seine Macht auf sie auszuüben? Wann würde sie diesen Schrecken endlich überwunden haben?


    Mit zitternder Hand ergriff Amelie den Griff ihres Dolches, um diesen jederzeit gegen einen Angreifer einsetzen zu können. Dabei bemerkte sie jedoch nicht, dass ich in diesem Augenblick der lederne Beutel von ihrem Gürtel löste, in dem sie ungefähr 20 Golddukaten mit sich führte. Amelie beschleunigte ihren Schritt abermals und lief schließlich bis zum anderen Ende der Gasse, bog um eine Ecke und stand vor ihrer Villa. Eilig hastete sie durch den Vorgarten, öffnete mit ihrem Schlüssel die Haustür und schloss diese kurz darauf hinter sich. Vorsichtshalber drehte sie den Schlüssel 2 mal herum und lehnte sich schwer atmend gegen die hölzerne Eingangstür. Ihr Geldbeutel jedoch war zwischen den Pflastersteinen der Gasse liegen geblieben.

    Nur kurz nahm sie wahr, dass sein Blick auf ihr ruhte, dann fielen Amelies Augen wieder zu. Sie hatte keine Ahnung, was um sie herum geschah. Dazu war die Nymphe noch viel zu geschwächt. Sie wusste nur Eines: Sie wollte weg. Weg von dem Yassalar ... Oder was auch immer er war. Weg von diesem Ort. Innerlich sehnte sich Amelie nach der Geborgenheit, den der Palast der Nacht ihr zu Teil werden ließ, wann immer sie ihn besuchte. Und schon wieder dachte sie zwangsläufig an ihn. Was er wohl getan hätte, wenn er in diesem Augenblick hier gewesen wäre? Was er wohl tun würde, wenn er im Nachhinein erfuhr, was ihr in dieser Nacht widerfahren war? Würde es ihn überhaupt interessieren? Und warum kreisten überhaupt ihre Gedanken um ihn? Ausgerechnet um ihn!


    Doch Amelies Gedanken an Brennan wurden jäh unterbrochen, als ihr Körper in das kühle Nass des Mondenteichs eintauchte. Vor Schreck wollte sie schreien doch unter Wasser ging jeder ihrer Laute unter. Mit den Beinen strampelnd bahnte sie sich einen Weg an die Wasseroberfläche. Hatte er sie endlich frei gegeben? Doch diese Hoffnung währte nicht sehr lange denn im nächsten Augenblick wurde sie von starken Armen gepackt und davon gezogen. Anfangs versuchte Amelie sich zu wehren, was ihr durch ihren immer noch geschwächten Zustand allerdings misslang. Sie musste ihre Kräfte aufsparen, um seinen Fängen zur rechten Zeit entkommen zu können. Also ließ sie ihn gewähren.

    Maiglöckchen ... Warum roch es nach Maiglöckchen? Wuchsen sie hier? Und wo befand sie sich überhaupt? Langsam schlich sich Frage um Frage in Amelies Bewusstsein, während sie dumpfe Stimmen vernahm. Und den Duft von Maiglöckchen ...


    Um sie herum war es dunkel. Sie hielt die Augen geschlossen. Jemand trug sie auf den Armen. Ein Mann. Sie hörte seine Stimme neben ihrem Ohr.


    "Das Fest ist nicht weit, ihr Puls stabil und ein Priester findet sich schnell. Eure Hilfe ist das Risiko nicht wert".


    Das Fest ... Der Mondenteich ... Der Yassalar! Bei diesem Gedanken zuckte Amelie zusammen. Sie wusste nicht, was geschehen war. Konnte sich nur noch daran erinnern, dass er sie plötzlich am Hals gepackt hatte. Und dann? Nichts! Was war nur geschehen? Was hatte er mit ihr getan? Und warum trug er sie auf seinen Armen?


    Langsam öffnete Amelie ihre Augen. Es fiel ihr schwer, in der nur von Glühwürmchen erhellteln Dunkelheit etwas zu erkennen. Doch was sie erkannte, war das Gesicht des Yassalar und Angst erfüllte ihre Glieder.

    "Nun wenn Ihr die Wahrheit sprecht, werde ich Euch wohl Glauben schenken müssen", entgegnete Amelie mit einem kecken Augenzwinkern, bevor sie ebenfalls noch einen Schluck des Weines nahm, der ihr das Herz erwärmte. Oder war es gar etwas anderes und nicht der Wein, dem sie dieses Gefühl zu verdanken hatte?


    Mit leicht geröteten Wangen blickte sie zu dem Mann mit diesen unergründlichen Augen auf. "Oh zu gerne würde ich mit Euch Eure Gärten besichtigen und ein wenig frische Luft einatmen". Amelies Blick glitt über die tuschelnden Gäste. Was ihr Gesprächsthema war, konnte sie sich auf Anhieb denken.


    So widmete sie sich mit einem wissenden Grinsen abermals ihrem Gastgeber. "Sollen sie sich die Mäuler zerreißen".