Beiträge von Tamrin

    Name des Charakters: Mysthral
    Volkszugehörigkeit: Mischwesen
    Herkunft: Heimat derzeit: Nir#alenar
    Geburtstag: 12. Shu'sharei 1425 (Patengott Kharad)


    Beschreibe Deinen Charakter äußerlich:
    Mysthral ist nicht besonders groß - höchstens 1,70 m - und von graziler Gestalt, die sich mit auffallend lässiger Eleganz bewegt. Aus dem herzförmigen Gesicht blicken sein Gegenüber große mandelförmige und grün-goldfarben gesprenkelte Augen an und stets ein ebenso freundliches wie vergnügtes Funkeln in ihnen zu wohnen. Mysthral'Stupsnase unterstreicht diesen Eindruck noch. Die Kleidung des jungen Mannes ist sauber und zweckdienlich aber gediegen. Fast immer sitzt ein überdimensionaler Hut auf seinem Kopf und ist tief bis über die Ohren hinunter gezogen - womöglich damit er größer wirkt und stets ist unter seinem Umhang ein breiter Gürtel zu sehen an dem diverse kleine Beutel ihren Platz haben. Üppiges Haar fällt Mysthral bis auf die Schulterblätter hinab und ist von undefinierbarer Farbe - graue, braune, weiße und schwarze Strähnen tummeln sich wild durcheinander.


    Beschreibe sein Innenleben:
    Mysthral ist jung, aufgeweckt und neugierig. Er ist in den Straßen Nir'alenars aufgewachsen und kennt sowohl die Licht- wie auch die Schattenseiten der großen Hafenstadt. Durch das behütete und auch durchaus angesehene Elternhaus im Händlerviertel hat das Leben bislang keine echten Narben in ihm hinterlassen - auch wenn ihn die eine oder andere Erfahrung dazu veranlasste, gewisse Anpassungen an sich selbst vorzunehmen. Auch der Spott Gleichaltriger über seine geringe Größe veranlasste ihn irgendwann dazu, dem mit Listigkeit und Cleverness zu begegnen. In ihm lebt der unbewusste Drang, ein neues Kapitel in seinem Leben zu beginnen auch wenn er mit seinem Leben bei seinen Eltern und im Handwerksbetrieb seines Vaters nicht unzufrieden ist.


    Erzähle uns etwas aus dem Leben Deines Charakters / seiner Vergangenheit:
    Mysthral ist ein Mischwesen aus einer recht ungewöhnlichen Verbindung. Seine Mutter ist eine Cath'shyrr und so ist es wenig verwunderlich, dass sein Vater sich fast vom ersten Augenblick an in sie verliebte. Dass die Cath'shyrr den menschlichen Handwerker erhörte und ihr Volk für ihn verließ, ist wohl nur damit zu erklären, dass sie im Wesen etwas aus der Art der Cath'shyrr geschlagen war. Ansehen, Prunk und Intrigen waren der jungen Katzendame zuwider und darin lag wohl auch der Grund, weshalb sie mit einem Menschen ihre Heimat verließ, um ein eher einfaches aber erfülltes Leben in Liebe und Treue mit ihm zu führen. Eine solche Verbindung wäre in ihrem Volk ohnehin nie akzeptiert worden. Das Paar reiste zunächst umher bis es sich zuletzt in Nir'alenar niederließ und ein Geschäft für Holzarbeiten aller Art eröffnete - vom Dachstuhl eines Hauses bis zu fein ziselierten Schnitzereien auf Möbeln oder zur sonstigen Dekoration.
    In Mysthral lebt das Erbe beider Völker. Zum einen die unstillbare Neugier und der Stolz des Katzenvolks, welches ihn Wissen aufsaugen läßt wie ein Schwamm. Besonders seine Mutter legte Wert auf gepflegte Umgangsformen und auf eine gewisse Schulbildung. Ebenso lebt in ihm aber auch der bedachtsam-sorgfältige Geist seines menschlichen Vaters, von dem Mysthral auch ein Talent für die Bearbeitung von Holz und einen fast natürlichen Blick für komplexere Konstruktionen jeglicher Art mitbekommen hat.
    Mysthral ist seinen Eltern sehr zugewandt, verspürt in sich aber auch den unbezähmbaren Drang, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen.


    Fragen / Anmerkungen:

    Tamrin's Brauen hoben sich. Der Wandel im Verhalten des vor Schmutz starrenden Pony war.... seltsam. Von einer Sekunde auf die andere hatte es sich vom menschenfressenden Ungeheuer in ein Häufchen Elend verwandelt...... sozusagen. Fehlte nur noch, dass seine Ohren herab hingen. Tamrin verstand es nicht. All das hier - Pietsch und Tári und Corrin und Meister Nyram, da war etwas, das er noch nicht wirklich zu fassen bekam. Etwas höchst merkwürdiges.... Reflexartig streckte Tamrin den Arm nach Tári aus als diese noch näher - viel zu nah !!! - an Pitsch's Pferch heran trat. Das konnte sie doch nicht....


    Pietsch hob den Kopf nicht. Immer noch starrte er zu Boden, fast wirkte er als ob er sich dafür schämen würde, dass es ihn übermannt hatte. "Du wirst mir helfen ?" der Ponyleib atmete tief durch. "Und sagst Du das auch nicht nur so?"


    Tári's Stimme war leise, bedrückt und schmerzerfüllt. Geeignet, um auch Tamrin das Herz schwer zu machen. Tie in seinem Inneren war ihm vielleicht bewusst, dass Tári mit de Pony "sprach" - denn anders machten ihre Worte überhaupt keinen Sinn. Nur Tamrin's Verstand verweigerte sich noch. Der junge Mann trat sehr nah hinter seine junge Verlobte. Nicht sicher, wer die Nähe gerade wirklich brauchte. Sie... oder er selbst.... "Und ich werde auch helfen!" bekräftigte er leise in banger Hoffnung, dass er das Richtige getroffen hatte damit. Ein verlorener Freund, ein Magier..... neugierig fiel sein Blick nach Tári's letzter Frage auf Pietsch.


    "Mandoril ter Valách mel Rancoon" schnobberte Pietsch leise zur Antwort. "ich... ich weiß es nicht.... auf einmal stand ich in einer Reihe angebundener Pferde und wurde hierher verkauft..." Nach einer Weile hob sich die Ponynase zu Tári hin. "Wirst Du mir wirklich helfen, Wandlerin ? Was sind Deine Bedingungen ?"

    Pietsch streckte den Hals vor und schüttelte sich. "Als ob Du es nicht selber wüsstest!" kicherte er etwas abfällig. "Er ist ein Hexer....." das Pony riß den Kopf empor ".. und Du solltest gut aufpassen, Wandlerin!! Aufpassen - dass sie Dir Dein schnuckeliges Spielzeug nicht wegholen! Das ist nicht.... erlaubt!" Pietsch zögerte kurz, obwohl er es offensichtlich nicht wollte. Tamrin fühlte seine eigene Unsicherheit wie einen Messerstich. Tári befreite sich aus der Umarmung - nicht wild oder zurück schreckend, es hatte nichts mit ihm zu tun, das glaubte er zu spüren...... aber da war etwas..... anderes. Tiere.... Pietsch... da gab es etwas... die Hände des jungen Mannes krampften sich ineinander. Er schwieg. Den Blick...... irgendwohin gerichtet. Tári sprach... murmelte etwas. Tamrin versuchte, den Worten zu folgen - aber da war nur etwas von 'vielleicht können' und 'Herr' und 'lange... gesehen' und er unterdrückte eisern den Drang, Tári zu folgen - obwohl sie kaum einen Meter entfernt war. Nur sein Blick lag auf ihr. "Was weiß er ?" Pietsch's Ohren spielten unruhig - das Pony fühlte sich offensichtlich gerade in seiner Haut ebenso unwohl wie die junge Frau. Sein Schweif zuckte unruhig und es trippelte etwas näher an die Wand seines Verschlags heran. "Mandoril ter Valách mel Rancoon" schnoberte es dann leise. " es... es war... es war auf dem Weg. Von Shay' Vinyar.... es war...war.... ein... " Der ganze Körper des zuvor so überheblichen Ponys schien jetzt in sich zusammen zu fallen. Es wirkte plötzlich sehr klein. Und sehr verloren .... verzweifelt.... "Ich weiß nicht, was passiert ist. Mein Herr war einer der größten Magier seiner Zunft." Der Ponykopf senkte sich und schien in den Mist zu starren. "Und er war mein ...... Herr. Mein.....Freund...."

    "Er hats im Blut....... noch wild und ganz schwach, er ist noch jung..." murmelte Pietsch leise schnorchelnd, ein Ohr auf Tamrin gerichtet. Tamrin indes erwiderte Tári's unerwartet forschenden Blick mit erstaunt hochgezogenen Augenbrauen und widerstand tapfer dem Drang, an sich herab zu sehen, um selbst heraus zu finden, was es an ihm wohl Mysteriöses zu sehen gab plötzlich. Die Worte der jungen Frau irritierten ihn zusätzlich. Mit Anstrengung schluckte er das Stimmt etwas nicht? hinunter und lächelte unecht "Oh... Das ist..... gut. Oder ?" Er fragte sich kläglich, ob es an Tári lag, weil sie Tári war oder daran, dass sie eine Frau war, dass er sich in ihrer Gegenwart ständig wie der größte Hohlkopf aller Zeiten vorkam...... da hatte er sich ja was Schönes eingebrockt. Kein Wunder, dass einen niemand davor warnte! Wer würde dann noch freiwillig in diese Narrenfalle reinlatschen ? .... denn wenn sie erst Mal zugeschnappt war.... Tamrin's errötender Blick wich verlegen zu Pietsch in seinem Verschlag aus. Was es nicht besser machte. Das Pony hatte sich wieder zu ihnen umgedreht und stand jetzt geschlossen da wie ein Paradepferd - was angesichts seines ramponierten Zustands irgendwie ziemlich lächerlich aussah. "Du wirktest hektisch auf mich, Wandlerin. Nervös." Noch dazu, wo es die Nase so in die Luft reckte, nach rechts und nach links schnickte und dabei schnobernde Laute von sich gab. "DAS hier..." die Nase rotierte noch immer in der Luft herum "... ist alles ein schrecklicher.... KOLOSSALER Irrtum!" schnaufte das Pony. "Ich bin doch kein Lastesel!! ICH! bin..... war.... der vornehmste und liebste Gesellschafter meines Herrn! Mit mir beredete er die größten magischen Herausforderungen seiner Zunft! Ich bereiste mit ihm das Land. Stand in den nobelsten Ställen!" Pietsch stieg leicht vor Erregung und stampfte mit den Ponyhufen auf den Mist dass es nur so klatschte. "Es ist EMPÖREND! was mir hier zugemutet wird!" herausfordernd sahen die klugen Augen die junge Frau an. "Ich will sofort wissen, wer dafür verantwortlich ist!!"

    Nicht so direkt ? Tamrin zuckte leicht zusammen, weil die Antwort ihn aus der kurzen aber seligen Tagträumerei heraus riss und unbarmherzig wieder in den kleinen dunklen Stall hinein katapultierte und er musste unwillkürlich an diese Eichhörnchen im Park denken. Hatte er wirklich eine Antwort gewollt ? Dort hatte er es noch lächelnd abgetan. Es war nicht wichtig erschienen, ob das nun ein Scherz oder die Wahrheit gewesen war, was Tári angedeutet hatte. Aber die Dinge hatten sich völlig verändert inzwischen. Konnte sie wirklich mit Tieren..... reden ? Die Fische fielen ihm siedend heiß wieder ein! Tamrin wusste, dass es Magier gab, die es konnten. Aber es erforderte einen Zauber, kostete Kraft - man konnte es 'sehen'. Sozusagen. Und es funktionierte dann auch nur über einen begrenzten Zeitraum. Und Pietsch ? Nein, der sah nun wirklich nach vielem aus aber ganz bestimmt nicht nach einem magischen Wesen, das über Gedanken kommunizieren konnte. Lächerlich! Tamrin seufzte noch einmal leise und ergeben und glücklich auf bevor Tári sich etwas aus seinen Armen löste, um das Pony ansehen zu können. Der junge Mann stellte fest, dass es ihm egal war. Was Tári nun konnte oder nicht konnte - es spielte keine Rolle solange sie nur bei ihm war. Pietsch hatte ebenfalls den Kopf gewandt, die kleinen Ohren zuckten geschwind im Wechsel vor und zurück. Schließlich wendete das Pony sich den beiden halb zu, den Kopf hoch erhoben, die Ohren gespitzt. Dann schnickte es mit der Nase und stieß dabei ein leises Quietschen aus. "Er ist auch einer...... Stimmts, Wandlerin ? Aber noch ganz schwach...." Dann sah es Tári direkt an, legte die Ohren an. "Freude - Pah!!" spitze sie erneut und blickte Tári ganz aufmerksam an. "Interessiert es dich wirklich ? Kommen Dir die Worte von Herzen und bist Du bei der Sache ?"

    "Ah.... verstehe..." wisperte der junge Mann leise zurück und genoss für einige Augenblicke das Hochgefühl, dass sich einstellte als Tári sich so vertrauensvoll an ihn schmiegte. Aber irgendwie...... es war nicht zu leugnen.... es setzte ihn gleichzeitig auch unter Druck. In Zugzwang, ihr irgendwie zu helfen. Etwas für sie zu tun, wenn sie ihm doch so vertraute. Ratlos sah er in Richtung des schmutzigen runden Ponyhinterns. Andere Pferde... umgänglicher... ja, das stimmte schon. Er hatte ihre Pferde ja schon kennen lernen dürfen. Kein Vergleich mit diesem Pony. Und Pietsch ? Tamrin hatte keine Ahnung, ob es daran lag, dass Pietsch ein Pony war oder vielleicht auch einfach nur daran, dass er sich immerzu so hinterlistig und angriffslustig gab - aber irgendwie dachte er gar nicht in der Kategorie 'Pferd' wenn er an Pietsch dachte. Er dachte an... nun.... Pietsch halt. "Ich... ähm...." Tamrin räusperte sich, etwas ausgiebiger als nötig. "Hast Du ihn mal - hmmmm - gefragt ? Was er wollen würde, meine ich ?" Tamrin schloß die Augen, wusste selbst nicht so recht, ob er das wirklich ernst meinte. Andererseits standen sie hier, eng umschlungen, und Tári war traurig, weil sie kein Gespür dafür hatte, wie man Pietsch eine Freude machen könnte ? Vielleicht lag er ja doch noch im Bett und schlief ? Mit Tári im Arm. Es hatte sich jedenfalls auch so wunderbar angefühlt wie hier. Tamrin lächelte gedankenverloren vor sich hin. Der Ponykopf zuckte mit hoch empor gereckter Nase herum und ein Ohr visierte die jungen Leute an, aber ansonsten gab das Tier keinen Laut von sich.

    "Wieso denn ? Das muss Dir doch nicht leid tun." Tamrin hatte das Gefühl, dass Tári wieder ruhiger war und hauchte einen Kuß auf das wirre blonde Haar, das in dieser Nähe noch immer so wunderbar duftete - besonders hier in diesem Stall. "Wie sind Tiere denn sonst so ?" fragte er murmelnd, um irgendwas zu sagen "Vor dem Karren macht er seine Sache eigentlich wirklich gut...." und schloß fast verträumt für einen Moment die Augen. Wieso roch sie nur so gut ? Er hätte Tári immerzu in der Nase haben können, dachte er fasziniert. "Kleinigkeit!" ein vor Schmutz starrender Schweif peitschte verächtlich durch die Luft. "Das ist eher eine Beleidigung als eine Arbeit, die meiner würdig ist." Das Pony hatte seine Ohren missmutig platt nach hinten gewinkelt und rollte mit den Augen.

    Erleichtert schloss der junge Mann die Arme um den bebenden Körper seiner Liebsten. Sie hatte auf ihn gewirkt als sei sie kurz davor völlig außer sich zu geraten und Tamrin hatte nicht die geringste Ahnung, weshalb. Oder besser: Weshalb gerade hier und jetzt. Die Situation ging auch ihm an die Nieren, aber nun taten sie zumindest etwas und das half ihm. Auch sein Gespräch mit Nyram war viel unkomplizierter verlaufen als Tamrin's Nervosität es ihm Glauben gemacht hatte. Der Müller hatte ihn nur kurz gemustert, einen Blick in die Speicher geworfen und dann genickt als er ihm stotternd erklärt hatte, dass er heute arbeiten wollte. Sprachunsicherheiten waren hier und da doch recht nützlich, befand Tamrin. Aber was war nur plötzlich mit Tári los ? Wenigstens hatte sie seine Nähe angenommen. Solange sie nur immer wieder zueinander finden würden, würde alles gut sein. Das glaubte Tamrin. Sacht rieb er seine Wange an Tári's Kopf und lauschte den Worten. Fast merkwürdig still war es jetzt hier im Stall. Tamrin's Blick fiel auf den Verschlag, aus dem die Ohren hervor ragten. Das Pony WAR ein Fall für sich, er brauchte nur an seinen Arm zu denken - aber dass es Tári so aus der Fassung brachte ? "Du hast Dir aber viele Gedanken zu Pietsch gemacht." flüsterte er Tári leise und liebevoll zu - und bemühte sich sehr, jede Verwunderung darüber aus seiner Stimme heraus zu halten. Woher wusste sie das alles ? Nur geraten ? Aus dem Verschlag drang eine Mischung aus Brummeln und Quietschen an Tamrin's Ohren, eine vorwitzige Ponynase erschien über dem Rand. "Pferde - was ?" murrte Pietsch vor sich hin. "Alles Rassisten - das kann ich Dir sagen, Wandlerin. Ich hoffe doch SEHR, dass ich Dich NICHT an die erinnere!!" Pietsch quiekte empört - offensichtlich fest davon überzeugt, dass er etwas Besseres war als irgendwelche anderen Pferde "Und das mir...." und drehte den beiden demonstrativ seinen schmutzigen Ponyhintern zu. "Friedlich - heee ???" murmelte es leise vor sich hin "FRIEDLICH...." aber es klang irgendwie................. gerührt ?

    Ich würde auch gern mitmachen.


    ABER ... nur wenn es in Ordnung ist, dass ich hinsichtlich der technischen Seite (Würfeln, worauf würfeln und so) mit Sicherheit öfter etwas erklärt bekommen bzw. nachfragen muss und das das Spiel nicht zu sehr aufhält oder nervt.

    Tamrin verstand überhaupt nichts mehr. Es war nicht nur, dass Tári auf keine einzige seiner Fragen einging, der Wechsel in ihren Gesichtszügen und in ihrer ganzen Halten ließ seine Haltung vor Anspannung stocksteif werden. "Corrin - hinaus!" befahl er mit eisiger Stimme - und hätte sich vor Schreck beinah selbst umgedreht, ob nicht sein Vater hinter ihm stand..... Die Gedanken in Corrin's Kopf standen augenblicklich still und kein Laut kam aus seinem Mund. So vorwitzig er sonst war, er wusste, was die Stunde geschlagen hatte und drehte sich stehenden Fußes zur Tür und huschte hinaus. Tamrin atmete tief durch und näherte sich der jungen blonden Frau behutsam, bot ihr seine Arme an. "Willst Du mir nicht sagen, was los ist, Tári ?" bat er sie leise. Bis auf das Äußerste gespitzt peilten zwei zottige kleine Ponyohren über den Bretterrand hinaus das junge Paar an.

    "Kennengelernt...." schnaubte es höhnisch. "Kennengelernt.....Ach ja ? hast Du das, Wandlerin ? Weißt Du was?" der schmutzige Ponyhintern drehte sich nun wieselflink Tári zu. "DITO!!" und die Bretterwand erzitterte erneut heftig bei dem letzten Wort.
    Tamrin machte eine unkontrollierte Bewegung in Richtung seiner Verlobten als es fast so aussah als ob sie sich ihrerseits auf das Pony stürzen wollte und Corrin sperrte nur Augen und Mund auf. "Vielleicht..." Tamrin räusperte sich energisch. "Vielleicht beruhigen wir uns alle wieder ein wenig, ja ?" Irritiert stellte er fest, dass er langsam sprach als ob die Worte auch an Pietsch..... nein. Lächerlich! Aber Corrin sah ihn zumindest an und Tamrin bildete sich gerade gern selber ein, dass es zumindest auf Farren's Sohn einen positiven Einfluss gehabt hatte. Der junge Mann suchte nach den richtigen Worten und sprach dann ernst und ruhig. "Hast Du Pietsch erzürnt, Corrin ?" da Tári seine Frage leider nicht beantwortet hatte. Sie wirkte aufgebracht und aufgewühlt und Tamrin trat näher zu ihr - wenn auch mit wachsamen Augen Richtung Verschlag. "Danach müsste ich Meister Nyram fragen." erklärte er bemüht ruhig. "Wenn es Dir wichtig ist, will ich das gern tun, Tári."
    Corrin überlegte fieberhaft wie der Lage ungeschoren zu entkommen war und gerade fand er Liebesgeschnulze auch überhaupt nicht nervig oder albern. Immerhin lenkte es die Aufmerksamkeit weg von ihm...... das war sooo .... blöd. Klar machte er mit seinen Kumpels Unfug und manchmal gehörten auch Streiche mit Steinen dazu. Es war urkomisch, wenn so ein reicher Pinkel in den Dreck flog.... oder eben mal ein Karren durch die Gassen tobte.... und es ging doch gar nicht darum, das Pferd zu ärgern...... oder ? "Erzürnt..." gluckste es im Verschlag. "... der Lulatsch wieder...." aber es klang tatsächlich eher belustig als vor Zorn sprühend.

    "Wie ich ?" die Wand des Verschlags erzitterte erneut unter zornigen runden Ponyhufen. "Gibt keine wie mich, Wandlerin!" quiekte es empört, die Ohren flogen wild vor und zurück. "Nur vollgefressene, bequem gewordene Strohköpfe, die widerliche kleine Wänste durch die Gegend tragen....." schnickte eine kleine Nase boshaft empor ".... bis die zu groß und zu fett geworden sind und dafür dann mit Steinen werfen!!!" Tamrin und Corrin traten gleichzeitig etwas erschrocken einen Schritt zurück, da Pietsch bei den letzten Worten wutschnaubend fast aus dem Verschlag heraus zu klettern schien. Und während Tamrin sich unverzüglich bemühte, seiner Verlobten wieder zu zuhören, wurde Corrin's Leidensmiene immer triefender. Das lief hier gerade alles total falsch !! Die Blonde redete und redete und er verstand kein Wort - das konnte nix Gutes sein. Vielleicht sollte er sich Pietsch zum Fraß vorwerfen, vielleicht hätte sie dann Mitleid..... inmitten seines Selbstmitleids erinnerte der Junge sich rechtzeitig wieder daran, dass doch eigentlich er sie retten wollte.... WIESO hörte die mit dem Reden gar nicht mehr auf ?? Er sah zu ihrem Mieter. Was würde da jetzt kommen ?
    Tamrin's Augen hatten Tári keine Sekunde losgelassen - wenn man von der Ponyattacke absah zumindest. Zunächst nickte er, wenn auch kaum merklich, so doch verstehend. Die Worte erinnerten den jungen Mann an die einfühlsame freundliche Art seiner Mutter..... so so geärgert! Von Jungen.... Tamrin runzelte die Stirn. Unangenehmes und Zurechtweisung schien irgendwie Männersache zu sein, so war es bei ihm Zuhause auch gewesen..... meistens. Und an die wenigen Male, wo es anders gewesen war, dachte er lieber nicht. Er nickte mit dem Kopf leicht in Corrin's Richtung. "Und er war einer der Jungen ?" fragte er vorsichtshalber nach. Weniger, weil er es bezweifelte - aber um etwas Zeit zu gewinnen. Dann nickte er mit leicht unwillig verzogenem Gesicht. "Ja, ich dachte mir schon, dass das Riemenzeug nicht gut sitzt. Weil es aufgescheuert ist überall." Dieses Mal nickte er zu Pietsch hinüber. "Es ist nur kein anderes da. Ich habs mit Polstern versucht ... aber, na ja..." erklärte er bedauernd und sah Tári etwas hilflos an. "Alles hier drinnen müsste einmal gründlich gesäubert werden." Gerade war Tamrin sehr froh darüber, dass er mit Tári elfisch sprechen konnte und Corrin sie nicht verstehen konnte. "Und es gibt in der Stadt keine Wiesen auf die Pferde gehen können."

    Er störte sie nicht. Das war ..... nett. Tamrin zog eine Braue empor, während er Tári musterte. Ihr Lächeln.... wärmte ihm das Herz. Aber irgendwie.... irgendwas war hier trotzdem ganz entschieden faul. Selbst Pietsch schien die junge Frau genau zu mustern, er hielt still - was wirklich ein seltener Anblick war, jedenfalls solange er nicht vor seinem Karren angeschirrt war - und nur seine kleinen Ohren spielten hin und her im Haarwust. "Andere ?" der Kopf zuckte höher. "Was für.... andere ?" erkundigte es sich mit unverhohlenem Misstrauen und schwieg sich darüber aus, was er ansonsten von dem Bild hielt. Corrin hingegen starrte Tári an und schnappte - fast zeitgleich mit Pietsch - nach Luft. Die knurrte tatsächlich!! Von wegen Einbildung ..... gut gut.... gerade wollte er sich von dem Schreck erholen als ihm gleich noch einmal die Augen aus den Höhlen springen wollten. WAS .... sprach die da jetzt mit Tamrin ? Als ob der.... Corrin wurde etwas zappelig. Tamrin war in Ordnung, aber Corrin wollte auf gar keinen Fall um seinen Heldenplatz in diesem Abenteuer gebracht werden. Nicht wegen.... mit gerümpfter Nase blickte er zu dem schmutzigen Pony. "Heee - kommt schon, Leute. Ich war's wirklich nicht!" Corrin zauderte, setzte dann eine Unschuldsmiene auf und blickte bittend zu Tamrin, der Tári ansah. Und dabei irgendwie leicht bescheuert aussah, befand Corrin im Stillen für sich. Tamrin's Mundwinkel zuckten unmerklich. In seinem Kopf versuchte er, Tári zu folgen. Pietsch war garstig, wenn er geärgert wurde ? Nach Tamrin's Erfahrung war Pietsch auch garstig, wenn er nicht geärgert wurde. Er war sich jedenfalls keiner Schuld bewusst. Aber es schien auch um Corrin zu gehen .... der sich gerade den Anschein eines Chorknaben gab, wie der junge Mann leicht amüsiert feststellte. "Liebling - das will ich gern tun." sagte er mit begütigendem Lächeln. "Was genau soll er nicht tun ?" Seiner Erfahrung nach hielt der Junge immer reichlich Abstand zu den garstigen Hufen und Zähnen.

    Pietsch kicherte frech "Nicht besonders groß, oder ?" reckte die Nase empor und hielt Tári's kühlen Blick mit einem Auge. Unwillig schnickte das Pony mit dann mit dem Kopf, aber einen Moment lang war nichts mehr von ihm zu sehen oder zu hören. "Und was soll ich dann da ?" klang es dann in Tári's Kopf - noch weit entfernt von freundlich, aber auch nicht mehr ganz so zickig wie zuvor.
    Ratlos sah Tamrin zu wie Tári nach der verbalen Attacke gegen Corrin wieder dieses kleine Miststück von Pferd musterte. Irgendetwas tat sie da...... ob sie mit Pietsch dasselbe tat wie mit den Eichhörnchen ? fragte sich der junge Mann ungläubig. "Wenn ich störe ..... ich kann auch draußen warten ?" fragte er mit bemühter Belustigung, die er nicht empfand und betrachtete interessiert, wie Corrin's Gesicht Farbe und Ausdruck gleichzeitig wechselte. "Oh nein! Nein! NEIN!" protestierte der Junge mit hochrotem Kopf. "Ich war das überhaupt nicht. Nie würde ich......" "Kleiner schmutziger Lügner!" quiekte das Pony und schnappte in Corrin's Richtung. "Bestimmt war er's doch!"

    Ein rollendes Ponyauge musterte Tári feindselig. "Es heißt, ihr werdet gaga früher oder später." versetzte es und schnaubte misstrauisch. Corrin war froh Tamrin zu sehen - auch wenn er es nie zugegeben hätte, aber jetzt war er zumindest nicht länger verantwortlich, wenn das Pony Tári attackierte. "Alles klar mit Nyram ?" fragte er lässig. "Ja, er hat nichts dagegen wenn ich heute schon Getreide hole." antwortete Tamrin, etwas abgelenkt durch seine Verlobte, die ziemlich nah bei Pietsch's Verschlag stand. Zu nah, nach Tamrin's Geschmack. "Geh nicht so dicht ran." bat er sie, während Pietsch empört quiekend im Verschlag buckelte. "Nicht gebührt! Was weißt Du denn schon ? Nicht gebührt..." schimpfte das Pony vor sich hin. "Und das mir! MIR!" Kurz darauf war wieder die Nase zu sehen und schnoberte zwischen Tári und Tamrin hin und her. "Klar Schätzchen...." schnorchelte Pietsch halb abfällig, halb belustigt. "Schon klar, dass DUU das über den Lulatsch da sagst." Die Nase verharrte bei Tári, ein kleines Ohr stellte sich auf. "Was für'n Freilauf ?" klang es misstrauisch.
    Corrin wusste nicht wie ihm geschah als Tári ihn so unerwartet anfuhr. "Was ? Ich und wer... ?" stotterte er begriffsstutzig. "Ich hab gar nichts getan!" behauptete er dann zutiefst beleidigt.
    "Was geht hier eigentlich vor ?" fragte Tamrin. Sein verwirrter Blick sprang im Dreieck zwischen Pietsch, Tári und Corrin hin und her und das Pony schnaubte höhnisch dazu.

    Bewegung hinter der Bretterwand, dann erschien wieder die Nase ... ein zottiges Ponyohr richtete sich auf Tári. "Verstehe..." gluckste es und Corrin hörte eine Art belustigtes Schnauben. "Hihihi.... NEIN! ich werd ihm noch ne Macke verpassen. Extra für Dich!" pöbelte es zurück, um gleich darauf hinterher zu giften. "Oho, mehr als Du ahnst, Wandlerin!" Corrin sah nur mit großen Augen zwischen Bretterverschlag und der schmalen jungen Frau hin und her. So etwas hatte er sein Lebtag noch nicht gesehen. Fast könnte man glauben...... andererseits war sie ja Amandil. Jeder in der Stadt, der Augen und Ohren offen hielt, wusste, dass die gute Pferde handelten. Da musste Tári sich wohl in besonderer Weise damit auskennen, auch bei einer Mähre wie Pietsch eine war..... Corrin setzte eine gespannte und neugierige Miene auf, der Mund klappte ihm leicht herab als Tári mit empor gereckter Nase auf das Brett mit dem Geschirr losmarschierte. Leichte Unruhe erfasste ihn. Tamrin war harmlos. Harmlos und anständig .... aber man konnte ja nie wissen, wie es sich auswirkte, wenn der Liebsten.... und so. "Hmmrrgghh" kam aus seinem Mund und er trat rasch näher an den Bretterverschlag, um... ja, keine Ahnung. Die Bestie abzulenken ? "Freundlich ?" quiekte es bösartig aus dem Pferch. "Zu mir ist auch keiner freundlich." Pietsch stürzte sich mit schnappenden Zähnen in Corrin's Richtung. "Schon gar nicht diese Lausebengel, die mit Steinen und Kirschkernen auf einen schießen." Das kleine Pferd bäumte sich auf und Corrin wich wieder in sichere Entfernung zurück. "Nun geh doch schon!" stöhnte er Tári hinterher und zuckte heftig zusammen als sich in seinem Rücken die Tür des Schuppens öffnete und Tamrin den Kopf herein steckte. "Hier seid Ihr!" lächelte er unecht, trat ein und zog die Tür hinter sich wieder zu.

    Die schmutzig-graue Nase schnickte erneut über die Absperrung. "Dem Schwachkopf da machst Du vielleicht was vor. Mir nicht!" schnaubte es wütend. "Über Pietsch ?" fragte Corrin gedehnt und hob ein paar mal die Schultern. "Meister Nyram hat ihn angeschafft als sein altes Pony gestorben war. Glaube ich. Jedenfalls war er plötzlich da. Und er war schon immer so garstig." Das Thema interessierte den Jungen nicht wirklich. Tamrin dabei zu beobachten, wie er sich mit dem kleinen Mistvieh duellierte - DAS war schon spannender. Corrin grinste mit diebischem Vergnügen. "Er ist im Seeviertel bekannt wie ein bunter Hund." Der runde Ponyhintern lupfte sich erneut in die Höhe und die Bretterwand erzitterte. "Nichts tun ?? Das will ich Dir wohl geraten haben, Wildling! Sonst geht's Dir wie dem langbeinigen dürren Lulatsch, mit dem der Bengel neulich hier war!"