Beiträge von Owatu

    Der Geschmack von Leder lag in seinem Mund. Das war eigentlich das Erste, was Owatu wieder bewusst wahr nahm. Und dass einfach jeder Zentimeter seines Körpers schmerzte, als wäre irgendwas großes über ihn gerollt, oder hätte auf ihm herumgekaut.

    Der Erdige Geruch des Waldbodens stieg ihm in die Nase und langsam formulierte sich in seinem Kopf die frage, warum er am Boden lag. Hektische Schatten streiften über ihn hinweg, jemand packte seine Schulter und drehte ihn halb auf den Rücken. Aber mehr als ein Keuchen brachte der Tua'Tanai nicht hervor. War das Paranoels Gesicht in das er blickte? Das Licht um den Blonden Haarschopf war viel zu hell und blinzelnd kniff er die Augen wieder zusammen. Ja es war Paranoels stimmte, da war er sich nun sicher. Aber er verstand nicht, was der Elf zu ihm sagte. Nur stimmliches Geplätscher kam bei ihm an. Und gleichzeitig, während er versucht sich darauf zu konzentrieren, was die bewegenden Lippen sagten wurde er von Tameqas Sorge um ihn überflutet. Außerdem spürte er den Zorn der Greifin, die nicht zu ihm durfte, sondern von Marak zurückgedrängt wurde.

    Was war hier eigentlich los? Waren sie angegriffen worden? Es rauschte in seinen Ohren und vorsichtig versuchte er den Kopf zu drehen um sich ein Bild von der Lage zu machen. Die Meisten standen und blickten nervös in den Wald. Nur Paranoel hing halb über ihm. Also hatte es mal wieder nur ihn erwischt, folgte der bittere Gedanke.- weil er unfähig war.

    Oder wieviel zeit war vergangen? Er wollte sich drehen, doch bestimmt wurde er an Ort und Stelle gehalten: "Bleib liegen." verstand er nun endlich etwas.

    "Was ist passiert?"

    "Die Hexe.." lautete die vielsagende Antwort, doch der Tua'Tanai zog verständnislos die Augenbrauen zusammen. Hatten sie sie bekommen? Was hatte er noch alles nicht mitbekommen.

    "Das gleiche wie mir eben. Dir tut sicherlich alles weh, schlimmer, als wie bei einem Muskelkater." Es war eine Feststellung und keine Frage des Elfen, aber Owatu nickte, denn das traf es ziemlich genau. Und so langsam verstand Owatu, was Paranoel meinte. Da war nur noch Schmerz gewesen und kein Platz mehr für was anderes. Viel schlimmer, als die vorigen Male.

    Ein Mann kniete sich neben ihn und griff nach dem Amulett, dass um seinen Hals hing: "Bei Paranoel wirkt es, er hat es fast nicht gespürt. Karrun sagt, ich sollte dein Amulett auch wieder verstärken."

    "Ja, ich bin auch sehr dafür, beim nächsten Mal wachst du vielleicht nicht wieder auf." bekräftigte der Elf die Aussage des Menschen, der aber irgendwie auf eine Art Bestätigung, oder Erlaubnis seiner seits wartete?

    "Wer bist du überhaupt?", fragte Owatu, den dieser Mensch verwirrte.


    Mit noch einer weiteren Kerze bewaffnet stieg der Dijrin die Stiegen hinab zu seiner Beute. Zufrieden blickte der Mann auf die Cath'shyrr, die er an Händen und Füßen gefesselt hatte und die nun erstmal mit einem Sack Möhren kuschelnd durfte. Es war doch so, wie er immer sagte. Wenn man wollte, dass etwas richtig gemacht wurde, dann musste man es selber machen. Das er dabei auch einfach Glück gehabt hatte kam dem Mann gar nicht in den Sinn, zu sehr war er damit beschäftigt sich auszumalen, was seine Herrin zu seinem Fang sagen würde und zu den Informationen, die er ihr beschaffen würde.

    Die Kerze stellte der Dunkelhaarige zu den anderen auf einen Schemel und überprüfte dann nocheinmal die Knoten an den Gelenken der Katze. Er wusste, dass sie sich wehren würde. Und eben dass bereitete ihm jetzt schon eine gewisse Genugtuung, wenn nicht sogar Vorfreude.

    Langsam zog er den Strick, den er um Ihre Hände geschlungen hatte an einem Harken in der Wand über der Katze höher und befestigte das Ende an einem weiteren haken, so das sie nun halb aufrecht saß.

    Es wurde zeit die Frau zu wecken und ihr ein paar Geheimnisse zu entlocken.

    Katzen mochten kein Wasser, oder?

    *Ja…* lautete nur die kurze zustimmende Antwort. Rhynn brauchte gar nicht weiter reden, das kam höchst selten vor, dass sich der Anführer einer Sache nicht sicher war. Aber hatten sie es vorher auch schonmal mit so einem massiven Einsatz von Magie zu tun gehabt? Von Jankris und Markun kannte er keinerlei solcher Erzählungen. Vielleicht war es tatsächlich das glückste, denn schließlich war wegen dieser unberechenbaren Magie Jankris und Hzrontis schon ausgefallen. Paranoel ging es auch immer noch nicht besonders gut und über sich selber wollte er lieber gar nicht erst nachdenken, weil er sonst den Inhalt der Phiole, die er mittlerweile in der Gürteltasche verstaut hatte, doch schon wieder brauchte. Das Zeug fing an zu locken, auch wenn der Tua’tanai das von sich weg schieben wollte.

    Und fast hätte der Mauersegler damit gerechnet, dass Karrun ihn zum Verstärkung holen schickte. Er war angeschlagen und nicht voll einsatzfähig, da hätte das nahe gelegen. Aber das galt auch irgendwie für Naraniwen und schließlich hatte der Tua’Tanai heute schon einmal sein Achak herauf beschworen, ein zweites Mal an einem Tag schaffte er das nicht.

    *Zum Wache halten reichts noch nicht.* gab er ehrlich zu, weil er nunmal auch nicht verheimlichen konnte, dass er die Augen zusammen kniff, damit das Licht nicht so blendend war. *aber ich erkenne wieder was*. Eine Umstand, der ihn ungemein beruhigte.

    Der Elf nickte und winkte ihn zu sich her, während die anderen Stellung bezogen und aufmerksam den Wald um sich herum beobachteten.

    Der Heiler stand natürlich am entgegen gesetzten Punkt, dort wo er seine Greifin in den Wald entlassen hatte und Owatu hatte noch keine drei Schritte gemacht, da bemerkte er die unheilvoll anschwellenden Kopfschmerzen. Alarmiert blieb er stehen, wollte sich selber nichts anmerken lassen, aber gleichzeitig den Elfen beobachten, bei ihm musste es doch dann jetzt auch wieder losgehen, oder? Die schmerzen waren nicht heftiger, als bei den anderen Angriffen. Nicht so wie bei Paranoel eben.

    Die Hand die instinktiv an seinen Kopf wanderte, auch wenn das nichts brachte, lenkte er ab, indem er so tat, dass er sich weiter die grüne Paste um die Augen entfernte. Er musste es irgendwie schaffen, dass er das durchstand, dass die Hexe ihn nicht so beeinträchtigte, dass er nichts mehr auf die Reihe bekam. Und wenn möglich sollten die anderen das nicht merken. Dann wäre er schon wieder der, der am Boden lag. Er wollte nicht mehr am Boden liegen.

    Der nächste Schritt ging ins Leere, oder im knickte einfach das Bein weg, als der Schmerz in seinem Kopf plötzlich Explodierte und es nichts anderes mehr gab. Oben verschwamm mit Unten. Hatte er überhaupt noch Boden unter seinen Füßen? Der Himmel schien rot, oder waren es einfach nur wilde Farben, die da vor seinen Augen tanzten? Denken konnte er nichtmehr. Das war unmöglich.

    Die einzige Möglichkeit dem zu entkommen war zu fliegen. War das schwarze Federkleid. Sein Achak wusste, dass es stärker war, als die Hexe.

    *schwenkt Pompoms*

    Was so zeichenkram angeht, kann ich gerne helfen.
    Auch was so Satzkram angeht kann ich da gerne drüber schauen und mein wissen als Reinzeichner einbringen.

    Am liebsten hätte Owatu den Augenverband herunter genommen, das was Rhynn mit der Salbe tat fühlte sich plötzlich so an, als ob sein Arm nur noch aus einem einzigen großen Kratzer bestand. Zu sehen dass es nicht so war, wäre sicherlich hilfreich. Trotzdem versuchte er keine Miene zu verziehen, weil sonst Paranoels Tadel gerechtfertigt gewesen wäre. Aber vorher war ihm das auch einfach nicht präsent gewesen.

    „Lass es so.“ antwortete er nach kurzem Überlegen auf Rhynns Frage. Er war sich gar nicht mal so sicher ob er einen Verband ertrug wenn er die Armschienen schon nicht ertrug. Aber es sagte ihm auch, dass es wirklich nur halb so schlimm war, wie es sich jetzt für den Moment anfühlte, sonst hätte die Katze darauf bestanden, was Drumherum zu wickeln und gleich tat es gar nichtmehr so weh.

    Zum weiterdösen kam er danach allerdings nicht mehr. Ein wenig Tumult bekam er noch mit und dann hieß es plötzlich, dass sie von hier verschwanden.

    *so war das mit dem Sehen nicht gedacht* antwortete er Tameqa, als diese ihm ein Bild von der Lage schickte, bei dem Karrun versuchte, mit verbunden Augen zu agieren.


    Auf dem Rückweg zu Rangolf und der Beobachtungsklippe duckte sich Tameqa wieder sehr vorsichtig unter jedem Ast hinweg, zeigte dem Tua’Tanai aber auch gleichzeitig den Weg vor sich, was Owatu nicht ganz so hilflos fühlen ließ.

    „Ich dachte schon, ihr…. was zum Henker ist mit euch passiert?“ begrüßte Rangolf die Truppe, als sie wieder kammen und dem Menschen entglit alles, als er zuerst Karrun und dann Owatu sah.

    „Hinterhältiges Alchemiezeug.“ Erklärte der Anführer und ließ sich aus dem Sattel gleiten. Mit einem kurzen Kopfzeig deutete der Schwadrohnsführer auf Paranoel, „Der machts schlimmer, als es ist.“ versuchte Karrun seinen Zustand herunter zu spielen.

    „Ich mache überhaupt nichts…!“ warf der Elf ein. „Aber die halbe Stunde ist um, du darfst es auch wieder abnehmen.“

    Den Satz hatte der Heiler noch nicht ganz zuende gesprochen, da hatte der Mensch sich den Verband auch schon vom Kopf gerissen und präsentierte nun seine grün umrandeten Augen.

    „Machs wieder drauf, das ist ja fürchterlich.“ Grinste Nara’tee, „So nimmt dich erst recht keiner mehr ernst.“

    Ein missmutig tadelnder Blick, der eindeutig zu überspitz war um wirklich beleidigt zu wirken, war Karruns antwort.

    Aber das interessierte Owatu gerade nicht. Die halbe Stunde galt auch für ihn, oder?

    Mit eiligen fingern versuchte er den Knoten zu lösen und sich auch endlich von dem Verband zu befreien. Hoffentlich war es besser geworden.

    Blinzeld versuchte er die Augen zu öffnen, als die letzte Bahn gefallen war. Öffnen ging durchaus schonmal einfacher und seine Finger sagten, ihm auch, dass unter der bröseligen Pampe nicht mehr alles dick war. Aber es war alles so fürchterlich Krell.

    „Mach langsam, deine Augen sind trotzdem noch gereizt und wahrscheinlich etwas empfindlich.“ Hörte er Paranoel neben sich.

    Owatu nickte, ja damit hatte er recht. Das Licht tat regelrecht weh in den Augen, aber in den Schatten blickend, erkannte er nun wieder viel deutlicher Rhynn und Selphet.

    Vorsichtig rieb er sich die Paste aus dem Gesicht, während Marak Karruns Überlegungen an alle weiter gab.

    *Fünf von ihren Schergen haben wir schon, allerdings hat sie noch Zehn weitere Männer unter Sold. Soweit man den Gefangenen da trauen kann. Was mir aber mehr sorgen bereitet ist, dass wohl in dem Stollen noch weitere Leute sind. Leute, die da nicht freiwillig sind und die sie eventuell zu Handlungen zwingt. Entweder mit Gewalt, oder wie bei unseren Leuten mit Magie. Wir wissen also nicht, mit wie vielen wir es zu tun haben …*

    Karrun strich sich über sein Gesicht.

    *Ich würde es gerne vermeiden, dass wir da Blind reinlaufen, aber ich fürchte an mehr Informationen kommen wir nicht. Und je länger wir warten, desto mehr Vorbereitungen kann sie treffen.*

    Der Blick des Anführers ging kurz zu Kerio, der ihm wohl diesbezüglich etwas gesagt hatte.

    *Ich würde daher gerne so schnell wie möglich Handeln. Aber ich sehe auch, dass wir wohlmöglich Unterstützung brauchen. Und die würde ich lieber vorher anfordern, als wenns nachher zu spät ist.*

    Er hatte das Gefühl gerade weggedöst zu sein, als er eine Berührung an der Hand bemerkte und Paranoels Stimme, die ihn dazu veranlasste, seinen Kopf auf die andere Seite zu drehen. Nur um bitter zu bemerken, dass das sehtechnisch nichts brachte.

    „Danke.“ murmelte er. Vielleiht tatsächlich später. Momentan war er sowieso Nutzlos und er befürchette auch irgendwie das zu bleiben. Nur noch ein Balast, denn man mitschleppen musste, der aber nicht dazu in der Lage war zu Kämpfen. Da brauchte er den Inhalt der Phiole auch nicht um die Angst in den Griff zu bekommen. Er wollte gerade die Phiole in seine Gürteltasche schieben, als Rhynn an seinem anderen Arm zupfte. Der Ast hieb war von den schmerzend zugeschwollenen Augen völlig überlagert worden. Nur noch ein leichtes nerviges ziehen, dem er keine Beachtung geschenkt hatte, weil nun mal anderes viel mehr im Vordergrund stand.

    „Au!“ Jetzt tat es doch weh, wo sie auf seinem Arm herumdrückte und den Stoff über die blutige Stelle schob.

    „Ich.. weiß nicht.“ War seine erste Antwort, er ergänzte sie dann aber, als er sich wieder erinnerte, was ihn da getroffen hatte, „Das Miststück hat mir einen Ast entgegen geschleudert.“

    „Was?“ hörte er nun Paranoel auch von der anderen Seite und spürte deutlich die schlanken Finger des Elfen an seinem Arm.

    Am liebsten hätte Owatu seinen Arm einfach weggezogen, so schlimm wars nicht, auch wenn es jetzt, wo seine Aufmerksamkeit voll darauf gerichtet wurde, anfingen zu ziehen und zu pochen.


    Paranoel schüttelte den Kopf und setze sein ‚die sind doch alle gleich‘ resignierendes Gesicht auf.

    „Wenn man euch nicht nach jedem Körperteil fragt, dann bekommt man ja nichts erzählt.“ Murmelte der Heiler Tadelnd und Nickte dann Rhynn zu. „Gleiche Spiel mit Nim und Nara’tee… denen ich jetzt auf den Zahn fühlen gehen muss.“ Erklärte Paranoel und schien noch ein bisschen müder, als zuvor.

    „Frag mich mal.“ Murmelte Owatu von Tameqa herab und legte sich nun wieder halb über ihren Hals. Wenn er schon nichts sah, dann konnte er wenigstens die Zeit zum Dösen benutzen.

    „Und wie soll ich so, was aus den Kerlen heraus bekommen? Ich kann mich ja schlecht mit verbundenen Augen vor die Späher stellen.“ Protestierte der Mensch, aber auch ohne Paranoel sehen zu können wusste Owatu, was für eine Mine der Elf gerade aufsetzte.

    „Besser du siehst jetzt mal für ne halbe Stunde nichts, als dass sich dass verschlimmert und es wie bei Owatu ausartet. Das kann dich sonst noch Tage begleiten.“

    „rmgh.“ Resignierte Karrun.

    „Außerdem bin ich mir sicher, dass Marak, Nara’tee oder Rangolf auch so einiges aus den Gefangenen herausbekommen werden. Zudem deine Ohren ja noch funktionieren werden.

    Und…“ Schob der Elf nach, „Kerio ist auch gar nichmal so schlecht darin.“

    „Rhynn bereitest du schonmal den Verband vor und wickelst ihn um seinen Kopf?“ wies der Elf, nachdem es für ein paar Augenblicke still gewesen war die Katze an.

    *Eiegntlich ist er… sind wir ja nicht ganz blind.* wandte sich Owatu an Tameqa, *Du könntest mir ja auch zeigen, wie es gerade um mich herum aussieht.* überlegte der Tua’Tanai, aber der Wunsch die Zeit zu nutzen und zu schlafen überwiegte gerade und auf Dauer waren ständige Bilder von Tameqa in seinem Kopf ziemlich anstrengend. Zu anstrengend gerade. Nur diese leise Angst, dass sich an seinen Augen in einer halben Stunde doch nichts geändert hatte, die klopfte immer lauter an. Und damit verging die Zeit noch langsamer.

    *Geb‘ mal die Option an Karrun weiter, dann kann er doch voll an dem Verhör teilnehmen. Das ist doch sicherlich beeindruckend, wenn die Kerle meinen, er sieht sie nicht, aber er es doch tut.*

    Immer mehr sackte der Tua’Tanai in sich zusammen und ließ den Kopf hängen. Jetzt gar nichts mehr zu sehen machte ihn fertig. Oder war er eigentlich sowie so fertig? Dass er nun schon wieder so hilflos hier hing setze ihm doch irgendwie zu und gleichzeitig überkam ihn Müdigkeit, wo er nun die Augen geschlossen halten musste. Die letzte Nacht war aber auch nicht besonders lange gewesen.

    Entäuscht? Horschte der Greifenreiter auf, wenn er nicht gewusst hätte, dass Triv ein Elementar war, dann hätte er nun vermutet, dass ein Kind direkt neben ihm stand. Enttäucht? Von Ihm? Oder von wem Anderen? Sein Kopf ging hoch, doch das war zwecklos, er konnte gerade die Katze nicht sehen, dabei hätte er zu gerne gewusst, warum sie Enttäuscht war.

    Leicht zuckte er zusammen, als ihm Paranoel kameradschaftlich auf den Oberarm klopfte, damit hatte er gerade nicht gerechnet. Leicht verzog er den Mund und nickte verstohlen, auf die Außsage des Elfen hin Irgendwie hatte er die Befürchtung, dass Rhynn gerade in seinem Rücken stand, oder sogar vor ihm. Auch wenn er nicht glaubte, dass der Schwadronsheiler so eine Bemerkung machen würde, wenn die Katze in Hörreichweite war. Aber riskieren wollte er es auch nicht. Er wusste nur zu gut, wie verletzend seine Worte bei ihr sein konnten… und das selbst dann, wenn er sie gut gemeint hatte.

    Die Graue ließ sich bei dem Vorschlag des Elfen gleich hinter ihm nieder und warm spürte er ihren Körper im Rücken.

    Owatu nickte. Was sollte er auch sonst tun, erstmal war er ziemlich nutzlos und wenn sie überhastet aufbrechen mussten, war er nachher der letzte, der es in den Sattel schaffte. Tastend fuhr er über das Fell der Greifin bis er das Leder spürte. Das war absolut ungewohnt und auf diese Art und Weise den Steigbügel zu finden bedurfte es schon der Hände, weil sein Fuß ins leere trat. Vorhin hatte er wenigstens noch einen braunen Fleck auf dem großen Grau erkennen können. Hoffentlich wurde das wirklich in einer halben Stunde wieder besser.

    „Geht’s?“ hörte er Kerio fragen. Aber von ihm wollte er sich bestimmt nicht helfen lassen.

    „Ja geht, ich komm klar.“ Behauptete der Tua’Tanai.

    „Der schafft das schon, das kann der auch im schlaf.“ Sprang Paranoel ihm zur Hilfe und legte seine Hand auf das Bein des Mauersegler, als dieser es geschafft hatte sich in den Sattel zu zeihen. „Sag mir bescheid, wenn sich irgendwas komisch anfühlt, wenn es mehr spannt, wenn dir schwindlig wird, oder sonst was, in Orndung?“

    Owatu nickte und legte die Hand in das Gefieder der Greifin. Durch die weichen Daunen zu kraulen war das beruhigstende, was er gerade tun konnte.


    Karrun überließ den Rest Theel und drehte sich zu der Cath’Shyrr um. Sein Gesicht spiegelte eine Mischung aus Überraschung, Sorge und Missmut wieder, wobei er versuchte sich schnell wieder zu sammeln.

    Kopf schüttelnd kam er die paar Schritte auf Rhynn zu und legte ihr kameradschaftlich den Arm um die Schultern: „Du hast Angst, das hatten wir alle vor oder bei unserem ersten richtigen Einsatz. Ich glaube es gibt keinen, dem nicht die Muffen sausen gegangen sind. Aber wenn du nicht Berreit dazu wärst, dann hätte ich das O’Maru schon gesagt, dann wärst du nicht zum vollwärtigen Greifenreiter ernannt worden. Und ich denke nicht, dass ich da einen Fehler gemacht habe.“ Erklärte er und stellte sich dann vor sie. „Ich hab auch bei meiner ersten Mission Angst gehabt alles falsch zu machen….“

    Der Blick des Schwadronsführers glitt kurz zu seinem Flügelmann, „Genau genommen hab ich das sogar. Weil ich zu vorschnell geglaubt habe, dass alles in Ornung sei, nicht mehr richtig geschaut habe, dass auch wirklich keiner mehr hinter uns ist.. hab ich den Bogenschützen übersehen, der es eigentlich nur dank Marak nicht geschafft hat Nara’tee zu töten, sondern lediglich zu verletzen.

    „Was ist mit mir?“ horchte der stämmige Tua’Tanai bei seinem Namen auf.

    „Nichts.“ Antwortete Karrun und wurde leiser.

    „Ich bin davon überzeugt, dass du gut auf Owatu aufpassen kannst… „ dann blickte sich der Mensch nochmal zu dem nun blinden Tua’Tanai um und fuhr sich selbst an die Augen, weil so ganz scharf konnte er den Greifenreiter nicht erkennen. „Aber ich weiß, dass das gerade nicht einfach ist….“

    Nachdenklich verzog er den Mund. „Ich denke darüber nach.“

    Eiegntlich beschäftigte den Tua'tanai nur noch ein Gedanken. Was, wenn ihn das Zeug blind machte? Er würde nie wieder fleigen können. Wenn er nichts sah, dann konnte er weder alleine noch auf Tameqa fliegen. Die Graue würde zwar auf ihn aufpassen, aber mit auf Einsätze kommen war ausgeshcloßen. Und wieder überkam ihn der schrekliche Gedanke, dass er als nutzloser Greifenreiter durch die Kaserne stromerte. Rhynn setze ihn ab, sie behandelte ihn jetzt schon so und er musste gegen die aufkommende Verzweiflung ankämpfen. Noch hatte Paranoel nichts gesagt. Der Blonde Schatten ließ sich neben ihm nieder und fuhr als ersten die Katze an. Der Mauersegler zuckte zusammen. Hätte sie was ändern können, wenn sie gleich einen Umschlag angelegt hätte? War es jetzt unausweichlich, dass er blind blieb?

    Und die Unsicherheit in Rhynns Stimme ließ ihm das Herz noch weiter sinken, so dass er sich nun mit beiden Händen abstürtze, weil er slebst glaubte in ein Loch zu fallen. TUT WAS! flehte er innerlich. Hilflos, slebst nicht wissend, was er tun sollte und Paranoel verfluchend, dass er nun die Katze fragte, was sie tun würde. - Vielleicht wusste der Elf es auch nicht? Die befürchtung wurde immer stärker und erlösend waren die Worte von Karrun, dass er das Zeug kannte. Erst beim Weitersprechend es Mannes erkannte er, dass es Kerios Stimme war, die sich doch ein wenig die dem Schwadronsführes ähnelte. Außerdem hätte Karrun ja dann vor Ort schon mehr gesagt, als nur, dass er Wasser verwenden sollte.

    Und auch wenn es Kerio war, der hierzu etwas zu wissen schien. Auch, wenn er dem Magier nicht trauen wollte und sich wunderete, dass dieser Mann davon Ahnung hatte, so waren doch seine Worte Erlösend. Der Erste, der ihm sagte, dass das vorbei gehen würde.


    "Nein, es brennt nicht mehr." antwortet Owatu dem Elfen und nickte dann. Und dann kamen auch von ihm die Erlösenden Worte, dass das wieder weg ging.

    "Augen zu." Forderte Paranoel ihn auf und berreitwillig ließ sich Owatu die kühle Schmiere auf die Augen aufbringen.

    "Hohl mir mal Karrun, der kriegt den Rest." wandte sich der Elf an Rhynn und begann die Salbe mit einem Verband an Ort und Stelle zu fixieren.

    "Nicht versuchen zu reiben und ne halbe Stunde drauf lassen." erklärte der Heiler und Owatu nickte. Die Salbe war angenehm kühl und nahm dem Spannen der haut den Schmerz. Für den Moment fand er es so nicht schlimm, dass er jetzt gar nichts mehr sah. Außerdem stieg die Hoffnung, dass sich das in einer halben Stunden wieder alles gelegt hatte und er wieder normal sehen konnte.


    Kerio wandte sich der Cath'Shyrr zu: "Sei froh, dass ihr damit noch keine Erfahung gemacht habt." meinte er und rezählte dann weiter. "Wir haben im Studium mal mit verschiedener solcher substanzen zu tun, aber was ich da vor allem gelernt habe ist, dass man gerade an den Augen nicht mit Feuermagie rumhantieren sollte." er verschrenkte die Arme hinterm Rücken und war immer ernster geworden.

    Als sich der Druck ihrer Finger auf seine Geschwollenen Augen erhöhte, bis er die Zähne zusammen, weil das doch ganz schön weh tat, auch ewnn es jetzt nicht mehr brannte.

    Er versuchte auf ihre Anweisung hin zu nicken, doch befürchtete der Mauersegler, dass sie das mit seinem Gesicht in ihren Händen gar nicht wirklich mit bekam, oder falsch, oder.. "Ja." bstätigte er schließlich.

    So weit wie es ging versuchte er die Lider auseinander zu bringen, aber es spannte alles und iregdnwie wollte sie ihm nicht gehorschen. Das Rhynn schließlich seine Augen aufdrückte machte es nicht besser und im ersten Moment zuckte er unterbewusst zurück, bis er sich selbst zwang, den Kopf dort zu halten, wo sie ihn brauchen konnte.

    Egal was sie von ihm verlangte, er würde es wohl tun, nur von der Hoffnung getreiben, wieder klar sehen zu können.

    Tameqa fiebste leicht, als Rhynn meinte, dass sie nicht wusste, was das für ein Zeug war, ann legte sie die Ohren an, schaute sich in dem Waldstück um und schnupperte vorsichtig an dem Pulver, was sich überall niedergelegt hatte. *Ich krieg das aus der Fliehenden raus* erklärte sie und ihre Augen verengten sich.

    "eöh mmm." machte Owatu, als Rhynn ihn umdrehte. Irgendwie hatte ihre Stimme was eiliges und die Tatsache, das sie hier nicht mehr dagegen tun konnte, ließ ihm das Herz in die Hose rutschen. Mit klammen Fingern zog er sich in den Sattel.

    "Meine Lanze." meinte er erschrocken, weil er die Waffe am Boden veregssen hatte und das Laub des Waldbodens für ihn einfach nur ein großer Hellbrauner Fleck war, in dem die Lnaze völlig untregegangen war. Wie sollte er sie da finden? Eilig schwnag er wieder das Bein aus dem Sattel und ließ sich auf den Boden nieder. Raschelnd fuhren seine Hände druch das Laub, bis er den Schafft der Lanze zu packen bekamm, weil Tameqa ihn ihm entgegen hielt *Hier*.

    *Danke* meinte er.

    *Das wird schon wieder. Rhynn fällt sicherlich was ein.* meinte die Graue, als sie die Angst des Tua'Tanai spürte.

    Die Hände um Tameqas Hals geschlungen lag er mehr im Sattel, weil er angst hatte, Äste nicht rechtzeitig zu erkennen. Doch als sie zurück zum Sammelpunkt kamen, hatte er tatsächlich das Gefühl, dass die Umrisse der Kameraden eindeutiger wurden.

    Aber wer da gerade bei wem stand, dass konnte er nur erahnen aufgrund von hellen, oder dunkleren Flecken, dort wo die Köpfe waren.

    Paranoel als einziger Blonde war eindeutig auszumachen und der Mann vor ihm konnte entweder Kerio, oder Karrun sein. Zumidnest waren es nicht Nara'tee, Nim oder Theel mit ihren langen schwarzen Haaren.

    Immer fahriger versuchte er abwechselnd Wasser in die Augen zu bekommen und das Zeug heruaszureiben. Er wollte endlich wieder klar was erkennen können. Aber der Hartnäckige Schleier, der alles verschwimmen ließ, blieb bestehen. Die Schwertlanze hatte er vor lauter Panik schon fallen gelassen. Egal wer jetzt noch aus den Büchen kommen würde, er konnte freund nicht von Feind unterscheiden und musste sich voll und ganz auf Tameqa verlassen. Die graue im Rücken zu spüren, war das einzige, was ihn gerade beruhigte, auch wenn immer weider der Gedanke, dass er vielleicth Blind wurde aufblitze. Was, wenn das so blieb.

    Wieder rieben seine Hände durch sein Gesicht und sein Atem ging immer schneller.

    *Rhynn ist unterwegs* berichtete ihm Tameqa. Hoffentlich konnte sie irgendwas dagegen tun. Sein Blick war auf die Stelle gerrichtet, von wo er die Katze vermutete, doch die großen braune und grüne Flächen verrieten keine Bewegung. Da waren seine Ohren weit mehr wert, bis sich nach dem unvorsichtigen Rascheln endlich eine dunkle Bewegung in sein Sichtfeld schob. Unterbewusst fuhren seine Hände wieder in sein Geischt, weil er nun mal verdammt nochmal erkennen wollte, was oder wer da vor ihm war.

    "Rhynn?", fragte er hoffend und bekam gleich einen Tadel, der trotzdem Erleichterung brachte, weil es ihre Stimme war. Auch setze er nichts dagegen, als sie ihn zu sich herab zog, seine Hände mit der einen Hand nach unten drückte und mit der anderen sein Kinn fixierte um sich die Sache besser ansehen zu können.

    “Ich seh fast nichts." erklärte er und die Panik darüber war deutlich heraus zu hören.

    Nur das sie herumriet und wohl nicht so genau wusste, was in diesem Rauch gewesen war, ließ seinen Puls in die Höhe schnellen und seine Hoffnung sinken.

    "Macht es mich Blind?", fragte er bestürzt und ließ erst den Wasserschlauch los, als Rhynns Hand daran zupfte.

    Sogleich gehorchte er auf ihren Befehl hin und legte den Kopf schief, fuhr aber wieder erschrocken hoch, als sie erst irgendwas von einem Umschlag erwähnte, und dann fragend Symptome aufzählte. Eilig schüttelte er mit dem Kopf. Nein Atmen konnte er normal und schwindlig war ihm auch nicht.

    "Ich hab die Luft angehalten, als die Phiole vor mir zerbrach." erklärte er und legte den Kopf wieder schief.

    Ein wenig hatte er das Gefühl, dass Rhynns Methode gegen den Schleier half.

    *Was ist mit ihm?* fragte Tameqa an die Katze gewandt *Soll ich Paranoel holen oder sollen wir ihn zu ihm bringen? Oder soll ich was anders holen?* Der Greifin gefiel es ganz und gar nicht, für ihren Zweibeiner nichts tun zu können.

    was ist mit dir? fragte Tameqa erschrocken, als sie wohl den Anflug von Panik, ihres Freundes mitbekam. kom nicht in die Nähe von dem Zeug warnte er die Greifin und versuchte das Beißen aus den Augen zu reiben um sie endlich wieder auf zu bekommen. Krampfhaft versuchte er die Lieder aufzudrücken und verschwommen sah er jemanden auf sich zukommen, der viel zu dick für Karrun war und eindeutig zu viele Gliedmaßen besaß. Die panik stieg, weil er nicht richtig sehen konnte und das was er sah noch nicht mal als real einstufen konnte. Aber die Stimme war eindeutig die des Schwadrohnsführers. Und die Ruhe die darin lag nahm dem Tua'tanai etwas von der Angst. Fahrig griff er nach dem eigenen Wasserschlauch, denn was der Mensch ihm angedeutet hatte war für Owatu nicht zu erkennen gewesen.

    “halt Still!“ hörte er die zappelnde Gestalt vor sich sagen und da wurde Owatu auch klar,,dass es zwei Personen sein mussten, die er sah.

    “Hast du das Miststück?“ fragte der Tua'tanai nach.

    “ja, hab sie!“ lautete die Antwort, als sich Owatu das kühle Wasser übers Gesicht laufen ließ. Tatsächlich und Glücklicherweise spülte es das Brennen hinfort.

    Ein vorsichtiger Schnabel berührte den Greifenreiter an der Schulter und er versuchte die zugeschwollenen Augen wieder zu öffnen.

    Ein großer grauer Fleck identifizierte er als den Kopf der Greifin und seine Hand legte sich in das weiche Gefieder, bevor er erneut die Wasserblase ansetzte und das Wasser durch seine Augen laufen ließ.

    “ich hol Rhynn.“ meinte Karrun ind packte die Gefangene fester, so dass sie kurz aufkeuchte. “was war das für ein Zeug?“ raunzte er die Frau an, bekam aber keine Antwort - was zu erwarten war.


    “Die halten auf der anderen Seite Ausschau nach weiteren Spähern.“ meinte Theel, der die Rüstung auf seinem Oberarm hin und her schob um sich wohl irgendwie bei einer schmerzenden Stelle Erleichterung zu verschaffen.


    Fast im gleichen Augenblick trat Karrun mit einer weiteren Person, die er fest vor seine Brust zwang aus dem Dickicht hervor.

    Auf halben Weg zu den anderen Greifenreitern hatte die Frau endlich eingesehen, dass es nichts brachte sich zu wehren. Ein Tritt gegen Karruns Schienbein war ohne Wirkung geblieben und ein erneuter Beißversuch hatte der Mann zu unterbinden gewusst.

    Das Bild, dass sich dem Schwadronsführer bot, glich einem Schlachtfeld. Überall lagen tote Hunde herum, von Greifen gerissen, oder bis aufs unkenntliche verbrannt. Ein geruch nach Sonntagsbraten erfüllte makarbererweise die Luft.

    Nim und Nara'tee fesselten einen dunkelhäutigen Halbelfen. Kerio war gerade dabei Paranoel aufzuhelfenbund Naraniwen stand wieder, sah aber immer noch nicht sicher auf den Beinen aus.

    Theel kam ihm entgegen und löste sein Hand wieder von seinem Arm.

    “was ist mit deinen Augen passiert?“ fragte ihn der Kamerad, als er die stark geröteten Augen des Anführers sah.

    “das Miststück hat irgendwas nach uns geworfen.“ erklärte Karrun, der zwar das Brennen verspürte, aber wohl nicht so viel, wie Owatu abbekommen hatte. Zumindest waren seine Augen nicht so dick und rot, wie die von dem Junggreifenreiter. Hoffte er zumindest... oder er reagierte nicht so stark darauf

    Mit voller Wucht peitschte der Ast gegen den hochgerissenen Arm des Tua’Tanai, der instinktiv seinen Kopf schützen wollte. Verdammtes Miststück schoss es ihm durch den Kopf, als sich ziehend der Schmerz ausbreitete, aber eigentlich war er vor allem über sich selbst am Fluchen, weil er so dumm gewesen war, die Armschienen immer noch nicht anzuziehen, die hätten ihn jetzt vor dem peitschenden Ast bewahrt. Zeit wirklich darüber nachzudenken, oder den Arm Beachtung zu schenken, war aber nicht. Die Aktion der Frau hatte ihn verlangsamt und nun musste er wieder aufholen. Fast hätte er sie gehabt. Aber zum Glück jagte er mit Tameqa. Entkommen konnte sie ihnen nicht. Mit ein paar großen Sätzen, die sie durch die Äste brechen ließ, brachte sich die Greifin hinter die Beute und aus dem Augenwinkel sah er Karrun herranjagen.

    Auch die Späherin erkannte wohl, dass ihre Situation aussichtlos war. Abrupt war sie stehen geblieben, schaute sich nach allen Seiten um und griff dann nach irgendwas unter ihrem Mantel. Sie wollte also doch Kämpfen, erkannte Owatu und wunderte sich im nächsten Augenblick, keinen Dolch oder Ähnliches in ihrer Hand zu entdecken, sondern eine Phiole deren Korken sie zog und zwischen Karrun und ihm auf den Boden warf. Gleichzeitig wirbelte die Frau herum und sprang in die Lücke zwischen Karrun und Tameqa, wohl in der Hoffnung dort zu entkommen.

    Ein beißender Geruch kam dem Tua’Tanai entgegen und im selben Moment, wo er die Luft anhielt, bedeutete er auch der Grauen, das Zeug nicht einzuatmen. Die erste Regel, die ihnen Karrun bei Kontakt mit merkwürdigen Rauchschwaden beigebracht hatte. Und sie waren viel zu nah dran, um dem sich ausbreitenden Rauch zu entkommen

    Wie Tameqa der Gejagten hinterher setzte konnte der Tua’Tanai gerade so noch erkennen, dann begann der Rauch so dermaßen in den Augen zu brennen, das er Reflexhaft die freie Hand vors Gesicht schlug und zurück stolperte.


    Erschrocken versuchte sich Naraniwen wieder aufzurappeln und Paranoel sich unter dem schweren Körper der Greifin herauszuziehen. Hilflos musste der Elf mit ansehen, wie der Hund auf Rhynn zuschoß.

    „Pass auf!“ zu rufen, war das Einzige, was er tun konnte, denn seine Beine waren nicht frei genug um einzugreifen.

    Die Katze riss den Arm hoch. Hoffentlich rechtzeitig, denn ob der Hund ihren Arm zu packen bekam, dass konnte Paranoel nicht genau erkennen. Nur, wie Selphet fast zeitgleich mit zuschnappen des Hundemauls über das Tier herfiel und den Hund von Rhynn weg riss. Aufjaulend musste der Köter von seinem eigentlichen Ziel ablassen und sich nun eines Greifen erwehren, dessen scharfer Schnabel auf ihn niedersauste. Zähnefletschend versuchte sich der Hund unter der Pranke des Greifen zu drehen und seinerseits zuzubeißen. Doch der Greif war schneller und stärker. Ehe Paranoel sich versah, hatte Selphet seine Beute erlegt, ohne dass diese die Chance gehabt hätte sich noch großartig zu wehren.

    Der Elf löste die zittrige Hand von Rhynn um sie nicht weiter zu behindern. Die Frau brauchte Bewegungsfreiheit, denn auch wenn Selphet schützend vor die Cath’Shyrr sprang um den ersten Hund an der Kehle zu packen und zu boden zu schleudern, so, dass man sich bei dem hässlichen Geräusch, dass entstand sichern sein konnte, dass der Greif dem Tier dabei augenblicklich das Genick gebrochen hatte, war es nicht gut wenn er die Katze behinderte.

    Seine Hand fuhr an die Schulter seiner Greifin, die nur wenig sicherer als er selber stand, aber dafür vier Beine hatte.

    Und es war das Richtige gewesen, denn während der braune Greif noch mit seiner Beute beschäftigt war, sprang auch schon der andere Hund auf die Greifenreiterin zu und Naraniwen wirbelte herum, um sich zwischen den Hundeführer und ihren Zweibeiner zu bringen.

    „Nei..rgh!“ entkam es Paranoel, als er sah, wie seine Gefährtin schwankte, dafür war sie noch zu angeschlagen. Doch er ebenso. Für eine ausweichende und sich von Naraniwen lösende Bewegung war es zu spät. Der Schwung riss den Elfen wieder von den Beinen und mit aufschlagenden Flügeln folgte ihm die Gefiederte, so dass sie ihn halb unter sich begrub.

    Aber der Panische Flügelschlag riss ebenso den angreifenden Mann von den Füßen und hart kam der Hundeführer neben Rhynn zu Boden.


    Es war hier viel zu verdächtig Still. Entweder lauerte irgendwo hockend jemand, oder es spielte sich wirklich alles nur hinter ihnen ab.

    Dann krachte plötzlich irgendwas durch die Äste. Schlagartig wandt der Tua’Tanai den Kopf in die Richtung, wo Blätter rieselnd zu Boden fielen und konnte ein schlaffes Netz zwischen den Ästen erkennen. Doch um sich zu fragen, was das sollte, oder überhaupt zu realisieren, was das bedeutete, soweit kam er gar nicht. Vor Ihm brach nur wenige Augenblicke später eine Frau durch das Unterholz und rannte geradewegs in den Abgelenkten Greifenreiter hinein. Refelxhaft riss der Tua’Tanai die Waffe hoch, als er im Augenwinkel den Schemen einer Person ausmachte. Die Frau schrie auf, als sie geradewegs in das Stumpfe Ende seiner Schwertlanze lief, aber ihr Schwung zwang Owatu dazu einen Schritt zurück zu machen, so dass er mit dem Rücken die Äste des Baumes hinter ihm zu spüren bekam. Hätte er doch besser den Kopesh behalten, denn zum Ausholen mit der Lanze war es jetzt zu eng. Die zierliche Frau nutzte die Gelegenheit um von ihm weg zu kommen, auch wenn das getroffene Bein wohl die Drehbewegung nicht mochte.

    Der Greifenreiter setze der Frau nach.

    „Bleib stehen!“ rief er, auch wenn er wusste, dass er sich die Puste auch sparen könnte, er selber würde auch niemals stehen bleiben. Doch er würde kämpfen, so sah die Frau allerdings nicht aus. Was machte sie hier? Gehörte sie überhaupt zu den Angreifern?

    Fragen, die es später zu beantworten gab.

    Die Schwertlanze nur noch in einer Hand hastete der Mauersegler der Frau hinterher. Die andere Hand schützend nach vorne gestreckt um die zurückpeitschenden Äste rechtzeitig abzufangen.

    Gerade durfte er nur nach vorne in den Wald schauen und musste dabei den Drang unterdrücken, sich umzudrehen. Wie ging es Paranoel und Rhynn? Und.. das Quietschen Sereliels machte den Drang sich in die andere Richtung zu begben und den anderen zhu helfen noch stärker. Nur was, wenn gerade dann jemand aus dem Gebüsch vor ihm sprang, weil er genau auf diese Unachtsamkeit von Owatu gewartet hatte? Bedachten Schrittes ging der Tua'Tanai Rückwerts, ohne seinen Blick von dem Waldabschnitt vor ihm abzuwenden. Für den Fall der Fälle war er so aber näher an den Kameraden.

    Aus den Augenwinkeln sah der Mauersegler, wie Zurulele zuerst mit kräftigen Flügelschlägen abhob um sich dann wohl auf eine beute zu stürzen? Möglicherweise ihrem gefährten zu Hilfe zu eilen? Das nächste was er hören konnte, war das Fiebsen eines Wolfes, oder Hundes, so genau konnte er es nicht einordnen.

    *Owatu vor, sichere den Wald* kam da der Befehl von Karrun über Marak, mit einem Bild des Waldstücks vor ihm. Kurz bestätigte er im Geist, dann rief er Tameqa zu sich. Offenbar wurden sie von irgendwem angegriffen, da brauchte er auch nicht mehr auf Schein achten. Als die Greifin bei ihm war, zog der Tua'Tanai die Schwertlanze aus der Halterung und trug der grauen auf, das Kopesh zu Rhynn zu bringen. *Wo ist sie und wie geht es Paranoel?* fragte er seine Gefährtin, die den Griff der Waffe mit dem Schnabel aufnahm.

    Owatu hatte noch keine drei Schritte auf die nahestehenden Bäume zugemacht, da sandte sie ihm auch schon das Bild der Katze und des Elfen, wie dieser halb auf Rhynn hing und wohl all seine Kraft zusammen nahm, um sich irgendwie hoch zu bekommen. Das Bild jagte ihm doch einen kalten Schauer über den Rücken. Die volle Kraft der Hexe musste heftig für den Schwadronsheiler gewesen sein. Und nun band er zwei andere Leute. Kein Wunder, dass er so schnell wie möglich wieder hoch kommen wollte.

    Sich selbst ermahnend wischte er das Bild im Geiste fort. Jetzt musste er sich auf etwas anderes konzentrieren.

    Und er war nicht alleine, was ihn gerade doch irgendwie beruhigte. Karrun tauchte an seiner Seite auf und gab ihm kurz mit einem Fingerzeig zu verstehen, dass er Links herumgehen sollte und Karrun rechts herumgehen würde.

    Owatu nickte kurz und nahm die Waffe ihn die Hut.


    Zurulele hatte sich auf den Hund gestürzt und kurzen Prozess mit dem Tier gemacht, dass sich in die Unterarmschiene des anderen Tua'Tanai verbissen hatte. Für die Greifin war der Hund vor allem Beute, doch erst einmal stellte sie sich schützend vor den Hyänenmann, der schmerzverzerrt die Armschiene versuchte etwas zu lockern, dann sichtlich innerlich nach Kraft suchte und schließlich ohne ein Wort zu sagen seinen Speer wieder aufnahm um weiter zu Nim zu gelangen.

    Weit musste der Tua'Tanai allerdings nicht gehen, da kam ihm der Elf schon entgegen. Sereliel trieb einen Mann vor sich her, der die Züge eines Halbelfen hatte, aber seine Haut war dunkel und die Haare nur wenig heller.

    Rhynns Blick verursachte, dass ihm augenblicklich viel zu heiß wurde. Es tat ihm leid, er wollte sie gar nicht erwähnt haben. Aber sich zu korrigieren hätte doch noch mehr die Aufmerksamkeit darauf gezogen.

    Doch sie war es, die schneller als er antwortete. Noch während Owatu darüber nachdachte, wie und ob er sich erklären sollte, gab ihm Rhynn eine patzige Antwort. Da der Magister aber daraufhin auch nicht weiter nachfragte, machte der Tua’Tanai sich auch nicht mehr die Mühe zu entschuldigen. Darum war er umso Überraschter, als sich Kerio entschuldigte, anstatt eine Predigt, oder ähnliches loszulassen. Das er aufrichtig war glaubte er ihm sogar. Aber trotzdem wollte er lieber nicht darüber reden. Es hatte ihn schon genug Überwindung gekostet, das mit dem Amulett vor dem Mann zuzugeben. Also nickte der Mauersegler und dann wurden sie sowieso alle von Paranoel abgelenkt.

    ‚Tut mir leid, Kumpel‘ sagte er innerlich zu dem Schwadrohnsheiler, der so verzweifelt nach diesem Strohhalm griff.

    Kerio griff sich das Amulett, dass der Blonde ihm hin hielt und begann nun den Zauber zu wirken, den er gestern auch schon auf Owatus Anhänger gesprochen hatte.

    Viel tun konnte der Tua’Tanai hier nichtmehr. Kurz die Augen schließend, wandte er sich im Geist an Naraniwen *wenn du nachher wieder mit ihm sprichst; sag ihm, das es mir leid tut. Ich war egoistisch* Dann stand er auf und richtete seine Augen wieder auf den Waldrand.

    Ob sie es wohl nur noch bei ihm versuchen würde, wenn sie keine Wirkung mehr auf ihr anderes Opfer hatte? Bekam sie mit, dass ihr Zauber eine Wirkung hervorrief, wenn auch nicht die, die sie sich wohl wünschte? Oder versuchte sie es einfach nur immer mal wieder? Erging es Jankris und Markun vielleicht gerade genauso? Oder waren die zu weit weg und damit in Sicherheit?

    Viele der Fragen, die dem Greifenreiter gerade durch den Kopf schwirrten, konnte Kerio mit Sicherheit beantworten. Aber ihn zu fragen hielt Owatu für unangebracht. Nicht, nachdem er ihm gerade so vor den Kopf gestoßen hatte und quasi offen zugegeben hatte, ihm nicht zu trauen.

    „Wie geht es ihm?“ fragte Nara’tee, der langsam zu ihm aufgeschlossen hatte.

    „Wohl besser. Kerio hat irgendwas gemacht, damit es aufhört und bezaubert nun sein Amulett.“ Erklärte Owatu seinem Volksmann.

    Nach einigem Zögern nickte Nara’tee. Wohl behagte dem Hyänenman dieser Gedanke auch nicht, aber er sah, dass es notwendig war.

    *Achtung! Im Gebüsch, bei Nim!* hallte plötzlich die Warnung Sereliels durch die Köpfe der Greifenreiter und die braungeleckte Greifin des Elfen brachte sich in Hab-Acht-Stellung zu dem Punkt hin, wo das Rascheln herkam.

    Sofort war Owatu bis aufs äußerste gespannt. Seine Hand umfasste den Griff des Kopesh fester, der sich immernoch sehr ungewohnt anfühlte. Aber die Schwertlanze steckte noch in der Halterung an Tameqas Sattel und es wäre ziemlich auffällig, wenn er die jetzt ziehen würde.

    A machte allerdings Sereliel auch schon einen Satz ins Gebüsch und ein Aufschrei folgte. Theel war nur wenige Augenblicke zusammen mit seinem Greifen an der gleichen Stelle.

    Für einen Moment unsicher, ob er auch dorthin rennen sollte, oder die Stelle hinter ihnen im Auge behalten, entschied sich Owatu seine Stellung nicht aufzugeben, solange nicht klar, war das die vier Hilfe brauchten. Wenn sie gerade von weiteren Leuten überrascht wurden, dann konnten sie auch von anderen Stellen eingreifen.

    Wie töricht waren sie doch gewesen! Sie hatten sich durch den ‚Angriff‘ der Hexe ablenken lassen. Möglicherweise war das die ganze Zeit Teil des Plans gewesen. Ihn und Paranoel außer Gefecht setzen und eventuelle andere Greifenreiter damit ablenken. Dann ergab der Betäubungspfeil auch Sinn. Unruhig beobachteten die Augen des Greifenreiters den Wald vor ihm. Auch Tameqa und Selphet waren wachsam und schirmten gleichzeitig Naraniwen und Paranoel, sowie Kerio und Rhynn ab.

    Mit Schrecken beobachtete Owatu, wie der Elf sich am Boden zusammen krümmte. Nicht nur, dass es ihm vermutlich auch jederzeit passieren konnte. Nein, irgendwie war er mit dran schuld, dass die Schmerzen, die die Hexe verursachte, Paranoel gerade zu einem zuckenden Häuflein Elend machten. Kerio glaubte, dass sein Zauber nicht wirkte, weil er nicht zugeben wollte, dass ihm das Handeln des Magisters missfiel. Paranoel könnte es gerade besser gehen…

    „Scheiße.“ Murmlete Owatu vor sich hin.

    „Da sagst du was wahres. Wenn euch das im Kampf passiert..“ stimmte Nara’tee mit in Rhynns Bedenken ein.

    „Ich weiß!“ unterbrach ihn der Mauersegler und schritt entschlossen auf die Dreiergruppe aus Rhynn, Kerio und Paranoel zu.

    Der Magier wirkte offenbar einen Zauber und es schien so, als ob Kerio erfolgreich war, denn das Krampfen ließ nach.

    Blass lag der Elf zwischen den beiden Ersthelfern, sein Atem ging schwer und er schien ein bisschen benommen. Stöhnend versuchte er sich gegen die verkrampften Glieder zu strecken, machte aber noch keine Anstalten wieder aufstehen zu wollen, wenn auch Naraniwen mit ihrem Schnabel an dem Magier vorbeidrängte hin zu ihrem Freund.

    „Mir fällt auf Dauer nicht viel mehr ein, als den Zauber, denn ich auf Owatus Amulett gewirkt habe. Aber der wirkt ja nicht.“ Murmelte der Zauberer zerknirscht. „Ich kann nicht immer so schnell einen Gegenzauber wirken. Und der vertagt das Problem ja auch nur…. Wenn sie jetzt wieder anfangen würde, dann…“ das murmeln wurde immer leiser und hörte sich fast mehr wie ein Selbstgespräch, oder lautes Denken an.

    So wie der Mann jetzt wirkte, konnte Owatu tatsächlich keinen Groll gegen ihn verspüren. Alles aus ihm sprach ehrlich, dass er helfen wollte. Nicht, dass er einfach seine Macht demonstrieren, oder wild herumexperimentieren wollte. Nein, er wirkte besorgt, nachdenklich und machtlos.

    Owatu kam noch näher heran und ließ sich schließlich in die Hocke neben Rhynn sinken. Mit den Schultern zuckend schluckte er seinen Stolz herunter.

    „Oh man..“ stöhnte der Elf in dem Moment auf und fuhr zittrig mit der Hand an seinen Kopf… „Nochmal halt ich das nicht aus.“

    „Vielleicht wirkt dein Zauber doch….. das hier ist nicht mehr das, was du verzaubert hast.“ Die Worte kamen ihm nicht leicht von den Lippen, aber er musste das zugeben. Weil er sonst derjenige war, der für Paranoel eine Entscheidung traf. Es war eine Sache, ob er den Schmerz für sich wählte, aber eine ganz andere, das einem Kameraden zuzumuten. Verlegen und beschämt legte der Tua’Tanai die Hand in den Nacken und wischte ein paar der langen Haare zurück

    „Was?“ fragte Kerio leicht irritiert nach.

    „Ich hab es ausgetauscht.“ Versuchte es Owatu nun klarer, auch wenn es sich nicht besser anfühlte das nochmal zugeben zu müssen.

    „Gibt’s das andere noch?“

    „Nein, wir haben es verbrannt.“ Lautete die Antwort des Greifenreiters und er zog den Kopf ein wenig mehr zwischen die Schultern. Hoffentlich hatte Kerio das wir nicht bemerkt. Er wollte Rhynn da nicht mit reinziehen.

    „Danke.“ Meinte Owatu knapp, denn wenn der Magier davon wusste, dann würde er vielleicht irgendwas versuchen.. und das vermutlich ohne ihn vorher einzuweihen. Das wäre doch so Typisch Magier.

    Er lächelte, weil sie ihn verstand. Aber gelichzeitig nagten ihre Bedenk an ihm. Was, wenn die Hexe ihn wirklich damit in die Knie zwang? Wenn er dann doch ihr ausgeliefert war. Und was, wenn das geschah, wenn ein anderer ihn brauchte? Wenn Rhynn sich gerade auf ihn verließ? Vielleicht sollte Karrun vor einem Kampfeinsatz klar stellen, dass sich keiner auf ihn verlassen konnte. So schmerzlich der Gedanke war, so wahr war er auch.

    Owatu schaute zu dem Schwadronsführer und seinem Vetter herüber, die bei den beiden Gefangenen standen und Kerio machte den Anschein, als wollte er Karrun gerade irgendwo anders hin bitten. Der Mensch bestand aber wohl darauf, dass sie zuerst die Gefangenen befragten.

    Weiter kam Owatu in seiner Beobachtung nicht, weil Nara’tee plötzlich hinter ihnen stand.

    „Wie ich das sehe, hatten die beiden mehr vor, als nur zu spähen.“ Meinte der größere Tua’Tanai und deutete mit dem Kopf auf die beiden Kundschafter.

    „Ja, das denke ich auch. Die wollten mindestens die Greifen fangen.“

    „Ja. Ich bin gespannt, was Kerio mit seinem“ Nara’tee vollführte mit den Hände eine fahrige Flammenbewegung, „Aus denen herausbekommt.“

    Während dessen erhob sich nun scherfällig und Federraschelnd Naraniwen, so das Paranoel aufsprang und einen Satz zurück machte um dann gleich wieder seine Hände an den Kopf der Greifin zu legen. Dann hielt der Elf plötzlich erstarrt inne und blinzelte verkampft, bis seine Hände wieder an seinen Kopf wanderten und Naraniwen auffiebte.

    Erschrocken drehte sich Owatu und Nara’tee um und jeden Augenblick erwartete der Mauersegler, dass ihn die Kopfschmerzen auch wieder ereilten, doch dieses Mal blieben sie aus. Dafür sackte Paranoel in sich zusammen.

    Als Rhynn zu ihm herüber kam, erhob sich Kerio gerad etwas steif und umständlich.

    „Mhh…?“ machte Owatu, irgendwie hörte sich diese Aufforderung nicht gut an. Der Mann gab, doch wohl nicht Tameqa die Schuld an seinem Sturz? Und schickte nun Rhynn um mit ihm darüber zu sprechen.

    Der Tua’Tanai wappnete sich schon innerlich, seine Gefährtin zu verteidigen. Umso mehr war Owatu überrascht, dass es um das Amulett ging.

    „Ich wusste, worauf ich mich einlasse…“ begann er und stoppt dann. Vielleicht wusste er es nicht ganz, darüber, dass die Hexe im Kampf versuchen könnte ihn zu kontrollieren und auch wenn sie das nicht schaffte, ihn trotzdem außer Gefecht setzen würde, hatte er nicht nachgedacht. Zu dem Zeitpunkt war diese Möglichkeit so fern gewesen.

    Sein Gesichtsausduck verriet vermutlich gerade ziemlich deutlich, dass Rhynn da einen Punkt gefunden hatte, der Unbedacht von ihm war und gefährlich.

    „Ja.. ich vertraue auch Karrun.. aber..“ er vertraute diesem Magier nicht. Vielleicht hätte es gewirkt. Vielleicht hätte sein Hokus Pokus, aber auch dazu geführt, dass er die Hexe ständig spüren konnte.

    Und er fühlte sich bei dem Gedanken, was der Magister angestellt hatte einfach nur Benutzt. Zum wiederholten Male. Und zum wiederholten Male durch Magie. Er traute seiner Magie genausoweit, wie der der Hexe.

    Der Tua’Tanai schüttelte mit dem Kopf. „Vielleicht ist er ja ganz anständig.“ Aber selbst das zog Owatu in Zweifel, „ aber er macht mir nicht den Eindruck, als wüste er was er tut er experimentiert herum und… versucht, wie weit er gehen kann. Ich…

    Ralinur ist zu weit gegangen, das reicht mir für mein Leben.“ Sprach er schließlich die Wurzel allen Übels aus.

    Aber was sollte er tun, wenn es wirklich zu einem Kampf kam? Wenn sie das Lager angreifen würden? War das Risiko zu groß, dass die Hexe ihn so ausschaltete? Oder musste man nur schneller sein und die Hexe zuerst ausschalten, oder zumindest irgendwie Zauberunfähig machen.

    Nachdenklich schaute er seine Flügelmann an. Er konnte ihre Bedenken verstehen, aber verstand sie auch seine Abneigung? Eine Abneigung, die so groß war, dass er tatsächlich lieber die Schmerzen hatte, als das veränderte Amulett. Denn auch bei neuerem Nachdenken darüber war er froh das andere Amulett zerstört zu haben.

    Er zwang sich geradezu wieder Auszuatmen, als Rhynn ihn dazu ermahnte. Die Schmerzen in seinem Kopf wollten ihn in die Knie zwingen, aber er wollte das nicht zulassen. Das bedeute die Hexe gewinnen zu lassen. Und das war schlimmer.

    Noch stand er und das würde auch so bleiben. Auch wenn es ihm schwindlig machte. Aber nachgeben würde Aufgeben bedeuten. Hilflos sein und ihr ausgeliefert.

    Er versuchte gerade irgendwie den Schmerz umzuleiten und seine Finger krallten sich in seine Unterarme, als die kleine Flamme vor ihm auftauchte.

    „Wann?“ entkam es ihm gequält. Etwas, was er lieber für sich behalten hätte und Dankbar nahm er den Wasserschlauch entgegen. Auch wenn es kein Kraut dagegen gab, so half Wasser vielleicht wenigstens etwas und wen es nur ablenkte.

    Ob es nun tatsächlich das Trinken, oder Trivs Vermutung war, konnte der Tua’Tanai nicht sicher sagen, aber es ebbte langsam wieder ab. Nicht so schnell wie es gekommen war, aber doch hatte er nun nicht mehr das Bedürfnis sich an den Kopf zu fassen, damit der Druck von außen den von innen irgendwie im Zaum hielt.

    Tameqa schob sich von hinten immer näher an ihren Freund heran und gab ihm so unauffällig Halt.

    Er schüttelte den Kopf, als Rhynn ihm riet sich zu setzen. Nun ging es wieder einigermaßen und Tameqas Halt reichte ihm, so hoffte er zumindest.

    „Geht schon wieder.“ Versuchte er die Katze zu beruhigen, oder einfach nur die Aufmerksamkeit von sich zu weisen. Sein Blick folgte aber ihr, wie sie zu dem Magister ging und sich nun doch seinen Rücken ansah.

    Die ganze Zeit schien er doch etwas angespannt zu sein, wirkte nachdenklich, bis er schmerzvoll zusammen zuckte, als Rhynn wohl den Punkt gefunden hatte, auf dem er zu hart aufgekommen war.

    „Langsam, ganz langsam.“ Hörte er da Paranoel hinter sich beruhigend auf Naraniwen einreden und ein Blick über die Schulter bestätigte die Vermutung, dass die Greifin die Augen wieder geöffnet hatte. In Umstand, der in der ganzen Situation gerade für etwas Erleichterung sorgte.

    Jetzt wo Owatu langsam aber sicher wieder klar denken konnte, gingen ihm verschiedene Dinge durch den Kopf. Vor allem die Frage, warum es diese beiden Späher tatsächlich versucht hatten, sie anzugreifen. Er hatte den Befehlt der Hexe ja gehört und eigentlich wollte sie doch nur wissen, wo sie waren und wer noch bei ihnen war. Warum also waren sie nicht nur spähen gegangen? Zudem drei Greifen mit ihren Reitern anzugreifen, wenn man selbst nur zu zweit war, ziemlich töricht war. Andererseits hatte das Pfeilgift extrem schnell gewirkt. Wie weit wäre Tameqa gekommen, bevor auch auf sie ein solcher Pfeil geschossen worden wäre?

    Für den Tua’Tanai ließ das alles hier erstmal nur einen Schluss zu. Die beiden Angreifer wollten vor der Hexe glänzen und Ihr ihn und Paranoel präsentieren. Oder nur die Greifen? Vielleicht hätten sie auf die Greifenreiter nicht mit der Schlafmunition geschossen?

    Ein kalter Schauer lief ihm über den Rücken. Was hatte sich Rhynn da eben ausgesetzt?

    Noch einmal Blickte er zu seiner Flügelmann und dem Magister, aber die beiden schienen nun in einem ernsthaften Gespräch vertieft, bei dem es anscheinend nicht mehr um die Verletzung des Magiers ging.


    „Ich versteh das nicht, „Schüttelte Kerio den Kopf, „Eigentlich sollte ihn sein Amulett jetzt auch vor den Schmerzen bewahren.“

    Die Stirn des Magisters hatte sich in Falten gelegt.

    „Entweder ist sie sehr viel mächtiger, als ich gedacht… urghs…“ begann der Mann und zuckte dann zusammen, als Rhynn die Stelle der Prellung fand.

    „Oder…“ versuchte er es weiter und den Schmerz zu überspielen, gab dann aber doch nach und ließ die Feldsanitäterin erst einmal ihre Arbeit machen.

    Wenn du dich noch bewegen kannst, dann wird’s wohl nicht so schlimm sein. Kommentierte Owatu die Worte des Magisters im Geiste. Wer war denn nicht schonmal hart abgestiegen? Wenn Bewegen noch ging, dann machte man da nicht so einen Trara draus.

    Paranoel kniete immer noch neben der Bewusstlosen Naraniwen und strich ihr über die Federn, als Karrun und Nara’tee mit den beiden Gefangenen, die von ihren Greifen vorwärts geschoben wurden zu der Gruppe stießen.

    „Alles in Ordnung mit dir?“ fragte der Schwadronsführer seinen Vetter.

    „Ja geht schon wieder.“ Lautete die Antwort.

    Aha. Jetzt versucht ers doch runter zu spielen, wo er eben noch Rhynns Hilfe haben wollte.

    *Wetten der geht nachher nicht zu Paranoel?* sandte er lästernder Weise an Tameqa, die ihren Kopf leicht an seinen Rücken schmiegte.

    „Vielleicht sollte sich das Rhynn mal ansehen?“ schlug Karrun vor, der offenbar das Gespräch eben nicht mitbekommen hatte.

    Betreten blickte der Magier zu der Greifenreitern und schwieg einen Moment. Offenbar war er unschlüssig ob ihrer Worte, mit denen sie ihn gerade abgewiesen hatte. Auch Owatu war etwas überrascht darüber, denn oft musste man die Katze abwimmeln, wenn sie ihre Funktion als Feldsanitäterin zu ernst nahm, obwohl gar nichts Schlimmes war. Offenbar lag das daran, dass Rhynn ihn eben auch extremst unsympathisch fand.

    „Paranoel soll sich das ansehen.“ Wiederholte Triv das, was Rhynn zuvor gesagt hatte und durchbrach damit die unangenehme Stille, die sich drohte auszubreiten. Anscheinend hatte die Flamme die Cath’shyrr so verstanden, dass Paranoel das Beste für ihren Meister war. Karrun hingegen blickte ein wenig irritiert in die Runde,.

    „Kylan kann das durchaus auch.“ Meinte er, überließ die endgültige Entscheidung aber seinem Vetter, offenbar dachte der Anführer, dass es von Kerio ausging und drängte ihn daher nicht weiter.

    Stat dessen widmete er sich nun Paranoel und seiner Greifin.

    „Wie geht es ihr? Der Mann sagt, es ist Wildorner Feinkraut.“ Meinte er und kniete sich neben den Kameraden.

    „Ich weiß.“ Antwortete der Elf. „Ich hab ihr das Gegenmittel gegeben, sie sollte gleich wieder aufwachen.“ Kurz schloß der Blonde die Augen und sein Gesicht erstarrte.

    Und auch Owatu zeigte fast Zeitgleich die gleiche Reaktion. Mit einem Mal waren die Kopfschmerzen wieder da. Starr versuchte er in den Wald zu Blicken und dagegen anzukämpfen, aber es wurde immer schlimmer.

    „Sie versucht es wieder.“ Presste er hervor. Mittlerweile war er sich da sicher und brauchte gar nichtmehr das Glühen des Amuletts zu überprüfen.