Beiträge von Shiya

    Geduldig beobachtete die Priesterin, wie Zeciass das lang ersehnte Wasser hinunter stürzte. Er musste wahrhaftig ausgetrocknet sein, schoss es ihr durch den Kopf. Und gleichzeitig beschäftigte sie die Frage, wie es wohl wäre, ein Geschöpf des Meeres zu sein – ewig gebunden an das nasse Element.


    Sie kam nicht dazu, weiter darüber nachzusinnen, da ihr Gegenüber plötzlich Schwierigkeiten zu haben schien. Der plötzliche Husten riss sie unweigerlich aus ihren Gedanken und ließ sie zusammenfahren. Als Zeciass sich zudem zu krümmen begann und sogar den Krug fallen ließ, begann die Priesterin sich Sorgen zu machen. Was sollte sie tun? Was konnte sie tun? Sie hatte Erfahrung im Heilen, doch keinerlei Erfahrung mit Meeresgeschöpfen. Was nutzten ihre Kräuter und Tränke, wenn sie nicht wusste, was es zu heilen gab? Kyreia kam sich seltsam nutzlos und gleichermaßen hilflos vor.


    Noch während die Nordelfe darüber nachdachte, wie sie Zeciass helfen konnte, beruhigte er sich. Also zwang auch sie sich zur Entspannung, doch der Schrecken musste ihr deutlich anzusehen sein. Es war das Wissen, dass ihr Begleiter litt und sie nichts tun konnte, um zu helfen. Kyreia hoffte, das Zittern aus ihrer Stimme fernhalten zu können, als sie vorsichtig fragte: „Geht es dir gut? Kann ich etwas tun?“ Als ihr bewusst wurde, dass sie nichts tun konnte, schloss sie die Augen und fügte kopfschüttelnd hinzu: „Tut mir leid. Eigentlich weiß ich nicht, was ich tun könnte. Meeresgeschöpfe sind mir fremd.“


    Als sie die Augen wieder öffnete, nahm sie zum ersten Mal die Veränderung in seinem Blick wahr. War er wütend? Hatte er Schmerzen? Unruhig bewegte sie die Füße hin und her und trat schließlich auf etwas Hartes. Dankbar nahm sie die Ablenkung an und tastete nach dem unbekannten Gegenstand. Als sie ihn unter dem Tisch hervor holte, konnte auch Zeciass erkennen, dass es sich um einen silbernen Ring handelte. „Ich liebe dich“, las Kyreia den eingravierten Satz vor.

    Ihr Herz schlug heftig gegen ihre Brust, als er seine Hand auf die ihre legte. Sie musste sich eingestehen, dass sie tatsächlich begann sich wohlzufühlen in der Gesellschaft ihres dunklen Begleiters… und wirkliches Vertrauen zu fassen. Er wollte ihre Lehren hören. Dies war ihr Beweis genug. Seine charmante – und zudem geheimnisvolle Art – taten ihr übriges dazu bei, dass die Priesterin sich zu Zeciass hingezogen fühlte. Also genoss sie die Berührung und zog ihre Hände nicht zurück.


    Bei seinen Worten musste sie leicht lächeln. Hätte sie die Kontrolle ihrer Gefühle nicht seit ihrer Geburt erlernt, wäre sie wahrscheinlich errötet. Nun war sie dankbar über die Selbstbeherrschung ihres Volkes. Dass ihr Herz noch schneller schlug, konnte sie jedoch nicht verhindern. Kyreia konnte nur hoffen, dass Zeciass es nicht bemerken würde. Die kurze Unterbrechung gab ihr Zeit, ihren Atem und auch ihr pochendes Herz etwas zu beruhigen.


    Sanft löste sie eine Hand aus dem Griff des Yassalars und nahm den Saft dankend an sich. Als die Kellnerin sie wieder verlassen hatte, überlegte Kyreia laut: „Für diesen Ort scheint es ungewöhnlich zu sein, dass ein Yassalar den Abend mit einer Elfe verbringt. Wir sollten ihnen beweisen, dass Vorurteile nicht immer der Wahrheit entsprechen müssen. Dafür verbringe ich gerne ein paar Abende mit dir.“ Sie nahm einen Schluck ihres Saftes und fügte hinzu: „Du wurdest unterbrochen. Was wolltest du sagen?“ Mit erneut pochendem Herzen wartete sie die Antwort ab.

    Furcht ergriff Besitz von ihr. Ihr Herz schlug unbarmherzig gegen ihre Brust. Sie versuchte nicht einmal mehr dies zu verbergen. Kyreia wusste, dass sie bei dem Versuch ohnehin kläglich scheitern würde. Also starrte sie Zeciass an, hörte wie er aussprach, was sie so sehr gefürchtet hatte - Ich hasse sie - , zuckte zusammen, als er seine Faust auf den Tisch donnern ließ.


    Währenddessen zog sie sich etwas zurück, nahm ihre Hände vom Tisch und verbarg sie ineinander verschlungen in ihrem Schoß. Doch trotz allem blieb sie sitzen. Sie wollte abwarten, was er ihr noch zu sagen hatte - nun, da er endlich die Wahrheit sprach. Und obwohl sie all ihre übrig gebliebene Beherrschung aufbringen musste, schaffte sie es, nicht vor ihm zurückzuweichen. Überrascht vernahm sie seine Worte, die um ihre Hilfe baten.


    Mit aufgerissenen Augen schaute Kyreia Zeciass an, all ihre Selbstbeherrschung war nun fort. Lange Augenblicke vergingen, in denen sie nicht wagte die Stille zu brechen. Sie war eine Nordelfe und darüber hinaus eine Priesterin der Liaril. Besonnen. Gerecht. Sie versuchte sich daran zu erinnern, was nun von ihr erwartet wurde. Sie sollte ein gerechtes Urteil fällen. Und doch wurde dies erschwert durch ihre eigenen Emotionen. Kyreia war enttäuscht. Obwohl das Gefühl, das etwas nicht stimmte, sie den gesamten Abend begleitet hatte, fühlte sie sich verraten durch die Täuschung Zeciass‘.


    Aber hatte er sie tatsächlich getäuscht? Er hatte sie nicht angelogen… Oder? Kyreia versuchte, ihre Gedanken zu ordnen. Zeciass war ehrlich gewesen, als er ihr gestand die Mira’Tanar zu hassen. Also war er auch ehrlich gewesen, als er sie um Hilfe bat? Kyreia beschloss, auf ihre Gefühle zu hören und dem Yassalar eine Chance zu geben. Er hatte nichts Unrechtes getan und hatte eine zweite Chance verdient. Dies war ihr Urteil als Priesterin.


    Also löste sie ihre Hände voneinander und hob sie wieder, legte sie zunächst zaghaft, dann bestimmt auf seine Faust, die noch immer auf dem Tisch ruhte. Als sie ihm antwortete, schaute sie ihm fest in die Augen: „Ich verurteile dich nicht.“ Ein aufrichtiges Lächeln. „Und ich möchte dir helfen. Gerne möchte ich dir etwas von mir und Liaril erzählen. Aber dir muss bewusst sein, dass sich Liarils Lehren nicht an einem Abend erzählen oder gar verstehen lassen. Ich habe dafür ein ganzes Leben gebraucht.“ Kyreia zuckte leicht mit den Achseln und fügte dann hinzu: „Also was möchtest du zuerst wissen?“

    Hatte sie sich doch geirrt? Kyreia zweifelte einmal mehr, denn ihr entging der Blick Zeciass‘ keineswegs. Sie hatte die kurze Veränderung in ihm bemerkt, deren Ursprung sie nicht kannte. Doch nun sah sie, was seine Erregung wohl ausgelöst haben mochte. Ein Mira’Tanar.


    Ihre Aufmerksamkeit wurde jedoch sogleich auf die Musiker gelenkt. Kyreia genoss die eingekehrte Stille, die zarten Töne, die sie in ihren Bann zogen. Am Morgen noch hätte sie nie erwartet, dass dieser Abend so verlaufen würde. Wie in einem Traum gefangen, dachte sie und griff aus Gewohnheit erneut ihren Anhänger. Nie hätte sie angenommen, jemals mit einem Yassalar an einem Tisch zu sitzen. Im Grunde wusste sie nicht, was sie tat. Aber wie häufig hatte sie heute bereits darüber nachgedacht? Und war jedes Mal zu dem Schluss gekommen, dass sie den Abend genoss. Und ebenso fürchtete. Immer wieder dieselben Fragen. Warum konnte ihr Verstand nicht schweigen? Ihr Herz wusste bereits, dass sie nicht gehen würde. Gesellschaft und anregende Gespräche fehlten ihr mehr, als sie sich eingestehen wollte.


    Um sich zu beruhigen, ließ die Nordelfe den Blick durch den Raum schweifen, während Zeciass ebenfalls seine Bestellung aufgab. Sie erblickte nichts Interessantes. Gewiss, ein paar interessante Geschöpfe waren anwesend. In ebendiesem Augenblick war sogar eine Cath’shyrr eingetreten. Doch niemand hier war so faszinierend wie Zeciass. Also wandte sie sich wieder ihm zu.


    Täuschte sie sich oder hatte er nun einen anderen Gesichtsausdruck? Sie verwarf diesen Gedanken und auch die Frage, die sie zuvor stellen wollte. Stattdessen schlug sie ein anderes Thema an, das ihr auf der Seele brannte: „Mir scheint, ihr wolltet euch ändern. Das sagen Eure Taten und Eure Worte. Und Ihr verbringt den Abend mit einer Priesterin der Liaril.“ Kyreia ließ zu, dass ein leichtes Lächeln Ihre Lippen umspielte, bevor sie ernst hinzufügte: „Und doch sagt Ihr, Ihr wollt kämpfen, um Euer Leben zurückzuerhalten. Seid Ihr tatsächlich weiterhin so verbunden mit den Ansichten Eures Volkes?“ Kyreia sammelte Mut und stellte die Frage, die sie stellen musste: „Wie steht Ihr zu anderen Völkern,… wie den Mira’tanar oder dem meinen?“
    Ihre kühlen Augen fixierten ihr dunkles Gegenüber und mit pochendem Herzen wartete sie seine Reaktion ab.

    Also ich freue mich ja, aber natürlich hätte ich es schon schön gefunden, wenn ich etwas mehr Konkurrenz gehabt hätte

    :shy:


    Aber du bekommst dann demnächst eine PN von mir, Saniya. Vielen Dank schon mal

    :knuddel:

    Die Priesterin hatte sich für die restliche Zeit in ihre Kabine zurückgezogen, um im Gebet die Gunst ihrer Göttin zu erbitten. Nur kurz wurde sie aus ihren Gebeten gerissen, als sich ein fremdes Schiff der Sturmdrache näherte. Doch als Kyreia klar wurde, dass offensichtlich keine Gefahr bestand, entspannte sie sich wieder.


    Als letztlich das lang ersehnte Signal ertönte, nahm sie rasch ihre Sachen und Waffen auf, um dann schnell an Deck zu gehen. Dort gesellte sie sich zu Ghorul.

    Shiya berichte hier kurz von einem traurigen Erlebnis im Leben deines SC.


    "Als ich meine Heimat verlassen musste und damit all den Reichtum und das Ansehen meiner Familie, die so viele Annehmlichkeiten und ein Leben im Überfluss mit sich brachten... da verspürte ich eine gewisse Traurigkeit, wenngleich ich die neue Freiheit auch genoss."

    Kyreia nickte ernst: „Da habt Ihr wohl Recht. Was...“ Sie wollte gerade noch etwas ergänzen, als jemand an ihren Tisch trat und sie abrupt verstummen ließ. Als die Nordelfe den Blick der Fremden und den Ton in ihrer Stimme bemerkte, löste sie die Berührung und verschränkte ihre eigenen Hände ineinander. Ihr war auch der zornige Blick Zeciass‘ nicht entgangen, doch sie vermutete, dass es ihn lediglich störte, dass sie in einem solchen Moment unterbrochen wurden. Ihr selbst war dies ebenfalls unangenehm.


    Und doch bemerkte sie, dass sie durchaus Hunger verspürte. Muscheln kannte sie nicht, hatte jedoch schon von diesen leckeren Köstlichkeiten aus dem Meer gehört. Darüber hinaus erschien es ihr freundlich etwas aus Zeciass‘ Heimat zu probieren. Also antwortete sie: „Die Muscheln bitte. Und dazu einen süßen Saft.“ Sie wählte bewusst nicht das Getränk, das die Frau ihnen vorgeschlagen hatte. Sie wollte dem Yassalar keine falschen Zeichen zeigen.


    Abwartend blickte sie ihren Begleiter an, damit auch er bestellen konnte. Sie wollte ihr Gespräch zu gerne fortsetzen – ohne den bohrenden Blick der Bediensteten.

    Ich wünsche euch und euren Familien auch noch ein frohes und hoffentlich stressfreies Weihnachtsfest

    :santa:

    :tree:


    Und, Valea, auch ein riesengroßes Danke zurück an dich für dein Engagement, deine Kreativität, dein Durchhaltevermögen und einfach generell für diesen wirklich schönen Ort im Internet, an den ich gerne wieder zurückgekehrt bin und so nett wieder aufgenommen wurde

    :knuddel:

    "Als Priesterin vermag ich es... ein paar Wunder zu vollbringen, so Liaril es mir gewährt. Außerdem verstehe ich mich auf die Heilkunst und kann recht gut mit meinem Schwert umgehen, sollte es doch zu einem Kampf kommen," offenbarte Kyreia den anderen. Sollte jemand ihre Hilfe benötigen, so würde sie sie niemandem verwehren und das sollten sie wissen. Danach wandte sich die Nordelfe jedoch wieder dem Essen zu. Sie wollte sich noch etwas stärken, bevor sie hoffentlich bald ankämen.

    "Ich bin ebenfalls an Büchern interessiert", gestand die Elfe Zorai und fügte dann zögerlich hinzu: "Jedenfalls an solchen, die mir weiterhelfen ein... bestimmtes... Problem zu lösen. Ich würde also gerne ein paar Blicke in die Bücher werfen, bevor ihr sie an euch nehmt." Kyreia formulierte dies nicht als Frage. Für sie war dies das Ziel dieser Reise.


    Anschließend ließ sie den Blick über das angerichtete Mahl schweifen und nahm sich ein paar Kleinigkeiten. Kauend wartete sie ab, ob die anderen Fragen hatten.

    Als Djasihra sie ansprach, war Kyreia leicht überrascht. Normalerweise erkannte man sie schnell als Priesterin. Dennoch kam es vor, dass weniger Gläubige dies nicht taten. Sie nahm dies der freundlichen Djirin jedoch keineswegs übel. Stattdessen antwortete sie: „Ich diene der Göttin Liaril. Also, ja, ich würde mich als ‚sehr religös‘ bezeichnen.“ Sie erinnerte sich, dass Djasihra diejenige war, die bereits viel auf Reisen gewesen war. Also fügte sie aus Interesse hinzu: „Und was ist Eure Berufung?“


    Als Zorai im Speisezimmer eintraf, war Kyreia froh, nun endlich mehr erfahren zu können. Als Ghorul geendet hatte, wandte sich die Nordelfe an Zorai und stellte ungeduldig all ihre Fragen: „Könnt Ihr uns noch mehr über die Katakomben erzählen? Was wird uns dort erwarten? Wie gehen wir dort vor? Habt Ihr eine Karte? Und wie sieht es mit Heilmitteln aus?“
    Sie selbst hatte zwar einige Informationen und auch Ghoruls Tante war hilfreich gewesen, doch Kyreia wollte gerne Zorais Sicht und dessen Plan hören.

    Kyreia schalt sich selbst ob ihrer Dummheit. Natürlich. Sklaven zu befreien blieb unter Yassalar gewiss nicht ungestraft. Und auch wenn sie selbst diese Tat als gerecht betrachtete, so nahm sie an, dass Yassalar die Gerechtigkeit vielmehr in einer Bestrafung dieser sahen. Wie sollte Zeciass also einfach in seine Heimat zurückkehren?


    Das schlechte Gefühl verstärkte sich noch, als Zeciass weitersprach. Von Tod und Kampf. Kyreia verspürte plötzlich einen merkwürdigen Schmerz in ihrem Bauch. Eine Mischung aus Mitleid, aber auch Zorn begann in ihr zu wachsen. Gerechtigkeit erforderte manches Mal das Schwert, doch die Priesterin versuchte dies meist zu vermeiden. Dass eine solch gute Tat so etwas nach sich zog, gefiel ihr keineswegs. Es erinnerte sie daran, dass sie selbst viel zu oft nicht aus Gerechtigkeit handelte, sondern aus Liebe zu ihrem König. Für Zeciass wünschte sie sich dies nicht.


    Dennoch war sie ihrem Gegenüber dankbar für dessen Offenheit. Sie sah ihn weiterhin fest an, zeigte wie immer wenig Gefühlsregung. Doch in diesem Augenblick konnte Zeciass nicht entgehen, dass ihre Augen leicht schimmerten. Sie blinzelte, um die Tränen zurück zu halten, bevor sie ihre Hand von ihrem Anhänger löste und mit den Fingerspitzen leicht seine gefalteten Hände berührte.

    „Wenn Ihr dies tatsächlich ernst meint, steht Euch gewiss nichts im Weg, außer Zeit und Geduld. Aber…“, nun legte sie ihre Hand gänzlich auf die seine. „… dann solltet Ihr Euch vielleicht von dem Plan zu kämpfen lösen. Könntet Ihr Euch vielleicht vorstellen, Euch an einem anderen Ort niederzulassen? Fern von Eurer Heimat und den Kämpfen dort? Und von Zi’llail?“

    Kyreia war so versunken in das Spiel der Kugeln, dass sie die Frau erst bemerkte, als diese zu sprechen begann. Sie nahm ihre Erklärungen mit einem Nicken zur Kenntnis. Gerne hätte sie noch mehr erfahren, doch da öffnete sich bereits die Tür zum Speisezimmer und offenbarte einen langen Tisch gedeckt mit einer Vielzahl von Speisen. Erst jetzt bemerkte die Nordelfe ihren Hunger.


    Nachdem sie sich noch einmal zu der nun großen Kugel umgesehen hatte, trat Kyreia in das Zimmer und suchte sich still einen Platz am oberen Ende des Tischs. Dann sah sie sich nach den anderen um. Auf der einen Seite verspürte sie Appetit auf all die leckeren Speisen, auf der anderen Seite war sie nach wie vor neugierig auf die anderen ihrer Gruppe sowie das Bevorstehende. Gespannt beobachtete die Priesterin, wer sich nun ihre Nähe setzte.