Beiträge von Mallalai

    Bei mir ist es nicht rausgewachsen ... ich schreib - was ist das Sternenmeer? - kein reines Fantasy mehr. Also schon Urban oder Dark Fantasy, Endzeit ... dieses Zauberhafte fehlt dem Ganzen irgendwie. Es ist so ganz anderes Geschreibsel.


    Hallo auch an den Rest.

    Aber mit äußerstem Durchhaltevermögen, muss ich sagen. In der Zeit habe ich einige Foren auf- und untergehen sehen. Sie warfen recht schnell das Handtuch, von daher ist das Sternenmeer wirklich zäh. Faszinierend, oder? Jetzt erst recht ... *g*


    :knuddel:

    Sie war auf einer Höhe mit ihm geblieben, mit kräftigem Flügelschlag ihm gefolgt, noch. Mallalai sah sie bereits fallen, auch wenn es erst in naher Zukunft so sein würde, sie würde ihre Kräfte einbüßen, davon war er überzeugt. Zu erwartungsvoll erschien ihm ihr Blick, während er die Verantwortung – nein eine Bürde, von sich wies. Die Anziehungskraft mochte aus dem Unbekannten heraus geboren sein, die unbekannte Welt, die sich unter ihr auftat. Eine Welt, von der man lediglich die Oberfläche lockend glänzen sah, aber deren Tiefe sich so weit streckte, wie der Himmel über ihr. Endlich gab es einen Anlass, ein allerletzter Grund, möglich für die eigene Rechtfertigung.


    Mit Unbehagen sah er ihr Kopfschütteln.
    „Violet“, sprach er ihren Namen aus, scheiterte dann aber an der Barriere, die ihre Sprachen ihnen vorgaben. Womöglich hörte man für kurze Zeit nur noch die Stimme des Meeres flüstern. Seine hellen Augen begegneten der Sonne, indem er die Lider zu einem Schlitz verengte, während sein Blick der Küstenlinie folgte.
    In einem Atemholen gab er nach.
    Er könnte eine Weile dem trockenen Land nah bleiben. Dessen Kurven folgen … seine Hoffnung bestand darin, dass sie es leid werden würde, dass das Heimweh sie erfasste, dass ihre Kraft versiegte und ihre Schwingen schmerzten.


    Mallalai nickte knapp. Seine Kiemen öffneten sich und entließen einen letzten Schwall Leere, gesprenkelt mit Wassertropfen, bevor er wieder tauchte. Sein schlanker Körper beschrieb einen Bogen, als er sich von der Weite abwandte, um einem neuen Weg zu folgen, der parallel zur Küste entlangführte.
    Nah der Oberfläche könnte sie den, vom Wasser verzerrten, Umriss seines Körpers deutlich erkennen; der Mira’Tanar hatte zwar beschlossen ihr nicht mehr zu entgehen, doch das bedeutete keineswegs, dass er seine Geschwindigkeit drosselte. Er war ziemlich schnell, doch seine neu beschlossene Absicht erkennbar.

    Über der Fülle nur Leere, bis ein Schatten fiel und die gerade Linie der Lichtstrahlen durchbrach, durch deren enges Gitter er sich bewegte. Dachte man an einen Kreise ziehenden Raubvogel, so fürchtete dieses wehrhafte Meerwesen solches nicht. Mallalai wand den Körper in eine Drehung und erkannte die mächtigen Schwingen – wie töricht war dieses Geschöpf? Über sein Gesicht lief eine Welle von ungläubigen Regungen. Sie folgte ihm auf das offene Meer hinaus? – denn der Mira Tanar hegte nicht die Absicht sich nach der Küstenlinie zu richten.
    Zuerst tauchte er tiefer und schneller, ein rasantes Spiel für die Beherrschung der Strömungen, um sie von ihrem Vorhaben abzubringen, sie zur Einsicht zu zwingen. Er konnte kaum erahnen, was sie sich davon versprach, noch was sie von ihm wollte.
    Aller Zweifel sollte seinem Wesen fremd sein, kein Schwanken in ihm stecken; musste er jenseits aller Gedanken sein und nichts gab es mehr zu denken. In einer Blase aus Luftperlen schoss Mallalai voran, brachte er zuerst den Sturm in seine Glieder, um einem silbernen Pfeil gleich durch die Fülle zu schießen, bis er jäh diesen Schwung nutzte, um senkrecht die Oberfläche zu teilen. Er hielt inne in seinem Antrieb, ein ganz irritierter Ausdruck über Nase und Mund. Er lauschte dem Donner nach, spürte den Sturm durch seine Glieder laufen und hielt sich dennoch ruhig aufrecht.


    Sein Arm wies sie streng zurück, indem sein Finger zum Land wies. Folge mir nicht, es sei dein Unglück. „Flieg zurück“, sagte seine Zunge, die sie ohnehin nicht verstehen würde, sein Tonfall doch eindringlich, während ein Fischschwarm ihn funkelnd umschwärmte.
    Hier gab es keine trockene Fläche, auf der sie ruhen könnte, ihre Schwingen hatten gewiss nicht unendliche Kraft für Tage und Nächte, sie in der Leere zu halten und schlafen musste sie bestimmt ebenso, während Mallalai nicht einmal sein Bett unter den vielen Pflanzengärten wählen brauchte: er könnte ruhen, während er sich treiben ließ, sich geschlossenen Auges den Strömungen übergeben, die Fische würden ihn warnen, wäre Gefahr in Sicht. Und fühlte er erschöpft, so würde einer der Delphine ihn ziehen, einer der Wale ihn tragen.
    Seine Brauen zogen sich unwillig über der Nasenwurzel zusammen. In seinem Gesicht sah man ihm keine Regung an, lag in seinen Augen dennoch eine tiefe Würde, die sich aufbäumend wand und zeigte, wie sehr es ihn erregte, dass sie ihm folgte. Darin vermischt lag gewiss auch die Sorge um das wunderbare Geschöpf der Leere, dessen Federn so schillernd waren, wie der Sonnenuntergang am Horizont: dass ihr etwas zustoßen könnte, denn er hatte gesehen, was die Fülle ihr anzutun fähig war. Stürme waren keine Seltenheit in der Weite der Ozeane, unberechenbare Winde, die zwar ihr Element, aber in dieser Größenordnung ihr möglicherweise unbekannt waren. Mallalai wollte nicht die Erfahrung machen, es auf diese Art herauszufinden. „Verlasse ihn“, flüsterte er.

    In seinen Augenwinkeln den Blick, folgte er ihrem Spiel ... denn von dieser Art schien ihm ihr Tun. Ihr Verlangen war es, dem sie nachgeben musste, anscheinend ohne dass sie sich zu entziehen vermochte. Ihre Berührung schmerzte Mallalai nicht, so hauchzart war sie, aber er fühlte sich unangenehm begutachtet und betrachtet. Seine Muskeln waren angespannt, bebten die harten Stränge unter der blauen Haut, als er entschied dem nun ein Ende zu setzen.
    Violet hatte berührt, sie hatte gefühlt, so dass sie nun um diese eine Erfahrung reicher war, die so gut wie nie einem Trockenen geschenkt wurde. Er staunte nicht über sich selbst, dass er nichts dabei empfunden hatte, als Ungeduld.


    Seine Hand würde ihr Handgelenk ergreifen, so dass sie die Finger öffnen würde müssen, außer sie war schneller und entzog sich seinem Zugriff. Erst dann richtete er den schlanken Körper ein wenig mehr auf und wich aus ihrer Reichweite. Es lag ihm fern sie mehr zu berühren; ein nur schwacher Abdruck auf seinen Fingerkuppen wäre es, denn Leben bliebe Leben und Berührung eben nur das.
    Das Schweigen würde schwerer werden, die Stille schon jetzt laut … der Mira'Tanar wandte den Blick von dem Windwesen ab und sah wieder auf den grenzenlosen Horizont hinaus, der ganz klare Himmel spiegelte die Pracht von Rosa und Gold wider.


    Mallalai legte die Hand auf seine Brust und wies mit lang gestrecktem Arm und grazilen Fingern hinaus: sie sollte verstehen, dass er nun gehen würde müssen. Seine Heimat war dort und ihre hier. An den trockenen Orten fühlte er nur seine Unfähigkeit tief einzuatmen.
    Zum Abschied ein Nicken, zu dem in den Mundwinkeln ein Lächeln lauerte, bevor der Mira’Tanar sich umwandte, um wieder zwischen die Wellen zu tauchen.
    So schwer ihm seine Bewegungen an Land auch erschienen, empfand er sich im salzigen Nass geborgen und so leicht, wie ihre Feder es gewesen war, bevor er sie berührte. Lang gestreckt glitt sein Körper am flachen Ufer dahin, silbrige Schuppen glänzten noch im Sonnenlicht und berührte seine Brust fast den nahen Sand, bevor er dem Boden folgte, dessen stetig abfallende Linie Tiefe anstrebte.

    Er wollte die Dankbarkeit nicht, die ihm aus ihren Augen entgegensah. Einen Ausdruck, den er auch ohne die Untermalung ihrer Worte verstanden hätte, während sie glaubte, es brauchte noch dazu ihre Gesten für sein Verständnis. Mallalai nickte. Ein mageres Zeichen im Gegensatz zu ihren, denen so viel Kraft inne lag.
    Das Meer zupfte an seiner Aufmerksamkeit, die Delphine weit draußen riefen ihn zum Spiel. Als er sich daher in dem Glauben erheben wollte, dass es ihr gut ging, zuckte ihre Hand und er war sofort wieder alarmiert – das Elfenohr lauschte und er hob instinktiv das Gesicht in den Wind, der seicht an Leben gewann.
    Ein Wind, der liebevoll und zärtlich mit ihren Haaren zu spielen begann, zerrte stürmisch an seinen, als seine Hand bereits grob hinein fasste und dicke nachtblaue Strähnen zu fassen bekam. Wie Tang der rauen See so widerstandsfähig, gewellt wie die Schaumkronen und so dicht, so dass man glauben mochte, es gäbe die Hand nie mehr frei.
    Jetzt, wo er wusste, was ihr Wunsch war, würde er nicht zurück zucken und einen Grund es ihr zu verweigern fand er nicht. Er wusste um das Gefühl der Neugierde, hatte es ihn nicht ebenso an diesen Ort getragen? Es lag in seiner Macht einen Wunsch zu erfüllen und da sein Leben ein so strenges war, ließ er sich dazu hinreißen.


    Sein Blick wich dem ihren aus, senkte sich mit den Lidern zu Boden, wo er sich zusammen mit den Fingern einer Hand in den Sand grub: seine Erlaubnis, sein Zugeständnis, dass von ihm keine Bedrohung ausging. Die Strömung in seinem Inneren rauschte gurgelnd durch die Bahnen seines Körpers, während der Mira'Tanar ganz still hielt.
    Zeit und Ort hatten keine Bedeutung mehr, als sein leicht bebender Arm ihn in der Balance hielt, wo die Muskeln in seinen Schultern ungeduldig vibrierten. Die Finger ballten sich ungesehen tief im Sand, den Nacken hielt er gesenkt. War es eine Ewigkeit her, dass er erlaubt hatte, dass ein fremdes Wesen ihn bewusst berührte, wo er selbst in sich dahingehend keinen Wunsch fand.

    Von eine Ahnung gelenkt, zuckte der Mira’Tanar zurück, noch bevor sie anfing zu husten. Er war nicht erleichtert, denn er hatte sich nicht gesorgt, noch lächelte er vor Freude, obwohl er Zufriedenheit verspürte. Von seinen Knien schob er sich in die Hocke, in der er beide Arme auf den Schenkeln ruhen ließ, balancierte er auf den Zehenspitzen, während seine Hände locker herabhingen. An seinen Fingerspitzen sammelten sich im Licht glitzernde Perlen Wasser, während er wartete, dass Violets Lungen sich wieder beruhigten.
    Die Sonne empfand er als zu aufdringlich auf seiner Haut, so dass er einen sehnsüchtigen Blick zur Seite warf. Nicht nur, da er sofort die Fülle um sich herum misste, sondern auch aus Höflichkeit ihrem Würgen nicht mehr Aufmerksamkeit zu zollen, als aus seiner Sicht nötig war. Er war ein Kind beider Welten und somit kaum fähig zu verstehen, wie das eine das andere ausschloss. Die Trockenen reagierten immer auf diese Art, es war ihm bekannt.


    Noch einen Moment warten, ob sie die Kraft finden würde sich aufzurichten … die geflügelte Violet war ihm fremd und Mallalai wusste nicht zu sagen, welche Reaktionen ihr Volk noch auf die Fülle zeigen mochte. Das darin enthaltene Salz vertrug sich möglicherweise nicht mit empfindlicher Haut … oder Federn, die sie dann darin behindern konnten, Hilfe zu rufen. Sein Volk war Fremden gegenüber gewiss nicht fürsorglich, allerdings wusste Mallalai, dass er Schuld an dieser ihrer Situation trug.
    Er schwieg stoisch, weil Fragen keinen Sinn machten und es bedurfte gewiss einer großen Menge an Toleranz einen großen, kühl blickenden Meereselfen zu erleben, dessen unbewegten Gesichtszüge nichts davon verrieten, was in ihm vorging. Üblicherweise mieden sie die Landbewohner, gab es sehr wenige Überschneidungen ihrer Lebensweisen, obwohl es sich bei Mallalai anders verhielt. Nicht wenig fasziniert vom Unbekannten und überaus wissbegierig zu nennen, zogen die Trockenen ihn manchmal an. Fern seiner Rasse aufgewachsen war er ein Einzelgänger, der das Alleinsein oft suchte, wenn ihm selbst die Weite von Ya’Tanai zu eng wurde, aber auch er hielt es wie alle Mira’Tanar: Freundschaften boten sie nicht leichtfertig an.

    Im ersten Moment waren ihm die Folgen nicht ganz bewusst. Mallalai wusste zwar durchaus, was er getan hatte, war es absichtlich geschehen, doch die Nachwehen verhießen mehr als nur ein Fernbleiben von ihm: einen Tod würden sie nach sich im Kielwasser ziehen.
    Er war es gewesen, der ihr zeigte, was mit einer Feder in seinem Element geschah und nun tat er es mit ihren hunderten … er beobachtete ihr Strudeln, das verzweifelte Schlagen ihrer Schwingen … die Panik in den Augen war von ihm schon mehrmals gesehen. An anderen schlimmen Orten, zu anderen Zeiten.
    Mallalai starrte in ein Gesicht, das von einem Verstehen weit entfernt war, so dass es wenig brauchte, um zu begreifen, was ihre Worte bedeuten mochten. Sie kämpfte um Atem und um Worte und fand zuletzt beides nicht mehr. Das luftige Geschöpf wurde in den Augenblick der Angst gesogen, wie in einen Strudel und es stürzte auf den feinfühligen Mira‘Tanar ein. Die Kraft des Wassers ist ungeheuer, denn es ist Kraft und Milde zugleich.
    Das Gefühl in seinem Magen wurde zu einem eisigen Stich, der durch sämtliche Adern zu gehen schien und Mallalai hatte das Gefühl, in dem Abstand zwischen zwei Herzschlägen hängen zu bleiben – alles folgte einem Zyklus, indem nun wiederkehrte, was man nie wieder hatte sehen wollen – es war schon seit langer Zeit kein Schiff mehr gesunken, um die Leben in das Meer zu speien, kein Lebensmüder mehr in die Fülle gewatet.
    Es brauchte dennoch Momente, lange Augenblicke bis er sich aus der Starre löste. Eine Weile wie ewig, in der die Luftige unter die Oberfläche sank; einem Stein gleich, der sich darauf nicht halten konnte. Was er im Warten jedoch versäumt hatte, machte er in seinen flinken Bewegungen wieder wett.


    Beherzt griffen seine Hände zu, ihre Hoffnungen wurden somit erfüllt; so wie er Ertrinkende aus den Wracks der Schiffe zog, die der Sturm mit seinen Wellen geentert hatte, so nahm er Violet an sich. Ihr Gesicht, zu blass zwischen den aufsteigenden Perlen aus Leere, erschlaffte bereits. Ihrem Anblick gegenübergesetzt schwieg seine warnende, innere Stimme.
    Mallalai schloss und öffnete die Augen und blickte durch die Fülle zum Himmel hinauf, der Wind war hier unten eingeschlafen und er hörte verzweifelt zu. Für ihn war es nicht still, sondern ein Heer aus Geräuschen, Tönen und Stimmen, während er den leichten Körper in den Armen hielt.
    Es war noch Zeit, wie er wusste, so schnell starb es sich nicht. Weißt du jetzt, was ich meinte?, diese, meine Welt ist nicht für dich. Du bist nicht für sie gemacht.
    Dann brauchte es kaum eine Bewegung, die sie beide hinauf brachte. Sanft drehten sich die Körper umeinander, als er auch schon wieder die Kiemen vor der Leere verschloss. Ihre Schwingen waren schwer und behinderten ein wenig seinen Gang, als er beschloss Violet an den Strand zu tragen.
    Seine baren Zehen gruben sich jedoch tief in den Sand, den die Fülle mit jeder Welle zu sich holte und ihm wieder mit auf den Weg gab, so dass es ihm – zwar zuerst ungewohnt schwerer noch als sonst – zusehends leichter fiel, in der Leere zu gehen. Obwohl er auffallend schlank war, wohnte Kraft in ihm, der sich gegen Stürme behaupten musste.


    Überaus vorsichtig bettete er das immer noch fremde Lebewesen zu Boden, um ihr dann die nassen Strähnen aus dem Gesicht zu streichen. „Violet?“, fragte er leise, das Wasser färbte seine Stimme noch.
    Mallalai legte sein Ohr nahe ihrer Lippen, so dass er ihren Atem auf seiner feuchten Haut spüren könnte – war da etwas?

    Was geschehen war, ist geschehen, und was einmal nicht geschah, wird niemals geschehen ...


    Er sah es bereits in ihren Augen, in ihrem Gesicht, dass sie ihn nicht verstand. Schmerzlich erkannte er die Verwirrtheit, die sich darin spiegelte, die ihr auf wundersame Weise eine fremde Schönheit verlieh. Das hier war ehrlich. Violet war ehrlich und ihr Sehnen ein Teil von dem. Doch es fiel Mallalai ebenso schwer zu verstehen. Daher sah er es nicht kommen, ahnte nicht, noch konnte er unter ihrer Geste etwas anderes als Verlegenheit erkennen … Fantasie widersprach den Gesetzen der Vernunft, Fantasie machte die Realität nur zu Beginn erträglich, deshalb wandten sich seine Gedanken nicht weiter, daher träumten sie nicht mehr, harrten sie in der Wirklichkeit. Malte man sich noch mehr hinzu, wüsste man sie möglich gar nicht mehr zu ertragen.
    Der Wind schien ihre Worte flüsternd zu wiederholen und Mallalai verlagerte sein Gleichgewicht, als ob dies helfen könnte, ein anderes Gehör zu erlangen. Er nickte und gab sich Mühe, möglichst gleichgültig zu wirken, heftete dafür seinen Blick allerdings ein wenig zu verbissen auf die Ferne – was nun, was blieb zu tun? Vielleicht stand der Mira'Tanar kurz davor, sie zu verstehen, zu begreifen, was sie gesagt hatte, was sie tat … ihre Wangen sahen so weich aus, dass er ihr Gesicht in seine Hände nehmen wollte.
    Und alles kommt anders, als man ahnt.
    Er wusste ganz genau, dass der ganze Zorn nicht durch ihre Geste ausgelöst wurde, sondern in ihm selbst lag: war es auch kein Gefühl der Hilfslosigkeit oder der Höhepunkt einer verzweifelten Furcht vor dem Unbekannten, keine Verärgerung, die etwas anderem galt außer sich selbst. In ihm wartete der sanfte, tränenvolle Teil seiner selbst. Und den, konnte er in seinem Leben am wenigsten gebrauchen.


    Er würde kläglich ersticken müssen an ihrer Gegenwart, wenn sie ihm noch näher käme … Lichter aus der Ferne tanzten vor seinen Augen, wie solche, die sich auf die Netzhaut brannten, wenn man in die Sonne sah.
    In diesem Augenblick und in jenem vergangenen, war ihm, als stehe die Welt mit einem Mal still, eine Sekunde ganz still und stürze dann in den Abgrund. Er, der sanftmütig zu sein begehrte, war gezeichnet von dem Krieg im Meer und stets war da etwas in ihm, das schützend und knurrend reagierte, ein Instinkt, der sich vor sein Leben stellte und ihm schon mehr als einmal gerettet hatte. Mehr als nur ein Echo der unbarmherzigen Zeit war in ihm geblieben.
    Seine Miene verhärtete sich wieder, während sie eben gerade noch so entspannt gewesen war … mit einer geschickten Drehung brachte er sich aus ihrer Nähe: Mallalais Körper reagierte … und als darauf einging, gab es nur noch Leere in seinen Gedanken, floss alles in seine Muskeln und Sehnen, er war das Meer, die Magie, die dem inne wohnt.
    Es gab genügend Energien in ihm und fielen einmal die Fesseln, stürmte da ein Orkan, während es nun lediglich ein lauer Regen war. Das furchtbare Gemisch der Gefühle brannte stets wie das verhasste Feuer in seinen Adern und diese Wirkung beschleunigte sich mit ihrer Berührung. Laut und rasch fühlte er den Strom durch seine Muskeln, er schien zu schwellen, zu toben, aufzuwirbeln und somit auszubrechen, seine Ufer zu durchbrechen. In seinem Ohr klang mächtiges Brausen, er fühlte es zur Stirn emporsteigen, fühlte, wie die Adern an seinen Schläfen sich dehnten und schwollen, als vermöchten sie die wachsende Flut nicht länger in sich zu halten.


    Federnde und lockere Schlagkraft legte er in den Schwung seiner Arme, war der Bogen zunächst lässig in geringer Geschwindigkeit, gewann er dann an runder Spannung und wurde schlagartig schneller, bis seine Hände auf die Meeresoberfläche aufschlugen.
    Kein Anfangen und wieder Innehalten.
    Die kleine Feder ging darin verloren.
    Vertrauen wohl auch.
    Die Fülle erhob sich für ihn, wie auf einen Ruf, sprengte seine Kraft einen Teil von ihr empor, im Vergleich so winzig, wenn auch ihm kopfhoch. Sich selbst stob er damit nach hinten, als eine Welle gegen sie prallen musste, um eine Grenze zu ziehen, zwischen ihr um ihm. Salzige Nässe türmte sich rauschend, mit schäumenden Rüschen, auch wenn es die luftige Fremde nicht verschlingen würde, wässerne Schlangen griffen nach ihrem Federkleid.
    Mallalai hatte nicht bedacht, was er Violet soeben noch in seiner Handfläche gezeigt. Er hatte reagiert.
    Niemals jedoch hatte er dabei ihr Leben auf das Spielfeld als Einsatz setzen wollen.

    Mallalai hatte seinen Namen nahezu korrekt gesprochen gehört und war damit zufrieden. Ihr war eine Singstimme gegeben, die dem Wort einen einzigartigen Klang verlieh. Sein Name blieb so sein Name, gleich wie gesagt, gedacht und in den Mund genommen und es blieb daher unerwidert.
    Fetzen seiner Blicke schweiften zum tanzenden Wellenrand, während er wartete, dass sie die Feder wieder an sich nahm; ersehnend hielten seine Augen an jedem perlenden Tropfen, der sich auf den Sand kämpfte, jedem sich bewegende Kiesel fest, alles was zählte im Jetzt. Sein Fixieren war eine Tatsache für sich, so beharrlich unbewegt, wie ein verwitterter Stein. Hoch und hinab dem Schweben einer Muschel hinterher, hell und glänzend waren seine Augen, unter denen auf Wangenknochen die Sonne halbe Mondschatten aus Wimpern zeichnete.
    Doch dies machte ihn auf Gesprochenes konzentriert, die Gesten wurden dennoch bemerkt und der Meereself verstand. Ihren Namen.


    Schatten mit Schatten verschmelzen, eins werden mit den Trunk des Meeres, zu den Wogen werden, zur Welle, zum Blau, als er spürte, wie sie näher kam, wie er ihre Gegenwart entgegennahm – verfing der Mira'Tanar sich in der Fülle, um nicht zu weichen … Ein Lidflattern vergangen seither, nicht? Ein Moment für einige Herzschläge, dann jäh mit Nachdruck ein mit Widerwillen verzerrtes Gesicht, da war was … sie berührte ihn!
    Zuletzt war es ihr offenes Gesicht, in dem kein Argwohn lag, ihre lächelnden Augen, die ihm zu verstehen gaben, dass sie keine bösen Absichten hegte – ein warnendes Zischen entkam Mallalai trotzdem, als er aufsah; hohl klang es, da es ihm nicht nur über die Zunge, sondern auch über die wild flatternden Kiemen entkam.
    Sehnen beugten sich, weil er es unter ihrer Berührung zuließ, indes Muskeln sich strecken wollten, sein Kopf zuckte unmerklich unter dem Gefühl, die Hand schien auf seine starre Gestalt einzuschlagen: er verspürte hier keine Zärtlichkeit, denn alles war getrübt von der kaum zu ertragenden Empörung.
    Ein Zittern erwachte an seinem Arm, dessen Hand nun als Faust auf seinem Brustbein zum Liegen kam, floss hinüber zu den Schultern, ergoss sich zu der Hüfte hin, ließ seine Waden beben. Ein Ruf der Instinkte, der gehört sein wollte, der Aufmerksamkeit erzwang – schwer hob sich sein Blick zu ihrem, suchten seine Augen die ihren. Nicht kämpfen wollen und doch dazu bereit. Er wehrte sich gegen eine Reaktion … Innerlich, man sieht es kaum, denn da tat sich äußerlich nichts. Erahnen vielleicht?


    Sein Herz, das eher verstanden hatte als er, schlug wild, und der Mund wurde ihm trocken. Da trafen Welten aufeinander; Wasser und Erde, Wasser und Luft, Fülle und Leere – versuchte das eine Element nicht immer das andere zu verdrängen? Sterbend flohen die Worte auf seinen Lippen, verkrampft tat er einen Schritt zurück und nahm sich so selbst aus der Berührung. Des Herzschlages Geräusch überwunden von dem zu nahen Rauschen ihrer Flügel.
    Ihm fehlten die Worte, er war nur Gefühl, Mallalai wusste nichts zu tun. Es wäre einfacher für ihn sich mit Gedanken auszutauschen, so aber war er an Laute gebunden, die sie ebenso nicht verstehen würde. Es war neu – wie gerettetes Strandgut, mit dem er dann nichts anzufangen wusste. Das Meerwesen war in einer Wirrnis von Gedanken gefangen, die ihm den Kopf wie mit einer Wolke füllte und seine Brauen waren an der Nasenwurzel zusammengeschnürt.
    Zaghaft öffnete er die Hand, hielt den Schaft der Feder mit dem Daumen fest, so dass die Winde sie nicht fassen konnten. Er sollte sie behalten, so besah er das Ding mit anderen Augen. Und dann wagten sie es, sich zu öffnen und im Staunen die Unbekannte anzusehen. Aller Streit war daraus gewichen. Sturm und Ruhe. So eilen Flüsse dahin. Jetzt war der Fluss in ihm und um ihn ruhiger geworden. Mallalai mischte sich mit der Fülle, dessen Wellen in ihn hinaufstiegen, ihn einfassten mit dichtem Schaum, und darunter ließ es seine Schlangen aus süßem Wasser um seine Hüften gleiten.
    Er tauchte die Handfläche ein wenig in das salzige Meer, so dass die Feder umspült wurde, was ihre Zartheit zu zerreißen drohte: sie war nicht geschaffen für seine Nässe, es verklumpte ihre Leichtigkeit, es machte sie schwer und beraubte sie ihrer Farbigkeit. So gern er sie sich auch in das Haar stecken würde – sie würde bei ihm an Schönheit verlieren, ihr Wesen einbüßen … verstehst du das, Violet?, sandte sein Geist in die Leere. Der ernsthafte Mira'Tanar wollte sie nicht beleidigen und seine Lippen formten daher einen leisen Dank auf Mar'Tai – ein seichter Pfiff, der abebbte. Und dann blieb Stille.

    Das Meer atmete sanft und gleichmäßig.
    »Malala« ... und geriet für den Meereself ins Stocken, als er seinen entstellten Namen hörte, wenn auch melodisch und klangvoll gesprochen. Das mochte nichts helfen. Seine Kiefermuskeln spannten sich an, denn es blieb nur das jähe Entsetzen, welches sich gleich den Wellenkronen um ihn wand. Seine Blauen wurden zu Gewitteraugen und suchten ihren Blick, als sie wohl beide gleichzeitig zurückwichen.
    Versteht: jene, die miteinander vertraut sind, haben kein stärkeres Wort zu Gebot und keine gewaltigere Beschwörung, als dass der eine den Namen des anderen nennt, welcher ja sein Wesen umgreift und in tausend Abschattungen gesprochen werden konnte. Und einer Fremden genannt das Innigste nun, um es verdreht zurückzuerlangen, das schmerzte einen Augenblick, bis er einsah, dass es an der ihr unbekannten Sprache liegen musste.


    Und als die Luftige sich wieder abwandte, um weiter bis an den Strand zu weichen, war der Wechsel, der Mallalai von der Höhe seines Freudengefühls und der erwiderten Neugierde in den tiefsten Abgrund der Enttäuschung stürzen wollte, derart schnell, dass er sich kaum des Glaubens erwehren konnte, er liege in den Banden eines Traumes und darin fiel er und fiel er und fiel, wie von einer Klippe gesprungen, um nie einzutauchen. Kennt man nicht das Gefühl? Erlebte man den Aufprall, wachte man zuvor auf? Wie lange dauerte das Fallen an – noch, während man sich hellwach wähnte? Das alles schien ihm unwahr, der Realität so fern und er sollte so nie erfahren, was hätte sein können.
    Bleib! – wollte er sagen, aber sie würde ihn nicht verstehen, während er es nicht sprechen konnte, solch ein unbekanntes Wort. Dieser Gedanke verwundete ihn tiefer als alles andere: das Misstrauen seines Volkes anderen gegenüber, das er stets in Nir'alenar zu überwinden suchte und doch selbst nicht ablegen konnte. Wir haben nur einen Feind, wollte er dann bekräftigen … niemand hörte zu, nicht einmal sein eigener Verstand.


    Sein Trotz erwuchs in ungeahnte Höhen, auch wenn er nicht absehen konnte, was werden würde an diesem Tag: also erhob er sich, befahl seinen Beine sich zu bewegen, dagegen seine Mundwinkel sich nicht kommandieren lassen wollten. Voran und nicht zurück. Auf den Wellen hinter sich häufte er seine Last weiter, verteilte er sich, ließ er zurück: noch mehr Bedenken und Vernunft. Er verließ sich auf seinen Instinkt, auf sein Gefühl, sein Gespür und alles, was da in ihm war und sagte, es ist gut.
    Und deshalb klaubte er dickköpfig die Feder aus dem Wasser. Ihre Farbe hatte sich in der Fülle verdunkelt und es tat ihm leid um ihr Verlorensein. Um jede Schuppe mochte er weinen, die sich an einem Fels schrammte, den Schmerz unwillig verkraften ... vielleicht vermochte sie diese eine zurückzustecken in ihr federn Kleid.
    Mallalai blickte so ernst, wie ihm die Sache war; vielleicht lag irgendwo auf einem Wellenkamm ein Lachen, das er sich einsammeln und auf die Lippen nehmen konnte, „Mal-la-lai“, wiederholte er und kam langsam, wachsam und ruhig auf sie zu, Zuversicht sammelnd, die Feder sanft gehalten zwischen den Fingerspitzen, als seine Füße den Boden fanden.
    Sein bereits bestehender Wunsch seinen Namen korrekt ausgesprochen zu hören, mit ihrer farbenvollen Stimme, Schwingung und kraftvollem Ton, nicht in einem solch gehauchten Flüstern wie zuletzt ... wurde zum Speer: „Mallalai!


    Und er fühlte, wie er aus der Fülle wuchs, bis an den dunkelblauen, knappen Lendenschurz, der mit perlmutten Perlen und weißen Zeichen bestickt war, um dann zwei Armlängen entfernt still stehen zu bleiben ... es genoss so kühl umstanden zu sein von lauter Dingen, die geschahen, vom Wind, der Leere, von ihr – und Mallalai bereute nicht ihr nah gekommen zu sein, fühlte er nur, wie das Wasser an ihm herab rann, um sich an seinen Schenkeln wieder mit der bewegten Fülle zu vereinen.
    Entlastete ihn in ein Nicken, als er die Feder auf die Handfläche legte und ihr entgegen hielt, „er bedauert es sehr.“ Gleich war es ihm, ob sie verstehen würde oder nicht, es war gesagt, es war Laut und damit wahrer in ihrer trockenen Welt.
    Da er zuversichtlich war, dass sie dieses Kleinod nehmen würde, sah er sie nicht an, sondern lies den Blick schweifen. Zu aufdringlich empfände er es, ihr zu lange oder zu bestimmt in die Augen zu sehen.
    Er, der alles vorausberechnete, seit Jahren gelernt hatte, jede Reaktion im Vorhinein vorherzusehen, erkannte, dass er nicht wusste, was jetzt geschehen würde. Er fühlte leicht und durchsichtig, obwohl die Leere an ihm zerrte, voller Selbstbewusstsein und schien nicht bewegter zu sein als ein Stein im Fluss.

    Welches Gefühl aller Gefühle: Gefahr! Der Anblick des schwebenden Wesens übernahm sogleich seine Instinkte. Die Bedrohung ihrer Annäherung überschauerte seine Haut und brauste die Nervenbahnen entlang, um alle Muskeln zu spannen, ihn in Kampfbereitschaft zu versetzen. Der Argwohn war ein strenger, humorloser Herr, er verführte nicht nur zu Unhöflichkeiten, er forderte sie sogar. So harmlos sein Aussehen erscheinen mochte, so kriegerisch war er erwachsen und so manches, das ungefährlich erschien, stellte sich zuletzt als schöne Falle heraus. Aber er blieb, tauchte Mallalai weder ab, noch ließ er die Wellen sich türmen zu einem Arm, der sie aus der Luft schlagen würde: in seinem Element wäre sie ihm hilflos ausgeliefert … er war gekommen, um zu erfahren, nicht um seine Gefühle zu schonen. Er hielt still, nahm Abstand von Gegenwehr und seiner Kraft, von Misstrauen und Verdächtigungen.
    Die Verwunderung, die hinter seiner Stirn arbeitete, gelang es nicht das Gesicht zu zeichnen. Wie bist du töricht, dachte der Mira'Tanar, als seine Augen ihren Flug über sich belauerten, ganz darauf bedacht, sich Einzelheiten einzuprägen, ihrer Ausstrahlung habhaft zu werden, während er die Blicke erwiderte – es ernüchterte ihn, denn Mallalai schätzte schnell, dass sie nur etwas mehr als halb so alt wie er war, wenig kriegerisch und kaum von Arglist besudelt. Er besah sich ihre geschwungenen Wimpern, das feste Kinn … das Licht hob ihre Wangenknochen hervor, das leuchtende Rot ihrer Haare und … er fühlte nach ihr, roch sie, deren Duft ihn wie eine Wolke umgab, weil der Wind unter ihren Schwingen ihn ihm zutrieb. Ihre neugierige Schüchternheit und ihre Sorglosigkeit könnten ihn durchaus zermürben – was sollte jener zu seiner Verteidigung sagen, der fast schon bereit war seine Waffen zu zücken?
    Wie etwas Fremdes ließ er seine Hände in der Fülle ruhen, harrte er aus; bis sie erkundet hatte, was ihre Neugierde verlangte, tat er keine nennenswerte Bewegung, als die zu den die Wellen ihn trieben. Es schmerzte ihn nicht, es verlangte ihm nichts ab. Offen erwiderte er ihre Beurteilung, denn es war eben das, was er in ihren Augen sah.


    Melodische Worte trällerten ihm zu, denen er statt einer Antwort mit einem unverständigen Blick begegnete, während ihn die Bedeutung ihrer Gesten durchaus erreichte. Sie hatte sich vorgestellt, indes ihm keines der Worte wirklich einen Namen offenbarte, der ihm ohnehin wenig bedeutet hätte.
    Kurz dachte er über Klugheit und Torheit nach, bevor auch er das eine ernst aussprach, das ihn beschrieb, „Mallalai“, so dass hier keine Zweifel aufkommen würden, was es bedeuten konnte. Ein Name, angelehnt an die große Stadt der Mira'Tanar Kina'mallei. Seine Aussprache hatte er in all den Jahren, in denen er bereits Nir'alenar besuchte, abgerundet, so dass sie den klagenden Klang des Unterwasserreiches verloren hatte und den landlebenden Völkern nicht mehr in den Ohren schmerzte. Und doch – wer hören konnte, der fand darin den weinenden Schall der Muschelwale, mehr Töne als in der Leere der oberen Welt geben konnte, da nur die Fülle sie zu tragen wusste.
    Und dann zuckte auch schon ein Arm, eine feingliedrige Hand weit aus dem Wasser, zwischen deren Finger sich hauchzarte Häutchen spannten, um zu tun, was die Höflichkeit ihm eigentlich verbat, um zu berühren, was seinen Händen ohne Frage verboten war. Sanfter Griff zwirbelte die langen Federn ihrer Schwingenspitze, Wissensdurst tastete sich über die Oberfläche, um die Weichheit zu erfahren und perlende Tränen zu hinterlassen, als ein Flügelschlag die Federn nahe zu seiner Fülle brachte. Er lächelte nicht, als es ihm gefiel, Mallalai tauchte einfach nur in einer Rolle nach hinten unter, um unter ihr hindurch zu schwimmen, so dass er in ihrem Rücken wieder auftauchte. Bewegung war Begeisterung, Ausdruck seiner Überwindung etwas ihm Fremdes berührt zu haben, Übermut, der seinen besten Freund I'seidon in Erstaunen versetzen würde.

    Ihre Sprache war nicht die seine und daher erhielt der Mira'Tanar lediglich über die Melodie Zugang zu ihrem Lied. Mit halb geschlossenen Augen ließ er ihre Stimme durch seine Gedanken gleiten – der Gesang hatte etwas Wildes und Ungezähmtes an sich, wie ein Sturm, der über die Fülle tanzte ohne ihr etwas anhaben zu können. Die Töne streckten sich weit, langsam ließ sie diese an und abschwellen, aus ihrer Kehle pulsieren, satt und voll, ein goldener Strom einer Melodie, die ihn wie eine sanfte Brise umwehte.
    Mallalai war sich sicher, dass sie ihn gesehen haben musste; es war ihm nicht bewusst, dass er eins war mit seinem Element, eine Welle unter vielen, ein Tropfen in einem Ozean und für andere vielleicht kaum ersichtlich, so dass man erst nah kommen musste, um seinen Augen trauen zu können.


    Weshalb sie also begann einen schmalen Felsgrat hinabzusteigen, wusste Mallalai somit nicht zu sagen. Ich kann nicht anders, waren einst einmal seine Worte gewesen, als er einen Felsbrocken hinauf und nicht hinab gestiegen war; das hatte er gesagt und den Kopf vor der gigantischen Höhe geneigt, die Furcht in ihn schwemmte: Ehrfurcht. Gesprungen war er doch, in einer Schraube und mit einem Lachen im Bauch: in einen Schaumwirbel hinein.
    Vielleicht war es das.
    Das Meerwesen hat seltsame Augen, die aussehen wie der Stein, an den sie sich klammert, wie ein Lichtstrahl, der sich auf einer Fischschuppe reflektiert, der durch Wasser nach oben leuchtet. Mit diesen beobachtete er sie, ohne sich zu rühren, sein Blick folgte den Kieseln, die sich unter ihren Tritten lösten und in die unruhige Tiefe bröckelten, bis diese zuletzt fast ihre baren Sohlen streichelte.
    Er glaubte nicht, dass sie diesen nachfallen könnte, da ihre großen Schwingen sie gewiss tragen würden, wodurch ihn überhaupt erst die Frage überkam, warum sie diese nicht benutzte, um zu dem kleinen Sandstrand zu gelangen, der die Fülle mit der Leere verband.
    So wie er in seinem Element am wohlsten fühlte, müsste das ihre die hohe Leere sein … er glaubte, dass sie sich dem Wind völlig und wehrlos hingeben könnte, und wenn er sich ihrer bemächtigte, als sei sie sein verlorenes, kraftloses Opfer, käme eine mühelose, kaum sichtbare Wendung des schlanken Körpers, ja, nur eines Flügeleckchens, und sie flöge davon, wohin es ihr gefiel und triumphierte über den Wind, als wäre er ihr genarrter Diener. Als gäbe es keinen Sturm in der Welt.
    So hilflos sie sich nun an der Felswand entlang schob, so anmutig musste sie in den Lüften sein – Mallalais Augen blinzelten, als hätten sie zu lange ins Licht gesehen.


    Und alsdann schwieg sie still und das Schweigen könnte länger dauern, wohl von ihm so wenig bemerkt, wie von ihr, so dass er zuerst gar nicht zu sagen vermochte, was plötzlich geschehen war. Mallalai wusste sich oft allein, auch wenn jemand anwesend war; weshalb ihn Schweigen sonst nur wenig berührte, doch hier, jetzt … da klang die Stille überlaut, ein klarer Schnitt durch die Wirklichkeit. Es schien, als wachte er auf.
    Eine Brise umspielte sie, ließ ihr Haar lebendig wirken, während das Licht sie schillern ließ wie das Innere einer Muschel. Seine Schultern hoben sich aus dem Sternenmeer, gaben Kinn, Hals und Brust preis, als er aufmerkte und ihrem unverhohlenem Blick begegnete. Ein wenig fühlte er sich ertappt und fühlte sich nicht unwohl dabei, indes sich da hinein unvermutet ein Gefühl drängte, dass noch berauschender wirkte – Neugierde, anstatt des gewohnten Misstrauens.
    Was wollte er mit ihr zu schaffen haben? Einer Fremden, die nicht einmal in der Fülle atmen konnte, ja, sich darin bewegen würde wie eben diese Kiesel, die plump untergegangen waren. Seine Gedanken würde bei ihr auf ein Nichts treffen und auf keine Erwiderung hoffen.
    Seltsam, er blieb also, anstatt in die Tiefen, auf den Meeresgrund abzutauchen. Er blieb unbewegt, schaukelnd auf den Wogen und die Kiemen flatternd in der Leere. Wie wenn eine starke Welle sich gegen einen wirft und man müht sich vergebens, ihr standzuhalten, so versuchte er, seinem maßlosen Erstaunen nicht nachzugeben. Sie war nicht einmal annähernd für die Fülle geschaffen und doch hatte ihre klingende Stimme ihn gelockt und war gegen das geliebte Meeresrauschen angekommen.

    Der Mira’Tanar merkte auf. Er sah den Strand und auch die Linie der Gedanken entlang, langsam erglänzend, sich fragend, was er wahrnahm … ein Wolkenbruch von Gefühlen und Stimmungen brach auf ihn nieder, Illusionen bemächtigten sich seinen Gedanken, uneingeladen, ungewollt und doch – willkommen.
    Mallalai hatte kein Wort. Hin und her schwang die Zunge einer Lockung, nicht in Sprache sich zu formen, sondern in einem Summen, in einer Melodie zu antworten. Sein ganzer Leib sah auf, witterte, tiefer bettete es die Sinne, ein Lied rann unaufhaltsam zwischen das Hirn, warf er die Aufmerksamkeit danach aus.
    Der Wind trug eine zu Herzen gehende Stimme mit sich. Süß und herzbewegend – eine kaum merkliche Freude durchbebte den Meereself und dieser lächelte ohne es zu bemerken, ein halbes Lächeln, das warm an seinen Mundwinkeln zog.
    Er drehte sich lautlos, wie nur die Meerwesen es vermögen, um seine silbernen Augen das Land absuchen zu lassen, weil die Stimme ein sanftes Schimmern in seinen Blick zu zaubern vermochte und Anerkennung in sein Herz. Es musste sein, wie von innen zu ertrinken, eine Flut, eine Welle, die anstieg, über sein Haupt, um dann darüber zu brechen.
    Im Schauer seiner Haut, im Sprung seiner anmutigen Glieder, im Trunk der Augen, in seines Ohres Rausch – erwachte der Mira’Tanar aus seiner Trägheit, Adrenalin überschwemmte seinen Leib, als er pfeilartig vorwärts schoss, der Küste zu, einem Felsvorsprung entgegen, der hoch über dem Meer aufragte. Unter der Oberfläche huschte ein Schemen, der eines war mit jedem Fisch, der ihn begleitete.


    Als seine Ohren die Grenze seiner Welt durchbrachen, spürte Mallalai, wie Hitzefinger sein Innerstes berührten: klar und reiner erreichte ihn die Töne hier in der Nähe, in der Leere unterhalb des Felsens, an den man sich anschmiegen wollte, nur um ihr nah zu sein. In die Höhe wurde sein Blick gezogen. Hier wurde hingenommen, was ins Auge traf: weit spannten sich Schwingen, violett und schwarz schillernd, von denen jede Feder von entzückender Sorgfalt zu sein schien – Mallalai neigte das Haupt zur Seite, während er sie still betrachtete. Seine Haare umtrieben ihn, gleich Tang und die Muscheln darin plapperten vom Meeresgrund.
    Die Begriffe dafür, schien es ihm, sanken herab, die Fragen verstummten in seinem Verstand. Leise schwand der Drang, es schärfer aufzurichten, es unantastbarer zu umreißen gegenüber dem, was ist. Eine Hypothese von Realität, die man beim Erwachen vergaß, ganz Traum. Nur hören, nur lauschen und zusehen, wie sie ihre langen Haare kämmte, die den Feuerkorallen glichen, die in den Gärten in Kina’mallei lebten. Mit ihrer Stimme wurden Sehnsüchte erschaffen … daran gelehnt, gewärmt, getröstet, hingesunken: dies spürte er und fragte sich, ob sie es bemerkte, was sie da tat, ihm antat, so dass er sich kaum noch zu lösen wüsste. Das gab es nicht, nicht in der Wirklichkeit, nicht in seiner – das gleiche Gewicht, wie Harmonie, welche sie herzustellen begehrte mit ihrem Lied.
    Voll Spiel war das Wesen vor seinem Blick; an allen Tönen hing etwas, das zitterte, nur weil sie es wollte, in die Luft lösten sich die Wohlklänge aus ihrer Kehle, die leuchteten, grenzenlos und für immer, als schwängen sie sich hinauf, noch die Kuppel zu durchbrechen.


    So war es auch schon vergangen, als er sich über die Lider fuhr und den Blick weit weg richtete, zum Horizont … es schmerzte, es tat weh, den Zweifel behielt er sich vor. Seine Augen bewölkten sich, weil seichter Groll sich an ihn heranschlich. Der große, schlanke Leib bebte unter den Bildern, angefüllt von Sehnsucht, bemalte Welten vor dem inneren Auge durchtränkt von Farbigkeit – so wunderbar sollte nichts außerhalb des Sternenmeeres sein, das seine Heimat war; obwohl er verstand, was der Ursprung einem jeden Wesen bedeutete – ihm bescherte die Vergangenheit nur Übelkeit, wenn man nicht wusste, wohin man gehört. Ein Drängen nach dem Sinn des Daseins warf sich ihm wiederholt entgegen, als die Traurigkeit ihn erreichte, weil sie so sehr zu lieben schien und er nur ein blasses Abbild dessen war.

    Die Wellen wiegten seinen Leib, als wäre er der ihre, da er von ihnen getragen dahinglitt. Silbrig-blaue Haut gab sich der Nachmittagssonne hin, wenn man das seichte Imitat denn so nennen mochte – und doch funkelten die zarten Schuppen mit den Schaumkronen um die Wette, während der Mira'Tanar den Rücken beugte, um wieder ganz hinabzutauchen in die Fülle.
    Kleine Fische umspielten seinen schlanken Körper und Mallalai ahnte nicht nur die Winde, die kommen würden, seine Wahrnehmung war ebenso klar für dieses Leben, das um ihn war. Sein Lebenswille war damit verbunden: das Meer war ihm Wärme, Verheißung und stille Lebenssüße – es prickelte im Kreisen seines Bluts in den Gliedern, es webte sich in jede Faser seiner Schwimmhäute und gab ihm Atem, wo andere ertrinken würden.
    Bald war es kein Schwimmen mit regelmäßigem Schlängeln mehr, was das Meerwesen trieb war ein Spiel mit dem Element, viel mehr eine Herrschaft über das salzene Nass, ein erhabenes Wissen zwischen Himmel und Erde. Er riss sich empor aus der Fülle, als sei er, trotz seiner Größe, ohne Gewicht, überließ er sich der Schwerkraft, nur um windberauscht und triumphierend in das Meer einzutauchen.
    Mallalai, der jeden einzelnen Tropfen liebte und verstand, begrüßte ebenso den unsichtbaren Wind als Freund, der ohne Anfang und Ende, ein singender Weltenatem, seine Welt wiegte und umgarnte, auftrieb und peitschen konnte. Was ihm zählte war das Jetzt, die Gegenwart. Die er nur hier finden konnte, weit draußen in der Fülle, weit entfernt von dem, wo die Sorgen schwammen.


    Mallalai war so weit von seiner Heimat entfernt, um sie zu vermissen, und doch zog es ihn seit einigen Sonnenaufgängen die Küste Beleriars hinauf. Ein Blick in die Ferne, Richtung Ya'tanai, überflutete ihn als Schmerz, indes er zur selben Zeit Heimweh nach der Ferne hatte.
    Elue'Adar hatte er hinter sich gelassen, nur um weiterzuziehen, über die Grenzen Silvriars hinaus, um dort zu verweilen, wo der Kristallfluss sich mit der großen Fülle vereinte und an der Küste Aelindars hatte er mit den Nixen in den Korallengärten gespielt.
    Als er heute den ersten Sonnenstrahl erhalten hatte, war er wieder losgezogen; ein solcher Morgen, mit Sonne und Regen zugleich, ließ die Freude in seinem Bauch sprudeln und er war dahingeeilt, bis er Enymia in der Ferne sah, so dass er wusste, er hatte Alaneya erreicht. Zesshin' Doraz war ihm näher als sonst und ihm zog es die Kehle eng, die Kiemen flatterten und er fragte sich nicht zum ersten Mal, weshalb es ihn in den Norden zog, dorthin, wo das Feindesland lag?


    Die Sonne hatte sich wieder verborgen und die Temperatur war milder geworden. Die Bäume an Land tanzten mit all ihren Blättern in der Liebkosung der Luft und unter ihnen bewegte sich das hohe Gras in einer Wolke aus goldenen Pollen, kreisten die Insekten in der wilden Lust zu leben, sich leben zu fühlen.
    Er aber ließ sich auf dem Rücken treiben, die Insel zu seiner Rechten, beobachtete er Himmelskuppel und Strand. Fremdartige Sonnenspeere stießen darauf hinab, geworfen aus einem Himmel, beschützt vom Meer, wo die Wolken es zuließen, dass sie entkamen; Wolken wie kreisende Raubvögel, deren Schatten, die über die Dünen rasten. Grollend fraßen sich die salzigen Wellen mit schäumenden Häuptern in den Sand, fassten mit ihren unsicheren Fingern zwischen die Leere der einzelnen Kiesel, um sie lediglich zu bewegen, nur um selbst wieder Halt zu verlieren. Ein Wechsel zwischen Begehr und Verlust, dem Mallalai alles Verständnis entgegenbringen konnte.

    Er lächelte, ohne dass ihm das Gefühl in die Augen lief.
    Die Erinnerung konnte die Gegenwart durchziehen, sich plötzlich aufblähen wie ein schwarzes Segel und den Blick auf das Leben versperren … „Weil es hier nichts gibt, das mich an sie erinnert“, antwortete Mallalai unumwunden, ohne auf Amarays Blick zu achten, denn seinen eigenen spülte er unentwegt über die Menge. Sein Herz schlug so heftig, als wollte es sich einen Weg in die Freiheit sprengen: jetzt war er es, der zögerte.
    Sein Äußeres war nur eine Schale, eine zerbrechliche Schale, darunter der Wahnsinn. Mallalai wusste das, immer, nur um es gerne zu verdrängen. Uneins mit sich, seinem Inneren und Äußeren. Ein Dämon, dessen Gier sich mit einem rasanten Brennen in den Gliedern breitete, der sein Verlangen nach Rache schürte, das er dann nicht mehr würde beherrschen können.
    Manche von ihnen, die Glücklichen, haben noch nie einer Geißel gegenübergestanden“, unter halb geschlossenen Lidern schweiften seine Augen von den Menschen, Elfen, Zwergen …, nur wenig Meervolk war heute unter ihnen, zu Amaray, „sie sind so unwissend, so unschuldig …“ Einen Moment nur, einen flatternden Atemzug durch die Kiemen, glaubte Mallalai einen Ausdruck von Beschämung an ihr wahrzunehmen – die in ihrer Stimme lag, Bedeutung in ihren Worten fand. Sein Augenmerk überfuhr sie mild.
    Er hob verzeihend einen Mundwinkel; es war nicht seine Absicht gewesen so viel preis zu geben, doch Amaray war von seiner Art … allein sie waren fähig zu verstehen. Es war nicht sein Wunsch Amarays Verhalten, Beweggründe und Zögern zu beurteilen. Obwohl er kein leichtfertiges Wesen besaß, schob er sein argwöhnisches Empfinden auf ihre erste Erfahrung an Land, so dass er gewillt war ihre Aufmerksamkeit von sich selbst auf andere abzulenken.
    Sieh sie dir an. Scheue Fischchen“, fügte er deshalb hinzu. Es klang abwertender als beabsichtigt: im Grunde waren sie ihm alle gleich. Was allein zählte war: sein Volk. Amaray jetzt: in Vertretung für sie alle.


    Er war kein Prediger, wohl aber ein guter Beobachter. Für Mallalai herrschte immer der Ausnahmezustand, die Seuche auf diesem Schlachtfeld war nicht gebannt und er ging niemals unbewaffnet.
    In Gedanken tauchte er durch sein Heim bis in die schwarzen Nester der Yassalar, die Räume waren mit Bildern übersät, mit Erinnerungen, die zu Phantomen für die Ewigkeit werden würden … es war ein langer Weg gewesen. Auf die Entfernung bezogen, war der Weg kaum lang, aber nicht jede Reise ließ sich in Meilen messen. Das Geheimnis des Überlebens ist Kompromisse zu machen. Sein Dasein hier war einer, sein Auftauchen in die Leere.
    Was war Anpassung anderes, als die Wirkung von Entmutigungen und Gegenwirkungen auf das vorwärtstreibende Leben?
    Was war der Rhythmus anderes, als die in regelmäßigen Abständen gehemmte Bewegung in diesem Lebensfluss?
    Was war Bewegung anderes, als Kraft, die durch diesen Rhythmus in bestimmte Bahnen gezwungen wurde?
    Mallalai war schon immer bereit gewesen, stets in der Lage gewesen, eine Entscheidung zu treffen: seinen eigenen Weg zu schwimmen. Keiner kann denken, fühlen, wollen, ohne dass all dies gerichtet wäre auf ein ihm vorschwebendes Ziel.
    Natürlich konnte man leicht paranoid werden, mit Gewissheit war er nicht einmal auf einen Kampf aus und doch war jeder Schritt, den er setzte, jedes Tauchen, das ihn voranbrachte, eine Bewegung der Achtsamkeit. Gründen der Sicherheit zum Trotz kam und ging er für sich, brauchte er immer wieder dieses Alleinsein, das Schweigen. So wie er aufgewachsen war. Unter den Yassalar.
    Nur hier in der Leere vermochte er sich Ruhe gönnen. Die Trockenheit war ein geringer Preis für die Gedankenruhe, die er unter diesen Völkern der trockenen Lande finden konnte, obwohl auch ihr Leben eine Illusion war – die Blase, die man erschuf, war dünn.


    Daneben war er ein Jäger in diesem weitläufigen Labyrinth der Häuserschluchten und er wollte in Übung bleiben; Trägheit und Lustlosigkeit hatten in seinem Tagesablauf nichts zu suchen. Früher oder später würde die schlimmstmöglichste Verkettung von Umständen eintreten und er wollte sich in der Leere ebenso sicher bewegen wie in der Fülle. „Du wirst dich daran gewöhnen“, wenn es denn für sie ein nächstes Mal geben würde.

    Viel Glück Saniya!
    Mein Schwiegerpapa war danach wieder schnell auf den Beinen, ich wünsche dir,
    dass es dir auch so ergeht.



    Ich melde mich auch abwesend:
    24.2. bis 9.3. plus ein paar Tage zum Wiedereinfinden.