Beiträge von Captain Aran Eisenklinge

    Soweit ich mitbekommen habe, trefft ihr beiden euch in der Schwarzen Katze, da wäre es also nicht unwahrscheinlich, einem Gesellen wie Aran über den Weg zu laufen. Lauschen und trinken passt ja auch recht gut zusammen, würde ich sagen. Ansonsten ist der Captain aber auch durchaus bekannt in gewissen Kreisen, allerdings hat er sich in letzter Zeit etwas sehr gehen lassen... das sollte in dem Fall dann auch bekannt sein.

    :D

    Ich sehe schon, eigentlich ist ja schon alles geklärt, aber wenn noch ein Suffkopp mit krimineller Energie benötigt wird, könnte ich den Captain anbieten. Und wenn er nicht vollkommen betrunken ist, ist er sogar recht nützlich.

    :D

    Heftig torkelnd und mit den Armen rudernd stolperte eine ziemlich verwahrlost aussehende Gestalt aus einem der engen Gänge des Nachtmarktes. Der strenge Geruch von Alkohol, der die abgerissene Gestalt wie eine dicke Wolke zu umhüllen schien, war selbst in einigen Schritt Entfernung noch mehr als deutlich zu vernehmen und so manches feine Näschen würde sich in seiner Nähe sicherlich schnell angewidert rümpfen. Eines war sicher, dieser Kerl hatte wahrlich schon bessere Zeiten gesehen, aber selbst die waren vermutlich schon seit einer halben Ewigkeit vergangen. Es war kein sehr schöner Anblick und selbst hier unten, im Nachtmarkt, wendete doch so mancher verstohlen sein Antlitz von diesem offensichtlichen Säufer ab.


    Einzig und allein die Art, wie es der Kerl trotz seines erbärmlichen Zustandes vermochte, die ihm entgegenkommenden Passanten wie Hindernissen auszuweichen und schlingernd an ihnen vorbei zu torkeln, war schon etwas ungewöhnlich. Fast schon konnte man so etwas wie Eleganz in seinen Bewegungen erkennen, wenn er nicht beim nächsten Schritt wieder fast gestolpert wäre. Einzig und allein, wenn eine hübsche Dame seinen Weg kreuzte, oder eben das was er dafür hielt, zog er seinen fetten Dreispitz vom Haupt und schwurbelte eine Art Verbeugung dahin, aber bevor er auch nur den Mund aufmachen konnte, hatte diejenige bereits das Weite gesucht. Man konnte es ihr wohl auch nicht verdenken.


    Nachdem er vermutlich endlich bemerkt hatte, dass er heute wohl keinen Erfolg mehr bei irgendeiner Frau haben würde, torkelte er nun weiter, wobei sich die Richtung geändert hatte. Sein Geldbeutel war fast leer und neue Beute heute nicht in Sicht, so dass er sich nun möglichst billig versorgen musste. Welches Ziel wäre da besser geeignet, als das alte Kräuterweib, denn die hatte immer ein paar Flaschen ihres spottbilliges Gesöffs unter der Theke lagern, selbst für einen abgerissenen Typen wie Aran war das noch erschwinglich. »Platz da! Platz da! Ich brauch Rum!« krakelte er, als mehrere Passanten ihm den Weg zum Stand versperrten und machte sich dann auch sogleich daran, sich an diesen vorbei zu drängeln, während sich der beißende Geruch von fauligem Fisch mit dem von zuviel Rum vermischte.

    »Du weißt ganz genau wovon ich spreche!« knurrte der Pirat wütend in Richtung der Corvae und das erste Mal wich das ständige Grinsen für einen kurzen Moment aus den Zügen des versoffenen Kerls, offenbar ging es hier um mehr als nur ein Erinnerungsstück an eine angenehme Nacht. Doch dann wurde er von Taras Worten abgelenkt und blickte hinauf zu der rothaarigen Frau, als diese seinen Namen so offen aussprach und musste grinsen.


    Es gab nur eine Frau, die solche feuerroten Haare hatte, naja, eigentlich gabs davon sicher zwei oder drei, an die er sich noch erinnern konnte. Aber keine Frau mit soviel Mumm, um ihn mitten in der Nacht mit einer Pistole zu bedrohen und zu beleidigen. »Captain Aran Eisenklinge«, berichtigte er sie und deutete abermals eine Verbeugung an. »Stets zu Diensten, Mylady... sobald ich mein Hab und Gut zurückerhalten habe.«


    Ohne weitere Worte zu verlieren, wendete Aran sich nun wieder Corielle zu und versuchte urplötzlich mit einer schnellen Bewegung, die man diesem versoffenen Kerl gar nicht zugetraut hätte, die Distanz zwischen sich und der Corvae zu überbrücken, um hinter die Klinge des Degens zu gelangen und ihr Handgelenk zu packen zu bekommen...


    Sowas nannte man dann wohl Herausforderung des Glücks.

    »Hinsetzen? Wo soll ich mich denn hinsetzen...« fragte der betrunkene Pirat die Frau mit feuerrotem Haar, doch war er viel zu sehr von der Corvae abgelenkt, die gerade seinen Degen weiterveräußern wollte. So deutete er eine knappe Verbeugung in Taras Richtung an und erklärte dieser dann in einem fast schon höflich zu nennenden Tonfall: »Gleich habe ich Zeit für Dich, Du hübsches Frauenzimmer. Aber zuerst muss ich mit diesem kleinen Vögelchen über mein Hab und Gut disputieren. Sobald ich meine Habe wieder in Besitz genommen hab, können wir gerne über eine Aushändigung an Dich verhandeln...«


    Dann richtete er seine Aufmerksamkeit wieder auf die Corvae. Drohend fuchtete er mit dem Zeigefinger in Corielles Richtung, wobei er ganz offensichtlich noch immer ziemlich verschwommen sah, anders konnte man das seltsame Herumgefuchtel wohl nicht erklären. »Du ungezogenes kleines Vögelchen!« sprach er sie dann an und grinste wieder. »Erst spielst Du das liebe Kätzchen und dann beklaust Du mich! Aber jetzt wäre doch der passende Augenblick, mir meinen Besitz zurückzugeben, findest Du nicht? Und ich rede nicht nur von dem Degen, du diebisches Vögelchen, sondern auch von meinem kleinen Glitzerding, dass Du stibitzt hast.«

    Der am Boden liegende Mann hatte auf diese Gelegenheit schon gewartet und nun wo Corielle ganz offensichtlich abgelenkt wurde, war es die beste Gelegenheit sich endlich aus diesem Buschwerk zu erheben, denn zumindest richtete sie den Degen nicht mehr allzu direkt auf den Corpus des Piraten, so dass wenigstens mal aufstehen konnte. Ganz so unauffällig, wie er es vielleicht vorgehabt hatte, ging diese Geschichte allerdings nicht von statten, denn noch während er sich langsam erhob, ächzte der Mann schmerzhaft auf und stieß dabei wilde Flüche aus.


    Erst als er schließlich wieder auf beiden Beinen stand, wobei man nicht wirklich von stehen sprechen konnte, er schwankte ja mehr, als dass er wirklich stand, richtete sich seine Aufmerksamkeit auf die fremde Frau mit dem flammend roten Haar. Er kniff die Augen zusammen und versuchte zu erkennen, wer da genau vor ihm stand, aber irgendwie konnte er nur verschwommen sehen. »Ich bin wohl auf den Kopf gefallen...« murmelte er leise zu sich selbst und bemerkte dabei nicht, wie seltsam diese Worte jedem klar denkenden Wesen vorkommen mussten. Dass er einfach nur zu viel gesoffen haben könnte, kam ihm jedenfalls nicht in den Sinn...


    Ohne sich um das Gespräch zwischen Corielle und Tara zu kümmern, fing der versoffene Pirat an seine Kleidung zu richten, schlüpfte wieder in seine alte Lederweste und auch der obligatorische Dreispitz landete wieder auf seinem Haupt, um das Bild vollständig zu machen. Fehlten nur noch sein Degen und seine Pistole, aber nur eins von beidem war in seiner unmittelbaren Nähe.

    Nun war es der am Boden liegende Mann, der erstaunt seine Augenbraue lupfte, als Corielle den Degen wieder direkt auf seine Brust richtete. »Oh, das kleine Kätzchen will spielen?« fragte er mit deutlich hörbarem Amüsement in der Stimme und ging keineswegs auf ihren Gegenvorschlag ein. »Dir ist aber schon klar, dass wenn Du die Klinge eines Piraten auf ihn selbst richtest, auch bereit sein solltest, zuzustechen? Das ist Dir doch klar, oder?« Alles in allem schien der irgendwie heruntergekommen wirkende Mann die Situation keineswegs als ernst einzuschätzen, geschweige denn gefährlich, man könnte ihm also durchaus mangelndes Urteilsvermögen unterstellen oder es auch einfach auf den regelmäßigen Rumkonsum schieben.


    Während er zwar noch immer in den Büschen lag, versuchte er nun eine zumindest halbwegs angenehme Liegeposition zu finden und kurz konnte man ein leises schmerzhaftes Keuchen hören, ganz so unbeschadet wie es zuerst schien, hatte er den Sturz also nicht überstanden, auch wenn der Lump Corielle noch immer verschmitzt angrinste und erst jetzt die Gelegenheit wahrnahm, sie etwas ausführlicher zu mustern, so gut es in der Dunkelheit eben ging. Er wirkte tatsächlich für einen Moment überrascht, als er erkannte, dass er keine normale Frau vor sich hatte, ihre Krallen waren ihm vorher offenbar nicht wirklich aufgefallen. »Oder doch eher ein Vögelchen...« murmelte er leise, wie zu sich selbst, doch schnell hatte er sich wieder gefasst.


    »Also, willst Du nun endlich zustechen oder mir meinen Besitz zurückgeben?« richtete er seine Frage wieder an sie und fügte dreist grinsend hinzu: »Ich könnte ja auch schreien und in einer wohlhabenden Gegend wie dieser würden sicherlich sehr schnell Wachen auf uns aufmerksam werden. Ein paar Nächte hinter Gittern würden mir nichts ausmachen, ich bin schon aus schlimmeren Situationen entkommen. Du hingegen siehst mir nicht so aus, als ob Du Dich in einer engen Zelle wohl fühlen würdest.«


    Er grinste sie wieder direkt an und erklärte zwinkernd: »Schon so manch hübsche Blume ist hinter dicken Mauern elendig verwelkt...«

    Als Corielle sein Bündel mit einem eleganten Schwung in seine Richtung beförderte, brummte der ziemlich versoffen wirkende Kerl kurz und tastete mit seinen Händen nach seinem Besitz, bemerkte jedoch recht schnell, dass dieser nicht vollständig war, denn sofort fluchte er leise in übelstem Gossenjargon vor sich hin. Erst jetzt richtete sich eine Aufmerksamkeit auf die fremde Frau neben ihm im Gebüsch und er musste grinsen, als er bemerkte, wie diese ihn mit seinem eigenen rostigen Degen in Schach halten wollte, ihre Worte schienen ihn jedoch kaum zu interessieren, jedenfalls ging er darauf nicht weiter ein.


    »Oh, Du bist wohl das streunende Kätzchen, dass ich vorhin gehört habe...« begrüßte er sie mit einem süffisantem Grinsen auf den Lippen, ehe er den Blick auf seinen Degen richtete. »Du wirst doch wohl nicht so töricht sein, einen Piraten mit seiner eigenen Klinge bedrohen zu wollen, oder etwa doch?« richtete er mit einem leichten Lallen das Wort an sie und streckte dabei seine Hand aus, um den Degen mit der Fingerspitze zu berühren und leicht zur Seite zu bewegen, damit dieser nicht mehr direkt auf sein Antlitz gerichtet war.


    »Wenn ich Dir einen Vorschlag machen darf, kleines Kätzchen?« fragte er sie noch immer mit einem Grinsen auf seinen Lippen und fuhr dann fort: »Du händigst mir meinen Degen und meine kleine Kostbarkeit aus und danach ziehen wir beide zufrieden unserer Wege, ein kleines Kätzchen wie Du sollte sich wohl nicht in düsterer Nacht mit einem Piraten einlassen...«


    Der Mann schien, so sonderbar es nach diesem Sturz klingen mochte, keine Schmerzen zu spüren. Ob das nun einfach daran lag, dass er zu besoffen war, um jetzt noch großartig Schmerzen spüren zu können oder einfach daran, dass er sich bisher ja auch kaum bewegt hatte und noch immer mit dem Rücken in den Büschen vor Corielle hockte, konnte man wohl nicht mit letzter Bestimmtheit sagen...

    Der versoffene Pirat rauschte ruckartig in die Tiefe, um dann krachend in den Büschen unterhalb des Fenster zu laden, zum Glück nicht auf, sondern nur neben Corielles eigener Position, so dass er nun direkt neben ihr lag. Der Sturz war mit Sicherheit recht schmerzhaft gewesen und ein ganzer Haufen blauer Flecken war wohl das Mindeste, was er von dem Aufprall davontragen würde, hatten die Büsche seinen Sturz doch nur sehr ungenügend abgefedert, war doch Corielle an der selben Stelle vorhin gelandet. Einen Augenblick lang kehrte trügerische Stille ein, Zeit zumindest, um den Mann genauer in Augenschein zu nehmen. Die Kleidung wirkte, als wäre sie vor einem Jahrzehnt vielleicht mal in Mode gewesen, gewaschen hatte man sie wohl auch schon eine Weile nicht mehr. Er roch auf jeden Fall stark nach Rum, er hatte auf jeden Fall mehr als nur einen Schluck getrunken, viel mehr.


    Langsam kam Bewegung in die daliegende Gestalt, schmerzhaft ächzte er, als er sich langsam aufrichten wollte, gefolgt von einigen ziemlich derben und deftigen Flüchen, der Alkohol in seinem Blut sorgte zumindest dafür, dass er die Schmerzen nicht ganz so intensiv spürte, wie es ohne der Fall gewesen wäre. Er sank wieder auf den Boden und rollte sich etwa zur Seite, während seine Hände suchend durch die umliegenden Büche wanderten. »Wo ist bloß mein Hab und Gut?« nuschelte er dabei vor sich hin und es war klar, wonach der Mann suchte.

    Für einen unbeteiligten Beobachter musste der Anblick des nächtlichen Fassadenkletterers durchaus einen gewissen Unterhaltungswert bieten, schien er doch die Gewandtheit einer Katze zu haben, zumindest einer ziemlich tapsigen Katze, der man zudem noch einen guten Schuss Rum statt ins Schüsselchen gegeben hatte. Der wackelnde Hintern und die zappelnden Beine boten ein Bild, das alles andere als elegant anmutete, wohl eher das genaue Gegenteil, dazu kam die Dunkelheit, die es ganz offensichtlich nicht einfacher machte, irgendwo an der Wand Halt zu finden. Es grenzte dann doch tatsächlich an einem Wunder, dass der Kletterer nicht einfach in die Tiefe stürzte, sondern wie durch einen glücklichen Zufall tatsächlich einen Augenblick lang Halt fand und mit dem Abstieg begann.


    Man konnte in der ruhigen Nacht hören, wie der Mann ein Streitgespräch mit sich selbst begann, offenbar machte er sich selbst Vorwürfe, wie er in diese Situation hatte geraten können, wobei es eher wie das Gefasel eines Betrunkenen wirkte. Eine halbe Ewigkeit schien der Kerl direkt unterhalb des Fensters an der Wand zu hängen, kaum eine Bewegung, ehe er dann langsam versuchte tiefer zu klettern, doch es dauerte nicht lange, dann verließ ihn sein unverschämtes Glück, er ächzte laut auf, versuchte verzweifelt sich festzuhalten und dann verlor er den Halt und rauschte plötzlich nach unten in die Tiefe...

    Das erschrockene Aufquietschen ließ der Piraten doch etwas irritiert die Augenbraue lupfen, während er in die Dunkelheit der Büsche unter dem Fester starrte, doch als dann das seltsame Mauzen einer Katze erklang, reichte es doch aus, um für etwas Beruhigung zu sorgen, vielleicht auch weil Aran sich nicht mit möglichen Schwierigkeiten beschäftigen wollte, dafür fehlte ihm auch ganz einfach die notwendige Geduld.


    »Kusch, kusch, hau ab, hol dir ein leckeres Mäuschen...!« zischte der Pirat von oben aus dem Fenster in die Dunkelheit, um den vermeintlichen Störenfried zu verscheuchen, auch wenn das natürlich nicht viel helfen mochte. Dann hielt er kurz inne, spähte wieder nach unten in die Büsche und als sich nichts weiter tat, konnte man sein leises Fluchen von oben hören, als er langsam auf den Fenstersims stieg, um dann doch tatsächlich aus dem Fenster zu steigen: »Hau bloß ab, du verfluchtes Katzenvieh!«


    Aber in dem Moment war das kommende Unglück eigentlich schon vorherzusehen...

    Irgendetwas war dort unten, doch was es genau war, konnte Aran von oben einfach nicht erkennen, dazu war es einfach zu dunkel unten bei den Büschen. Auch das laute Rascheln ebbte nun wieder ab und es wurde still. Einige Augenblickte noch starrte er nach unten, doch es half alles nichts, so konnte er jedenfalls nichts erkennen. Er zog sich wieder zurück und blickte sich schnell in Larials Schlafzimmer um, dann fiel sein Blick auf ein kleines Büchlein, das auf ihrem Nachttischlein lag. So schlich er zurück zum Bett, nahm das kleine Büchlein an sich, ließ seinen Blick noch einmal kurz über die schlafende junge Frau wandern und beeilte sich dann damit, zurück an das Fenster zu schleichen. Dort angekommen steckte er den Kopf wieder heraus und spähte in die Dunkelheit, um kurzerhand das kleine Büchlein ebenfalls durch die Dunkelheit nach unten fallen zu lassen, denn falls dort ein Tier war, musste er es wohl verscheuchen...

    Aran hielt in der Bewegung inne, als er von unten plötzlich ein seltsames Krächzen und weitere merkwürdige Laute hörte, die Büsche raschelten, als hätte er ein wildes Tier aufgeschreckt oder dergleichen. Er spähte aus dem Fenster hinunter in die Dunkelheit und auch wenn er nicht genau sehen konnte, was da unten vor sich ging, wirkte der Schatten doch viel größer als von einem normalen kleinen Tier. Vielleicht war dort unten etwas gefährliches, Wachhunde hatte er vorhin jedenfalls keine gesehen, aber man konnte ja nie wissen. Wahrscheinlich sollte er doch besser den Morgen abwarten, wenn es heller wurde, das wäre womöglich sicherer. Doch die Neugier siegte wieder einmal und abermals streckte Aran seinen Kopf aus dem Fenster um hinunter in die Dunkelheit zu spähen, schließlich lag ja auch sein Hab und Gut dort unten und das war ihm heilig...

    Noch während sich Aran der Verriegelung des Fensters zu schaffen machte, musste er mit einigem Erstaunen feststellen, dass sich das Fenster beinahe mühe- und vor allem lautlos öffnen ließ, als hätte jemand tatsächlich vergessen, es richtig zu schließen. Dem Umstand, dass das Fenster tatsächlich bis eben fest verschlossen gewirkt hatte, schenkte er allerdings keine große Beachtung, war er doch viel zu sehr mit seiner kleinen ‘Flucht’ beschäftigt. So spähte er noch einmal in die Dunkelheit unter dem Fenster, in die kleine düstere Gasse, die sich zwischen der Hauswand und der Gartenmauer befand. Dort unten mussten sich offenbar einige Büsche befinden, die würden einen eventuellen Sturz wohl abfedern, sprach er sich innerlich Mut zu und zog dann schnell seine Lederweste aus, wickelte seinen alten rostigen Degen darin ein, verstaute auch seine anderen Habseligkeiten mitsamt dem wertvollen Ring darin und schnürte dann alles wie ein Paket zusammen, um es dann vorsichtig aus dem Fenster in den Garten zu werfen. Beim Klettern würde ihn der Kram nur stören und er würde sich sein Hab und Gut gleich wiederholen. Kurz hielt er inne, hörte zu wie sein Zeug raschelnd in einem der Büsche landete, dann machte er sich daran langsam aus dem Fester zu steigen, wobei er ein letztes Mal in Richtung des schlafenden jungen Dings blickte und sich innerlich fragte, ob er wohl doch noch die eine oder andere Trophäe hätte mitgehen lassen sollen, außer dem Ring und den zugegebenermaßen recht netten Erinnerungen...