Beiträge von Rhynn

    Hinter ihr plumste etwas auf den Boden, wie ein schwerer Sack Kartoffeln. Der Tua‘Tanai hatte den Hundeführer einfach vom Rücken des Greifen gezogen und ihn so wie er war auf die Erde fallen lassen. Kurz stöhnte der Mann auf, als Nara‘tee ihn hinter sich über den Boden schleifte und gegen den Baum drückte. Für diesen Mann hatte er offensichtlich nur Verachtung übrig und zog das Seil straff. Für ihn war das Sklaverei.. Hunde zu solcherlei Dinge zu zwingen, dass sie bis in den Tod kämpften, weil sie offensichtlich viel schlimmeres fürchteten. Diese Jagdhunde hatten kein gutesLeben.

    Rhynn hob den Bogen höher und versuchte sich auf den Wald zu konzentrieren. Doch das war garnicht so leicht, weil ihre Augenlieder langsam schwerer wurden und die kurze Nacht ihren Tribut zollte. Welche Tageszeit hatten sie eigentlich? Ein Blick zu den Blättern hinauf brachte auch keine Klarheit. Es war noch Tag, aber die Bäume hier wuchsen dicht und Kräftig, dass sie den ganzen Himmel bedeckten. Vielleicht sollte sie sich einen Schluck Wasser gönnen, nein, besser sie spritzte sich den ganzen Inhalt des Wasserschlauchs ins Gesicht. * Wie schnell kommt wohl die Verstärkung?* wollte sie von der Grauen wissen, doch da war wieder dieses Geräusch.. viel näher und... das Herz rutschte ihr in die Hose, als sie den kopf drehte und ihren Flügelmann dort liegen sah. Die Zeit schien Still zu stehen und doch rauschte Tameqa in einer sagenhaften Geschwindigkeit heran. Rhynn fiel der Bogen aus der Hand und ihre Knie gruben sich in den weichen Waldboden, als sie neben ihrem Flügelmann aufkam. Ihre Hände griffen nach seiner Schulter zog daran, damit sie ihn herumdrehen konnte.

    „ Owatu?“ sprach die Katze ihn an, doch seine Haltung war genauso verkrampft wie Paranoels zuvor, auch wenn sie den Zusammenhang noch nicht begreifen konnte. Was war los?!! War das Zeug doch schlimmer als erwartet?! Tameqas Angst flutete sie alle und schmerz... sagenhafter Schmerz. Ein lautes Quietschen entkam ihr, doch karrun reagierte ebenso schnell, dass er mit beiden Händen nach dem Schnabel der Grauen gegriffen hatte um ihn zu schließen, noch ehe der schnerzlaut zu seiner vollen Entfaltung kam

    „ Pssscht! Sei still.“ fauchte er in der Dringlichkeit, die diese Situation nunmal erforderte. Sie durften sie hier nicht entdecken!

    „ Seitenlage!“ wies der Elf hektisch die Katze an und war nun auch bei Owatu. „ Er krampft total.. nicht dass er sich die Zähne ausbeisst.“ knurrte der Blonde und zog einen Handschuh aus. Rhynn schüttelte den Kopf, er bekam das Dicke Leder niemals zwischen seine Zähne! Ein seltsames Gefühl rausxhte durch ihre Finger. Und ein wenig schien es als zogen sich Wellen unter Owatus Haut hindurch und dunkle Daunen sprießten daraus hervor nur um wieder zu verschwinden. Pure Angst geboren aus dunkler Erinnerung.

    „ Er will sich...“ stotterte die Katze und stsrrte weiterhin auf das seltsame Schauspiel, weil die Verwandlung zwar einsetzen wollte, aber aus irgendeinem Grund nicht vollendete. Und erst jetzt kam die Verknüpfung. Schmerz... Owatu hatte Schmerzen. Das konnte nur.. ? Das war das Miststück! grell leuchtete das Amulett unter dem Stoff und hilfesuchend ging ihr Blick zu den Magier. Er hatte Paranoel auxh geholfen!

    „ Rhynn!“ schob der Elf genervt die Hand weg um Owatu in die Seitenlage zu bringen, offensichtlich hatte er sie schon mehrfach angesprochen, doch es rauschte nurnoch in ihren Ohren,dass sie ihn nicht gehört hatte.

    „ Geh! Ich brauxh Tariwurzeln! Drei Stück!“ wies er sie an und deutete auf den Wald und versuchte Owatus Kiefer auseinanderzuziehen, als Kerio gerade an Owatus Kopf in die Knie ging. Warum sie aufstand und ihren flügelmann alleine ließ, war ihr zunächst ein Rätsel. Vielleicht war es die Hoffnung endlich was richtig machen zu können und so Paranoel wirklich von nutzen sein zu Können, Owatu zu helfen. Rhynn sprang auf und drehte sich herum und sprang ins Dickicht. Heiler Tumult war nun ausgebrochen. Während die einen versuchten weiterhin wache zu halten, versuxhte Selphet seine Schwester zu Bändigen, die Karrun mit einer Pranke von sich weggedrückt hatte, damit er ihren Schnabel wieder freigab.

    Rhynn hastete durch den Wald, aufgewühlt und hektisch. Sie lief halb geduckt und was war sich durchaus bewusst, dass die Gefahr überall lauerte, doch irgendwie herrschte nurnoch dieser eine Gedanke in ihrem Kopf. Tariwurzeln... Tariwurzeln wachsen im Schatten.. Schatten gabs hier überall.. in der nähe von Rotschildfarn... und der wächst unter... Da! Rhynn fiel auf die Knie vor dem dürren Kraut, dass die dicken Knollen ankündigte. Schnell fuhren ihre Hände in das Erdreich und wollten die Wurzeln ausgraben, die der Heiler brauchte. Nur ein sirrender Schmerz im Nacken, ließ ihre Hand hochschnellen und kaum hatten ihre Finger den befiederten Pfeil gefunden, verschwamm die Welt vor ihren Augen, dumpf und trüb wurde alles, so dass Rhynn nichteinmal mehr mitbekam, wie sie auf den Boden sank

    Dann hieß es also schweigen. Die Kommunikation mittels Greifen war zwar praktisch, aber genauso tückisch und auf dauer vor allem Anstrengend. Das wurde schnell ein heiles durcheinander, also vermied man unnötige Unterhaltungen und gerade jetzt war ihr sowieso nicht nach Reden. Die Stimmung war gedrückt und vor allem angespannt, als die Gruppe durchs Dickicht huschte und wieder den Weg zurück zu dem felsen nahm, wo Rangolf noch immer Stellung bezogen hatte. Aufmerksam lag ihr Blick weiterhin auf ihree Umgebung, dass Nara‘tee noch mit Karrun scherzte schien so unpassend, dass ihr das Waschbärgesicht des Anführers nichteinmal ein schmunzeln entlockte.

    Maraks Stimmte brummte inden Köpfen der Anwesenden, der kurz die Sachlage weitergab und dabei seine Federn aufstellte, weil er Karruns Anspannung spürte.

    * Wenn Karrun zugibt, dass er Verstärkung braucht...* begann sie den Satz an Owatu schickend und schüttelte nun den Kopf. Mehr musste man nicht sagen. Ja.. der Mensch war oft der Meinung seine Truppe konnte alles schaffen... aber die Ungewissheit und die neuen Informationen machten ihm offensichtlich gehörig zu schaffen. Fahrig fuhr der Anführer mit dem Unterarm übers Gesicht und verwischte damit noch etwas von der Pampe und für mehrere Augenblicke sahen sich er und Paranoel nur an und dann nickten beide.

    * Naraniwen gibt Leander bescheid und führt die Verstärkung her.* verkündete er und schickte dann die helle Greifin links von ihnen durch den Wald. Sie würde noch eine geraume Zeit schleichen müssen, bis sie ungesehen vom Lager abheben konnte.

    * Bindet sie an die Bäume und kontrolliert die Knebel.* deutete Nara‘tee lautlos Rangolf, Nim und Theel. * Der Rest hält Wache.*

    * Paranoel fragt wies deinen Augen geht.* wandte sich Tameqa an Owatu und schien ebenso eingeschüchtert wie geschmeichelt, als Marak kurz an ihrem Ohr schnäbelte

    „ Tschuldigung.“ meinte sie erschrocken und ließ von der Verletzung ab und behielt nur ihre Hand Zwischen dem Gefieder und seiner Haut. Sie hatte ihm garnicht wehtun wollen nur nachsehen wie weit dieser Striemen ging. Aber ein Astpeitscher war zumindest etwas, wo wie wusste was zu tun war... etwas alltägliches und fast schon normal. Kein schmieriges Stinkendes Alchemistenzeug.

    „ Ich verbinde das.“ beschloss die Katze an Owatu gewandt und gab für einen Moment den Arm in Paranoels Hände ab.

    * Warum sagt er sowas denn nicht?* meinte Rhynn geknickt zu dem Braunen der über ihre Schulter blickte.

    * Würdest dus?* hakte er nach und schmunzelte als Rhynn ertappt in der Bewegung innehielt.

    * Nein... vermutlich nicht.* gab sie zu und zog den Tontiegel mit einer Salbe aus dem Futterstoff.

    Dafür hatte sie etwas anderes zugegeben...


    „Ich mach dir etwas Salbe drauf.“ warnte sie den Tua‘Tanai vor und tauchte ihren Finger in das honiggelbe Balsam um es danach vorsichtig auf den Strich zu streichen. „ Soll ichs verbinden oder ist es dir offen lieber?“


    „ Elendes Miststück...“ fluchte der Anführer und Nara‘tee hiefte den schmächtigeren Gefangenen auf Zuruleles Rücken. Wie ein nasser Sack hing er gefesselt über den Satteltaschen und versuchte sich nach seinen Leuten umzusehen.

    „ Wir müssen hier weg!“ verkündete Karrun knurrend und wischte sich die Hände an der Hose ab und kam im Lauf kurz ins Stocken, weil das mit dem über dem Greifen sehen doch nicht das wahre war.

    „ Wir sollten ihnen die Augen verbinden... ich weiss nicht welche Zauber sie noch wirken konnte und nurnoch das nötigste Sprechen.“ schlug der Magister vor und packte mit an den nächsten Gefangenen auf Marak zu laden.

    Rhynn sah verwirrt zu den anderen und dann wieder zu Owatu dessen Augen genauso wie Karruns noch immer verbunden waren.

    „ Was ist los?“ Fragte die Katze leise wusste allerdings dass Owatu genauso wenig Ahnung haben konnte wie sie und berichtete sogleich.

    „ Karrun lädt die Gefangenen auf.. er wirkt irgendwie ... genervt. Schlechte Neuigkeiten vermutlich. Nara‘tee verwischt die Spuren.. Tameqa bleib hinter uns.“ Die letzten Worte klangen wie eine sofortige Aufforderung, als sie sich zu Selphet herumdrehte und sich in den Sattel zog. Karrun scheuchte die Gruppe zurück in den Wald und sah sich ein letztes Mal auf der offeneren Stelle um.

    Ja sie hatte sich eine Aufgabe gewünscht, aber Karruns Gesichtsausdruck nach, würde dies eine undankbare werden. Rhynn griff sich einen schmalen Verband aus der Tasche und nahm von Paranoel die Mörserschale entgegen. Was war das nochmal? Fahlmoos und Leinfarn? Aschgrau mit einem Hauch Grün klebte die dickflüssige Masse an der Schalenwand auf die Rhynn einen Moment hinabstarrte. Für die Zukunft wollte sie bereit sein und versuchte sich die gerüche einzuprägen, doch nochmal nachzufragen wie dieses Zeug geheißen hatte mit dem Karrun und Owatu in Kontakt gekommen sind, traute sie sich nicht. Paranoel nicht und Kerio erst recht nicht.

    Mit dem Stößel kratzte sie über den Rand und hob dann beides Auffordernd nach oben. Besser nur Arbeiten... stell dich auf keine Seite... für einen Moment verzog Karrun noch eine Schnute und starrte an der Katze vorbei. Dann sah er kurz zu Tameqa und nickte schließlich.

    Rhynn hatte nicht viel Zeit um sich darüber gedanken zu machen, denn der Anführer setzte sich nicht auf den Boden so wie Owatu es getan hatte, sondern ging nur umständlich in die Knie und deutete so fast an, dass die Greifenreiterin sich beeilen sollte. Unruhig trommelte er mit den Fingern auf den Knien und kniff die Augen zusammen, als Rhynn den Umschlag auflegte und vorsichtig festdrückte. Das Zusammenknoten schien ihm ebenfalls zu langsam dass er selbst Blind nach den enden Griff und sie schlampig am hinterkopf zusammenknotete. Rhynn sah genervt nach oben, weil er sich einfach aufgerichtet hatte und sie so garnichtmehr ihre Chance hatte ihre Arbeit zu beenden weil sie einfach zu klein war um an seinen Hinterkopf zu kommen.

    „ Ha!.. Tameqa und Owatu haben ne neue Übungseinheit gefunden.“ grinste triumphierend und schritt erstaunlich selbstsicher hinüber zu den Gefangenen. Blind zwar, aber durch die Augen des Greifen zumindest eine grobe Ahnung wohin er welchen Fuß setzen musste, stieg er über einen der Hunde hinweg und beugte sich zu den Männern hinunter.


    Rhynn wischte mit einem Tuch grob den Mörser aus und legte ihn zurück in die Tasche und sah sich nach einer neuen Aufgabe um. Während Kerio, Karrun und Theel mit der Befragung beschäftigt waren, begann Nara‘tee die Hundekadaver in einen Busch zu ziehen. Bei jedem Tier verweilte er einen Augenblick während sein Blick von Trauer und Wut begleitet wurde. Natürlich konnten die Tiere nichts dafür... aber es war fast unmöglich solche abgerichteten Tiere nur außer Gefecht zu setzen, die Kämpften bis zum Schluss...

    Also tat sie es Nim gleich, der in ihrem Rücken mit dem Bogen in der Hand in den Wald blickte und lauschte.

    „ Hier für gleich... oder später.“ Bot Paranoel flüsternd Owatu erneut die hälfte der kleine Phiole an in dem er sie in seine Handfläche schob und die Finger darum schloss.

    Rhynn schob das Khopesh zurück in die Halterung und umrundete Tameqa um neben ihr Stellung zu beziehen. Einen Pfeil anlegend blickte sie in das Dunkel als Owatus Linke Hand langsam den Hals hinabrutschte. Normalerweise, wäre das nichts aufregendes. Sollte er sich ausruhen.. doch ein roter strich, zog sich von seinem Handgelenk ausgehend weiter über die Haut bis er im Stoff verschwand. Was hatte er denn nur gemacht?!

    Rhynn nahm die eine Hand vom Bogen und unsicher griff sie mit spitzen Fingern an den Saum und zog den Stoff weiter hinunter.

    Der dicke fast wulstig geschwollene Strich zog sich immer weiter und war an der dicksten Stelle sogar aufgegangen.

    „ Was hast du gemacht?!“ entkam es ihr besorgt und überrascht als sie im ganzen und nun mit zwei Händen das Hemd aufrollte und den Arm von den Federn weghob, damit die offene Stelle nicht damit in berührung kam.

    Na toll das wars jetzt... kam ihr der Gedanke als Karrun Kopfschüttelnd auf sie zuging. Was war denn nun richtig? Ihren Stolz herunterschlucken und zugeben, dass sie das ganze nicht packte oder einfach so zu tun als wäre alles in Ordnung nur damit im nachhinein etwas passierte? Nein. Ihr Stolz war es nicht wert, dass Owatu oder den anderen etwas geschah. Rhynn zog die Augenbrauen zusammen und knetete die Hände. Es ging hier doch nicht um sie!?

    „ Karrun das meine ich nicht..“ widersprach sie ihm doch der Anführer schien ziemlich überzeugt, dass es daran lag, dass sie einfach Lampenfieber hätte. Sie hatte ihm nicht unterstellen wollen eine falsche Einschätzung gemacht zuhaben, zumindest zunächst nicht... denn im nächsten Moment erzählte er von seinem ersten Fehler. Was wenn er noch ein Fehler gemacht hatte weil er sie in seiner Schwadron haben wollte? Wenn wegen ihr dies alles Scheiterte?

    Sacht schüttelte die Greifenreiterin den Kopf. Sie konnte ihn nicht beschützen, warum sah er das nicht?

    Vorwurfsvoll blickte sie nun den Menschen an, der da vor ihr Stand und versuchte ihr gut zuzureden und schlug dann doch die Augen nieder.

    Doch plötzlich veränderte sich seine Stimmlage und Hoffnung keimte in ihr auf. Wie konnte man zugleich Froh sein und diese Bitterkeit empfinden? Wie eine Niederlage...

    „ Danke.“ murmelte sie trotzdem ehrlich, als Karruns Hand an ihren Oberarm ging um sie aufmunternd zu drücken und sie diese Geste bei seinem erwiederte. Den Gesichtsausdruck kannte sie.... auch wenn er nicht offiziell jemanden an Owatus Seite stellen würde... zumindest ein Auge hatte er auf ihn, das brachte Erleichterung.

    Mit gesengtem Kopf folgte sie nachdenklich dem Anführer zurück zum Heiler, der Gerade

    „ Hier. Nicht das sich das bei dir infiziert.“ dirigierte das Spitzohr Karrun näher und deutete mit dem grünen Klecks auf seinen Fingern auf die Augen.

    „ Aber. Ich kann jetzt keine Augenbinde gebrauchen.“ widersprach der Mensch und wich eine Hand abwehrend ausgestreckt aus.

    Unwohl lehnte sich Rhynn etwas zur Seite, als könnte sie damit der Hand ausweichen die dort auf ihrer Schulter lag. Doch sie direkt abzustreifen wäre zu unhöflich und direkt gewesen und was für einen Grund gäbe es denn dazu, außer demonstratrive Abneigung? Sie wollte keinen streit und unstimmigkeiten anzetteln, jetzt wo sie nichts tun konnte, außer Betreten danebenzusitzen. Und Paranoel so enttäuscht von ihr war, dass er ihr die Aufgabe zu wieß Karrun zu holen. Da kam kein, „Halt den Verband“ oder „ Nimm die Schüssel.“ wie es sonst üblich war und auch keine Belehrungen was man zu beachten hatte. Eine Hand fuhr an ihren Unterarm, als sie sich aufrichtete und vom Boden hochstemmte. Noch immer ruhte ihr Blick auf Owatu. War er auch enttäuscht von ihr?

    Als sie von Kerio angesprochen wurde, hob sie zwar den Kopf, sah aber den Magister nicht an. Die Worte hätte er sich auch sparen können... Sie sollte froh sein? was hätte sie darum gegeben, wenn sie gewusst hätte was dieses Zeug ist?! Dann hätte sie direkt helfen können und würde sich nicht so nutzlos fühlen.

    Iritiert blickte sie ihn nun doch an. Was sollte man denn mit Feuermagie an den Augen? Außer sie sich zur Unkenntlichkeit auszubrennen?

    „ Das sollte man wohl nicht, wenn man sie behalten möchte.“ schüttelte sie noch immer etwas verunsichert den Kopf und wandte sich dann ab um zu dem Anführer zu gehen.


    Kerio ließ sich neben dem Heiler in die Hocke sinken und atmete hörbar aus.

    „ Das ist nicht einfach...“ murmelte er und fuhr sich mit der Hand übers Gesicht. Jedesmal, wenn er versuchte mit ihr ins Gespräch zu kommen blockte sie ab und sogar ein gut Gemeintes Wort schien garnicht bei ihr anzukommen.

    „ Nein, das ist es nicht.“ gab ihm der Heiler Recht und sah kurz hinüber zur Katze. „ Sie war noch nie sehr empfänglich fürs gut-Zureden oder für solche Dinge.“

    „ Sie sieht enttäuscht aus.“ fiepte da die kleine Flamme und flatterte auf Owatus Knie.

    „ Das braucht viele Jahre Übung die richtigen Worte zu finden, hm Owatu?“ grinste der Heiler müde und klopfte dem Tua‘Tanai auf den Oberarm.

    „ Du solltest dich auf Tameqa setzen. Wir können nicht hier nicht solang bleiben.“


    Karrun war gerade damit beschäftigt, die Frau festzuhalten, während ihr Theel versuchte ein Seil um die Mitte und die Hände zu binden, ohne von ihren Tritten getroffen zu werden.

    „ Paranoel hat eine Salbe für dich.“ kam es kleinlaut von der Greifenreiterin, als der Elf einen Fuß packte der ihn gerade an der Seite getroffen hatte. Die Augen des Anführer waren zwar Rot, aber beiweitem sah er nicht so schlimm aus wie Owatu.

    „ Gleich.. ich muss erst..“ knurrte der Anführer, denn obwohl sie sehr schmächtig wirkte schien die Frau eine enorme Ausdauer zu haben.

    Viel zuviel Zeit um von ihrer Hilflosigkeit erdrückt zu werden . Was wenn es einmal wirklich ernst wurde? Dieses Mal war es eine Ungefährliche Kleinigkeit, aber was wenn es das nächste Mal um Leben oder Tod ging und sie nicht wusste wie man helfen konnte? Oder zu langsam war um rechtzeitig jemandem zu hilfe zu kommen? Owatu zu hilfe zu kommen. Wenn sie die Gruppe behinderte und in Gefahr brachte? Ein Kloß bildete sich langsam in ihrer Kehle und schließlich schafften sie es die Frau auf den Boden sinken zu lassen. Wie ein Wurm wandte sich sich und brummte gegen den Knebel an, den sie ihr verpasst hatten. Sie war nicht nur beissfreudig sondern spuckte auch noch gern, wie Theel hatte am eigenen Leib erfahren musste. * Ginge das wir Nara‘tee an Owatus Seite stellen?* fragte Rhynn das dunkle Männchen in dem Wissen, dass er es sogleich an seinen Reiter weitergeben würde. Vermutlixh war es ein Fehler, aber sie wollte nicht, dass wegen ihr irgendwer Schaden litt.

    * Warum? Was ist los?* fragte die Stimme in ihrem Kopf, während sie aber Karrun ansah.

    * Ich will nicht dass ihm was passiert nur weil ich..* begann sie brach aber dann ihren Gedanken ab. Weil sie die Folgen gleichermaßen Fürchtete. Würde Karrun sie heimschicken? Hatte sie zuviel verraten? Vermutlich war es besser so...


    Kaum hatte er sich in den Sattel gehoben, hatte sich Rhynn bereits ungedreht und wühlte in ihrer Tasche nach einer kleinen Phiole und löste einen Handschuh vom Gürtel. Wenn Paranoel helfen konnte, dann nur wenn er wusste worum es sich bei dem Zeug handelte. Als sie hörte und schließlich sah, dass Owatu wieder abstieg, ließ sie nur den Kopf schütteln. Hätte er nicht noch ein paar Sekunden warten können dann hätte sie ihm die Waffe reichen können. Schlierig schwarz zog sich der anfängliche Staub nun in flüssigen Fäden im Inneren des Glases, nachdem sie das Blatt dort hineingestopft hatte. Gut, dass sie das meiste schon auswaschen konnten, so schnell wie sich die Substanz verändert hatteund hoffentlich wusste Paranoel Rat. Tameqa spazierte vorraus, duckte sich beinahe übervorsichtig unter den Ästen hindurch, damit Owatu von keinem Zweig getroffen werden konnte. Immer wieder wenn sie ein wirksames Kraut entdeckte bückte sich die Greifenreiterin um einige der Pflanzen die hier üppig wuchsen einzusammeln. Manche wirkten Abschwellend, andere Fiebersenkend und wieder andere gegen diverse kleinigkeiten. Doch wenn sie schon nichts wusste, wollte sie wenigstens für alle Fälle gewappnet sein.

    Vollgepackt mit dem Grünzeug trat sie hinter Tameqa aus dem Schatten. Der helle Pflanzensaft des Zwergenginster juckte entsetzlich auf ihrem handrücken, so dass sie erst alles auf einem Halbwegs sauberen Fleckchen auf den Boden legte um dann Eine Hand nach Owatu ausstreckte um ihn aus dem Sattel zu führen.

    „ Paranoel?“ fragte sie blind nach hinten und fegte mit dem Fuß einen Ast beiseite, damit sich Owatu setzen konnte. „ Setz dich hier hin.“ dirigierte sie und in dem Moment ging der Elf neben ihr in die Hocke und sog schmerzvoll Luft ein.

    „ Warum hat er noch keinen Umschlag drauf? Wenn die Haut da aufgeht...“ wollte der Elf wissen und drehte Owatus Gesicht mit zwei Fingern in seine Richtung und rückte ein wenig aus dem Sonnenlicht, damit er keinen Schatten mehr auf den Tua‘Tanai warf.

    „ Ich..“ stotterte die Katze und blickte unwohl zu Boden. Was hätte sie denn draufschmieren sollen? Auf Verdacht? Das hier war keine Übung sondern Ernst, verdammt nochmal.

    Rhynn hielt dem Schwadronsheiler die Phiole vor die Nase und der blonde Elf zuckte sofort von dem Gestank zurück, das das Zeug mittlerweile verbreitete.

    „ Was würdest du für einen Umschlag draufmachen.“ fragte der Heiler und zog eine Ölfläschchen aus ihrer Medizintasche. Die Katze zuckte mit den Schultern und fächerte das Bündel vor sich aus.

    „ Ich.. also..“ überfordert strich sich die Katze durchs Haar und wusste keine Antwort. Überhaupt war ihr Hirn wie leergefegt.

    „ Du weisst doch was das ist?“ drängte er weiter zu einer Antwort, weil er die Katze so garnicht kannte. Normalerweise, blühte sie unter Druck mehr auf. Ein Schatten legtesich über die Drei als Kerio von oben herab auf die Phiole schaute und der Katze eine Hand auf die Schulter legte

    „ Bah das Zeug kenn ich... das ist richtig fies.. Keine Sorge mit Fahlmoos und Leinfarn, geht die Schwellung schnell zurück.“ versuchte er ihr Mut zu machen, doch irgendwie bewirkte es bei der Katze das Gegenteil. Zunächst erfüllt von Unglaube sah sie zu Paranoel, doxh der schien irgnedwie enttäuscht, dass seine beinahe Schülerin die Antwort nicht gewusst hatte, dass sie sofort wieder zur Seite sah. Sie wusste noch immernicht was das für ein Zeug war und ihm ging das so leicht von der Hand? Stellte sie hier bloß, vor Paranoel und Owatu. Schwer schluckte sie ihren Ärger herunter und offensich konnte sie noch nichteinmal was tun, denn der Elf hatte bereits alles zusammen in den Mörser geworfen.


    „ Brennt es noch? Und ich nehme an du siehst alles sehr verschwommen?“ fragte Paranoel Owatu und drückte die beiden Zutaten mit dem Öl zu deinem dicken Brei. „ Viele Alchemiestudenten, kommen mit genau diesen Verletzungen von diesem Zeug ins Lazarett. Ihr habt das ja gut ausgewaschen und die Schwellung geht schnell wiederzurück. In einer Halben Stunde sollte das schlimmste überstanden sein. Keine Sorge.“

    Darauf konnte sie nicht antworten... Sie wusste nicht was das für ein Zeug war das dieses Miststück benutzt hatte. Und dieser Gedanke, das es durchaus sein konnte, dass es ihn erblinden würde war allgegenwärtig.. doch genauso die Angst, dass es auf den Kreislauf schlug, oder ein Gift sein konnte, schnürte ihr die Kehle zu. Ihre Finger fuhren sachte über die Rötungen, an den stellen wo sich das Zeug festgesetzt hatte und zog die Geschwollenen Augenlieder auseinander.

    „ Gut..“ nickte die Katze und goss noch einen Schwung nach. „sobald sich irgendwas ändert sag‘s.“

    Rhynns Hände legten sich an seine Wange und dirigierte sein Gesicht direkt vor ihres.

    „Kannst du sie öffnen? Ein bisschen?“ fragte die Feldsanitäterin und versuchte mit zusammengekniffenen Augenbrauen seine Augen zu inspizieren und half schließlich mit den Fingern selbst ein wenig nach.

    * Gleich.. erst muss das Zeug raus. Ich weiss nicht was das für ein Zeug ist.* antwortete sie der Greifin ohne sich wirkli h darauf konzentrieren zu können. Paranoel war eine gute Idee... sie selbst war so ratlos bei der Sache.

    „ Deine Pupillen sind riesig...“ stellte sie murmelnd fest und schüttelte den Kopf. Geweitete Pupillen und dermaßen geschwollen und gerötet..natürlich schlug sowas auch auf den Sehnerv . „ Das könnte ein Grund sein. Steig auf. Wir müssen zu Paranoel. .“ gab sie zu und drehte ihn zu der Grauen und führte seine Hand zum Sattelknauf. Sie wusste nicht womit sie es zu tun hatte und am ende würde sie es noch schlimmer machen... was konnte sie eigentlich?

    Rhynn, die schon im Begriff gewesen war, weiter auf den Wald zuzugehen, hielt in ihrer Bewegung inne. Wenn sie jetzt nach ihnen suchen würde, würde sie ihnen wohl eher ins Gehege kommen. Egal wie gefährlich das war... Immerhin waren sie mit Tameqa zu dritt...

    Rhynn presste die Lippen aufeinander und wollte sich schon wieder herumdrehen, als hinter ihnen etwas raschelte und Karrun mit einer Gefangenen aus dem Dickicht trat.

    Eigentlich erwartete Rhynn, dass ihr Flügelmann gleich hinter dem Anführer und der Zappelnden Frau auftauchen würde, doch er kam nicht...

    „ Was geworfen?!“ fragte die Katze und ihr schwante übles und ihre Beine machten sich schon von alleine auf den Weg um ihre Medizintasche zu holen noch bevor Karrun irgendeinen Befehl äußern konnte.

    „ Ich weiss nicht. Rauch und es brennt, vielleichts br-.“ doch weiter kam Karrun garnicht da huschte die Katze bereits den Weg entlang den er gerade gekommen war und auch Selphet ließ sich nicht lange bitten und folgte seiner Gefährtin. War das der Grund warum Owatu nicht kam? Wie konnte er ihn dort nur alleine lassen? Nur leicht geduckt folgte sie den Spuren die der Anführer hinterlassen hatte und wischte einige Äste beiseite, die ihr den Weg versperren wollten.

    * Tameqa?!* sandte sie der Greifin, denn der Weg schien irsinnig weit den sie bereits zurückgelegt hatte... hoffentlich folgte sie nicht der falschen Spur.

    * Hier.* bekam sie fast prompt eine Antwort. Und geduckt zwischen einigen Brombeerhecken, sah sie die Graue, wie sie versuchte Owatu den halt zu geben den er brauchte und gleichzeitig schien der ganze Bereich dunkler eingefärbt wie klebriger Staub, der sich auf die Blätter gelegt hatte. Owatus Augen waren geschwollen und den tastenden Bewegungen nach schien er nicht allzuviel sehen zu können. Die Haut im Gesicht und an den Händen war beinahe knallrot, trotz seiner gebräunten Hautfarbe.

    „ Owatu? Nicht! Halt still.“ zischte sie ihn an, als er erneut mit den Händen über die Augen rieb. Rhynn stürmte heran und ihr erster Griff ging an den Harnisch umihn ein Stück auf ihre Höhe hinabzuziehen. „ Jetzt hör doch auf zu reiben. Du reibst die Haut... “ ermahnte sie ihn und zog die eine Hand weg, die er gerade wieder nach oben führen wollte. Und sei es nur um das Wasser aus dem Gesicht zu wischen.

    Das meiste schien er bereits abgewaschen zu haben und trotzdem zogen sich noch Dunkle schlieren von dem unbekannten mittel durch sein Gesicht. Die Haut spannte bereits und glänzte, als könnte sie jeden Moment an einigen stellen aufreissen.

    „ Was ist das nur...“ knurrte sie und hielt seine Hand weiterhin fest während sie ein besudeltes Blatt vom Boden aufhob und daran roch.

    „ Stinkt .. beinahe ... wie ..“

    War das ein Sud aus, Ichtüs? Nein eher...

    „ Sporen von ... ach was weis denn ich... Könnte auch was anderes sein.. Gib mir den.“ verlangte sie geradezu und nahm ihm den Wasserschlauch aus der Hand.

    „ Kopf auf die Seite.“ forderte sie in Heilermanier und ließ langsam das Wasser über seine Augen rinnen und versuchte den Rest des dunklen schmieren Zeugs auszuwaschen.

    „ Du brauchst einen Umschlag.. irgendwas das die Schwellung...... du hast das Zeug doch nicht eingeatmet oder? Schwindel? Atemnot? Ohrenrauschen?! Oder ein kribbeln im Gaumen?“

    Rhynn kniff die Augen zusammen, egal was kommen würde, sie durfte den Mann nicht loslassen. Vor dem Hund hatte sie weniger Angst als vor einem Mann, der sie packen und festhalten konnte. Der Hund tat nur was ihm befohlen worden, war kein Tier war von grundauf so bösartig wie ein Zweibeiner. Doch der Schmerz blieb aus, Nur ein heftiges Ziehen fuhr durch ihren Körper als Selphet in letzter Sekunde zu hilfe kam und den Köter von ihr wegriss, der sich bereits in der Armschiene mit den Zähnen verkantet hatte. Der Schwung hätte sie beinahe von ihrem Gefangenem mit herunterbefördert, doch warf sie nun ihr ganzes Gewicht zurück auf den Rücken des Mannes um ihm die Hände zusammenzunehmen. Selphet schüttelte seine Beute und ließ sie dann achtlos fallen, als er sah wie sich der Hundeführer unter seiner freundin wehrte. Knurrend sprang er näher und drückte den Kopf des Mannes mit einer Pranke in den Dreck.

    * HALT STILL!!! Oder ich zerquetsche deinen Schädel!* drohte er laut und verlagerte demonstrativ das Gewicht weiter nach vorne, dass der Kerl nur aufschrieh und dann schnell die Hände im Rücken zusammenzuführe.

    Schnell zog Rhynn die Riemen fest und kletterte von dem Gefangenem um sich umzusehen. Paranoel lag auf dem Rücken und schob sich mit einem Bein unter seiner Greifin heraus. Während Kerio gerade die Feurige Hand sinken ließ um sich ebenfalls nach den beiden umzusehen. Die Waffe erhoben, machte sie sich bereit sogleich den nächsten Gegner abzuwehren, doch gerade schien das garnichtmehr nötig. Zwei dunkle Haufen, lagen versengt übereinander und der Gestank nach verbranntem Fell und Fleisch drang an ihre Nase. Kerio atmete schwer stürzte offensichtlich hatte er zwei der Hunde selbst abgewehrt.

    Halt suchend fuhr ihre Hand an Selphets Kopf um sich von dem Mann aufzurappeln und um den Braunem für die Hilfe zu danken fuhr sie ihm Kraulend durch die Daunen. Der Schreck saß noch tief und Männer waren weiterhin achtsam..

    „ Wo sind Owatu und Karrun?!!“ warf sie erschrocken ein und suchte den Waldrand nach ihnen ab, offensixhtlich bereit auf der Suche nach ihnen durch den Wald zu stürmen.


    Karrun setzte der Frau nach. Sie durfte nicht entwischen! Er ignorierte das Brennen in den Augen und in der Lunge die nach Luft verlangte, als er ihr zwischen den Bäumen hinterhersprintete. Plötzlich stolperte die Frau und Karrun bekam ihren Umhang im Rücken zu fassen. Schwungvoll riss er daran und beförderte die Flüchtende direkt in seine Arme. Nur kurz gelang es ihr zu schreien, bevor Karrun ihr die Hand auf den Mund presste und sie somit zum schweigen brachte. Wild schlug die Frau um sich fürchtete offensichtlich um ihr Leben, als Karrun sie zurück zu Owatu schleifte.

    Schnell erfasste er das Problem, das Owatu zu haben schien und drehte ihm die Seite zu an dem sein wasserschlauch hing.

    „ Spül dir die Augen aus! Das ganze Gesicht und die Hände gleich mit!“ beschwor er ihm und zuckte unter einem lauten „ Au!“ zusammen, als die Frau es schaffte ihre Zähne in seine Finger zu versenken. Doch der Griff um ihre Körpermitte war so unerbitterlich, dass sie nicht entkommen konnte.

    Die Blätter peitschten an ihr Vorbei und rissen der Späherin die Kapuze vom Kopf als sie vor dem Tua‘Tanai flüchtete. Das aschlonde Haar wehte in verfilzten Strähnen hinter ihr her und machte es so noch einfacher für Owatu, sie in der dunkeltrüben umgebung des Waldes auszumachen, wann immer das Tageslicht durch die Blätter brach. Die Schritte hinter ihr wurden lauter. Er war viel zu schnell! Unter einem Ast hindurchtauchend, packte sie Mit beiden Händen einen langen biegsamen Zweig der auf Kopfhöhe aus einer Jungen Weide wuchs und ließ sich mit aller Kraft fallen um in unter kräftiger Spannung durchzubiegen. Die Frau hoffte einfach darauf, dass ihr Verfolger schon nahe genug war und ließ den Ast los und rannte weiter. Peitschend schoss der Ast auf Owatu zu, während Tameqa seitlich hinter Ihrem Freund ausbrach um die Verfolgung aufzunehmen. Im jagen war sie gut... sie liebte das und das blut rauschte durch ihre Adern, als sie spielerlisch vor ihre Beute preschte und ihr den Weg blockierte um sie wieder zurück zu dem tua‘Tanai zu treiben.

    Doch wie aussichtslos die Situation war, erkannte die Gejagte erst, als Owatu vor und Karrun links von ihr auftauchte. Schnell tasteten ihre Hände ins Innere des Überwurfs.


    Rhynn holte mit der Waffe aus, denn zum ausweichen war kaum genug Platz und mit der wendigkeit des Vierbeiners, konnte sie wohl kaum lange genug mithalten. Der Abgerichtete Hund war Jung, aber nicht weniger Kräftig und als er vom Boden Absprang, riss die Katzenfrau das Khopesh herum. Die Wucht des Tieres hätte sie beinahe mit umgerissen, als die Klinge auf Fleisch traf und Rhynns linkes Bein um gut eine Elle nach hinten rutschte. Jaulend landete das Tier auf dem Boden, fast zeitgleich mit seinem Menschen. Doch anders als der Hund versuchte sich der Hundeführer zähneknirschend wieder aufzurichten. Die Greifenreiterin wirbelte ihre Waffe herum und wischte dem Mann mit ihrem Fuß den Arm weg, den er gerade benutzen wollte um sich vom Boden aufzurappeln. Schnell drückte sie den Angreifer mit dem Knie zwischen den Schulter Blättern geübt zu Boden und wollte ihn festsetzen. Als ein schneller Schatten auf sie zuschoss. Der Cath’Shyrr blieb nur zeit den Arm hochzureissen um ihr Gesicht vor den Zähnen des Hundes zu schützen und sich ein wenig mehr auf ihren Gegner zu ducken.

    Rhynn versuchte ihr linkes Bein in sicheren Stand zu bekommen, bevor Paranoel gegen sie kippte. Auf hilfe konnte und wollte sie sich in so einer Situation nicht verlassen. Gegen die ganzen Vorurteile Arbeiten, dass sie zu schwach war um einen Kameraden zu tragen, das war immer der größte Ansporn gewesen. Aber diesmal war es keine Übung und Paranoel half soweit es ihm möglich war mit.

    „ Hoch mit dir.“ presste sie zwischen den Zähnen hervor und stemmte sich vom Boden ab, dass ihre Muskeln schmerzten und wankend kamen die beiden zum stehen. Ihre Finger klammerten sich um das Handgelenk als sie sich umsah und versuchte die Lage einzuschätzen. Selphets Körper schirmte sie zwar von dem Tumult ab, aber genau desswegen war kaum noch etwas zu erkennen.Trabend polterten mehrere Pfoten über den Boden und selphet spreizte die Flügel und machte fauchend einen Satz nach vorne um sich den nächsten Jagdhund zu schnappen, der aus dem busch gesprungen war.

    Rauschend tauchte Tameqa vor ihr auf und schaffte es nur knapp zu bremsen, ohne in die Zwei hineinzurumpeln.

    Rhynn fing mit der Rechten die Waffe auf, die die Graue fallen gelassen hatte, bevor sie ihrem Gefährten und dem Anführer hinterherrannte.

    Paranoel versuchte sich von Rhynn zu lösen um sie nicht weiter zu behindern, doch so ganz wollte sie ihren Schwadronsheiler nicht loslassen. Er war wirklich bleich um die Nase und Naraniwen schwankte auch noch unkoordiniert.

    * Selphet!* rief sie dem Braunen zu und sandte ihm das Bild von vier weiteren Hunden, die dicht gefolgt von einem Mann zwischen zwei Wacholderbüschen hinausrannten. Irgendwie schien der Mann überrascht bevor er die zähne fletschte wie seine Hunde, denn eigentlich hatte er nicht damit gerechnet, dass die Greifen noch standen. Die Greifenreiter hetzen und zum lager treiben, das wäre seine Aufgabe gewesen nachdem sie betäubt worden waren.

    Rhynn hob das Khopesh höher, bereit einen der Köter oder gar den Mann selbst abzuwehren.


    Karrun schlich durch das noch immer leicht nasse Blattwerk. Nun galt es weitere Angreifer aufzuspüren, bevor sie auf seine Männer losgehen konnten oder irgendwer vorrausrennen würde, um Alarm zu schlagen. Owatu musste etwa 10 Schritt links von ihm sein... eine Abschätzung denn hören konnte er ihn nicht. Obwohl der Schwadronsführer Aufmerksam war, bemerkte er die schlanke verhüllte Frau zunächst nicht, die sich hinter einem, Vom Sturm gebrochenem, Baumstamm versteckt hatte und nun mit einer Handbewegung die Falle auslöste. Ohne darauf zu achten, ob ihr Opfer in die Falle gegangen war, rannte sie los. Sie musste zurück zum Lager und berichten.. dieser Kolobrin hatte es vermasselt und es waren viel zu viele Greifenreiter gewesen, doch ihre Fluchtroute kreuzte genau Owatus Schleichweg...

    Eigentlich sollte er liegen bleiben, doch das hier war nicht das Lazarett, sondern ein Einsatz wo es darauf ankam schnell wieder auf die Beine zu kommen, also legte sie sich Paranoels Arm auf ihre Schulter um ihm in dieser halb sitzenden Position Halt zu geben. Die Hoffnung die in den blauen Augen des Elfen spiegelte, ließ sie nur schweigend die Hände der Männer beobachten. Und es sah genauso aus wie das was Kerio zuvor bei Owatus Amulett gemacht hatte, vielleicht war die ein oder andere Bewegung anders... aber was verstand sie schon davon. Nur das Paranoels Atmung langsamer wurde und sein Gesichtsausdruck nichtmehr ganz so gequält wirkte, ließ sie glauben, dass vielleicht nicht Alles was von den Stadtmagiern Magiern kam, so schlecht sein musste. Immerhin hatte Kerio dem Elfen geholfen.

    Für kaum eine Sekunde war ihr Blick zu Owatu gewandert. Wenn das half und ihm wirklich niemand was böses wollte? Doch wenn er in seiner Meinung festgefahren war, konnte vermutlich nur noch Tameqa ihn umstimmen.

    Außerdem hatte Rhynn gesagt, sie wollte sich nicht einmischen.... Aber was wenn sie ihn im Gefecht nicht beschützen konnte? Wenn sie versagte?! Fast ruckartig fuhr die Katze zusammen. Nicht nur der Gedanke, vielleicht vor Karrun zuzugeben, dass sie sich dem nicht gewachsen fühlte, nein auch der plötzliche Aufruhr gleichermaßen hatten sie erschreckt. Ihr Bogen war zu weit weg. Warum hatte sie den auch fallen lassen? Doch Paranoel hing noch auf ihrer Schulter, so dass sie trotz ausgestrecktem Arm nicht an das geschwungene Holz herankam.

    Selphet knurrte irgendwo in ihrem Rücken, das er hier war gab ihr Sicherheit und dennoch hätte sie viel lieber diese blöde Waffe!


    Kurz quietschte die Greifin im Gebüsch auf und ruckhaft zuckte sie von ihrem Gegner weg, alshabe sie irgendwas am Schnabel getroffen. Doch sogleich setzte sie wieder zu einem Angriff an. Nara‘tee schritt leise schleichend, einen Pfeil an der Sehne, auf der Gegenüberliegenden Seite den Waldrand zu.

    Rascheln... flink, deutlich und dennoch schwer zu orten.. bis ein großer grauer Hund aus dem gebüsch sprang und den Tua‘tanai Angriff. Beim ersten Mal konnte die Hyäne ausweichen, doch das abgerichtete Tier verbiss sich in Nara‘tees Unterarm und riss an seiner Beute.

    Rhynns Kopf zuckte erschrocken nach oben als Owatu zugab, das Amulett verbrannt zu haben. Mit der Linken Hand griff sie in Paranoels Nacken um, damit sie ihn weiter stützen konnte. Was tust du denn da?! Verriet ihr Blick als sie den Mauersegler fast vorwurfsvollansah. Nicht etwa weil er sie da mit hineinziehen könnte, vielmehr weil er zuvor noch so starr darauf beharrt hatte seinen Stolz zu wahren. Schweigen wollte sie dem Magier gegenüber und hätte es auch getan, doch die iritierte Nachfrage Kerios ließ sie fürs erste ganz leicht den Kopf schütteln.

    „ Was warum?“ warf der Magister ungläubig hinterher und sah nun zwischen den beiden Greifenreitern hin und her. Nun wurde Rhynn heiss. Ob vor Scham, weil sie der Blick des Mannes traf oder vor Wut, weil sie ihren Flügelmann verteidigen wollte.

    Es war Owatus gutes Recht! Ihr Herz schlug weiterhin so dass es in ihren Ohren pochte.

    „ Das ist unsere Sache.“ antwortete sie ernst und brach den Blickkontakt erst ab, als Paranoels Hand in der Luft schwebte, als wollte er sich ein wenig aufrichten. Ja es war ihre Sache, da schloss sie sich nicht aus. Sie hatte das Feuer entfacht und vorgeschlagen das Amulett zu tauschen, sie hing da genauso drinn wie Owatu. Kerio blinzelte mehrfach, offensichtlich verwirrt von dieser Ansage und entließ dann langsam die angehaltene Atemluft durch seine schmalen Lippen. Ja, Rhynn war aufgebracht gewesen, als er diesen Zauber gewirkt hatte, aber dass hätten sie doch melden müssen?!

    „ Ehm...“ stotterte er herum und die Greifenreiterin wunderte es wirklich, dass er so ruhig blieb, eher schien er weiterhin nachdenklich. „ Wenn... also... ich weiss ich habe einiges Falsch gemacht. Ich verstehe eure Einstellung sehr gut. Ihr kennt mich nicht... aber ich wollte wirklich nur helfen.“ er nickte ernst und appelierte wohl hauptsächlich an Owatu, denn die Frau sah garnichtmehr von dem Schwadronsheiler auf.

    „ Ich kanns nur anbiet-.“

    „ Würd.. et ihr es an mir aus..probieren?“ presste Paranoel hervor undals er sich weiter aufrichtete hustete er.

    „ Wenn ich darf..?“ begann der Mensch nun kleinlaut und streckte die Hand nach Paranoels aus, die das Amulett unter dem Harnisch hervorfriemelte.

    „ Mir ist alles recht... solang ich das nicht nochmal erleben muss.“ schnaufte er entschlossen und wurde in Rhynns Armbeuge ein wenig schwerer. Offensichtlich war er erleichtert, dass die Schmerzen nachgelassen hatten und er wieder Herr seiner Sinne war.

    Rhynn war Erleichtert, dass es sich bei den Schritten nicht um Kerio gehandelt hatte, sondern um Nara‘tee. Zustimmend nickte sie, denn natürlich ging es beim spähen darum gerade nicht bemerkt zu werden. Aber was wenn nur auskundschaften gar nicht in ihrem Sinne gewesen war, wenn sie sie nur einen nach dem anderen ausschalten wollten? Rhynn ging die vorherigen Gegebenheiten noch einmal im Kopf durch. Wieviele hätten sie in der kurzen Zeit wirklich ausschalten können? War es nicht töricht so einer übermacht an Greifenreitern gegenüberzutreten? Vielleicht hatten sie doch etwas in der Hinterhand...

    ihr Blick huschte zu dem Gefangenen. Ein fahler Mann mit Unregelmäßigen Bartwuchs und speckiger Kleidung unter seinem Umhang starrte entschlossen zu Karrun auf. Es war offensichtlich dass es einige überredungskunst brauchen würde, bis dieser Kerl mit Informationen rausrückte.

    Genauso schien es der Tua‘Tanai auch zu sehen und ihre gedanken schweiften zurück zum gestrigen Tag. Wie die Flamme vor dem Gefangenem schwebte und ihm die Haut versengte. Nur kurz verzog die Cath’Shyrr das Gesicht, sie empfand kein Mitleid für diese Leute, aber die Vorstellung wie sich das Feuer in die Haut fraß stimmte sie Nachdenklich. Und Owatus Worte, welche den Magister betrafen, ebenfalls.

    Was konnte dieser Kerio eigentlich genau? Ja er war Magister, aber sein Magisches Wissen schien sich auf so vieles Auszudehnen, dass sie owatus Worten zustimmen musste. Man konnte nicht auf mehreren Bällen gleichzeitig tanzen....

    Diese Flamme schien eine Art Folter... Kämpfen konnte er auch, sonst hätte er den Magier auf der Lichtung nicht so schnell überrumpeln können. Sich aber gleichzeitig mit Ritualen und Schutzzaubern auskennen? Und dann war da noch diese Verwandlung...

    Wenn er sich nun, zwar auf vielen Bereichen ein wenig auskannte aber nicht genug um alle Risiken auszuschließen? Dann hatte Owatu die ganze Zeit recht behalten und es war vielleicht sogar gefährlich dem Feuermagier blind zu vertrauen. Nur... wie sollte man jemanden einschätzen den man kaum kannte?

    Karrun vertraut ihm.... sie sind doch wie eine Familie für dich .... Familie sollte man vertrauen.


    Nachdenklich fuhr sich Rhynn mit der Hand über den Kopf und vergrub ihre Hände in dem wirren Knoten, der ihre Haare zusammenhielt, als Naraniwen versuchte aufzustehen. Rhynns Kopf fuhr herum und überlegte, ob sie Paranoel helfen sollte, das Weibchen zu beruhigen oder sie mit ihm zu stützen, doch einer betäubten Greifin unaufgefordert zu nahe zu kommen, konnte enorm Gefährlich sein.

    Doch dann glitten die schlanken Finger des Elfen vom Schnabel langsam und wie in zeitlupe, ging Paranoel zu Boden. Beinahe hätte die Katze ihren Bogen fallen gelassen, als sie unterbewusst mehrere Schritte auf den Schwadronsheiler zumachte. Naraniwen noch im Halbschlaf fauchte und versuchte sich schwankend neben ihrem Reiter aufzubauen, irgendwie musste für sie gerade alles bedrohlich wirken. Die Betäubung und der Schmerz ihres Freundes, dass sie einfach nichts für ihn tun konnte.

    Rhynn stoppte, als die Helle sich schon fast sprungbereit machte.

    * Ich will ihm helfen!* versuchte die Cath’Shyrr in ihr Bewusstsein vorzudringen und für es schien eine ewigkeit zu dauern, bis das Zittern in ihren Läufen zunahm und sie neben dem blonden Elfen zu Boden ging. Naraniwen schnaufte schwer und Paranoel lag zusammengekauert auf der Seite, die Hände gegen den Kopf gepresst schüttelten ihn Krämpfe durch. Rhynn wagte einen Schritt, doch Naraniwen schob nur ihren Schnabel in den Rücken Paranoels, als wollte sie ihm helfen aufzustehen.

    Irgendwer lief hinter ihr, doch das war der Katze egal.. auch dass sie nicht wusste, was sie überhaupt tun konnte, merkte sie erst als sie neben dem Mann kniete.

    Ihre Augen huschten über den Elfen. Doch das erste was ihr einfiel wäre ein Beissriemen, doch den bekam sie unmöglich zwischen seine Zähne. Doch es gab nichts offensichtliches, wodurch diese schnerzen ausgelöst wurden.

    Mit einer Hand schob sie den Schnabel zur Seite, der so nachdrücklixh und verzeifelt versuchte Paranoel auf den Rücken zu drehen um ihn anszusehen

    „ Nicht! Wenn er bricht ists so besser!“ meinte sie in milder strenge zur Greifin, einem Ton den der konzentrierte Caror oft anschlug, wenn er arbeitete.

    Und als sie den Blick wieder senkte um Paranoel zurück in die Seitenlage zu drücken, blickte sie auf Kerio, der sich neben ihr in den Schlamm gekniet hatte, völlig ungeachtet seiner Kleidung oder der Bequemlichkeit, ging es dem Magier einzig darum zu helfen.

    Seine Hände hatten sich auf die Stirn und die Brust des Elfen gelegt und hinterließen einen sachten Schimmer in der Luft. Leise murmelte der Mann seinen Gegenzauber vor sich hin und immer lauter wurde er dabei, während das Glühen fast schon um seinen Körper waberte.

    Rhynn starrte unfähig irgendetwas anderes zu tun, abwechselnd auf Paranoel und dem Feuermagier, dessen Iris immer heller zu werden schien, doch der Körper vor ihnen schien langsam seine verkrampfung zu lösen.

    Während Owatu sprach, stellte sie sich selbst immer wieder die Frage, warum sie es überhaupt angesprochen hatte. Zuerst hatte sie es sich über alles gewünscht, dass er wieder so wäre wie vor der Sache mit Rarlinur. Doch dieser Ich-habe-das-so-entschieden-Blick, ließ sie gleich alle Hoffnung verlieren, dass sie ihn umstimmen konnte. Stur... und zwar auf diese Weise, bei der sie ihm durchaus zutraute, alleine aus Trotz auf seine Erste Meinung zu beharren. Und das schien er zu tun.... er formulierte es zwar sehr viel Rücksichtsvoll aber dennoch hörte sie die bitterkeit heraus. Sacht nickte sie mit dem Kopf. Ja sie verstand seinen Standpunkt aber die sorge um ihn fraß sie förmlich auf. Sie wollte seine entscheidung respektieren, aber was wäre wenn es wirklich in einem Ernstfall soweit kam, dass er sich nicht verteidigen konnte? Für einen Moment blitzte das Bild vor ihren Augen auf, wie Owatu vor schnerzen zusammensackte und sich der Djirin über ihn beugte. Die angst davor, ihn nicht beschützen zu können, war so allgegenwärtig, dass sie den Mund aufklappte und dennoch schwieg. Was, wenn sie in so einer situation versagte? Wenn sie zu schwach war? Nicht fähig ihm beizustehen? Es war sein Stolz... und ihr Treuegefühl, ihn nicht zu verraten... aber wenn ihm ihretwegen was passiert? Unwohl fuhr sie mit ihrer Hand über den Oberarm.

    „ Ich....“ ‚frage Karrun ob er dir einen anderen Flügelmann zuteilt.‘ wollte sie gerade sagen, doch brachte sie keinen Ton heraus. Sie könnte sich das nie verzeihen... Ihr Blick huschte fast Hilfesuchend zu dem Anführer, denn die Cath’Shyrr war schlicht überfordert von der Situation.

    „ .. verstehe das.“ antwortete sie und blickte nun auf den Boden... Wenn sie nicht auf ihren Flügelmann achten konnte, was war sie dann für ein Greifenreiter?

    „ Dann... bleibts dabei, Ich werde nichts sagen.“ resignierte die Katze nun und hängte die Tasche wieder in die Halterung. Egal was sie hier tat, es war falsch. Erzählte sie es dem Magister, war es Verrat an Owatu. Wenn sie zugab, Angst zu haben, kratzte es an ihrem Stolz aber dann wäre sie wohl nichtmehr Einsatzfähig. Und wenn sie blind zu Owatu hielt, konnte man es als verschweigen von risikofaktoren und Unterlassung werten... vielleicht sollte sie ihren eigenen Stolz vergessen?

    „ Langsam...“ flüsterte Paranoel leise als Naraniwen mühsam die Vorderläufe aufstellte.

    Schritte näherten sich vermutlich Kerios.. aber so genau wollte die Katze nicht darauf achten.

    Mit stetigem Druck und gelegentlichem Kreisen, verrichteten ihre Hände ihre Arbeit. Prellungen und Verletzungen zu erfühlen, war zwar immer eher Carors Meisterdiszilpin gewesen, aber ein wenig Gefühl hatte sie dafür schon. Das war auch nötig, denn Tiere konnten nunmal nicht sagen wie sich der Schmerz an bestimmten Stellen auswirkte. Der Magister schüttelte schließlich den Kopf, und jetzt bereute sie es diese Frage gestellt zu haben. Wie dumm das war, dies anzusprechen, wo sie doch zuvor noch das Amulett verbrannt hatten das er verzaubert hatte! Weil sie ihm nicht trauten...

    Für einen Moment verharrten ihre Finger an einer Stelle und ihr Druck auf den Muskel ließ nach, als sie betreten seinen Worten lauschte. Kerio suchte den Fehler bei sich selbst? Das schlechte Gewissen übermannte sie nun vollends. Es war ihre Idee gewesen, das Amulett zu verbrennen. Was wäre denn, wenn Kerio tatsächlich keinerlei Hintergedanken dabei gehabt hätte? Hatte er ihnen auch nur einen wirklichen Grund gegeben ihm zu misstrauen? Seine Worte ließen das zumindest nicht vermuten. Der Feuermagier schien aufrichtig getroffen und nachdenklich, wegen Owatu, dass sie es eine Zeitlang nur fertig brachte, das seltsam verworrene Muster der Brandnarben mit den Augen nachzumalen. Machte sie nicht auch viele Fehler? Hatte sie nicht auch versucht Owatu zu helfen und dabei in vielen Punkten nur Schlimmer gemacht? Was wenn...? Nein. nein. Nicht weiter darüber nachdenken.... Rhynn zwang sich selbst dazu weiter den Rücken abzutasten und tastete mehrfach über den verhärteten Bereich zwischen den Schulterblättern.

    ‚ Oder?‘ hätte Rhynn am liebsten gefragt, befürchtete aber vielleicht sogar eine noch unangenehmere Frage.

    Sollte sie es ihm sagen? Er machte sich unsonst vorwürfe, denn das Amulett hätte vermutlich gewirkt, wenn sie es nicht heimlich zerstört hätten. Aber Owatu in den Rücken fallen? Nein, das wollte sie nicht. Aber, es war zu gefährlich dies so zu belassen, wo es doch vielleicht hilfe gab?

    „ Ich denke nicht, dass etwas gebrochen ist, aber Ihr habt eine Prellung.... hier.“ sachte kreiste sie auf die Stelle ein die sich vermutlich ordentlich Blau verfärben würde und strich mit den Fingerspitzen schließlich vorsichtig über eine erhobene Rötung. „ ... und eine Hautquetschung - hier. Die kommt von der Rüstung. “

    Ja diese gebogene Linie hatte sie schon oft auf den Rücken ihrer Kameraden gesehen. Das kam meist von noch nicht korrekt angepassten Rüstteilen, die in diesem Fall drückten, oder alles Wundscheuern konnten.


    Rhynn zog sich die Tasche vor die Füße und nahm eine Phiole mit einer gelblichen Flüssigkeit heraus.

    „ Vermeidet Unnötige Bewegungen, und ich lege euch eine Kompresse an, wenn das in Ordnung für Euch ist. Wenn ihr ein Stechen spürt, oder das Atmen Schmerzt, müsst ... solltet ihr es melden.... bitte.“

    Fügte sie schnell noch die Höflichkeitsfloskeln an, da sie sich selbst daran erinnerte, mit ihm nicht so zu sprechen wie mit einem Kameraden. Rhynn benetzte ihre Handflächen mit dem Alkoholaufguss und rieb es vorsichtig über die Haut des Magiers. Das Mittel darin wirkte entzündungshemmend und abschwellend vor allem kühlte es, ein wenig hektisch und nicht ganz so sorgfältig, wie es sich gehörte, massierte die das Mittel ein. Das war defentiv schon unangenehm genug.

    Die Greifenreiterin zog, nachdem sie ihre Hände an ihrer Hose abgewischt hatte, eine seltsam breite Bandage aus ihrer Tasche und legte es in schnellen und geübten Bewegungen um den Oberkörper des Feuermagiers. Viel zu nah musste sie dabei an ihn heran, wohl auch ein grund, warum sie schnell mit ihrer Arbeit fertig werden wollte.

    Schließlich - das Bein an dem Stamm abgestützt, zog sie den Verband fester. Der Druck war nötig um die Schwellungen gerin zu halten und kurz hatte der Magier scharf die Luft eingesaugt als sich die Bahnen enger um seinen Körper gezogen hatten.

    „ Entschuldigt. Aber sonst breitet sich der Bluterguss aus und dann könnt ihr Euch garnichtmehr bewegen“


    Für einen Moment erschlaffte die Greifin wieder und ließ sich weiter von ihrem Partner kraulen. Naraniwen hörte eigentlich immer auf Paranoel und träge blinzelte sie aus den halboffenen Augenlidern, ohne einen überstürzten Versuch zu starten sich aufzurappeln.

    Karrun hatte nun die Männer gefesselt und ihre Taschen gelehrt, stellte ihnen aber keine Fragen. Offensichtlich sparte er sich seine Worte, bis Kerio soweit war dazuzustoßen und stäubte nun ein weisses Pulver auf die blutige Schnittfläche von Maraks Wange.

    Rhynn wartete nicht ab, bis der Magister sein Hemd angezogen oder sich gar ungedreht hatte, um sich bei ihr zu bedanken. Nein, Rhynn hatte etwas anderes vor, diese Quälende Zwiespaltigkeit auszumerzen. Es war seltsam... eigentlich stand sie voll und ganz hinter Owatu, verstand nun aber auch die Sorge und die Selbstzweifel des Magiers... wie konnte sie ihm das nur beibringen, sich vielleicht doch auf soetwas einzulassen?


    „ Kann ich dich kurz... sprechen?“ flüsterte sie leise, als sie nun wieder bei ihrem Flügelmann angekommen war. Natürlich hätten sie auch über Selphet und Tameqa sprechen können, doch dabei bildeten sich so schnell kleine Weitergabe und Formulierungsfehler. Und soetwas war schoneinmal ein Grund für einen Streit gewesen weil Selphet einfach nur grob und viel zu direkt übersetzt hatte.

    „ Er..“ ihr Kopf nickte leicht in die Richtung des Magiers, bevor sie weiter redete. „ es wundert ihn, warum du noch solche Schmerzen hast, wo doch das Amulett dich davor bewahren sollte.... Karrun wusste doch, das wir das andere verbrennen oder? ich meine.. ich will ihn nicht verteidigen, aber was wenn es wirklich geholfen hätte? Und er...“ kurz rieb sie wich über die Nase und suchte nachdrücklich seinen Blick . „ Ich meine Karrun vertraut ihm...“ warf sie fast bittend ein.

    „ Was wenn dir das im Kampf passiert?“ Ihr Blick trübte sich etwas als sie wieder in den wald blickte. Ja was wäre wenn? Sovieles konnte davon abhängen.

    Der Herschlag pochte in ihren Ohren, denn noch immer hallten die Worte des Magiers in ihren Gedanken nach. Der Ton in der Garde war meist ruppig und direkt. Karrun lobte seine Leute auch, aber nicht mit diesem seltsamen Beiklang in der Stimme und diesem Blick, der ihr die Hitze zu Kopf steigen ließ. Das war etwas das Rhynn absolut überforderte. Es klang wie Anerkennung, doch sie kam von dem Falschen.

    Rhynn wäre beinahe zusammengezuckt, als Karrun sie beim Namen nannte und das ganze Erneut zur Diskussion stellte. Nur kurz war ihr Blick zu den beiden dunkelhaarigen gewandert. Und diese unangenehme Stille breitete sich über ihnen aus. Sollte sie Karrun widersprechen? Natürlich war es so, dass der Feldsanitäter offiziell keine Diagnosen stellen durfte, abgesehen von Notfällen. Aber bei Karrun war das nie so gewesen. Sah es jetzt zurecht so aus, als hätte sie eine Notlüge angewandt?

    Also schwieg die Katze, war sogar erleichtert, als Triv das ganze zu ihrem Gunsten lösen wollte. Doch der Schwadronsführer schlug es erneut vor und Rhynn atmete sehr langsam ein, als müsste sie sich für das Unaufhaltsame wappnen.

    Karrun beließ es mit dieser Aussage und Rhynn war sich nicht sicher was sie nun tun sollte. Eigentlich war es ihre Pflicht... gequält und unsicher kaute sie auf ihrer Unterlippe herum. Betete fast, der Magister würde erneut sagen, dass es schon wieder ging... doch stattdessen, passierte etwas, dass ihr das Herz in die Hose rutschte. Owatu versuchte zwar seinen Posten zu haltrn, doch das schmerzliche verziehen des Gesichts und wie seine Schultern immer verkrampfter nach oben wanderten als könnte er damit gegen den Schmerz ankämpfen, vertrieb erstmal diese Problematik.

    Bildete sie sich das ein, oder schwankte er sogar leicht? Rhynn war mit einem Schritt näher bei ihrem Flügelmann, nahe genug, dass er nach ihrer Schulter greifen konnte, wenn er halt brauchte.

    „ Ausatmen...“ mahnte sie fast den Mauersegler, der einfach die Luft anhielt, statt gegen den Schmerz zu atmen. „Vielleicht hilft etwas Ubron?!“ fragte sie etwas lauter über ihre Schulter hinweg und sah kurz fast verzweifelt zu Paranoel. Doch der schüttelte selbst energisch den Kopf an den er sich gegriffen hatte.

    Doch nun kam Kerio näher, ein wenig betreten und sehr leise, wollte er der verzweifelten Katze wohl Paranoels knappe Antwort erleutern.

    „ Das ist ein Magischer Schmerz... kein Kraut hilft gegen soetwas...“ murmelte er leise und Triv flog zu Owatu und versuchte seitlich durch den Dunklen Hasrvorhang zu sehen.

    „ Es wird gleich besser...“ versuchte das kleine Flammenwesen und schlang selbst vollkommen Unwohl ihre Ärmchen um den Leib. Egal wie mächtig die Hexe war, sie versuchte zwar ihren Geist zu kontrollieren, doch würde das enorm an den Kräften zehren. Die beiden konnten einfach nur durchhalten.

    „Behaltet den Wald im Auge!“ entfuhr es Karrun eine Spur zu laut, als sich die restlichen Greifenreiter herumgedreht hatten um zu sehen was dort geschah.


    „ Trink.“ forderte die Katzenfrau Owatu auf und hielt ihm ihren Schlauch vor die Nase, als es so schien, als würde der Hokuspokus endlich nachlassen. Konnte man dagegen denn garnichts tun? Was wenn die Hexe das im Gefecht tat? Owatu wäre damit schlagartig außer Gefecht gesetzt. Grübelnd lag ihr Blick auf dem Magister. Es gab da schon eine möglichkeit... oder zumindest mehr über diese Gegebenheit zu lernen. Vielleicht konnte sie es ihm sogar leichter machen?

    Auch wenn der Schmerz weg zu sein schien, wollte sie Owatu eigentlich nicht alleine lassen, doch offen konnte sie Kerio nicht auf soetwas ansprechen.... Ohne dass Owatu es mitbekam und der schien der ganzen Magie sache zurecht zu misstrauen. Er setzte sich lieber solchen Schnerzen aus...

    „ Setzt Euch.. dann schau ich mir Euren Rücken gleich noch an.“deutete nickend auf einen umgefallenen Baumstamm. Der Magister sah etwas perplex zu der Greifenreiterin, ob des plötzlichen Sinneswandels, setzte sich dann aber nach einem kurzen Versicherungsblick zu Karrun auf den gewiesenen Platz.

    „ Setz dich.“ riet die Katze ihrem Flügelmann und strich etwas von dem Dreck von seiner Rüstung ehe sie sich mit ihrer Heilertasche auf den Weg machte.

    Kerio hatte seinen Harnisch geöffnet und schlüpfte gerade heraus, als die Katze hinter ihn stellte.

    „ Das Hemd, Magister.“ erinnerte sie ihn recht tonlos. Kerio schien etwas verunsichert, striff sich dann aber das Hemd über den Kopf ab.

    Rhynns Blick wurde plötzlich von alten Brandnarben angezogen und der Heiler in ihr schüttelte ungläubig den Kopf. Doch das war es ja nicht, was sie zu interessieren hatte, wie wohl soviele Verletzungen zustande kamen, wenn er doch das Feuer beherrschen musste?

    Unsicher legte sie zwei ihrer kalten Finger in seinem Nacken an die Wirbelsäule um langsam mit Druck daran hinabzustreichen. Tastend, suchte sie nach Schwellungen oder gar anderen Unauffälligkeiten. Die auf eingeklemmte Nerven oder gar zarten Brüchen hinweisen könnte.

    „ Gibt es keine Möglichkeit, ihnen den Schnerz zu nehmen?“ murmelte sie leise, als sie mit dem Handballen über das Schulterblatt fuhr .

    „ Ich meine.. wenn das im Kampf passiert, sind sie absolut Schutzlos..“ man hörte ihre Sorge heraus und irgendwie hoffte Rhynn wirklich darauf, dass er Rat wusste. Auch wenn sie nicht wusste, wie man das owatu beibringen konnte, sollte es sich wirklich um eine magische Maßnahme handeln.

    „ Ich mach schon.“ fuhr ihr der Elf dazwischen, als die Katze eine Hand zur Unterstützung unter den Greifenkopf schieben wollte. paranoel drängte sie förmlich mit dem Ellenbogen zur Seite, in seiner ruhigen Art aber dennoch nachdrücklich. Ihrendwie überkam Rhynn da sschleichende Gefühl, dass der Schwadronsheiler ihr vielleicht grollen könnte. Doch was hätte sie tun sollen? Sie durften die Angreifer nicht bemerken, hatte Theel gesagt. Undselbst wenn sie diesen angriff hätte kommen sehen, hätte sie niemals die Möglichkeit gehabt dem Weibchen ein Zeichen zu geben. Rhynn sah mit aufeinander gepressten Lippen auf den Mann, der gerade seiner Gefährtin über die Wange strich.

    Hätte sie etwas tun können? Dieser Gedanke nagte förmlich an ihrer Seele und als der echte Owatu zu ihr stieß, schüttelte sie nur langsam den Kopf. Nein abbekommen hatte sie nichts, zumindest nicht äußerlich. Kurz trafen sich ihre Blicke. Bis auf ein wenig Dreck auf der Rüstung und ein paar Tannennadeln im Haar, schien es ihm gut zu gehen.

    „ Das hätte anders laufen müssen.“ murmelte sie von sich selbst und der Situation enttäuscht und knetete den Bogen in ihren Händen

    Kurz ließ sie den Blick über Reiter und Greifen wandern. Marak blutete nahe am Schnabel, hielt aber seine Beute unnachgiebig fest, das Männchen war einfach hart im nehmen und würde sich jetzt nicht verarzten lassen. Dort war sie gerade keine Hilfe, auch dass sich Nim, Rangolf Theel und Owatu fast wie Wächter aufgestellt hatten und den Wald beobachteten, machte es für sie selbst gerade überflüssig ebenfalls aufmerksam sein zu müssen. Normalerweise wäre sie jetzt dort neben Paranoel... und würde Fragen beantworten, wie sie in soeinen Fall vorgehen würde. Doch der Schwadronsheiler hatte dafür nun gerade so überhaupt keinen kopf und machte die arbeit lieber alleine.

    Kerio stützte langsam eine Hand aufs Knie um sich aufzurappeln. Der Sturz musste heftig gewesen sein, denn noch immer hielt er sich den Unterarm in den Rücken gepresst. Sein Gesicht war rot angelaufen, und die kleine Flamme sah aufgebracht zwischen Rhynn und Kerio hin und her. Für einen Moment kam ihr der Gedanke ihm eine Hand zu reichen, wie sie es bei einem kameraden gemacht hätte, aber was würde Owatu davon halten? Zuerst mischte sie ihm Larven ins essen und dann half sie ihm? Er mochte ihn nicht, das sah sie dem tua‘tanai schon am blick an. Aber eigentlich war sie auch Heiler.

    „ Alles in Ordnung?“ fragte die Katze den Magister und blickte prüfend auf den Lederharnisch, der seinen Rücken zumindest vor äußerlichen Verletzungen geschützt hatte.

    „ Nichts.. passiert.“ versuchte er es zuversichtlich klingen zu lassen. „ Das Atmen ist nur ein bisschen ... schwer. .“ brachte er wirklich recht atemlos hervor und versuchte die Schultern zu straffen. „Es war mein fehler. Ich hab nicht mit so einer Kraft gerechnet, ich hätte mich besser festhalten sollen.“ gab er gequält lächelnd zu und würdigte gleichzeitig Tameqas Stärke.

    Rhynn sah kurz zu Owatu und zuckte vielsagend mit den Augenbrauen. Ein Blick der einfach nur sagte; Seltsam der Kerl. Natürlich hatte es jeden Greifenreiter bereits mehrfach vom Greifen gehauen, aber das richtige Fallen lernte man doch bereits in der Grundausbildung? Die sogar ein Gardemagier durchgemacht haben musste.

    „ Paranoel, sollte sich nachher einmal euren Rücken ansehen.“ stellte Rhynn ein wenig tonlosfest und legte einen Pfeil wieder auf der Sehne bereit.

    „ Ich vertraue Eurer Einschätzung ebenfalls.“ antwortete er und neigte leicht den Kopf.

    Schlagartig wurde der Katze heiss. Ein seltsames Gefühl so aus heiterem Himmel soetwas vorgesetzt zu bekommen. Die Greifenreiterin Zwang sich selbst wieder zu atmen und ihren Puls unter kontrolle zu bekommen. Wer sagte denn sowas in der Garde? Fast schon ein gefühlsduseliges Lob, dass sie garnicht verdient hatte. Doch was konnte sie anderes machen als in den wald zu starren?

    „ Ich bin nur Feldsanitäter...I-ich bin nicht befugt, eine Diagnose zu stellen. Mit Paranoel, seid Ihr auf der Sicheren Seite.“

    Ihre Pfeilspitze zeigte für eine Sekunde auf das Buschwerk aus dem Der echte Pranoel brach. Rhynn schwenkte sofort herum und suchte nach weiteren Gegnern und nur ein kurzes Augenzucken, zum Magier hin, der tatsächlich von Tameqa gefallen war, zeigte, dass er zumindest nicht schwer verletzt schien. Irgendwo dort, musste der Angreifer sitzen, da raschelte etwas....

    Aber es war zum verückt werden!! Man schießt nicht Blind, wenn die eigenen Leute ebenso gut, dort sitzen konnten. Dieses seltsame Gefühl, als würde etwas über sie hinwegschwappen, hallte noch auf ihrer Haut nach, als der Zauber kurz nachgelassen hatte. Tameqas Pfoten warfen den Dreck hoch in die Luft, als sie ihren Angriff startete. Sie war zum Nichtstuen verdammt! Der Magier musste selbst auf sie Beine kommen, auch wenn er mühsam nach Luft rang. Paranoel konnte sie auch nicht helfen, er brauchte Deckung aber schießen ohne direkten Blick auf den Feind durfte sie auch nicht.

    Doch all diese Gedanken waren nichtmehr Nötig. Schlagartig herrschte ein riesen gewirr aus Greifen und Greifenreitern, die hier auf dem schmalen Weg sich ihre Position suchten. Rhynn wirbelte herum und stürzte auf die Greifin zu um Paranoel zur Hand zu gehen. Der blonde elf benetzte gerade seine Zungenspitze mit einer Winzigkeit der Flüssigkeit, die aus der Spitze des Pfeils tropfte und spuckte sofort aus.

    „ Wildorner Feinkraut.“ knurrte er und schien zugleich irgendwie erleichtert. „ Ich hol das Gegenmittel.“ nickte die Katze während der Schwadronsheiler den Schnabel seiner Greifin öffnete um die Zunge ein Stück herauszuziehen.

    * Selphet!* rief sie in Gedanken aus, was jedoch garnicht nötig war, denn der Braune stand bereits hinter ihr und stieß sie an.

    * Marak ist auch verletzt.* meinte das Männchen und schien einfach noch immer so in Aufregung, dass seine Vertraute gerade so als Zielscheibe hätte enden können.

    * Schlimm?* erkundigte sich Rhynn und schlug die Ledertasche auf, drehte kurz einige Gläser in den Händen und drehte sofort wieder zu dem Elfen ab.

    * Blutet... aber nicht schlimm.*

    „ Danke.“ murmelte Paranoel und hob den Schweren Kopf etwas an um das Mittel einzugeben. Rhynn sah sich um. Nun... das war irgendwie nicht so nach Plan gelaufen...