Ein Zimmer im Seeviertel .....

  • Sie hatte ihn verstanden! Gebannt sah Tamrin zu, wie Tári nach und nach ihren Körper verhüllte und fühlte seine Stimme ebenso zurück kehren wie seinen Verstand. Und der machte augenblicklich das nächste Problem aus. Tári war angezogen, ja - aber...... Corrin's Sachen waren ihr etwas zu klein und statt wie ein kleiner gewöhnlicher Straßendieb sah sie leider unverschämt zerbrechlich und weiblich aus. "Die Mütze ?" stammelte Tamrin und deutete auf das sackähnliche Ding, das noch auf dem Tisch lag, obwohl ihm klar war, dass es die Sache nicht retten würde. Und auch die Kohle nicht.....
    "Du musst meinen Umhang anziehen." sagte er mit schmerzlich verzogenen Gesicht. Das schien ihm die einzige Rettung zu sein, wenn nicht jeder sofort erkennen sollte, dass sie eine Frau war. Beherzt stieß Tamrin sich von der Tür ab und ergriff das Stück Kohle. "Vielleicht reicht es noch für einen Abstecher zum Meer ? Oder ein Teich irgendwo draußen ?" fragte er. "Dann könntest Du..... wir...... es wäre einfacher als hier mit der Schüssel." gestand er schließlich reichlich verlegen. Badehaus kam nicht in Betracht. Schon gar nicht das von....... Tamrin lief erneut rot an. Verrückt! Dort hätte er sich fast übergeben - und jetzt ? Bei Tári ? Mit heißen Wangen malte er mit dem Kohlestück vor Tári's Gesicht in der Luft herum. "Soll ich mal ?"

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    >> Es ist so schwer, das Glück in uns selbst zu finden, nur leider ist es ganz unmöglich, es anderswo zu finden. <<


    Nicolas Chamfort, 1741 - 1794

  • Die Mütze. Tári nickte und zog sich diese mit unleidigem Schnauben über und zog sie so weit hinunter, dass weder Haaransatz noch eine einzelne Strähne zu sehen war. Und nun sollte sie auch noch einen Umhang anziehen? Na ja, DA gab es bei weitem schlimmeres und sie versuchte ein Lächeln zu unterdrücken, während Tamrin näher kam. Dach dann rümpfte sie die Nase, als Tamrin mit dem Kohlestück wedelte, hielt ihm aber dann das Gesicht entgegen, fixierte dabei die grünen Augen des jungen Mannes. Egal was sie tun musste um mit ihm zusammen sein zu können, sie würde es tun. „Das wird ewig brauchen bis es von der Haut geht, da musst du mir aber helfen.“, grinste Tári ein weinig.

  • Betroffen starrte Tamrin seine Liebste an. Die Mütze war eigentlich unförmig und schäbig genug - aber so ganz ohne Haare sah Tári's Gesicht leider besonders zart und mädchenhaft aus. Und sie hatte schon wieder diesen Blick in den sturmgrauen Augen. Er grinste verlegen. "Mit der richtigen Drahtbürste geht jeder Ruß herunter." Es war ein recht kläglicher Versuch zu scherzen. Ungeschickt verteilte er etwas Schwärze auf Tári's Wangenknochen. Auf dem Nasenansatz. Er betrachtete sein Werk und wurde mutiger. Noch mehr Kohlenstaub verteilte er auf Tári's Gesicht. Schließlich zog er die Nase kraus und mit einem "Wart mal!" trat er an ein Regal und nahm ein Tuch herab. Dieses bestäubte er ebenfalls großzügig mit Kohle, faltete es dann zum Dreieck und hielt es der jungen Frau vor die Nase. "Ich glaube, wir binden Dir das vor's Gesicht." wand er sich sichtlich. "Wenn Du dazu etwas röchelst und hustest, denkt sicher jeder, dass Du krank und deshalb so dünn bist." Vorsichtshalber zog er den Kopf nach diesen Worten ein wenig ein.

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    Nicolas Chamfort, 1741 - 1794

  • Tári hob die Augenbrauen, als Tarmin von einer Drahtbürste sprach, ließ ihn dennoch gewähren und sich somit bemalen. Wenn auch mit gerümpfter Nase. Nein sie konnte das nicht leiden. Das ganze Theater was sie hier veranstalten mussten konnte sie nicht leiden. Warum konnten… Sie brach den Gedankengang ab, es lohnte nicht darüber nachzudenken, was wäre wenn. Es war nunmal so. Und nun mussten sie das Beste daraus machen. Tári verschränkte die Arme vor der Brust. „Ich.bin.nicht.krank!“ Schon wieder mäkelte einer an ihrer Figur. Jaaa vielleicht war sie zu leicht für ihre Größe, aber das lag nicht daran, dass sie krank war, sondern weil sie ständig unterwegs war und bei den seltsamen Veranstaltungen kaum etwas hinunter brachte. „Ich werde nicht röcheln und husten.“ Das alles war viel zu anstrengend, wenn sie Tamrin reinen Wein einschenken würde, dann müsste er sich nicht all diese Gedanken machen aber was würde er davon halten? Wenn sich ihre Haut plötzlich zu verfärben beginnen würde oder noch ganz andere Sachen? Ihre Augen huschten unsicher in der kleinen Kammer umher. „Reicht das nicht? Ich wüsste auch gar nicht wer mich hier erkennen sollte und wenn wir die großen Straßen meiden laufen wir sicher niemandem über den Weg. Und überhaupt…“, murrte sie. „…wahrscheinlich suchen sich mich eher im Wald als in der Stadt…“ Tári tauchte an dem Tuch vorbei und schmiegte sich an den jungen Mann.

  • Tári's abweisende Haltung machte Tamrin etwas Sorge, obwohl sie nicht so verspannt und gefährlich wirkte wie zuvor noch bei Corrin. Oder gar bei dieser Dame in der Akademie im Vorraum zur Bibliothek.....
    Dennoch seufzte er innerlich erleichtert auf, dass sie letztendlich weich und anschmiegsam reagierte. Er öffnete eine Hand, ließ das Tuch fahren und umarmte sie liebevoll. Wobei er schmerzlich feststellte, wie schwer es ihm fiel, Tári etwas abzuschlagen, wenn sie sich wie ein schnurrendes kleines Kätzchen verhielt. "Ich weiß doch, dass Du gesund bist, Liebling." antwortete er begütigend. "Es ist nur...... hier hat sogar der Schmutz in der Gosse Augen und Ohren." versuchte er mit leiser Verzweiflung zu erklären. "Hier geschieht nichts, ohne dass die Leute es nicht mitbekommen." Gar nicht zu reden von den Sachen, die gar nicht geschahen und von denen trotzdem noch genügend Leute behaupteten, sie seien geschehen. "Hier steht man ständig unter Beobachtung. Und wenn Dich gestern Nacht jemand gesehen hat und es Gerüchte gibt......." er umfasste sie inniger. "Es ist viel zu gefährlich, dass irgendwer hier eine junge Frau heraus und mit mir durch die Straßen spazieren sieht." Tamrin hätte gern Tári's Haare geküsst - aber diese olle Mütze da ? Nein! Sanft strich er über ihren Rücken. "Kannst Du es nicht vielleicht doch für mich tun ? nur bis wir aus der Stadt heraus sind. Ich möchte doch nur nicht, dass Deine Tante irgendetwas erfährt bevor ich heute zu Euch komme........"

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  • Tamrins Haut war so warm an Táris Wange und unter ihren Händen und sein Geruch umfing sie. Sie wollte gar nicht hören oder daran denken was ihr junger Verlobter zu sagen hatte. DENN er hatte leider ein weiteres Mal Recht. „Na gut.“, stimmte sie unwillig zu. „Aber so etwas liegt mir nicht.“ Aber für wen sollte sie es sonst tun, wenn nicht für den jungen Mann der sie so liebevoll in seinen Armen hielt? Sie rieb leicht ihren Kopf an ihm und begann seine warme Haut zu küssen und ihn auch etwas zu knappsen…

  • Tamrin schloss die Augen vor Wohlbehagen, welches die weichen Lippen mit hitzigen Reaktionen auf seiner Haut hervor riefen. Erst als Tári ihn zum zweiten Mal zwickte, versuchte er ihre Hände zu fangen "Heee!" was gar nicht so leicht war mit Tuch. "Nicht...." bettelte er mitleiderregend schmollend. Und versuchte es sogleich wieder. "Ich weiß es doch." seufzte er dann. "Nur bevor Deine Tante mich gleich hinaus prügelt ohne dass ich etwas sagen darf......" er beendete das Szenario nicht sondern drückte Tári's Hände und ließ sie wieder los. Ein wenig zurück und noch einmal das Tuch hoch gehalten. "Ich binde es auch ganz locker, Ja ? Nur bis zur Bäckerei - einverstanden ? Danach wird wahrscheinlich eh keiner mehr groß auf Dich sehen." tröstete er sie. Jedenfalls keiner, der nicht von einem gemeingefährlichen Pony gebissen oder gerempelt werden wollte.

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  • Tamrin entwand sich der jungen Frau und Tári sah ihn erst noch etwas belustigt an, doch seine Worte zu ihrer Tante vertrieben das amüsierte Funkeln innert eines Wimpernschlags. Er würde heute mit ihr reden und sie musste ihn einfach anhören. Gut die sprachliche Barriere, aber das wird schon werden. Tamrin hatte in kurzer Zeit sehr viel gelernt und würde sie sicherlich verstehen wenn sie nicht... Oh wenn sie nicht wie eine Furie auf ihn einreden würde. Aber das war ein Problem dem sie sich später stellen mussten, denn gerade wedelte ihr junger Verlobter erneut mit dem Tuch vor ihrem Gesicht herum. Tári verzog das Gesicht und lächelte dann verschmitzt. "Gut, darfst du, wenn du mir zuerst noch einen Kuss gibst." Es würde wohl eh viel zu lange dauern, bis sie wieder Zeit für sich hätten. So wie am Fluss, einfach nur Tamrin und sie. "Einverstanden?"

  • Tuch und Hände und Arme sanken hinab. Tamrin's Augen huschten über Tári's zartes schmales Gesicht, in dem die grauen Augen wegen den von dieser etwas schäbigen Strickmütze verdeckten Haaren riesig wirkten. Wenn er jetzt hinein sah, stand kein wilder tosender Sturm in ihnen sondern nur ein warmes sanfter Schimmer. Er fühlte erneut den Bann, konnte nicht mehr wegsehen. Nur anders als im Heuschober dachte er nicht an Hexe........ oder höchstens ein bisschen. Aber es verschaffte kein Unwohlsein sondern ließ sein Herz schneller schlagen vor Glück............... und anderem.
    "Einverstanden!" hauchte er, verschlang Finger und Tuch miteinander, dass er es nicht verlieren würde und hielt diesen bezaubernden Blick mit seinen Augen fest. Sacht streifte eine Hand Tári's Wange als Tamrin die kurze Distanz zwischen ihnen überwand und die Arme um die knochigen Schultern legte. Sacht berührte sein Mund Tári's Lippen und der junge Mann schloss seine Augen, hieß den augenblicklich aufbrausenden Wirbel aus Gefühlen willkommen und überließ sich ihm....

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  • Tári lächelte, als Tamrin sich einverstanden erklärte und seine sanfte Berührung auf ihrer Haut hinterließ eine feine Wärme die sich immer mehr vertiefte. Sie schob ihre Arme hinauf in seinen Nacken, zog sich eng an ihn und genoss es, als sich endlich ihre Lippen berührten. Sie fühlte sich wohl und alle Probleme rückten in diesem Moment sehr weit in den Hintergrund, waren für diesen zauberhaften Augenblick vergessen. Aber irgendwann musste sie Atem holen, denn diesen hatte der Kuss ihr genommen. Tári sah Tamrin mit verträumten Blick an. Jetzt konnten sie noch gehen, alles hinter sich lassen... Einmal noch drückte die junge Frau ihrem jungen Verlobten ihre Lippen auf seine und drehte sich dann in seinen Armen um. "Gut du kannst.", sagte sie mit belegter Stimme.

  • Tamrin schwebte noch über dem Boden, jedenfalls fühlte es sich für ihn so an und starrte hilflos auf Tári's Hinterkopf. Oder besser - auf das grobe Strickmuster der Mütze, die ihn verdeckte und ihm den eleganten Schwung ihres Nackens schmerzlich bewusst machte. Wie schaffte sie das nur ? Sich abzuwenden. Zum Glück schaffte sie es, denn er wäre dazu nicht in der Lage - das war mal sicher. Was ihn da überrollte ..... und niemand warnte einen davor. Noch einmal drückte er Tári verliebt an sich als sie sich bereits umgedreht hatte. Was hatte sein Vater so ironisch-lapidar gesagt ? Deine Mutter wollte es so ? Tamrin glaubte, das inzwischen besser zu verstehen..... man hatte gar keine Chance dagegen. Er löste seine Arme und räusperte sich energisch. 'Gut Du kannst.' Prima. Was gleich noch mal ? Es dauerte tatsächlich etwas, bis er des Tuchs wieder gewahr wurde. Mit zitternden Fingern formte er das Dreieck neu und räusperte sich abermals bevor er es behutsam von hinten vor Tári's Gesicht hielt. "Ist auch sauber." murmelte er verlegen und legte es dann beherzt über ihren schmalen Nasenrücken. Etwas hastiger verschlang er die Enden in ihrem Nacken zu einem Knoten. "Zu fest ? Zu locker ? Oder geht es so ?" Tamrin war auf der Hut.

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  • Mit Tamrin war alles so anders. Er drückte sie noch einmal an sich und Tári genoss auch diesen kurzen Augenblick. Normalerweise legte sie kaum Wert auf körperlichen Kontakt und schon gar nicht bei Leuten die sie kaum kannte eigentlich. Aber bei ihnen fehlte auch dieses Gefühl, was nur der junge Mann in ihr zum Klingen brachte. Tári wartete geduldig, während Tamrin ihr das Tuch umband, verzog aber missbilligend das Gesicht dabei, da er mit dem Rücken zu ihr stand sah der junge Mann es ja nicht. Auf seine Frage hin zuckte sie mit den Schultern. „Wird schon halten.“ Sie drehte sich um und kam sich so fehl am Platz vor, eigentlich fühlte sie sich nicht besser gerade, als in dem Schönen Kleid. Warum konnte Tamrin eigentlich nicht ihre Kleidung aus der Scheune holen? Aber damit gäbe es wohl nur mehr Probleme. Was wenn er gesehen würde und was wenn sie dann hier gesehen würde, wenn sie das Zimmer verlassen musste. Es würde ihr wohl nicht erspart bleiben, in diesen Dingen das Zimmer zu verlassen. Eine ihrer Hände fuhr wie von selbst nach oben und zog etwas an dem Tuch, fuhr an der Kante entlang. „Geht wirklich.“, versicherte sie. „Dann warten wir nur noch auf Corrin?“ Tári musste sich etwas ablenken und holte das Kleid hervor die Schuhe und den Beutel den sie gestern getragen hatte. Den Inhalt steckte sie sich in die Hosentasche, bis auf eine Münze. Die Frau der Tamrin das Kleid geben wollte, müsste gutes Garn und so weiter besorgen und dafür sollte diese Münze sein. Hauptsache keiner würde je erfahren was aus dem Kleid wohl geworden war. Danach wand sie sich an den jungen Mann. „Das können wir hier nicht so offen liegen lassen. Oder willst du es gleich Corrins Mutter geben?“

  • Hoffentlich würde es das. Tamrin hoffte es inständig. Am Liebsten hätte er Tári gleich noch einmal tröstend umarmt als sie sich zu ihm umdrehte. Nur noch die grauen Augen waren von ihrem Gesicht zu sehen und die blickten in diesem Augenblick ziemlich verzagt in die Welt und es tat ihm weh, das sehen zu müssen. Das MUSSTE geändert werden!! schwor er sich während er stumm zusah, wie die junge Frau an dem Tuch herum tastete und es ein wenig zurecht zupfte. "Und darauf, dass ich mir was anziehe endlich!" zuckte Tamrin zusammen und trat eilig an sein Regal, um die fehlenden Sachen herunter zu nehmen und über zu streifen. Tári sammelte derweil ihre Sachen ein und stellte eine Frage zu ihrem Kleid. Stirnrunzelnd sah Tamrin sich um. "Ich verstaue es erstmal in der Truhe dort. Die kann ich abschließen." Er deutete auf das Schloss, dass dem Körper eines Fisches nachempfunden war. "Und dann gebe ich es ihr später." Dann war vielleicht auch Gras über all das gewachsen, dachte er bei sich. Er tappte an Tári vorbei zu den Wandhaken und nahm seinen Umhang herab. "Diesen noch!" hielt er ihn der jungen Frau entgegen. Sie würde ihn raffen müssen. Oder den Gürtel darum binden und dann raffen. Oder.... etwas anderes fiel ihm ein. "Barfuß wird gehen für Dich ?" fragte er unsicher.

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  • Tári sah Tamrins nackten Oberkörper an, als er kurz auf seine Kleidung zu sprechen kam und verkniff sich etwas zu sagen. Aber wegen ihr, hätte er sich nichts überziehen brauchen, befand sie. Als er von der Truhe sprach, wuppte sie den Stoff einfach dort hinein. Die Schuhe schmiss sie auch mit hinein und zu den Deckel. Sie wollte das Zeug einfach nicht mehr sehen. Aus den Augen, aus dem Sinn - oder so.... Dann nahm sie den Umhang von Tamrin entgegen. Noch mehr was sie sich anlegen sollte. Sie rollte mit den Augen. Am liebsten hätte sie ihn gefragt ob er nicht einfach etwas zaubern könnte, um all das hier unnötig werden zu lassen. Aber wenn er es könnte, dann hätte er das wohl selber vorgeschlagen und sie...sie könnte, aber sie war noch nicht so weit. Sie konnte es ihm noch nicht sagen. Nicht jetzt, nicht in dieser Situation. Also legte sich Tári den Umhang um die Schultern und kam sich reichlich dämlich vor. Die Sachen von Corrin zu kurz der Umhang von Tarmin zu lang. "Sie werden allein schon zu mir sehen, weil nichts zusammenpasst.", moserte Tári dann doch. "Barfuß? Überhaupt kein Problem!" Endlich mal etwas, was nach ihrem Geschmack war. Sie begann zu lächeln. "Nur dann musst du da auch noch Ruß dran machen...", lachte sie leise und ihre Augen blitzten kurz vergnügt.

  • Der zugeworfene Truhendeckel hatte Tamrin's Alarmglocken in Bewegung versetzt, Tári's mürrischer Gesichtsausdruck und ihr Tonfall ließen sie laut und warnend in seinem Kopf aneinander schlagend. Er seufzte leise. Dabei sah sie irgendwie hinreißend aus in dem übergroßen Umhang, jedenfalls für seine Augen. Mit dem Mut eines Raubtierdompteurs legte er ihr den Umhang richtig um, die Augen energisch auf den Revers des Umhangs geheftet. Bloß nicht in ihre Auge sehen und sie reizen. "Bestimmt nicht!" wehrte er ihre Bedenken ab. "Hier läuft fast jeder in Klamotten herum, die nicht recht zusammen passen wollen. Du wirst sehen..." Dass es keine passenden Schuhe für sie gab schien Tári indes aufzuheitern und Tamrin war darüber viel zu erleichtert, um nicht darauf einzugehen. "Das sollte kein Problem darstellen, Gnädigste!" scherzte er mit spitzem Mund. "Wenn sie bitte Platz nehmen wollen, damit ich Ihnen zu Diensten sein kann ?" Galant verbeugte er sich Richtung Bett und griff nach dem Kohlestück.

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  • Tári zuckte mit den Schultern. Vielleicht war es so wie er sagte und es würde keiner zu ihr sehen und selbst wenn, unter dem Umhang könnte sie ein paar Kinder verstecken… Tári lächelte vergnügt und versuchte dem Umhang irgendwie Herr zu werden und setzte sich dann auf die Bettkannte, hielt Tamrin ihren Fuß entgegen und zupfte sich das Stück Stoff vom Gesicht. „Ich tue es wieder hoch wenn wir los gehen, ja?“ Es nervte sie, das Ding vor der Nase zu haben, sie roch nur diesen Stoff und auch die Seife mit der es gewaschen wurde. Nichts was sie unbedingt dauerhaft in der Nase haben wollte. Nicht so wie… Sie sah den jungen Mann an…

  • Tamrin war vor ihr auf die Knie gegangen, sah bei den Worten zu ihr auf und lächelte nur. "Na klar!" nickte er und zückte das Kohlestück, um dem ihm neckisch entgegen gestreckten Fuß damit zu Leibe zu rücken. Sein Blick saugte sich daran fest. Himmel noch mal, verdammt!!! Bei allen Göttern - es war NUR ein Fuß! schalt er sich in Gedanken - aber dennoch.... Tamrin senkte den Kopf, sein Blick huschte zwischen Fuß und Kohlestück hin und her. Das konnte ja heiter werden, wenn diese Gefühle einen ständig und überall überfielen und beeinträchtigten. Dabei war es einfach nur wunderbar, Tári so um sich zu haben. Er wollte es nie mehr missen und daran konnte auch die ganze missliche Situation, in der sie steckten, nicht das Geringste ändern. Er würde sich durch sie nicht vermiese lassen, dass Tári hier bei ihm war. Andächtig lächelte er seine Verlobte an, den Schalk im Auge und ehe er sichs versah, zogen seine Finger ganz ohne Kohlenstück eine kitzelnde Spur über ihre Fußsohle.

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  • Die junge Frau betrachtete Tamrin ganz genau, wie sie es zuvor schon immer getan hatte. Wie hypnotisiert sah er ihr Bein an, dass sie ihm hinhielt und sie lächelte leicht. Ihr fielen gerade ganz andere Dinge ein, als sich anmalen zu lassen. Sie atmete tief durch und lachte kurz auf, als Tamrin seine Finger über ihre Fußsohle zogen und ein kribbelndes Gefühl hinterließen. "He!", kicherte sie. "So geht das nicht." Sie legte ihm ihren Fuß auf die Brust und strich mit ihm seinen Oberkörper hinab. Wenn er schon spielte, durfte sie das doch auch.

  • Tamrin schnappte nach Luft. "Und so schon gar nicht!" presste er hervor und fing den frechen Fuß ein bevor der zu tief kommen und noch heftigere Reaktionen anstoßen konnte als ohnehin schon. Mit lachenden Augen wollte Tamrin gerade etwas sagen ..... als es vernehmlich an der Tür rappelte. "Heeee!" war Corrin's Stimme zu hören. "Lasst mich rein!" Tamrin seufzte in tiefem Bedauern auf, sah Tári mitleidheischend an und beugte sich dann über den gefangenen Fuß. "Das ist so ungerecht!" wisperte er kurz bevor seine Lippen sanft den Rist berührten und liebkosten. Aber es half nichts. Sachte stellte er Tári's Fuß ab und erhob sich, um dem Sohn seines Vermieters die Tür zu öffnen. Corrin fegte herein kaum dass der Spalt es zuließ. Kurz musterte er Tári und nickte dann offensichtlich zufrieden. "Nicht übel!" - "Wir sind fast soweit." beeilte sich Tamrin zu sagen und trat wieder zu seiner Verlobten. "Hast Du was gehört ?" Corrin genoß seinen Auftritt unübersehbar und stolzierte etwas hin und her, mit wissendem Grinsen. "Und ob!" platzte er dann heraus. "Die Spatzen pfeifen es von allen Dächern, dass sie bald heiraten soll!" Lässig nickte der Junge zu Tári hin.

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  • Und ob so, dachte Tári für sich und rollte mit den Augen, als es an der Tür klopfte. "Mehr als das.", stimmte sie Tamrin zu und sah unzufrieden zur Tür. Nur ein kleines bisschen länger.... Wäre das zu viel verlangt gewesen? Sie musste doch nun eine Weile auf so etwas wohl verzichten. Aber die Berührung von Tamrins Lippen auf ihrer Haut ließ sie lächeln. Das machte alles besser, irgendwie. Corrins Auftritt entlockte ihr eine hochgezogene Augenbraue. Der Kleine war sehr von sich selbst überzeugt, woher er das wohl nahm? Tári verschränkte die Arme vor ihrer Brust. Corrin löste diese reservierte Geste bei ihr einfach aus, wenn er sich so verhielt. Was er sagte war ihr nun ja nicht mehr neu. Zumindest seit gestern. Aber, dass es anderweitig bekannt war? Ein wenig wurde ihr Blick verzweifelt, da ihr bewusst war, dass Corrin nicht von Tamrin redete. "Und weiter?", fragte sie kühl.