Die Halle der Künste (alt)

  • Die Halle der Künste ist die Künstlerakademie von Nir'alenar und befindet sich auf einem kleinen Hügel im Künstlerviertel.
    Es ist ein großer Gebäudekomplex aus weißem Alabaster mit vielen, kleinen Türmchen, der von einer großen, goldenen Kuppel gekrönt wird. Die Halle der Künste verfügt über sehr hohe Fenster, die viel Licht in das Innere lassen. Das Hauptgebäude besitzt drei Stockwerke, in denen die wichtigsten Räume untergebracht sind. Sie alle sind sehr hell und voller Malereien an den Wänden, die einige Szenen aus Geschichten, Liedern und der Mythologie darstellen.
    Die Halle der Künste wird momentan von der Meisterbardin Valea Onoris geführt, die sich um sämtliche Belange der Akademie kümmert. Hier werden die berühmten Barden ausgebildet, die früher durch die Welt reisten. Die Akademie nimmt nur sehr wenige Schüler, die nach einem Test in die Halle der Künste aufgenommen worden sind. In diesem Test müssen die jungen Anwärter ihr musikalisches oder künstlerisches Talent unter Beweis stellen. Danach werden sie als Schüler der Akademie aufgenommen und dürfen sich fortan hier ihren Studien widmen. Außerhalb der Akademie gibt es einen großen Garten, in dem man immer viele der jungen Barden und Künstler finden kann. Der Ort ist immer voller Musik und Lachen und die Barden dort führen viele Kunststücke vor oder erzählen Geschichten während die anderen Künstler Wandteppiche, Skulpturen oder Malereien erschaffen. In dem Garten gibt es viele Bäume, deren Blätter Schatten spenden und überall kann man schön verzierte Marmorbänke finden, die zum Verweilen einladen. In seiner Mitte befindet sich ein großer Springbrunnen, der in der Nacht bläulich beleuchtet wird und um den dann viele Glühwürmchen schwirren. Die Gärtner der Akademie sorgen dafür, dass seltene Blumen in diesem Garten wachsen, die dort ihre Duft verströmen. Es ist ein sehr beliebter Ort, in dem sich viele Künstler aufhalten.
    Auch die Akademie selbst ist ein Ort voller Musik und Kunst. Im Erdgeschoß der Akademie befinden sich die Küche und der große Speisesaal mit den langen Tischreihen, in denen die Lehrer und die Schüler gemeinsam essen. Der Raum ist hoch und verfügt über hohe Fenster, die das Sonnenlicht hereinlassen. Oben befindet sich die Bibliothek, ein Raum voller Bücher, in dem auch sorgfältig die berühmten Lieder aufbewahrt werden. Hier kann man viele junge Barden finden, die die berühmten Geschichten lesen oder Lieder lernen. Im zweiten Stock befinden sich die verschiedenen Klassenzimmer, in denen die Lehrer den Schülern alles nötige beibringen.
    Alle Klassenzimmer haben verschiedene Farben und stehen voller Pflanzen. Die Schüler sitzen in den hohen Räumen auf hellen Holzbänken und an hellen Holztischen und hören ihrem Lehrer zu. Dann gibt es dort noch einige Übungszimmer, in denen alle erdenklichen Instrumente und Werkzeuge zu finden sind. Die jungen Barden und Künstler verbringen oft viel Zeit in diesen Räumen, die immer voller Musik und Lachen sind. In einem anderen Raum werden die Musikinstrumente aufbewahrt, die für den Unterricht gebraucht werden. Die Instrumente werden in einem kleinen Gebäude neben der Akademie von der Instrumentenbauerin Sharana Sonnenpfeil hergestellt, einer geschickten Elfe, die wunderschöne und wertvolle Instrumente herzustellen vermag und dies schon seit langem für die Schule tut. Sie wird dabei von ihren Lehrlingen unterstützt. Im dritten Stock der Halle der Künste befindet sich schließlich ein sehr großer Raum, der immer gut bewacht wird. Dort werden magische und uralte Instrumente aufbewahrt, die der Akademie übergeben wurden. Es gibt dort Instrumente von erstaunlicher Zauberkraft, deren Wert unermesslich ist und die von den Künstlern angemessen behütet werden. In diesem hellen Raum befinden sich die Instrumente der größten Barden, die je gelebt haben. Alle sind magisch gesichert und wer sich wagt eines der Instrumente zu rauben, wird von den schützenden, magischen Effekten betroffen. Aber nicht nur Instrumente werden hier aufbewahrt - auch andere Kunstwerke von unermesslichem Wert sind hier zu finden- Bilder, Wandteppiche, Skulpturen und vieles mehr. Dies sind die wichtigsten Räume der Akademie, die allgemein bekannt sind. Es gibt allerdings auch noch einige andere, in denen verschiedene Schätze und einiges mehr aufbewahrt werden. Die Halle der Künste ist der Ort in Nir'alenar, von dem aus Valea Onoris ihre Aktivitäten steuert, die das Ziel haben Nir'alenar wieder zu einer neuen Blüte zu führen.

  • Füchslein vor der Akademie.. ja so konnte man es wohl bezeichnen, denn tatsächlich saß da eine kleine Füchsin mit karmesinrotem Fell, blendend weißen Pfoten und Brust-/Bauchfell und einer ebenso weißen Schwanzspitze. Seit Minuten saß sie dort und schien förmlich nach etwas oder jemandem Ausschau zu halten. Merkwürdig erschien das Verhalten des kleinen Fuchses fast, ab und an lief er unruhig hin und her und spähte dann wieder die Straße herunter.


    Fast schien es, als warte dieser Fuchs auf jemanden oder etwas. Jedenfalls rührte das "Tier" sich nicht von der Stelle.

  • Nachdem Valea ihren Laden in Seouls Obhut verlassen hatte, hatte sie sich flugs auf den Weg zur Halle der Künste begeben. Sie war schon beinahe ein wenig spät und hatte keinen Blick für ihre Umgebung. Denn sonst wäre ihr sicher aufgefallen, daß sich ein Fuchs inmitten der Stadt aufhielt, was alles andere als gewöhnlich war. So nahm sie das Tier am Straßenrand eher als einen kleinen Hund von einer auffälligen Färbung wahr und widmete ihm keinen weiteren Gedanken, während sie die große Treppe zum Eingang der Halle empor lief.

  • So wie der kleine Fuchs Valea jedoch erspähte, sprang er auf. Als die Frau an ihm vorbei rannte, machte der Fuchs sich flugs auf und lief ihr hinterher. Es war Kyria in diesem Falle schlicht egal, ob jemand sie schief ansehen würde oder dergleichen. Auf leisen Sohlen lief die kleine Füchsin einen halben Schritt hinter Valea drein und innerlich war Kyria amüsiert über einige verwunderte Blicke, die ihr wohl folgten.

  • Valea bemerkte von all dem nichts. Eilig durchquerte sie die Gänge in den Hallen der Künste, grüßte hier und dort einen Bekannten, ohne jedoch lange genug anzuhalten um zu bemerken, daß irgendetwas nicht in Ordnung sein könnte. Stattdessen erreichte sie ihr Arbeitszimmer innerhalb weniger Augenblicke und öffnete dort die Tür, es es mit einem leisen Seufzen zu betreten.
    Die Elfe war erleichtert, daß sie es doch noch vollbracht hatte, die Akademie der Künste früh genug zu erreichen. Auf ihrem Tisch lagen schon die Pergamente bereit, die sie am Tag zuvor in Auftrag gegeben hatte und die einen Teil der Prüfungsaufgaben enthielten.
    Dennoch trat sie zunächst zu einem der Regale hinüber, die allerlei wertvolle, alte Bücher enthielten und zog einige daraus hervor. Die Tür hatte sie unterdessen lediglich angelehnt.

  • Kyrias schmale Fuchsnase schob sich in den Türspalt und die kleine Füchsin schob die Türe soweit auf, das sie hindurch schlüpfen konnte, ehe sie in Valeas Arbeitszimmer stehen blieb. Vielleicht war es unhöflich, auf diese Art hier anzukommen, aber sie musste sich eingestehen, das es ihr gerade diebisch Spass machte. Aufmerksam blickte die Füchsin nun hinauf zu Valea.

  • Ein leises Quietschen schreckte Valea aus ihren Gedanken, als sich die Tür beinahe wie von Geisterhand öffnete. Verständnislos blickte sie für einen Augenblick in die Leere, die sich dahinter auftat. Dann wanderte ihr Blick nach unten, wo sie einen Ha'Danar oder einen Zwergen erwartete. Stattdessen richteten sich ihre erstaunten Augen auf einen roten Fuchs, der dort saß und sie anblickte.


    "Nanu? Wie kommst Du denn in die Stadt? Solltest Du nicht zuhause im Wald sein? Oder hast Du Dich etwa verlaufen?"


    Valea beugte sich zu dem Tier hinab, während sie unerschrocken weiter auf es einredete. Ganz offensichtlich wollte sie es nach draussen bringen, wo sich jemand anders darum kümmern konnte, daß der Fuchs wieder zurück in den Wald gebracht wurde. Sie hatte keine Zeit, sich selbst darum zu kümmern - eigentlich hatte sie schon längst oben sein sollen.

  • Doch just in jenem Moment machte der kleine Fuchs zwei Sätze rückwärts und entzog sich so dem Zugriff durch Valea, bevor die kleine Gestalt sich zu verändern begann. Die Konturen verschwammen, streckten sich, wurden größer und nahmen eindeutig eine humanoidere Gestalt an. Als diese Verwandlung abgeschlossen war, lächelte Kyria Valea verschmitzt entgegen.


    "Ich glaub ich verzichte." meinte sie leise, fröhlich. "Ich will erstmal nicht in den Wald zurück, da geh ich später wieder hin."


    Aufmerksam beobachteten die grünen Augen die Reaktion ihrer Lehrmeisterin.

  • "Ich hätte es wissen sollen..."


    Valea seufzte ergeben, war jedoch zugleich erleichtert darüber, daß sie nun keinen Fuchs einzufangen hatte und gleich hinauf zu den Prüfungen gehen konnte. Sie bedeutete Kyria ihr zu folgen und lief mit schnellen Schritten los. Die Prüfungsunterlagen hatte sie dabei unter einen ihrer Arme geklemmt, das Buch unter den anderen.


    "Ich habe leider nicht viel Zeit, Kyria - ich muss hinauf zu den Zaubersängerprüfungen. Kann ich etwas für Dich tun? Ich habe Dich ein Weilchen nicht mehr gesehen."

  • "Ja, vielleicht kannst du das wirklich. Du hast mir damals gesagt, das ich gut genug wäre, um ausgebildet zu werden. Und das möchte ich nun. Ich möchte auch eine Zaubersängerin werden."


    Kyria hatte, obgleich kleiner als Valea, kaum Mühe, mit der anderen Frau Schritt zu halten. Sie war es gewohnt, rasch zu laufen, ob nun durch Wälder oder anderswo entlang. Sie mochte nur eben die Wälder lieber.
    Einen Moment blickte sie in die Richtung, in die sie liefen. Am liebsten hätte sie den Prüfungen beigewohnt. Aber sie gehörte ja nicht wirklich her.

  • "Bist Du sicher, daß Du es aushalten kannst, dem Wald so lange fern zu bleiben? Wenn es Dein Herzenswunsch ist, so kann ich Dir diesen erfüllen. Doch Du musst Dir darüber im Klaren sein, daß Du, wenn Du die Akademie besuchen möchtest, an die Stadt gefesselt sein wirst und den Wald nur noch selten zu Gesicht bekommst, bis Deine Ausbildung beendet ist. Der Wald von Arvonar ist nicht schnell zu erreichen."


    Valea würde der Tua'Tanai niemals ihren Wunsch verweigern, doch sie zweifelte daran, ob sie das Heimweh auf Dauer wirklich ertragen konnte. Die Elfe hatte bislang noch nie einen Tua'Tanai getroffen, der einen langen Aufenthalt in der Stadt ertragen hätte. Und sie glaubte nicht daran, daß dies bei Kyria anders sein würde.

  • Ein wenig aufgeregt war Elaiya, als sie die Halle der Künste betrat. Aber sie musste ihre weitere Ausbildung nun endlich in Angriff nehmen, und Sicils Auftauchen in ihrem Leben schien das Anliegen dringender gemacht zu haben. Der Nachtelf lag jetzt in ihrem Zimmer im Zauberbrunnen und schlief, und sie hatte die Zeit nutzen wollen, anfällige oder auch überfällige Dinge - wie dies hier- in der Stadt zu erledigen. Jetzt stand sie hier in der Eingangshalle und sah sich suchend nach jemandem um, der ihr helfen konnte.

    Une éternité
    Cerclée de poussière
    Perce l'éphémère


    All winds and tides
    Sand and silence
    Over the distance
    Slipping through our hands

  • Nun, wenn die Prüfungen der Zaubersänger anstanden, konnte Artemius Saskolar selten der Anwesenheit in der Halle der Künste widerstehen. Als vielgeliebter Poet und Autor grandioser Theaterstücke hatte er selbstverständlich seine eigenen Räumlichkeiten in der Akademie, obgleich er es vorzog, in seiner kleinen Wohnung zu schreiben. Doch dort war er doch allzu einsam und allein, was ihm nicht gefiel. Hinzu kam, daß es hier nicht selten vor ausgesprochen hübschen Damen wimmelte und welcher Satyr konnte schon einer solchen Versuchung widerstehen, wenn es denn nicht sein musste?
    So schlenderte er auch nun, ein fröhliches Liedchen auf den Lippen, die Gänge der Akademie entlang und sah sich die zu prüfenden Zaubersänger äußerst kritisch an. Vielleicht fand er hier ja seine neuste Muse, die ihn endlich inspirieren würde. Schließlich war sein neustes Stück schon etwas überfällig und er hatte einfach noch keinen rechten Anfang finden können.


    Doch siehe da, was war das? Eine besonders hübsche Frau - war sie nun Elfe oder Nymphe? Artemius schnupperte interessiert in der Luft und zog dann eine Braue empor - und sie wirkte eindeutig verloren, so als ob sie etwas oder jemanden suchte. Nun, dem konnte Abhilfe geschaffen werden.
    Eine schwungvolle Verneigung später stand der Satyr vor Elayia und lächelte sie gewinnend an, während es in seinen dunklen Augen schalkhaft glitzerte. Auch seine Stimme war angenehm und hatte vom Schauspielern einen vollen Klang.


    "Nun, meine Dame - ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, daß ihr etwas zu suchen scheint..."

  • Elaiya trat einen winzigen Schritt zurück, als der Satyr plötzlich vor ihr auftauchte, setzte aber gleich darauf ein freundliches Lächeln auf. Nur den leichten Geruch nach frischem Schnee, den sie nun verströmte, konnte sie nicht verhindern. Ausgerechnet ein Sartyr... obwohl sie das eigentlich nicht wundern sollte, schließlich waren sie begnadete Künstler... auf mehreren Gebieten. Also auch auf dem der Musik. Was das Andere anging, so war die Halbdryade entschlossener denn je, es nicht herausfinden zu wollen. Aber erstmal hatte dieser hier ja auch nur seine Hilfe angeboten.


    "Ihr habt recht, Herr.", erwiderte sie daher freundlich. "Mein Name ist Elaiya Shiya'Sandra, Tochter des Seranon Shiya'Sandra, einem Meistersänger aus Waldheim. Er hat mich in den letzten fünfzehn Jahren in der Kunst der Zaubergesänge ausgebildet, und nun hoffe ich, mich hier in der Halle der Künste darin weiterbilden und meinen Gesang vervollkommnen zu können. Könnt Ihr mir sagen, an wen ich mich wenden muss? Ich weile noch nicht lang genug in der Stadt, um mich wirklich gut auszukennen..."

    Une éternité
    Cerclée de poussière
    Perce l'éphémère


    All winds and tides
    Sand and silence
    Over the distance
    Slipping through our hands

    Einmal editiert, zuletzt von Elaiya Shiya'Sandra ()

  • "Wenn das so ist, dann hättet ihr in der Tat keinen besseren Ort finden können als die glanzvolle Halle der Künste von Nir'alenar, meine Liebe."


    Artemius holte mit einer schwungvollen Geste aus, die den weiträumigen Eingangsbereich umfasste, in dem sie sich befanden und richtete die funkelnden Augen dann wieder auf die Frau, die vor ihm stand. Ja, sie besaß definitiv nymphisches Blut, das konnte der Satyr riechen. Doch sie schien keine reinblütige Nymphe zu sein, auch wenn ihr Duft dadurch nicht geschmälert wurde. So erfreute er sich für einen Augenblick an dem Geruch nach frischem Schnee, setzte dann jedoch dazu an, auf ihre eigentliche Frage einzugehen. Artemius hasste es, sich einer Dame aufzuzwingen - normalerweise brauchte er dies auch nicht, da sein natürlicher Charme alles notwendige für ihn erledigte.


    "Ich würde an eurer Stelle Valea Onoris aufsuchen, da sie diese Örtlichkeit leitet und euch sicherlich helfen kann. Doch da heute die Zaubersängerprüfungen stattfinden, ist sie leider ein wenig eingespannt, wie ihr euch sicher vorstellen könnt."


    Noch während er sprach, nahmen die Augen des Satyrn eine besonders attraktive Dame wahr, die in nächster Nähe an ihm vorüberglitt. Seine Augen folgten ihr wohlwollend und ein leiser Seufzer kam genießerisch über seine Lippen, als sie ihm ein Zwinkern schenkte.

  • "Oh." Elaiya klang ein wenig enttäuscht. "Dann... ist es wohl besser, wenn ich ein anderes Mal wiederkomme? Könnt Ihr mir sagen, wann es der edlen Dame Onoris passen wird?" Es war wohl ziemlich dumm von ihr gewesen, anzunehmen, dass sie hier einfach erscheinen und sich als Schülerin bewerben konnte.

    Une éternité
    Cerclée de poussière
    Perce l'éphémère


    All winds and tides
    Sand and silence
    Over the distance
    Slipping through our hands

  • "Oh... ich nehme an nach den Prüfungen wird sich sicher ein Augenblick für euch finden, meine Dame. Sie haben schon begonnen - vielleicht möchtet ihr dabei zusehen? Es ist doch jedes Jahr ein besonderes Erlebnis, all die wundervollen Stimmen zu hören."


    Der Satyr machte eine einladende Geste in Richtung einer breiten Treppe, an deren Seiten sich ein fein geschwungenes Geländer in die Höhe wand. Es war an diesem Tage äußerst belebt in der Halle der Künste und die Treppe war niemals leer, während allerlei Bewohner der Stadt und Besucher aus allen Teilen Beleriars dort hinauf und hinab huschten.

  • Elaiya zögerte einen Moment, doch dann nickte sie. Sicil würde sicher bis zum Abend schlafen, so dass sie genug Zeit hatte. "Danke, gerne. Das wäre bestimmt sehr interessant. Und vielleicht kann ich dabei sogar etwas lernen - und wenn nur, wie diese Prüfungen ablaufen. Irgendwann hoffe ich ja auch, mich dem stellen zu können." Ihr Blick folgte der Geste des Sartyrn ein wenig unsicher. Der Menge der Leute nach zu urteilen, die dort hinauf und hinab eilten, könnte es bei den Prüfungen recht voll sein, und Menschenmengen, dazu noch in geschlossenen Räumen, hatten eine verheerende Wirkung auf sie. Aber andererseits war sie doch auch sehr neugierig auf diese Prüfungen und darauf, wie gut die Zaubersänger waren (und ob sie überhaupt annähernd würde mithalten können). Mit einem tiefen Atemzug und einem freundlichen, ein bisschen ängstlichen Lächeln zum Sartyrn ging sie auf die Treppe zu, wobei sie Shir'elei unwillkürlich etwas fester an sich drückte.

    Une éternité
    Cerclée de poussière
    Perce l'éphémère


    All winds and tides
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    Slipping through our hands

  • Artemius, der sehr wohl bemerkte, daß die Halbnymphe sich nicht sonderlich wohlzufühlen schien, bot dieser galant seinen Arm dar, während er neben ihr her lief und widmete ihr einen aufmunternden Blick. Die Katze als Begleiter ließ vermuten, daß sie nicht aus der Stadt stammte und sich von daher wohl in dieser auch nicht sehr heimisch fühlen konnte. Gegen seine sonstigen Gewohnheiten unterließ er es also, sie allzu sehr durch Schmeicheleien zu verunsichern und legte auch seine natürliche Theatralik zunächst beiseite - schließlich war er kein übler Rüpel, der sich nicht zu benehmen bewusste und dem es an Einfühlungsvermögen fehlte.


    Armes Ding..., dachte der Satyr bei sich, ließ sich diesen Gedankengang jedoch nicht anmerken. Stattdessen deutete er nur auf die Treppe, die hinauf in den großen Saal führen würde und fügte dann in seiner volltönenden Stimme einige Erklärungen zu dem Ereignis hinzu.


    "Sicherlich wird es euch in der Halle der Künste gefallen, meine Liebe. Die Prüfungen sind stets aufregend und gut besucht - man könnte beinahe meinen, daß sie alljährlich ein Großereignis in unserer schönen Stadt sind, die von allen besucht werden, die die Zeit dazu erübrigen können. Nun, das ist natürlich weniger angenehm für die Prüflinge - da kommt es ihnen doch zu Gute, daß sie die Versammlung nicht sehen können... der große Saal ist eigenes dafür ausgerichtet worden, wie ihr gleich sehen werdet."

  • Man konnte nicht unbedingt behaupten, dass man die dunkelhaarige Ashaironi oft bei gesellschaftlichen Anlässen antraf. Sie war hier unten ein Exot und kam zu schnell ins Gespräch, was Zalida nicht unbedingt gefiel.
    In ihrem Handel war Diskretion etwas sehr wichtiges und sie konnte es sich wohl kaum leisten, in der ganzen Stadt bekannt zu sein.


    Dennoch ließ die Frau mit den Schlangenschuppen sich ein Ereignis im Jahr auf keinen Fall entgehen. Die Prüfung der Zaubersänger. Wenn man die Ashaironi gefragt hätte, wieso, hätte sie höchstwahrscheinlich nichtmal eine Antwort parat gehabt. Fakt war aber, dass sie hier schon seit Jahren zuhörte und zusah.


    Zalidas Auftreten war schlicht und gleichzeitig aufreizend wie immer. Sie hatte sich heute ganz in ein schwarzes, fließendes Kleid gehüllt welches scheinbar aus mehreren Lagen transparenten Stoffes bestand und so an gewissen Stellen - wie Rücken und Ärmel - bis auf die Haut der Ashaironi blicken ließ.


    Als die Dunkelhaarige gerade die Treppe runterschritt, kreuzten zwei Personen ihren Weg - ein Satyrn in Begleitung einer jungen Frau.
    Wie es sich für einen Satyrn gehört. dachte Zalida und schenkte dem Paar nur einen beiläufigen Blick, drehte sich dann aber doch nochmal zu Artemius um und sprach den Satyrn an.


    "Entschuldigt bitte, wenn ich euch störe, aber.. seit ihr nicht Artemius Saskolar?" Zalida liebte das Theater und wußte die Stücke des Satyrn sehr zu schätzen.. auch wenn es in letzter Zeit ein wenig ruhig um ihn geworden war.